{"id":5606,"date":"2021-02-02T20:06:37","date_gmt":"2021-02-02T17:06:37","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-forscher-entdecken-kombi-mutante-in-grosbritannien\/"},"modified":"2021-02-02T20:06:37","modified_gmt":"2021-02-02T17:06:37","slug":"coronavirus-forscher-entdecken-kombi-mutante-in-grosbritannien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-forscher-entdecken-kombi-mutante-in-grosbritannien\/","title":{"rendered":"Coronavirus: Forscher entdecken Kombi-Mutante in Gro\u00dfbritannien"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/eafa7452-c37f-47e9-8ceb-2297df648cb7_w948_r1.77_fpx42_fpy30.jpg\" title=\"In London warten Menschen auf einen Corona-Abstrich\" alt=\"In London warten Menschen auf einen Corona-Abstrich\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">In London warten Menschen auf einen Corona-Abstrich<\/p>\n<p>  Foto:\u2002HENRY NICHOLLS \/ REUTERS  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Coronavirus mutiert, seit es seinen Weg in den Menschen gefunden hat. Doch in den vergangenen Monaten fanden Ver\u00e4nderungen statt, die Fachleute aufhorchen lassen.<\/p>\n<p>In Gro\u00dfbritannien entdeckten Forscherinnen und Forscher mit der Variante B1.1.7 eine Variante, die deutlich ansteckender ist als alle vorherigen und die Eind\u00e4mmung des Virus, wenn sie sich ausbreitet, noch mal drastisch erschweren k\u00f6nnte. In S\u00fcdafrika und Brasilien sind Viruslinien aufgetreten, die offenbar die Wirksamkeit von Impfstoffen mindern k\u00f6nnen. Wie stark genau, ist noch unklar.<\/p>\n<p>Verantwortlich f\u00fcr die F\u00e4higkeit der s\u00fcdafrikanischen und brasilianischen Variante, dem Immunsystem zumindest in Teilen auszuweichen, machen Expertinnen und Experten die Mutation E484K. Diese sorgt offenbar daf\u00fcr, dass durch Impfstoffe gebildete neutralisierende Antik\u00f6rper nicht mehr so stabil an das Virus binden. Die schlechte Nachricht: Die Mutation wurde nun auch in der Virusvariante B1.1.7 aus Gro\u00dfbritannien gefunden.<\/p>\n<h3>Wenige F\u00e4lle, ungl\u00fcckliche Kombination<\/h3>\n<p>Elf F\u00e4lle der Kombi-Mutante wurden bislang unter mehr als 200.000 analysierten Virussequenzen identifiziert, berichtet die britische New and Emerging Respiratory Virus Threats Advisory Group (Nervtag). Das klingt nach wenig, doch der darauffolgende Satz macht hellh\u00f6rig: Vorl\u00e4ufige Informationen deuteten darauf hin, dass die Sequenz des Virus in mehr als einem Fall zuf\u00e4llig mutiert ist.<\/p>\n<p>Die Fachleute gingen davon aus, dass die Viren die E484K-Mutation unabh\u00e4ngig voneinander erworben haben, erkl\u00e4rte der Epidemiologe Eric Feigl-Ding auf Twitter. Das sei ein Hinweis, dass parallele Evolution stattfinde. \u00bbNicht gut\u00ab, kommentierte der Forscher.<\/p>\n<p>Jonathan Stoye vom Francis Crick Institute erkl\u00e4rte nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa, die Ergebnisse deuteten darauf hin, \u00bbdass die britische Variante nun selbstst\u00e4ndig die E484K-\u00c4nderung entwickelt.\u00ab Anders gesagt: Die elf F\u00e4lle k\u00f6nnten erst der Anfang sein.<\/p>\n<p>Ob sich die neuen Mutanten in den n\u00e4chsten Wochen allerdings tats\u00e4chlich gegen bisherige Viruslinien durchsetzen und irgendwann einen nennenswerten Teil der Sars-CoV-2-F\u00e4lle ausmachen werden, ist noch unklar. \u00bbEs bleibt abzuwarten, ob diese Mutation dem neuen Virus einen Wachstumsvorteil verschaffen wird\u00ab, erkl\u00e4rte Stoye.<\/p>\n<p>Der Virologe Julian Tang von der Universit\u00e4t von Leicester sprach von einer \u00bbbesorgniserregenden Entwicklung\u00ab, die allerdings \u00bbnicht v\u00f6llig unerwartet\u00ab komme. Tang sagte, es sei umso wichtiger, sich an die Corona-Regeln zu halten und die Ausbreitung des Virus zu stoppen, damit es kein \u00bbSchmelztiegel\u00ab f\u00fcr neue Varianten werde.<\/p>\n<h3>Hinweise auf etwas geringere Wirksamkeit<\/h3>\n<p>Im ungl\u00fccklichsten Fall vereinen die neuen Varianten zwei f\u00fcr den Menschen ung\u00fcnstige Eigenschaften. Dann w\u00e4ren sie deutlich ansteckender als bisherige Viruslinien und w\u00fcrden zugleich nicht zwingend Halt vor Menschen machen, die bereits mit Sars-CoV-2 infiziert waren oder gegen Covid-19 geimpft sind.<\/p>\n<p>Unter anderem in Brasilien gab es bereits vereinzelt F\u00e4lle von Mehrfachinfektionen mit E484K-Mutanten. Ob diese im Zusammenhang mit der dortigen Viruslinie h\u00e4ufiger sind als mit fr\u00fcheren, ist allerdings noch unklar.<\/p>\n<p>Laboruntersuchungen zeigen zudem, dass die Antik\u00f6rper von Geimpften die E484K-Mutanten nicht ganz so verl\u00e4sslich neutralisieren wie andere Viruslinien. Erste Ergebnisse einer kleinen Covid-19-Impfstudie des Unternehmens Novavax mit 4400 Probanden in S\u00fcdafrika legen nahe, dass die Wirksamkeit dieses Impfstoffs von rund 90 auf 60 Prozent sinkt, wenn die E484K-Mutante breit kursiert.<\/p>\n<p>In der Pr\u00fcfung des Unternehmens hatte etwa die H\u00e4lfte der Studienteilnehmer den Impfstoff erhalten, die andere H\u00e4lfte ein wirkungsloses Placebo. Insgesamt erkrankten 44 Probanden an Covid-19 \u2013 29 davon in der Placebogruppe, 15 unter den geimpften Personen.<\/p>\n<p>Ein Impfstoff, der die Zahl der Covid-19-F\u00e4lle, die durch E484K-Mutanten ausgel\u00f6st werden, um mehr als die H\u00e4lfte reduziert, w\u00e4re immer noch ein Gewinn in der aktuellen Situation. Impfstoffe, die von Grund auf eine geringere Wirksamkeit haben, k\u00f6nnten f\u00fcr den Fall, dass sich die neuen Virusvarianten stark ausbreiten und sich die Tendenz erster Analysen best\u00e4tigt, jedoch erheblich Nutzen einb\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Die Hersteller Biontech\/Pfizer gehen bislang noch davon aus, dass ihr Impfstoff auch gegen die Mutante aus S\u00fcdafrika hochwirksam ist und Covid-19 auch hier verl\u00e4sslich verhindert. Impfstoffhersteller in der ganzen Welt arbeiten derzeit daran, ihre Impfstoffe an neue Virusvarianten anzupassen (mehr dazu lesen Sie hier).<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern In London warten Menschen auf einen Corona-Abstrich Foto:\u2002HENRY NICHOLLS \/ REUTERS Das Coronavirus mutiert, seit es seinen Weg in den Menschen gefunden hat. 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