{"id":5880,"date":"2021-02-14T10:16:05","date_gmt":"2021-02-14T07:16:05","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/kommentar-zum-freispruch-fur-donald-trump-triumph-des-wahnsinns\/"},"modified":"2021-02-14T10:16:05","modified_gmt":"2021-02-14T07:16:05","slug":"kommentar-zum-freispruch-fur-donald-trump-triumph-des-wahnsinns","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/kommentar-zum-freispruch-fur-donald-trump-triumph-des-wahnsinns\/","title":{"rendered":"Kommentar zum Freispruch f\u00fcr Donald Trump: Triumph des Wahnsinns"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/8b5f52b1-29ca-4125-b44e-df785369d825_w948_r1.77_fpx63.53_fpy45.jpg\" title=\"Donald Trump kann sich nun Hoffnungen machen, nach 2024 erneut ins Wei\u00dfe Haus einzuziehen.\" alt=\"Donald Trump kann sich nun Hoffnungen machen, nach 2024 erneut ins Wei\u00dfe Haus einzuziehen.\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Donald Trump kann sich nun Hoffnungen machen, nach 2024 erneut ins Wei\u00dfe Haus einzuziehen.<\/p>\n<p>  Foto:\u2002LEAH MILLIS \/ REUTERS  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Die US-Politik mag chaotisch wirken, unberechenbar, doch auf zumindest eine Sache ist Verlass: die politisch-moralische Verkommenheit eines gro\u00dfen Teils der republikanischen Mitglieder des US-Senats.<\/p>\n<p>Zum zweiten Mal haben sie Donald Trump in einem Impeachment-Verfahren von jeder Schuld freigesprochen. Er darf sich nun wieder als der gro\u00dfe Sieger f\u00fchlen, seine fanatischen Anh\u00e4nger werden mit diesem Ergebnis hochzufrieden sein. Es best\u00e4tigt ihre Sicht auf Trump, den unbesiegbaren Auserw\u00e4hlten, der seinen Gegnern einmal mehr \u00fcberlegen ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr alle anderen Amerikaner ist der Ausgang dieses Verfahrens jedoch ein Schock. Der Pr\u00e4sident, der das Land sch\u00fctzen soll, hat kaltbl\u00fctig versucht, das Ergebnis der Wahl zu kippen und daf\u00fcr sogar einen Mob gegen das Parlament in Marsch gesetzt. Und eben jenes Parlament verzichtet nun darauf, ihn daf\u00fcr zu sanktionieren. <\/p>\n<p>Zu besichtigen ist ein beispielloses Versagen der amerikanischen Demokratie, ein Triumph des Wahnsinns.<\/p>\n<h3>Feiglinge und Opportunisten<\/h3>\n<p>Die republikanischen Senatoren, die Trump diesen Sieg bescheren, rechtfertigen sich mit einer Vielzahl von vorgeschobenen Argumenten. Wenn sie ehrlich w\u00e4ren, w\u00fcrden sie zugeben, dass sie genau wissen, was f\u00fcr ein politischer Scharlatan Trump ist. Sie w\u00fcrden anerkennen, dass die Anklage der Demokraten schl\u00fcssig war. Dass es offensichtlich Trump war, auf dessen Weisungen der Mob h\u00f6rte, der am 6. Januar das Kapitol st\u00fcrmte und den Versuch eines Staatsstreichs unternahm. Sie w\u00fcrden auch einr\u00e4umen, genau zu wissen, dass Trump damit eklatant gegen seinen Amtseid versto\u00dfen hat und bestraft geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Aber das tun sie nicht. Weil sie eine Gruppe von politischen Feiglingen und Opportunisten sind, die sich um die Werte der amerikanischen Demokratie und die Verfassung nicht scheren. Weil sie allein an sich selbst denken.<\/p>\n<p>Die Senatoren wissen ganz genau, wer Trump ist. Es ist vielfach belegt, dass etliche von ihnen noch kurz vor Trumps Wahl 2016 vor seinem autokratischen Machthunger gewarnt haben. Parteifreunde wie Marco Rubio oder Ted Cruz nannten Trump da \u00f6ffentlich einen Betr\u00fcger und L\u00fcgner. Heute stehen sie treu zu ihm. Sie sind nicht ehrlich. Sie folgen dem Trump-Kult, weil sie wissen, dass sie andernfalls ziemlich sicher seine und die Rache seines Mobs zu sp\u00fcren bekommen. Sie wollen ihre Haut retten, ihre politische Karriere. Es geht um ihre Wiederwahl in Bundesstaaten, die von Trumpisten beherrscht werden. Leider ist es so einfach.<\/p>\n<p>Hinzu kommt: In den Reihen dieser Senatoren regiert die Angst. Der 6. Januar hat gezeigt, wozu Trumps Mob in der Lage ist, hat gezeigt, dass die fanatischsten Trump-Anh\u00e4nger dazu bereit sind, Gewalt anzuwenden, um die Ziele ihres Meisters durchzusetzen. Das ist eine traurige Realit\u00e4t in diesem Amerika: Wer sich gegen Trump stellt, vor allem in herausgehobener Position, muss mittlerweile um seine k\u00f6rperliche Unversehrtheit f\u00fcrchten.<\/p>\n<p>Der republikanische Senator Lindsey Graham bekam davon einen Vorgeschmack, als er es wagte, Trump nach dem 6. Januar scharf zu kritisieren. Daraufhin wurde er am Flughafen in Washington von einem w\u00fctenden Trump-Mob bedr\u00e4ngt. Er wechselte dann schnell wieder die Seiten, fand zur\u00fcck zum Kult. Graham wird wissen: Trumps Schl\u00e4ger sehen den Sturm auf das Kapitol nicht als Endpunkt, sondern als Anfang ihres Tuns.<\/p>\n<p>Doch gibt es nach diesem Freispruch auch Hoffnung: Die Pr\u00e4sidentenwahl, Trumps Niederlage, hat gezeigt, dass die Mehrheit der Amerikaner in der Lage ist, richtig von falsch zu unterscheiden. Und: Im Senat stimmten am Samstag immerhin sieben mutige Republikaner mit den Demokraten gegen Trump. Wichtige Sprecher der Partei, wie die fr\u00fchere Uno-Botschafterin Nikki Haley, wenden sich zudem von Trump ab. Das sind positive Zeichen.<\/p>\n<p>Aber der Trump-Kult bleibt in den USA eine politische Gr\u00f6\u00dfe. Trumps Comeback 2024 h\u00e4tte mit einer Verurteilung im Senat verhindert werden k\u00f6nnen. Nun ist dieses Comeback weiterhin m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Joe Biden und seine Demokraten werden sich anstrengen m\u00fcssen, das Land vor einer zweiten Amtszeit von Donald Trump zu bewahren. Wenn sie Erfolg haben, in der Wirtschaftspolitik, im Kampf gegen Covid, hat Trump keine Chance, bei der n\u00e4chsten Wahl sein politisches Gift erneut zu verstreuen. Scheitern sie, geht dieser politische Wahnsinn in eine neue Runde.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Donald Trump kann sich nun Hoffnungen machen, nach 2024 erneut ins Wei\u00dfe Haus einzuziehen. 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