{"id":5760,"date":"2021-02-09T04:10:16","date_gmt":"2021-02-09T01:10:16","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-impfstoffe-und-mutationen-was-der-astrazeneca-reinfall-in-sudafrika-bedeutet\/"},"modified":"2021-02-09T04:10:16","modified_gmt":"2021-02-09T01:10:16","slug":"corona-impfstoffe-und-mutationen-was-der-astrazeneca-reinfall-in-sudafrika-bedeutet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-impfstoffe-und-mutationen-was-der-astrazeneca-reinfall-in-sudafrika-bedeutet\/","title":{"rendered":"Corona-Impfstoffe und Mutationen: Was der AstraZeneca-Reinfall in S\u00fcdafrika bedeutet"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/c1723884-a862-46d8-9cc6-e48a20aa6bb3_w948_r1.77_fpx48.58_fpy44.99.jpg\" title=\"Skyline von Kapstadt mit einem Landschaftsgem\u00e4lde des franz\u00f6sisch-schweizerischen K\u00fcnstlers Saype im Rahmen des \u00bbBeyond Walls\u00ab-Projekts\" alt=\"Skyline von Kapstadt mit einem Landschaftsgem\u00e4lde des franz\u00f6sisch-schweizerischen K\u00fcnstlers Saype im Rahmen des \u00bbBeyond Walls\u00ab-Projekts\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Skyline von Kapstadt mit einem Landschaftsgem\u00e4lde des franz\u00f6sisch-schweizerischen K\u00fcnstlers Saype im Rahmen des \u00bbBeyond Walls\u00ab-Projekts<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Valentin Flauraud \/ EPA-EFE \/ Shutterstock  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Nachricht ist keine gute: Laut einer aktuellen Studie sch\u00fctzt der Impfstoff von AstraZeneca m\u00f6glicherweise nicht vor milden oder moderaten Covid-Verl\u00e4ufen, die von der neuen Virusvariante B.1.351 ausgel\u00f6st werden. Diese Variante war zuerst in S\u00fcdafrika entdeckt worden, wo auch die Studie der Universit\u00e4ten Oxford und Witwatersrand, Johannesburg, stattfand. Die Uni Oxford hat den Impfstoff ChAdOx1 nCoV-19 gemeinsam mit dem Pharmakonzern AstraZeneca entwickelt.<\/p>\n<p>Die Studie ist noch nicht ver\u00f6ffentlicht und wurde noch nicht von anderen Forschenden begutachtet. Doch einige zentrale Ergebnisse sind nach einer Pressekonferenz bekannt, an der neben S\u00fcdafrikas Gesundheitsminister Zweli Mkhize mehrere Impfstoffspezialisten teilnahmen.<\/p>\n<p>Der Impfstoff scheine zwar gegen den Originalstamm zu wirken, nicht aber im vollen Umfang gegen die Variante, sagte Mkhize am Sonntag. Zun\u00e4chst wird deshalb in S\u00fcdafrika mit dem Mittel nicht geimpft. Die Regierung werde die Empfehlung aus der Wissenschaft abwarten, wie man mit dem Impfstoff verfahren solle. Das Land hat rund eine Million Dosen des AstraZeneca-Impfstoffs erhalten. S\u00fcdafrika hat die meisten Coronavirus-F\u00e4lle auf dem afrikanischen Kontinent. Mehr als 1,4 Millionen Corona-F\u00e4lle und mehr als 46.000 Todesf\u00e4lle im Zusammenhang mit Covid-19 sind dokumentiert.<\/p>\n<p>In der Studie konnte die Wirksamkeit von ChAdOx1 nCoV-19 gegen die neue Virusvariante getestet werden, weil die Untersuchung lief, w\u00e4hrend sich B.1.351 ab Oktober zunehmend in S\u00fcdafrika ausbreitete. Laut Shabir Madhi von der Universit\u00e4t Witwatersrand verursacht diese aktuell 90 Prozent der Neuinfektionen im Land. B.1.351 ist ansteckender als das herk\u00f6mmliche Sars-CoV-2. Auch gab es schon vor dem Bericht zum AstraZeneca-Impfstoff Hinweise, dass eine durchgemachte Coronavirusinfektion nur einen m\u00e4\u00dfigen Schutz vor einer Ansteckung mit B.1.351 verleiht. Dies lie\u00df bef\u00fcrchten, dass auch die Wirksamkeit der Impfstoffe verringert sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<h3>Eine entscheidende Wissensl\u00fccke<\/h3>\n<p>1749 Probandinnen und Probanden erhielten in der Studie entweder den Impfstoff oder ein wirkstofffreies Placebo. Die Teilnehmenden waren zwischen 18 und 65 Jahre alt, Risikofaktoren f\u00fcr einen schweren Covid-19-Verlauf waren bei ihnen sehr selten. Menschen, die aufgrund ihres Alters ein hohes Risiko f\u00fcr einen schweren Covid-Verlauf hatten, waren nicht beteiligt.<\/p>\n<p>Was sich zeigte: Bis Ende Oktober war die Wirksamkeit des Impfstoffs gut. In der Gruppe, die geimpft worden war, gab es drei Covid-19-F\u00e4lle mit milden bis moderaten Symptomen, in der Placebo-Gruppe waren es zw\u00f6lf. Die Wirksamkeit lag damit bei rund 75 Prozent.<\/p>\n<p>Das \u00e4nderte sich mit dem Auftreten von B.1.351: Von insgesamt 42 Covid-F\u00e4llen mit milden bis moderaten Symptomen entfielen 23 auf die Placebogruppe und 19 auf die Impfstoffgruppe. Der Unterschied ist, mathematisch formuliert, statistisch nicht signifikant. Das hei\u00dft, es l\u00e4sst sich daraus nicht ableiten, ob der Impfstoff vor B.1.351 sch\u00fctzt. 39 der F\u00e4lle gingen auf B.1.351 zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Allerdings l\u00e4sst die Studie eine entscheidende Wissensl\u00fccke: Weil es unter den relativ jungen Teilnehmenden \u00fcberhaupt keine schweren Covid-19-Verl\u00e4ufe gab, sagt sie nichts dar\u00fcber aus, ob der Impfstoff m\u00f6glicherweise vor einer schweren Erkrankung durch B.1.351 sch\u00fctzt. Es ist also immer noch denkbar, dass der AstraZeneca-Impfstoff in dieser Hinsicht gegen B.1.351 hilft \u2013 aber bisher wei\u00df man das nicht.<\/p>\n<p>Etwas Hoffnung in diese Richtung gibt eine Studie mit einem anderen Impfstoff, dem Mittel von Johnson &amp; Johnson. Dies ist ebenfalls ein sogenannter Vektorimpfstoff, der dem von AstraZeneca \u00e4hnelt. Auch dieser Impfstoff verliert zwar gegen\u00fcber der neuen Virusvariante an Wirksamkeit, aber er verhinderte immer noch zu rund 89 Prozent schwere bis t\u00f6dliche Covid-19-Verl\u00e4ufe \u2013 trotz B.1.351, hie\u00df es in der Pressekonferenz am Sonntag. S\u00fcdafrika will jetzt die Einf\u00fchrung des Impfstoffs von Johnson &amp; Johnson beschleunigen.<\/p>\n<h3>Wie geht es weiter?<\/h3>\n<p>Impfstoffexpertin Sarah Gilbert von der Universit\u00e4t Oxford beschreibt, dass bereits daran gearbeitet wird, eine neue Impfstoffgeneration zu entwickeln, die auch vor den neuen Coronavirusvarianten sch\u00fctzt. Diese k\u00f6nnte als Booster gegeben werden, also als sp\u00e4tere Impfung nach der Verabreichung des herk\u00f6mmlichen Impfstoffs. Vergangenen Freitag hatte AstraZeneca berichtet, dass sein Impfstoff zumindest vor der britischen Variante B.1.1.7 \u00e4hnlich gut sch\u00fctzt wie vor dem urspr\u00fcnglichen Sars-CoV-2.<\/p>\n<p>Auch andere Hersteller bereiten sich darauf vor, ihre Impfstoffe anzupassen, falls dies n\u00f6tig ist. Bei den mRNA-Impfstoffen von Biontech\/Pfizer und Moderna ist dies vergleichsweise einfach umzusetzen.<\/p>\n<p>\u00bbWir k\u00f6nnten die genetische Information f\u00fcr das jetzige Virusantigen einfach durch die neue, mutierte ersetzen. Das alles geht sehr schnell und w\u00fcrde vielleicht sechs Wochen dauern\u00ab, sagte Biontech-Gr\u00fcnderin \u00d6zlem T\u00fcreci im SPIEGEL-Gespr\u00e4ch. Die Frage sei, wie die Zulassungsbeh\u00f6rden damit umgingen, also ob erneut gro\u00dfe Studien mit Zehntausenden Probanden n\u00f6tig seien. Allerdings gibt es auch f\u00fcr den Grippe-Impfstoff, der jedes Jahr aufgrund ver\u00e4nderter Virusst\u00e4mme angepasst werden muss, vereinfachte Verfahren.<\/p>\n<p>Auch die Infektiologin und Impfstoffforscherin Marylyn Addo von der Hamburger Uniklinik Eppendorf betont im SPIEGEL, dass wir \u00bbgute Werkzeuge besitzen, potenziell problematischen Ver\u00e4nderungen des Virus etwas entgegenzusetzen\u00ab. Sars-CoV-2 ver\u00e4ndere sich im Vergleich zu anderen Viren relativ langsam. \u00bbWir haben derzeit die Chance, mit dem Virus Schritt zu halten. Dazu ist es aber auch wichtig, das Infektionsgeschehen zu verlangsamen.\u00ab<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Mehrheit der Menschen weltweit noch auf die erste Impfung wartet, stimmt die Aussicht auf n\u00f6tige Booster-Impfungen wegen Virusmutationen zwar nicht optimistisch. Aber unterm Strich k\u00f6nnen Impfstoffe weiterhin einen sehr wichtigen Beitrag dabei leisten, diese Pandemie zur\u00fcckzudr\u00e4ngen.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Skyline von Kapstadt mit einem Landschaftsgem\u00e4lde des franz\u00f6sisch-schweizerischen K\u00fcnstlers Saype im Rahmen des \u00bbBeyond Walls\u00ab-Projekts Foto:\u2002Valentin Flauraud \/ EPA-EFE \/ Shutterstock Die Nachricht ist keine gute: Laut einer<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5761,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-5760","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5760","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5760"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5760\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5761"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5760"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5760"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5760"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}