{"id":5409,"date":"2021-01-24T20:02:04","date_gmt":"2021-01-24T17:02:04","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/us-kapitol-website-veroffentlicht-portrats-von-6000-angeblichen-kapitol-sturmern\/"},"modified":"2021-01-24T20:02:04","modified_gmt":"2021-01-24T17:02:04","slug":"us-kapitol-website-veroffentlicht-portrats-von-6000-angeblichen-kapitol-sturmern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/us-kapitol-website-veroffentlicht-portrats-von-6000-angeblichen-kapitol-sturmern\/","title":{"rendered":"US-Kapitol: Website ver\u00f6ffentlicht Portr\u00e4ts von 6000 angeblichen Kapitol-St\u00fcrmern"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/d040f8b9-8329-4baa-898e-3eeeec347642_w948_r1.77_fpx87_fpy84_fd33.33.jpg\" title=\"Bestens dokumentiert: Mit Handykameras filmten die Randalierer sich und Gesinnungsfreunde\" alt=\"Bestens dokumentiert: Mit Handykameras filmten die Randalierer sich und Gesinnungsfreunde\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Bestens dokumentiert: Mit Handykameras filmten die Randalierer sich und Gesinnungsfreunde<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Ken Cedeno \/ imago images\/UPI Photo  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Seit Trump-Unterst\u00fctzer am 6. Januar in das US-Kapitol eingedrungen sind und dort randaliert haben, sucht das FBI nach Beteiligten. Schon nach einer Woche waren laut FBI-Direktor Christopher Wray in 200 F\u00e4llen Ermittlungen eingeleitet und 100 Personen verhaftet worden. Dem Aufruf, den Beh\u00f6rden Informationen \u00fcber die gewaltt\u00e4tigen Ausschreitungen bereitzustellen, sind offenbar Zigtausende gefolgt. Bisher sind beim FBI mehr als 140.000 Videos und Fotos mit Hinweisen eingegangen. Ein Student aus dem Gro\u00dfraum Washington D.C. geht nun noch einen Schritt weiter.<\/p>\n<p>Er hat die 827 Videos ausgewertet, die w\u00e4hrend der Ausschreitungen im Kapitol und im Umfeld aufgenommen und auf das von Rechten genutzte soziale Netzwerk Parler hochgeladen wurden. Das Ergebnis ist eine Website, auf der 6000 Portr\u00e4tfotos von all jenen Personen gezeigt werden, die auf irgendeine Weise in jenen Videos vorkommen.<\/p>\n<p>M\u00f6glich wurde das, weil Aktivisten nach eigenen Angaben den kompletten Datenbestand von Parler heruntergeladen hatten, bevor das Netzwerk offline ging. Amazon, auf dessen Servern das Netzwerk bis dahin lief, hatte die Zusammenarbeit beendet. Zudem war das System offenbar so schlecht gesichert, dass es f\u00fcr die Aktivisten kein Problem darstellte, sogar von den Usern gel\u00f6schte Parler-Beitr\u00e4ge zu sichern.<\/p>\n<h3>Gesichtserkennung f\u00fcr jedermann<\/h3>\n<p>Die einzelnen Gesichter habe er mithilfe frei verf\u00fcgbarer Gesichtserkennungssoftware und Open-Source-Algorithmen f\u00fcr maschinelles Lernen automatisiert aus dem Videomaterial extrahiert, erkl\u00e4rte der Mann dem US-Magazin \u00bbWired\u00ab. So wolle er es jeder und jedem erm\u00f6glichen nachzuschauen, ob unter den Abgebildeten wom\u00f6glich ihr oder ihm bekannte Personen sind. Ein Link zur Tippgeberseite des FBI steht ganz oben \u00fcber seiner Bilder\u00fcbersicht.<\/p>\n<p>Es sei \u00bbdurchaus m\u00f6glich, dass viele Leute, die auf dieser Website waren, jetzt im wirklichen Leben Konsequenzen f\u00fcr ihre Handlungen tragen m\u00fcssen\u00ab, sagte der Student, der seine Identit\u00e4t nicht preisgeben will, dem Magazin.<\/p>\n<p>Auf seinem Twiter-Account berichtet der anonyme Aktivist von Versuchen, die Website mit einer sogenannten \u00dcberlastungsattacke (DDoS) aus dem Netz zu werfen. Zudem h\u00e4tten Unbekannte versucht, seinen Account bei dem Anbieter, der die Website hostet, zu \u00fcbernehmen. Diese Versuche seien jedoch zum Scheitern verurteilt, schreibt er an die Angreifer gerichtet, denn die \u00bbZweifaktor-Authentifizierung ist aktiviert\u00ab und \u00bbviel Gl\u00fcck, ihr werdet es brauchen\u00ab.<\/p>\n<h3>Was die Software nicht schafft, sollen die Nutzer erledigen<\/h3>\n<p>Ebenso leichtfertig wie mit den Angriffen auf seine Website geht der anonyme Aktivist auch mit den Pers\u00f6nlichkeitsrechten der gezeigten Menschen um. Die Vorsortierung der Bilder und das Ausfiltern von Dubletten hat er der Software \u00fcberlassen. Eine Sichtung, inwiefern sich die gezeigten Personen tats\u00e4chlich an den gewaltt\u00e4tigen Protesten beteiligt haben, erfolgte offensichtlich nicht.<\/p>\n<p>Diese Aufgabe sollen nun die Nutzer der Seite \u00fcbernehmen. So wie er sich bei der Suche nach Informationen \u00fcber die Kapitol-St\u00fcrmer auf Hinweise von au\u00dfen verl\u00e4sst, \u00fcberl\u00e4sst er anderen auch das Aussortieren Unbeteiligter. Mehrfach bedankt er sich via Twitter f\u00fcr Hinweise auf Bilder von Personen, die sich nicht an den Ausschreitungen beteiligt haben, und verspricht, diese aus der Bilderflut zu entfernen.<\/p>\n<p>Evan Greer von der B\u00fcrgerrechtsorganisation Fight for the Future warnt gegen\u00fcber \u00bbWired\u00ab vor dieser Vorgehensweise und vor den Gefahren, die der Einsatz von Gesichtserkennungstechnologien nach Ansicht seiner Organisation generell birgt: \u00bbUnabh\u00e4ngig davon, ob sie von einer Einzelperson oder von der Regierung eingesetzt wird, hat diese Technologie tiefgreifende Auswirkungen auf die Menschenrechte und die Meinungsfreiheit.\u00ab<\/p>\n<p>Der Entwickler des Projekts stellt dem entgegen, dass er m\u00f6glichem Missbrauch seines Datenkonvoluts entgegenwirke, indem er weder eine Suchfunktion bereitstellt, noch die M\u00f6glichkeit gebe, die gezeigten Fotos automatisiert mit Bildern aus anderen Quellen abzugleichen. Aller Kritik zum Trotz hofft er, dass seine Bem\u00fchungen \u00bbgreifbare Ergebnisse\u00ab bringen, also Hinweise auf weitere Mitt\u00e4ter an das FBI.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Bestens dokumentiert: Mit Handykameras filmten die Randalierer sich und Gesinnungsfreunde Foto:\u2002Ken Cedeno \/ imago images\/UPI Photo Seit Trump-Unterst\u00fctzer am 6. 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