{"id":5351,"date":"2021-01-22T03:11:16","date_gmt":"2021-01-22T00:11:16","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-impfungen-weltweit-so-laufen-die-impfkampagnen-in-anderen-landern\/"},"modified":"2021-01-22T03:11:16","modified_gmt":"2021-01-22T00:11:16","slug":"corona-impfungen-weltweit-so-laufen-die-impfkampagnen-in-anderen-landern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-impfungen-weltweit-so-laufen-die-impfkampagnen-in-anderen-landern\/","title":{"rendered":"Corona-Impfungen weltweit: So laufen die Impfkampagnen in anderen L\u00e4ndern"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/8b2d10d8-d3ae-488d-938a-83b5f3e600c5_w948_r1.77_fpx59_fpy44.jpg\" title=\"In Indien starteten die Impfungen am 16. Januar. Diese Frau bekam als Erste ihren Shot im Rajawadi-Krankenhaus in Mumbai\" alt=\"In Indien starteten die Impfungen am 16. Januar. Diese Frau bekam als Erste ihren Shot im Rajawadi-Krankenhaus in Mumbai\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">In Indien starteten die Impfungen am 16. Januar. Diese Frau bekam als Erste ihren Shot im Rajawadi-Krankenhaus in Mumbai<\/p>\n<p>  Foto:\u2002<\/p>\n<p>Satish Bate \/ Hindustan Times \/ Getty Images<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wann ein Land die Coronakrise in den Griff bekommt, wann das Sterben gestoppt werden, das Leben zur\u00fcckkehren kann, h\u00e4ngt vor allem davon ab, wann es seine Bev\u00f6lkerung gegen Covid-19 impfen kann.<\/p>\n<p>Doch die weltweite Verteilung der Impfstoffe l\u00e4uft extrem ungleich ab. Wo eine Lieferung landet, entscheidet sich oft danach, wer am meisten bezahlt, und nicht danach, wer die Impfstoffe am dringendsten ben\u00f6tigt. So ist l\u00e4ngst die Rede von \u00bbimpfnationalistischem Handeln\u00ab.<\/p>\n<p>Es waren dann auch deutliche Worte, mit denen der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO die aktuelle Lage beschrieb: \u00bbDie Welt steht am Rande eines katastrophalen moralischen Versagens\u00ab, sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus. \u00bbDer Preis f\u00fcr dieses Versagen wird mit Leben und Lebensgrundlagen in den \u00e4rmsten L\u00e4ndern der Welt bezahlt werden.\u00ab<\/p>\n<p>W\u00e4hrend in mindestens 49 reicheren L\u00e4ndern derzeit schon mehr als 39 Millionen Impfdosen verabreicht worden seien, habe es in einem einzigen der \u00e4rmsten L\u00e4nder erst 25 Impfungen gegen Covid-19 gegeben. \u00bbNicht 25 Millionen, nicht 25.000; nur 25 Impfungen\u00ab, betonte Tedros. Es sei nicht fair, dass viele Staaten sich vordr\u00e4ngelten und die Initiative \u00bbCovax\u00ab umgingen, die ja gegr\u00fcndet worden war, damit auch arme Staaten Impfstoff erhalten.<\/p>\n<p>Wo und wann kommen die Impfdosen in der Welt an \u2013 kommen sie \u00fcberhaupt an? Und wie geht es dann weiter? Ein \u00dcberblick aus Asien, Afrika und Lateinamerika.<\/p>\n<h3>Afrika<\/h3>\n<p>Der Kontinent ist bislang ein gro\u00dfer wei\u00dfer Fleck auf der Impflandkarte: Einzig der kleine Inselstaat Seychellen hat mit dem Impfen des medizinischen Personals begonnen, in Guinea wurden einige hochrangige Politiker mit der russischen Impfung versorgt. Die meisten L\u00e4nder haben bisher jedoch nichts von den Impfstoffen abbekommen. Viele Staaten haben Impfkampagnen angek\u00fcndigt, doch es gibt mehr Fragen als Antworten.\u00bbAlle angek\u00fcndigten Impfdosen sind bisher nur Reservierungen und existieren noch nicht. Es ist v\u00f6llig ungewiss, wann es auf dem Kontinent fl\u00e4chendeckend losgeht\u00ab, sagt der kenianische Gesundheitsexperte Githinji Gitahi<em>.<\/em> <\/p>\n<p>Einem der reichsten L\u00e4nder des Kontinents, <strong>S\u00fcdafrika<\/strong>, wird sein vergleichsweiser Wohlstand zum Verh\u00e4ngnis: Es muss in die \u00bbCovax\u00ab-Initiative einzahlen, statt wie seine \u00e4rmeren Nachbarn die Impfdosen kostenlos zu erhalten. Das Land mit knapp 60 Millionen Einwohnern sicherte sich nach eigenen Angaben 12 Millionen Dosen \u00fcber \u00bbCovax\u00ab. Weitere 12 Millionen sollen \u00fcber eine Gemeinschaftsbestellung der Afrikanischen Union eintreffen. Wann die ersten Lieferungen kommen, steht nicht fest. S\u00fcdafrika hat aber bereits angek\u00fcndigt, dass trotz der aktuellen Wirtschaftskrise die Steuern erh\u00f6ht werden k\u00f6nnten, um die Impfstoffe zu finanzieren.<\/p>\n<p>In <strong>Kenia<\/strong> sindfast 40 Prozent der Bev\u00f6lkerung unter 15 Jahre alt \u2013 f\u00fcr sie gibt es bislang keinen zugelassenen Impfstoff. Eine Herdenimmunit\u00e4t wird also ohnehin erst erreicht, wenn auch Kinder geimpft werden k\u00f6nnen. Trotzdem hat Kenia einen ambitionierten Plan und erwartet noch im Februar erste Lieferungen. Es setzt vor allem auf den AstraZeneca-Impfstoff, der keine Tiefk\u00fchlung erfordert. Insgesamt 47 Millionen Impfdosen verschiedener Hersteller seien bislang zugesagt, verk\u00fcndete das kenianische Gesundheitsministerium. Hei\u00dft: Selbst, wenn alle Dosen geliefert werden, reicht das nicht einmal f\u00fcr die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p><strong>Tansania<\/strong> geht einen ganz eigenen Weg und hat bislang zumindest offiziell keinerlei Ambitionen gezeigt, eine Impfkampagne zu starten. Stattdessen teste man Heilkr\u00e4uter, teilte die tansanische Regierung im Dezember mit. Denn seit dem Fr\u00fchjahr ist das Land offiziell Covid-frei \u2013 auch wenn dieser Behauptung nur wenige wirklich glauben. <\/p>\n<p>Wie mehrere nordafrikanische L\u00e4nder setzt <strong>\u00c4gypten<\/strong> derzeit vor allem auf den chinesischen Impfstoff Sinopharm. Die ersten 50.000 Dosen sind laut Medienberichten bereits im Land, weitere k\u00f6nnten bald folgen. Die Einwohner sollen sich online f\u00fcr die bevorstehenden Impfungen registrieren, die Impfkampagne laut Regierung am 1. Februar beginnen. So k\u00f6nnte \u00c4gypten zu einem der ersten L\u00e4nder Afrikas werden, die zumindest einen Teil der Bev\u00f6lkerung impfen.<\/p>\n<h3>Lateinamerika<\/h3>\n<p>Lateinamerika gilt als der Kontinent mit der gr\u00f6\u00dften Ungleichheit \u2013 und wird seinem Ruf auch bei den Corona-Impfungen gerecht. W\u00e4hrend die m\u00e4chtigeren Staaten der Region wie Chile oder Mexiko schnell durch bilaterale Abkommen mit Pharmaunternehmen Millionen an Dosen bestellten und bereits seit Wochen impfen, sind die \u00e4rmsten Staaten wie Bolivien, Nicaragua, Guatemala und Honduras abh\u00e4ngig vom supranationalen Verteilungsmechanismus \u00bbCovax\u00ab \u2013 und m\u00fcssen warten.<\/p>\n<p>Ein spezieller Fall ist das im regionalen Vergleich wirtschaftsstarke <strong>Brasilien<\/strong><strong>. <\/strong>Dort haben die Impfungen am 18. Januar begonnen. Das Land ist besonders stark von der Pandemie betroffen, mehr als 210.000 Menschen sind laut offiziellen Angaben bereits an einer Covid-Erkrankung gestorben. <\/p>\n<p>Probleme bei der Impfkampagne liegen vor allem an politischen Machtk\u00e4mpfen und Inkompetenz. Brasiliens Pr\u00e4sident Jair Bolsonaro, der gegen das Impfen wettert und behauptet, man k\u00f6nne sich dadurch in ein Krokodil verwandeln, soll es im Sommer abgelehnt haben, den Impfstoff von Pfizer\/Biontech zu bestellen und setzte stattdessen auf den in Indien produzierten Impfstoff von AstraZeneca. Als der Deal zum Export der Impfung aus Indien Mitte Januar pl\u00f6tzlich platzte, wurden die Rufe nach seinem Abtritt lauter.<\/p>\n<p>Nun wird erst mal weniger geimpft als geplant, und zwar mit dem chinesischen Impfstoff Coronavac, der im Staat S\u00e3o Paulo in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut Butantan hergestellt wird. Zudem l\u00e4sterte Bolsonaro \u00fcber dieses Produkt \u2013 vor allem deshalb, weil am Produktionsstandort sein politischer Konkurrent, Gouverneur Jo\u00e3o Doria, regiert. <\/p>\n<p><strong>Argentinien<\/strong> ist von der Pandemie ebenfalls sehr schwer getroffen. Zudem schlitterte das Land durch einen besonders harten Lockdown in eine schwere Wirtschaftskrise. Inzwischen leben mehr als 40 Prozent der Argentinier unterhalb der Armutsgrenze. <\/p>\n<p>Als \u00bbTestlabor\u00ab f\u00fcr den russischen Impfstoff Sputnik V bezeichnete das \u00bbWall Street Journal\u00ab das Land. Tats\u00e4chlich ist Sputnik V \u2013 der Impfstoff ist von der WHO bisher nicht autorisiert \u2013 in Argentinien seit dem 29. Dezember 2020 im Einsatz, bis Ende Februar sollen 10 Millionen der rund 45 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner geimpft sein.<\/p>\n<p>Mexiko hat wenig unternommen, um die Pandemie etwa durch Einschr\u00e4nkungen der Kontakte oder der Bewegungsfreiheit der Bev\u00f6lkerung einzud\u00e4mmen. Auch hier ist die Impfung die letzte M\u00f6glichkeit, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen. Mit bis zu 20.000 Ansteckungen pro Tag befindet sich das Land in einer der schwierigsten Phasen der Pandemie. Mexikos Regierung hat es zwar nicht vers\u00e4umt, rechtzeitig bei Biontech\/Pfizer (34,4 Millionen Dosen) und AstraZeneca (77,4 Millionen Dosen) zu bestellen.<\/p>\n<p>Doch vorerst gibt es wohl nicht mehr genug Lieferungen von Biontech\/Pfizer, unter anderem weil die Vereinten Nationen darauf dr\u00e4ngen, zeitnah auch wirtschaftlich schw\u00e4chere Staaten zu versorgen. Nun ist man in Mexiko besorgt, dass die zweiten Dosen, die die Pfizer-Impfung erst richtig wirksam machen, nicht rechtzeitig verabreicht werden k\u00f6nnen. Das Land wendet sich \u2013 wie viele lateinamerikanische Staaten \u2013 inzwischen China und Russland zu, um schneller an mehr Impfdosen zu kommen, die Regierung setzt somit auf Sputnik V und Coronavac.<\/p>\n<h3>Asien<\/h3>\n<p>In Asien sind es die L\u00e4nder mit den leistungsf\u00e4higen Impfstoffproduktionsst\u00e4tten, die bereits gro\u00df angelegte Impfkampagnen gestartet haben: China und Indien. Die meisten L\u00e4nder der Region m\u00fcssen sich in Geduld \u00fcben. Kambodscha etwa, Laos, Myanmar, Thailand oder Vietnam. Das gilt auch f\u00fcr den Industriestaat Japan. Dort wurde der Corona-Notstand bis in den Februar verl\u00e4ngert, Impfstoffzulassungen liefen schleppend an. Erste Impfungen k\u00f6nnte es Ende Februar geben.<\/p>\n<p>China hatte \u2013 \u00fcber Notzulassungen \u2013 schon im Sommer 2020 mit dem Impfen ausgew\u00e4hlter Personen angefangen. Ende 2020 dann wurde offiziell gr\u00fcnes Licht f\u00fcr den Impfstoff des Unternehmens Sinopharm gegeben und die Kampagne gestartet. Wer in China wann an der Reihe ist, richtet sich danach, zu welcher der drei Gruppen man geh\u00f6rt: Zuerst jene, die einem besonders hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, dann Alte und Menschen mit Vorerkrankungen, dann die restliche Bev\u00f6lkerung. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua haben Anfang Januar allein in Peking eine Million Menschen die erste Impfung erhalten.<\/p>\n<p>Indien ist hinter den USA das Land mit den meisten Coronaf\u00e4llen weltweit. Mitte Januar begannen dort die Impfungen, sie sind kostenlos; die Regierung will bis zum Sommer 300 Millionen Menschen geimpft haben. Eine logistische Megaaufgabe f\u00fcr das 1,4-Milliarden-Einwohner-Land. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Serum Institute of India (SII), der gr\u00f6\u00dfte Impfstoffhersteller der Welt. Die Firma aus der Stadt Pune produziert den vom internationalen Pharmakonzern AstraZeneca und der Universit\u00e4t Oxford entwickelten Covid-19-Impfstoff. Am Donnerstag brach in der Fabrik ein Brand aus \u2013 dem indischen Fernsehsender NDTV zufolge sei es aber unwahrscheinlich, dass das Feuer die Produktion des Corona-Impfstoffs beeintr\u00e4chtigt.<\/p>\n<p>Ein Teil des Impfstoffs ist f\u00fcr den Export in Entwicklungsl\u00e4nder bestimmt \u2013 nach S\u00fcdamerika, Asien und Afrika. Allerdings machte der CEO des Instituts klar, dass sich sein Unternehmen zun\u00e4chst auf die Produktion f\u00fcr Indien konzentrieren wird, bevor die Impfstoffe in andere L\u00e4nder geschickt werden.<\/p>\n<p>In<strong>Indonesien<\/strong>warPr\u00e4sident Joko Widodo der Erste, der sich Mitte Januar eine Impfung in den Oberarm dr\u00fccken lie\u00df. Es handelte sich um den chinesischen Impfstoff Coronavac \u2013 und um ein Zeichen an die Bev\u00f6lkerung, dass dieser Impfstoff sicher sei. Der viertbev\u00f6lkerungsreichste Staat der Welt ist einer der Ersten, in denen der chinesische Impfstoff au\u00dferhalb Chinas gro\u00dffl\u00e4chig zum Einsatz kommt.<\/p>\n<p>Interessant ist dabei Indonesiens Impfstrategie: Zuerst soll die arbeitende Bev\u00f6lkerung geimpft werden, 18- bis 59-J\u00e4hrige, erst sp\u00e4ter Risikogruppen und Alte. Das Land hofft, so die Wirtschaft wieder anzukurbeln, die in der Pandemie stark gelitten hat.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern In Indien starteten die Impfungen am 16. Januar. 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