{"id":5514,"date":"2021-01-29T11:19:04","date_gmt":"2021-01-29T08:19:04","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/deutsche-bahn-hvv-bvg-und-co-preise-im-nahverkehr-steigen-schneller-als-autokosten\/"},"modified":"2021-01-29T11:19:04","modified_gmt":"2021-01-29T08:19:04","slug":"deutsche-bahn-hvv-bvg-und-co-preise-im-nahverkehr-steigen-schneller-als-autokosten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/deutsche-bahn-hvv-bvg-und-co-preise-im-nahverkehr-steigen-schneller-als-autokosten\/","title":{"rendered":"Deutsche Bahn, HVV, BVG und Co: Preise im Nahverkehr steigen schneller als Autokosten"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/b483753f-87fa-4962-9d8b-440fa6044bb2_w948_r1.77_fpx53_fpy68.jpg\" title=\"Regelm\u00e4\u00dfig ein bisschen mehr einwerfen: Die Preise im Bahn-Nahverkehr stiegen in den letzten Jahren deutlich st\u00e4rker als die Kosten f\u00fcrs Autofahren\" alt=\"Regelm\u00e4\u00dfig ein bisschen mehr einwerfen: Die Preise im Bahn-Nahverkehr stiegen in den letzten Jahren deutlich st\u00e4rker als die Kosten f\u00fcrs Autofahren\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Regelm\u00e4\u00dfig ein bisschen mehr einwerfen: Die Preise im Bahn-Nahverkehr stiegen in den letzten Jahren deutlich st\u00e4rker als die Kosten f\u00fcrs Autofahren<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Bernd von Jutrczenka \/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Wer mit der Bahn pendelt, f\u00e4hrt klimafreundlich \u2013 und wird daf\u00fcr finanziell nicht belohnt. Die Kosten sind in den vergangenen Jahren deutlich st\u00e4rker gestiegen als die f\u00fcr Autofahrerinnen und Autofahrer. Das zeigt eine Auswertung der Allianz pro Schiene auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamts, die dem SPIEGEL vorliegt.<\/p>\n<p>Demnach zahlten Fahrg\u00e4ste im Bahn-Nahverkehr im vergangenen Jahr im Schnitt 16 Prozent mehr als 2015. Autofahren wurde dagegen nur um vier Prozent teurer.<\/p>\n<p>\u00bbAutofahren ist derzeit g\u00fcnstig, auch im Vergleich zu den Sechziger- und Siebzigerjahren, und das trotz CO2-Steuer\u00ab, sagt auch Wolfgang Maennig, Wirtschaftswissenschaftler an der Universit\u00e4t Hamburg. Insgesamt sei Autofahren in den letzten Jahren im Vergleich zum Bahnfahren immer erschwinglicher geworden.<\/p>\n<p>Diese Preisentwicklung l\u00e4uft den Klimazielen von Bundesregierung und Europ\u00e4ischer Union zuwider. Denn die Emissionen im Verkehrssektor sollen eigentlich sinken \u2013 und dabei kommt den \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln eine Schl\u00fcsselrolle zu, sie sollen dem Auto Marktanteile abjagen. Bisher schafften sie es jedoch nicht wirklich, die Dominanz des Autos zu brechen \u2013 und st\u00e4rker steigende Preise im Bahn-Nahverkehr machen \u00f6ffentliche Verkehrsmittel f\u00fcr Autofahrerinnen und Autofahrer unattraktiver.<\/p>\n<h3>\u00d6ffentlich fahren wird regelm\u00e4\u00dfig teurer<\/h3>\n<p>Damit setzt sich ein langj\u00e4hriger Trend fort. So stieg laut einer Studie des Deutschen Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW) der Preisindex im Schienenverkehr von 1991 bis 2017 deutlich st\u00e4rker als der Kraftfahrerpreisindex. Die DIW-Forscher begr\u00fcndeten dies mit nur leicht steigenden Kraftstoffpreisen, w\u00e4hrend die Preise im \u00f6ffentlichen Personenverkehr stetig anstiegen \u2013 und zwar im Nahverkehr st\u00e4rker als im Fernverkehr.<\/p>\n<p>Gemessen an den Preisindizes f\u00fcr Verkehrsdienstleistungen haben sich die Preise im \u00f6ffentlichen Personenverkehr seit Anfang der Neunzigerjahre demnach mehr als verdoppelt. Das lag den Autoren zufolge vor allem daran, dass der Staat mehr Einnahmen mit dem \u00f6ffentlichen Nahverkehr erzielen wollte, um dessen Defizite zu senken. Gleichzeitig ist es vielen Verkehrsunternehmen nicht gelungen, deutlich produktiver zu arbeiten.<\/p>\n<p>Einen Beleg f\u00fcr dringenden politischen Handlungsbedarf sieht der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, in den Zahlen. Es sei nicht hinnehmbar, \u00bbdass die Kosten f\u00fcr den klimafreundlichen Nahverkehr auf der Schiene st\u00e4rker zunehmen als die f\u00fcr den motorisierten Individualverkehr\u00ab. Wer sich f\u00fcr ein umweltfreundliches Verkehrsmittel entscheide, d\u00fcrfe daf\u00fcr nicht finanziell bestraft werden, so Flege. Das Auto ist je nach Wohnort f\u00fcr viele Menschen ohnehin das bequemere Verkehrsmittel, weil es Fahrten von T\u00fcr zu T\u00fcr erm\u00f6glicht.<\/p>\n<h3>Steuersenkung im Bahn-Fernverkehr als Vorbild<\/h3>\n<p>Die Allianz pro Schiene fordert deshalb, die Bahnen von der Stromsteuer zu befreien und die EEG-Umlage f\u00fcr elektrisch betriebene Z\u00fcge deutlich zu senken. Welche Folgen eine steuerliche Entlastung haben kann, zeigt dem Eisenbahn-Lobbyverband zufolge ein Blick auf den Fernverkehr. Dort sanken die Preise 2020 um 15,4 Prozent. Das sei eine Folge des 2020 eingef\u00fchrten niedrigeren Mehrwertsteuersatzes von sieben Prozent im Bahn-Fernverkehr, den die Branche an die Kunden weitergegeben habe.<\/p>\n<p>\u00d6konom Maennig w\u00fcrde \u00f6ffentliche Verkehrsmittel anders attraktiver machen. Man m\u00fcsse dem Autofahren seine wahren Kosten aufgrund von Unf\u00e4llen und Umweltsch\u00e4digung zuordnen, bisher sei es oft billiger als Bahnfahren. \u00bbDieses Gef\u00e4lle ist so gro\u00df, dass man es nicht durch ein, zwei Cent mehr pro Liter und drei Prozent billigere Tickets beheben kann\u00ab, erkl\u00e4rt Maennig. Er h\u00e4lt die zum Jahreswechsel eingef\u00fchrte CO2-Abgabe deshalb prinzipiell f\u00fcr den richtigen Ansatz. Durch sie stiegen die Kraftstoffpreise zum Jahreswechsel jedoch nur um rund acht Cent pro Liter \u2013 und trotz des j\u00e4hrlich steigenden CO2-Preises soll ein Liter Benzin oder Diesel laut ADAC auch im Jahr 2025 wahrscheinlich nur 15 bis 17 Cent mehr kosten als Ende 2020.<\/p>\n<h3>City-Maut oder Zwangsticket als L\u00f6sung<\/h3>\n<p>Damit die negativen Umweltfolgen, die beim Verbrauch von einem Liter Kraftstoff entstehen, abgedeckt seien, m\u00fcsste der Liter Benzin oder Diesel aber eigentlich \u00fcber zwei Euro kosten, rechnet Maennig vor. Das sei politisch indes nicht durchsetzbar. Die CO2-Steuer allein k\u00f6nne die Kostenschere nicht schlie\u00dfen, argumentiert auch Allianz pro Schiene-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Flege. Zudem habe die Bundesregierung parallel eine Anhebung der Penderpauschale beschlossen, damit bleibe Autofahren preislich attraktiv.<\/p>\n<p>\u00d6konom Maennig schl\u00e4gt deshalb erg\u00e4nzende Ma\u00dfnahmen zur CO2-Steuer vor, zum Beispiel eine City-Maut, deren Einnahmen in den \u00f6ffentlichen Nahverkehr flie\u00dfen \u2013 es gebe aber auch noch eine weitere Option: \u00bbJeder, der ein Auto zul\u00e4sst, muss ein Jahresabo f\u00fcr den lokalen Nahverkehr dazukaufen\u00ab, so Maennig.<\/p>\n<p>Dieses Ticket w\u00fcrden die Autofahrer nutzen, selbst wenn sie den \u00f6ffentlichen Nahverkehr hassen, so der \u00d6konom. \u00bbMan hat ja daf\u00fcr bezahlt, die Grenzkosten sind damit gleich null \u2013 das macht die meisten Leute trotzig und sie steigen in die Bahn.\u00ab Damit w\u00fcrden zwar nicht alle Autofahrer umsteigen, aber man bekomme sie h\u00e4ufiger in die Bahn \u2013 \u00bbund verteuert gleichzeitig das Autofahren\u00ab.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Regelm\u00e4\u00dfig ein bisschen mehr einwerfen: Die Preise im Bahn-Nahverkehr stiegen in den letzten Jahren deutlich st\u00e4rker als die Kosten f\u00fcrs Autofahren Foto:\u2002Bernd von Jutrczenka \/ dpa Wer mit<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5515,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-5514","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5514","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5514"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5514\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5515"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5514"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5514"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5514"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}