{"id":5503,"date":"2021-01-28T22:56:07","date_gmt":"2021-01-28T19:56:07","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-welche-impfstoffe-als-nachstes-kommen-und-was-sie-konnen\/"},"modified":"2021-01-28T22:56:07","modified_gmt":"2021-01-28T19:56:07","slug":"corona-welche-impfstoffe-als-nachstes-kommen-und-was-sie-konnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-welche-impfstoffe-als-nachstes-kommen-und-was-sie-konnen\/","title":{"rendered":"Corona: Welche Impfstoffe als n\u00e4chstes kommen &#8211; und was sie k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/0ee77963-b5f1-4f67-a312-ae1e4430c009_w948_r1.77_fpx44_fpy62.jpg\" title=\"Welcher Impfstoff wird in diesen Fl\u00e4schchen landen?\" alt=\"Welcher Impfstoff wird in diesen Fl\u00e4schchen landen?\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Welcher Impfstoff wird in diesen Fl\u00e4schchen landen?<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Bloomberg \/ Getty Images  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Es mag angesichts verschobener Impftermine und Lieferengp\u00e4ssen \u00fcberraschen, aber Deutschland hat eigentlich mehr als genug Corona-Impfstoff bestellt. Allein mit den aktuell abgeschlossenen Vertr\u00e4gen hat sich die Bundesrepublik mehr als 310 Millionen Dosen gesichert \u2013 schon knapp die H\u00e4lfte w\u00fcrde reichen, um alle Menschen im Land zu impfen.<\/p>\n<p>Das Problem: Noch ist nur ein Bruchteil davon verf\u00fcgbar \u2013 und selbst zugesagte Dosen konnten nicht wie geplant geliefert werden. Doch schon in den kommenden Wochen d\u00fcrften weitere Impfstoffe zugelassen werden, die Engp\u00e4sse abfedern und deutliche Vorteile mit sich bringen. Der \u00dcberblick:<\/p>\n<h3>Impfstoff AstraZeneca (AZD1222)<\/h3>\n<p>Noch in dieser Woche soll der Impfstoff von AstraZeneca und der Oxford University zugelassen werden. In Gro\u00dfbritannien, Argentinien, Indien, Mexiko, Brasilien, Ungarn und Pakistan ist er bereits verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>Der Impfstoff von AstraZeneca hat einen entscheidenden Vorteil: Er ist <strong>auch bei K\u00fchlschranktemperaturen mehr als sechs Monate haltbar<\/strong>. Aufwendige K\u00fchlketten bei bis zu 70 Grad minus entfallen dadurch. Auch niedergelassene \u00c4rzte k\u00f6nnten die Impfungen \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Anders als die bisher zugelassenen Produkte enth\u00e4lt AZD1222 \u2013 so die Abk\u00fcrzung des Impfstoffs \u2013 nicht einen Teil des Erbguts des Coronavirus, das sehr instabil ist. Die Erbinformationen sind stattdessen in ein ungef\u00e4hrliches Virus verpackt. Dieses macht nicht krankt, trainiert aber das Immunsystem auf das echte Coronavirus und kann so eine Covid-19-Erkrankung verhindern. Laut dem Plan des Gesundheitsministeriums k\u00f6nnten schon im ersten Quartal sechs Millionen Dosen des Impfstoffs verf\u00fcgbar sein. Damit lie\u00dfen sich drei Millionen Menschen impfen.<\/p>\n<h3>Wahrscheinlich nur f\u00fcr U-65-J\u00e4hrige<\/h3>\n<p>Der Impfstoff wird allerdings wahrscheinlich nur f\u00fcr unter 65-J\u00e4hrige zugelassen werden. Die deutsche Impfkommission hat bereits eine entsprechende Empfehlung abgegeben. Der Grund: An der entscheidenden gro\u00df angelegten Studie mit Tausenden Probanden hatten nur wenige \u00e4ltere Menschen teilgenommen. Aussagekr\u00e4ftige Ergebnisse waren f\u00fcr diese Altersgruppe deshalb nicht m\u00f6glich. In Gro\u00dfbritannien ist der Impfstoff f\u00fcr alle Altersgruppen zugelassen.<\/p>\n<p><strong>Deutschland muss nun wahrscheinlich den Impfplan anpassen<\/strong>, laut dem Menschen ab 80 Jahren zuerst geimpft werden sollen. Denkbar ist, dass medizinisches Personal nun bevorzugt mit dem Mittel von AstraZeneca geimpft werden soll. Auch sie geh\u00f6ren in die Gruppe mit der h\u00f6chsten Priorit\u00e4t. Alternativ k\u00f6nnten auch Menschen ab 60 Jahren die Impfung erhalten.<\/p>\n<p>Laut ver\u00f6ffentlichten Studienergebnissen sch\u00fctzt der Impfstoff von AstraZeneca weniger zuverl\u00e4ssig vor einer Covid-19-Erkrankung als die zugelassenen Produkte von Biontech und Moderna. Im Schnitt konnte sie <strong>70 Prozent der Covid-19-Erkrankungen verhindern<\/strong>. Die Wirksamkeit schwankte allerdings, je nachdem wie hoch die verabreichte Dosis war.<\/p>\n<h3>Welche Dosis ist die richtige?<\/h3>\n<p>So hatte ein Teil der Probanden unbeabsichtigt bei der ersten Impfung nur eine halbe Dosis bekommen. \u00dcberraschenderweise zeigten sie sp\u00e4ter die bessere Immunantwort. Bei ihnen traten 90 Prozent weniger Covid-19-Erkrankungen auf als bei denen, die nur ein wirkungsloses Placebo bekommen hatten. Bei Probanden, die zwei volle Dosen bekamen, lag die Schutzwirkung im Schnitt bei 62 Prozent.<\/p>\n<p>Woran das liegt, ist noch unklar. Wom\u00f6glich war nicht die unterschiedliche Dosierung die Ursache, sondern die Tatsache, dass die Probanden mit der halben Dosis j\u00fcnger waren und deshalb besser auf die Impfung reagierten. Ob in der EU zun\u00e4chst eine halbe Dosis und sp\u00e4ter eine ganze verabreicht werden soll, wird sich im Laufe der Zulassung zeigen.<\/p>\n<p>Auch wenn der Impfstoff von AstraZeneca in den bisher ver\u00f6ffentlichten Studienergebnisse eine niedrigere Wirksamkeit hatte, ist er noch immer <strong>effektiver als viele erhofft hatten<\/strong>. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt angesichts der Pandemie, auch einen Impfstoff mit einer Wirksamkeit von 50 Prozent zuzulassen.<\/p>\n<p>Wie schnell der Impfstoff die L\u00fccke bei der Versorgung schlie\u00dfen k\u00f6nnte, ist jedoch fraglich. AstraZeneca hatte zuletzt Lieferschwierigkeiten angemeldet, weil es technische Probleme in einem belgischen Werk gebe \u2013 sehr zum \u00c4rger der EU-Kommission. Denn die hat nach eigener Aussage schon Hunderte Millionen Euro gezahlt, damit die Produktion vor der Zulassung anlaufen kann. Die EU hat nun sogar Inspekteure in das Werk geschickt, um die Aussagen zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Der Brexit macht den Streit noch brisanter. Denn die Lieferungen nach Gro\u00dfbritannien sollen wohl wie geplant weiterlaufen. Die EU fordert deshalb, auch in Gro\u00dfbritannien produzierte Impfstoffe m\u00fcssten EU-L\u00e4ndern zur Verf\u00fcgung gestellt werden.<\/p>\n<h3>Impfstoff Johnson &amp; Johnson (Ad26.COV2.S)<\/h3>\n<p>\u00c4hnlich wie der Impfstoff von AstraZeneca hat auch das Produkt von Pharmakonzern Johnson &amp; Johnson den Vorteil, dass er <strong>nicht so k\u00fchl gelagert werden muss<\/strong>. Und er hat noch ein weiteres Plus: Nach aktuellem Stand <strong>reicht eine Dosis aus<\/strong>, um den vollen Impfschutz zu bekommen. Termine f\u00fcr Zweitimpfungen fielen dann weg.<\/p>\n<p>Um sicherzugehen wird der Impfstoff in zwei gro\u00dfen Studien mit jeweils Zehntausenden Teilnehmern getestet. In der einen Studie wird eine Dosis verabreicht, in der anderen zwei. Dann wird sich zeigen, ob eine Dosis einen vergleichbaren Schutz bietet. Die Untersuchungen laufen in mehreren L\u00e4ndern, auch in Deutschland.<\/p>\n<p>Wie der Impfstoff von AstraZeneca nutzt Johnson &amp; Johnson ein ungef\u00e4hrliches Virus, um Teile des Coronavirus-Bauplans in den K\u00f6rper zu schleusen. Diese bereiten das Immunsystem auf den echten Erreger vor. Johnson &amp; Johnson nutzt dieses System auch bei seinem Ebola-Impfstoff. Deutschland hat 37,25 Millionen Dosen bestellt. L\u00e4uft alles wie geplant, k\u00f6nnten allein damit fast die H\u00e4lfte der Menschen in Deutschland geimpft werden.<\/p>\n<p><strong>Noch ist allerdings nicht klar, wie gut die Impfung vor einer Covid-19-Erkrankung sch\u00fctzt<\/strong>. Erste Ergebnisse aus den gro\u00df angelegten Studie der Phase III werden kommende Woche erwartet. Die Zulassung k\u00f6nnte dann zeitnah, m\u00f6glicherweise innerhalb einiger Wochen, folgen. Die Ergebnisse werden von der Ema bereits laufend begutachtet.<\/p>\n<p>Das Bundesgesundheitsministerium rechnete Anfang Januar damit, dass der Impfstoff ab dem zweiten Quartal verf\u00fcgbar sein wird. Bis Anfang Juli wird dann mit zehn Millionen Impfdosen gerechnet. Wenn tats\u00e4chlich eine Impfdosis ausreichen wird, k\u00f6nnten damit zehn Millionen Menschen immunisiert werden. In den darauffolgenden drei Monaten sollen sogar 23 Millionen weitere Dosen geliefert werden.<\/p>\n<h3>Impfstoff CureVac (CVnCoV)<\/h3>\n<p>Der Impfstoff von CureVac ist <strong>der zweite mRNA-Impfstoff, der in Deutschland entwickelt<\/strong> wurde. Die Zentrale des Unternehmens ist in T\u00fcbingen. CureVac hat j\u00fcngst einen Kooperationsvertrag mit Pharmariese Bayer f\u00fcr den Impfstoff geschlossen.<\/p>\n<p>Wie das Produkt von Biontech enth\u00e4lt der Impfstoff die Bauanleitung f\u00fcr ein Eiwei\u00df des Coronavirus, mit dem der Erreger in K\u00f6rperzellen eindringt und sie so infiziert. Allein kann dieses Eiwei\u00df keinen Schaden anrichten. Der K\u00f6rper erkennt es jedoch als Eindringling und bringt Abwehrkr\u00e4fte in Stellung. Diese k\u00f6nnen auch das echte Virus aufhalten.<\/p>\n<p>Die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna haben sich in den f\u00fcr die Zulassung entscheidenden Studien als sehr wirksam erwiesen. Es gibt deshalb begr\u00fcndete Hoffnung, dass das auch bei dem Mittel von CureVac der Fall sein wird. Sicherheit wird es aber erst geben, wenn die Ergebnisse der gro\u00df angelegten Studie vorliegen, an der 35.000 Menschen in Europa und Lateinamerika teilnehmen.<\/p>\n<p>Auch dieser Impfstoff wird in zwei Dosen im Abstand von 28 Tagen verabreicht. Die <strong>Studie hat jedoch gerade erst begonnen<\/strong>. Damit hinkt das T\u00fcbinger Unternehmen den Mitbewerbern Biontech und Moderna mehr als ein halbes Jahr hinterher, die bereits im Juli die Studien der Phase III gestartet hatten. CureVac rechnet dennoch bereits im ersten Quartal, also bis sp\u00e4testens Ende M\u00e4rz, mit Ergebnissen.<\/p>\n<p>Laut Plan des Gesundheitsministeriums k\u00f6nnten die ersten vier Millionen Dosen noch im ersten Quartal geliefert werden. Aktuell hat sich Deutschland <strong>bis zu 73 Millionen Dosen gesichert<\/strong>. Allerdings wird mit der<strong> Zulassung erst im Sommer gerechnet<\/strong>. Wenn der Impfstoff genauso effektiv ist wie die anderen mRNA-Vakzine, h\u00e4tte er zus\u00e4tzlich einen erheblichen Vorteil. Anders als bei Biontech muss der Impfstoff von CureVac laut Hersteller <strong>nicht so k\u00fchl gelagert werden<\/strong>. Demnach h\u00e4lt er sich auch bei 5 Grad \u00fcber drei Monate hinweg.<\/p>\n<h3>Impfstoffe von Sanofi<\/h3>\n<p>Auch der franz\u00f6sische Pharmakonzern Sanofi gilt als <strong>m\u00f6gliche gro\u00dfe Hoffnung bei der Impfstoffentwicklung<\/strong> gegen Covid-19. Der Konzern entwickelt gleich zwei Impfstoffe: Einer basiert ebenfalls auf der mRNA-Technologie. Allerdings wird er bisher noch nicht an Menschen getestet.<\/p>\n<p>Ein weiterer Impfstoff basiert auf viralen Proteinen und funktioniert \u00e4hnlich wie der Grippe-Impfstoff Flublok. In Studien erwies er sich jedoch<strong> bei \u00c4lteren als nicht so effektiv wie erhofft<\/strong>, deshalb soll er nun angepasst werden. Falls das gelingt, k\u00f6nnte der Impfstoff <strong>fr\u00fchestens Ende 2021 <\/strong>zugelassen werden. F\u00fcr diesen Fall w\u00e4ren voraussichtlich schnell gro\u00dfe Mengen verf\u00fcgbar. Wegen der Verz\u00f6gerung sind bei Sanofi nun Produktionskapazit\u00e4ten frei. Der Konzern will deshalb 125 Millionen Dosen des Biontech-Impfstoffs produzieren.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Welcher Impfstoff wird in diesen Fl\u00e4schchen landen? 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