{"id":5524,"date":"2021-01-30T00:06:58","date_gmt":"2021-01-29T21:06:58","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/general-motors-verbrennerausstieg-die-konsequenz-die-der-konkurrenz-fehlt\/"},"modified":"2021-01-30T00:06:58","modified_gmt":"2021-01-29T21:06:58","slug":"general-motors-verbrennerausstieg-die-konsequenz-die-der-konkurrenz-fehlt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/general-motors-verbrennerausstieg-die-konsequenz-die-der-konkurrenz-fehlt\/","title":{"rendered":"General Motors&#8217; Verbrennerausstieg: Die Konsequenz, die der Konkurrenz fehlt"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/727cd102-d284-4722-9fe7-102f29219a42_w948_r1.77_fpx37.34_fpy50.jpg\" title=\"General Motors will elektrisch in die Zukunft, zum Beispiel mit dem Cadillac Lyriq\" alt=\"General Motors will elektrisch in die Zukunft, zum Beispiel mit dem Cadillac Lyriq\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">General Motors will elektrisch in die Zukunft, zum Beispiel mit dem Cadillac Lyriq<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Cadillac  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Kaum ein Autokonzern steht so f\u00fcr die klassische Autowelt wie General Motors (GM). Heckflossengekr\u00f6nte Stra\u00dfenkreuzer, die US-Sportwagenikone Corvette, kernige Pick-ups und der \u00dcber-Gel\u00e4ndewagen Hummer \u2013 General Motors ist gewisserma\u00dfen das Sinnbild der alten Autowelt.<\/p>\n<p>Firmenchefin Mary Barra will das nun \u00e4ndern. Ab 2035 soll ihr Unternehmen nur noch lokal emissionsfreie Pkw verkaufen, bis 2040 soll der Konzern CO\u2082-neutral werden. GM werde sich \u00bbRegierungen und Firmen rund um den Globus anschlie\u00dfen und an einer sicheren, gr\u00fcneren und besseren Welt arbeiten\u00ab.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Worte von einer Frau, die noch zu Beginn der Amtszeit des ehemaligen US-Pr\u00e4sidenten Donald Trump auf lockerere Emissionsstandards hingearbeitet hatte. Aber dennoch ein au\u00dfergew\u00f6hnliches Signal an die Konkurrenz, wie Autoexperte Ferdinand Dudenh\u00f6ffer vom Center Automotive Research in Duisburg erkl\u00e4rt: \u00bbKeiner der konventionellen Autohersteller hat sich bisher getraut, so einen konsequenten Schritt zu gehen\u00ab, so Dudenh\u00f6ffer.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend von den meisten M\u00e4nnern der Branche nur Lippenbekenntnisse zu h\u00f6ren seien, gehe GM-Chefin Mary Barra voran. \u00bbDen Schritt, sich vom Alten zu trennen, trauen sich die M\u00e4nner in den Vorst\u00e4nden offenbar nicht zu\u00ab, kritisiert Dudenh\u00f6ffer die Vorst\u00e4nde der \u00fcbrigen Konzerne. Es sei traurig f\u00fcr die deutschen Hersteller, dass ausgerechnet der vermeintlich altmodische GM-Konzern als erster eine derartige Ansage mache und nicht ein im Grunde innovativer Hersteller wie BMW.<\/p>\n<h3>\u00c4ra des Verbrenners geht zu Ende<\/h3>\n<p>Zwar ist VW mit seinen Elektropl\u00e4nen Dudenh\u00f6ffer zufolge einen gro\u00dfen Schritt gegangen, GM gehe nun aber zu hundert Prozent in die Zukunft. F\u00fcr den Autoexperten ist das nur konsequent. \u00bbDer Verbrennungsmotor hat bei Pkw keine Zukunft mehr, auch synthetische Kraftstoffe werden das nicht \u00e4ndern\u00ab, prophezeit Dudenh\u00f6ffer.<\/p>\n<p>Der Konkurrenz enteilt ist General Motors bei der Antriebswende trotz der wuchtigen Ank\u00fcndigung allerdings nicht, sagt Peter Fintl von der Technologieberatung Altran. Viele Hersteller seien auf einem \u00e4hnlichen Stand wie der Autoriese aus Detroit, verk\u00fcnden den entscheidenden Schritt jedoch nicht.<\/p>\n<p>\u00bbVW will bis 2050 g\u00e4nzlich CO2-neutral werden, das impliziert das Ende des Verbrenners. Porsche will innerhalb von zehn Jahren faktisch eine Elektromarke werden\u00ab, z\u00e4hlt Fintl auf. Gleichzeitig trenne sich Daimler von der Motorenproduktion und auch der GM-Erzrivale Ford habe eine gute Elektrostrategie. Er h\u00e4lt den Schritt deshalb nicht f\u00fcr revolution\u00e4r \u2013 aber f\u00fcr einen wichtigen Einschnitt in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung der Branche.<\/p>\n<h3>Detroit hat Zeichen der Zeit erkannt<\/h3>\n<p>GM trifft mit seinem Verbrennerabschied auf Raten offenbar den Zeitgeist. Viele Regierungen haben bereits feste Ausstiegsszenarien aus Otto- und Dieselmotor, Norwegen das Jahr 2025, Frankreich dagegen 2040. General Motors reihe sich mit dem Jahr 2035 vern\u00fcnftig in der Mitte ein, erkl\u00e4rt Fintl. Au\u00dferdem schnellten etwa in Deutschland 2020 die Zulassungszahlen f\u00fcr Batteriefahrzeuge hoch, in Norwegen wurden gar mehr Stromer als Verbrenner zugelassen.<\/p>\n<p>\u00bbDer Verbrenner reitet in die Abendd\u00e4mmerung\u00ab, erkl\u00e4rt Technologieberater Fintl. \u00bbDie Hersteller m\u00fcssen jetzt bei E-Antrieben die Ellbogen ausfahren und sich eine gute Position verschaffen.\u00ab GM habe die Zeichen der Zeit erkannt \u2013 \u00bbund wurde mit einem steigenden Aktienkurs belohnt\u00ab, sagt Fintl. GM-Papiere hatten sich am Tag der Entscheidung mehr als drei Prozent verteuert.<\/p>\n<p>Die Ank\u00fcndigung des US-Konzerns betrifft auch Zulieferer und m\u00f6gliche Br\u00fcckentechnologien wie CO2-neutrale, synthetische Kraftstoffe, die dem Verbrennungsmotor eine klimaneutrale Zukunft erm\u00f6glichen k\u00f6nnten. Die Entscheidung GMs unterstreiche, dass synthetische Kraftstoffe keine nachhaltige Zukunft auf dem Massenmarkt haben, sagt Fintl. Auch Andreas Radics von der Strategieberatung Berylls sieht die Entscheidung des Konzerns als gro\u00dfen Nachteil f\u00fcr die E-Fuels. Gerade die USA galten Radics zufolge f\u00fcr derartigen Treibstoff als wichtiger potenzieller Markt.<\/p>\n<h3>Schwachstelle Geldbeutel<\/h3>\n<p>Es gibt jedoch auch L\u00fccken im Plan des Konzerns. So lasse GM ein Schlupfloch f\u00fcr Verbrennungsmotoren bei Pick-ups \u00fcber 3,5 Tonnen offen, erkl\u00e4rt Fintl. Und trotz des R\u00fcckzugs aus vielen M\u00e4rkten agiert der Konzern immer noch global. F\u00fcr Strategieberater Radics ist deshalb nicht nur fraglich, wie der Konzern seinen ambitionierten Plan finanzieren kann. GM sei auf vielen M\u00e4rkten aktiv, in denen Verbrenner \u00fcber 2035 hinaus eine wichtige Rolle spielen w\u00fcrden, zum Beispiel in S\u00fcdamerika. F\u00fcr sie stelle sich die Frage, ob GM diese M\u00e4rkte dann aufgeben muss \u2013 oder wie konsequent das Unternehmen den Plan umsetzen werde.<\/p>\n<p>\u00bbEine Herausforderung wird au\u00dferdem der Hochlauf der Produktion\u00ab, sagt Radics. Der Konzern habe durch den derzeitigen Aufbau der riesigen Batteriefabrik in Ohio im Vergleich zu VW zwar einen Vorteil \u2013 \u00bbaber die Lernkurve in der Fertigung bleibt ein Problem, wie die Startschwierigkeiten der E-Modelle bei VW gezeigt haben\u00ab, warnt Radics.<\/p>\n<h3>Engpass Ladeinfrastruktur<\/h3>\n<p>Technologieberater Fintl sieht GM dagegen gut ger\u00fcstet. Mit der Ultium-Plattform habe der Hersteller einen sehr guten Elektrobaukasten, der auf h\u00f6chste St\u00fcckzahlen ausgelegt sei. Mit dem Elektro-Hummer kommt bald der erste Hoffnungstr\u00e4ger des Konzerns auf den Markt. \u00bbGM hat die Flaschenh\u00e4lse der E-Autoproduktion erkannt und eine gut geplante Strategie\u00ab, so Fintl.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung f\u00fcr den Konzern, sind sich beide Unternehmensberater einig, wird jedoch die Ladeinfrastruktur. Die schiere Gr\u00f6\u00dfe der USA \u2013 kombiniert mit der teilweise niedrigen Bev\u00f6lkerungsdichte \u2013 machen den Aufbau eines fl\u00e4chendeckenden Stromtanknetzwerks bis 2035 zum Problem, hinzu kommt ein teilweise veraltetes Stromnetz.<\/p>\n<p>Doch genau in diesem Bereich k\u00f6nnte sich Firmenchefin Barras politisches Gesp\u00fcr wie schon 2016 lohnen. Denn der Staat m\u00fcsse hier investieren, erkl\u00e4rt Fintl \u2013 und GM gebe der ohnehin aufgeschlossenen Biden-Regierung nun einen hervorragenden Grund dazu. General Motors, fasst der Berater zusammen, \u00bbhat beste Voraussetzungen f\u00fcr einen Homerun\u00ab.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern General Motors will elektrisch in die Zukunft, zum Beispiel mit dem Cadillac Lyriq Foto:\u2002Cadillac Kaum ein Autokonzern steht so f\u00fcr die klassische Autowelt wie General Motors (GM). 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