{"id":5431,"date":"2021-01-25T18:48:15","date_gmt":"2021-01-25T15:48:15","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-merck-scheitert-mit-impfstoff\/"},"modified":"2021-01-25T18:48:15","modified_gmt":"2021-01-25T15:48:15","slug":"coronavirus-merck-scheitert-mit-impfstoff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-merck-scheitert-mit-impfstoff\/","title":{"rendered":"Coronavirus: Merck scheitert mit Impfstoff"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/8384bd8a-0001-0004-0000-000001318353_w948_r1.77_fpx67.03_fpy50.jpg\" title=\"Merck-Logo\" alt=\"Merck-Logo\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Merck-Logo<\/p>\n<p>  Foto:\u2002BRENDAN MCDERMID\/ REUTERS  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Der US-Pharmakonzern Merck, der au\u00dferhalb Nordamerikas unter dem Namen Merck Sharp &amp; Dohme firmiert, und das franz\u00f6sische Pasteur-Institut stoppen \u00fcberraschend ihr Projekt f\u00fcr die Entwicklung eines gemeinsamen Corona-Impfstoffs. Erste Tests h\u00e4tten bei zwei Impfstoffkandidaten eine zu geringe Wirksamkeit ergeben, teilt das Unternehmen mit.<\/p>\n<p>Das Mittel sollte auf der Basis eines Impfstoffs gegen Masern entwickelt werden. Die Immunantworten bei dem gemeinsamen Impfstoff-Projekt waren laut dem Pasteur-Institut \u00bbschw\u00e4cher als die bei nat\u00fcrlich genesenen Corona-Patienten und bei bereits zugelassenen Impfstoffen\u00ab.<\/p>\n<p>Das Pasteur-Institut will sich nun nach eigenen Angaben auf andere Mittel gegen das Coronavirus konzentrieren, die aber noch in der Anfangsphase sind. Das Pharmalabor von Merck beendet nach eigenen Angaben noch ein weiteres Forschungsprojekt f\u00fcr einen Covid-19-Impfstoff, ebenfalls wegen zu geringer Wirksamkeit.<\/p>\n<p>Im Dezember hatte bereits der franz\u00f6sische Pharmakonzern Sanofi Probleme bei der Impfstoffforschung einger\u00e4umt. Das Mittel von Sanofi soll nun fr\u00fchestens Ende 2021 bereitstehen.<\/p>\n<p>Die R\u00fcckschl\u00e4ge bei der Impfstoffentwicklung verdeutlichen, wie schwierig die Produktion einer neuen Vakzine ist \u2013 und dass die Erfolge bei den ersten zwei zugelassenen Impfstoffen von Moderna sowie Pfizer und Biontech keine Selbstl\u00e4ufer sind.<\/p>\n<p>Merck war erst sp\u00e4t in die Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen eingestiegen, als andere Unternehmen schon angek\u00fcndigt hatten, an deren Erforschung zu arbeiten.<\/p>\n<p>Roger Perlmutter, mittlerweile abgel\u00f6ster Chef des Forschungsarms des Pharmariesen, wollte im Mai 2020 dem Eindruck entgegenhalten, dass Merck das Rennen um einen Impfstoff verschlafen habe und sprach nebul\u00f6s davon, dass man viel Erfahrung und viele F\u00e4higkeiten im Konzern habe. Auch spiele f\u00fcr ihn keine Rolle, der Erste zu sein. \u00bbDie meisten Impfstoffprojekte scheitern \u2013 es ist sehr schwierig, einen Impfstoff herzustellen\u00ab, res\u00fcmierte Perlmutter damals. <\/p>\n<p>Merck arbeitete an einer Plattform f\u00fcr einen Vektorimpfstoff \u2013 eigentlich ein bew\u00e4hrtes Vorgehen. Dabei werden Viren verwendet, die sich vermehren k\u00f6nnen, sobald sie im K\u00f6rper des Impflings sind und eine lang anhaltende Wirkung mit nur einer Dosis erreichen k\u00f6nnten \u2013 theoretisch.<\/p>\n<p>Laut Pressemitteilung von Merck waren Ergebnisse der ersten Pr\u00fcfungsphase f\u00fcr dieses Verfahren jedoch entt\u00e4uschend. Beide Impfstoffe produzieren nur geringe Mengen an Antik\u00f6rpern gegen Sars-CoV-2, weniger sogar als im Blut bei jenen Patienten zu finden ist, die eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus \u00fcberstanden haben. <\/p>\n<p>Auch ein zweites Verfahren wurde verfolgt: Das dabei verwendete Virus ist das gleiche, welches in Mercks erfolgreichem Impfstoff gegen Ebola eingesetzt wurde. Der Ansatz wurde in Zusammenarbeit mit einer Non-Profit-Organisation entwickelt, die urspr\u00fcnglich gegr\u00fcndet worden war, um HIV-Impfstoffe zu entwickeln. Inzwischen hat die Organisation ihr Portfolio um Impfstoffe f\u00fcr eine Vielzahl anderer Krankheiten erweitert.<\/p>\n<p>Bei diesem zweiten Verfahren k\u00f6nnte immerhin noch gepr\u00fcft werden, ob eine andere Verabreichungsart die Wirksamkeit dieses Impfstoffs verbessern w\u00fcrde \u2013 der Weg durch die Nase oder den Mund k\u00f6nnte etwa wirksamer sein als eine Injektion in den Muskel. <\/p>\n<p>Der R\u00fcckschlag wirft Merck dennoch um Monate zur\u00fcck. Mancher in der Branche geht sogar davon aus, dass Merck das Rennen um einen Covid-19-Impfstoff ganz aufgibt. <\/p>\n<p>Dabei z\u00e4hlt Merck zu einer wirklichen Gr\u00f6\u00dfe in der Entwicklung von Impfstoffen. In den letzten 25 Jahren gab es nur sieben neue Impfstoffe gegen bisher nicht verhinderbare menschliche Krankheitserreger. Vier davon wurden von Merck entwickelt. Was diesmal genau schiefgegangen ist, wird die Fachwelt bald erfahren. Merck plant, die Ergebnisse seiner sogenannten Phase-1-Studien zu ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p>Merck hat mit dem gleichnamigen deutschen DAX-Pharmaunternehmen aus Darmstadt wirtschaftlich nichts zu tun. Zwar haben beide Firmen ihre Wurzeln in Deutschland; 1917 kam es jedoch zur Trennung. Die US-amerikanische Firma Merck aus Kenilworth in der N\u00e4he von New York City hei\u00dft in den USA und Kanada Merck, in den \u00fcbrigen L\u00e4ndern der Erde tritt sie formal unter dem Namen Merck Sharp &amp; Dohme Corp., kurz MSD, auf.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Merck-Logo Foto:\u2002BRENDAN MCDERMID\/ REUTERS Der US-Pharmakonzern Merck, der au\u00dferhalb Nordamerikas unter dem Namen Merck Sharp &amp; Dohme firmiert, und das franz\u00f6sische Pasteur-Institut stoppen \u00fcberraschend ihr Projekt f\u00fcr die<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5432,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-5431","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5431","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5431"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5431\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5432"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5431"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5431"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5431"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}