{"id":5343,"date":"2021-01-21T18:49:35","date_gmt":"2021-01-21T15:49:35","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-in-deutschland-mehrheit-schrankt-sich-erstmals-wieder-so-stark-ein-wie-im-april\/"},"modified":"2021-01-21T18:49:35","modified_gmt":"2021-01-21T15:49:35","slug":"corona-in-deutschland-mehrheit-schrankt-sich-erstmals-wieder-so-stark-ein-wie-im-april","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-in-deutschland-mehrheit-schrankt-sich-erstmals-wieder-so-stark-ein-wie-im-april\/","title":{"rendered":"Corona in Deutschland: Mehrheit schr\u00e4nkt sich erstmals wieder so stark ein wie im April"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/cabcf650-82af-430a-8758-d7e1cb6b3c90_w948_r1.77_fpx49_fpy64.jpg\" title=\"Hoffnungsschimmer: Eine Regenbogenzeichnung in der Stuttgarter Innenstadt\" alt=\"Hoffnungsschimmer: Eine Regenbogenzeichnung in der Stuttgarter Innenstadt\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Hoffnungsschimmer: Eine Regenbogenzeichnung in der Stuttgarter Innenstadt<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Leif Piechowski \/ imago images\/Lichtgut  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Mehr Homeoffice, nur noch medizinische Masken, Schul- und Kitaschlie\u00dfungen jetzt \u00bbrestriktiver\u00ab: Am Dienstag haben sich Bund und L\u00e4nder auf eine Verl\u00e4ngerung und Versch\u00e4rfung des Shutdowns verst\u00e4ndigt. Kanzlerin Angela Merkel und die L\u00e4nderchefs hatten bis in die Abendstunden miteinander gerungen, wie scharf die neuen Ma\u00dfnahmen ausfallen sollen. \u00bbEs ist hart, was wir den Menschen noch einmal zumuten m\u00fcssen\u00ab, sagte Merkel nach Abschluss der Runde.<\/p>\n<p>Die deutliche Mehrheit der Bev\u00f6lkerung tr\u00e4gt die erneute Versch\u00e4rfung der Ma\u00dfnahmen im Kampf gegen Corona mit, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des SPIEGEL zeigt.<\/p>\n<p>Mehr noch: Die Selbstdisziplin der Deutschen hat offenbar wieder zugenommen. Die Zahl jener, die angeben, sich kaum noch mit anderen Menschen zu treffen und ihren Bewegungsradius deutlich einzuschr\u00e4nken, erreicht erstmals wieder den Stand von April 2020 \u2013 als sich das Land im ersten, erfolgreichen Shutdown befand.<\/p>\n<p>Das deckt sich auch mit neuesten Daten des Statistischen Bundesamtes: Demnach bleiben die Menschen in Deutschland mehr zu Hause und schr\u00e4nken w\u00e4hrend der Coronakrise im neuen Jahr ihren Bewegungsradius ein. Nur f\u00fcnf Prozent aller Reisen in den ersten beiden Januarwochen waren weiter als 30 Kilometer, wie aus einer Sonderauswertung der Beh\u00f6rde in Wiesbaden hervorgeht.<\/p>\n<p>In der ersten Januarwoche sank die Mobilit\u00e4t um knapp 20 Prozent im Vergleich zum Januar vergangenen Jahres. In der zweiten Woche fiel der R\u00fcckgang mit 14 Prozent etwas schw\u00e4cher aus. \u00bbBesonders stark war der Mobilit\u00e4tsr\u00fcckgang bei Reisen \u00fcber l\u00e4ngere Distanzen\u00ab, berichteten die Statistiker am Donnerstag. Reisen \u00fcber mehr als 30 Kilometer gingen in der ersten Woche um 37 und in der zweiten Woche um 34 Prozent zur\u00fcck \u2013 und zwar unabh\u00e4ngig vom Corona-Inzidenzwert des jeweiligen Kreises.<\/p>\n<p>Civey ermittelt f\u00fcr den SPIEGEL seit dem Fr\u00fchjahr, wie die Deutschen ihr eigenes Verhalten w\u00e4hrend der Pandemie einsch\u00e4tzen. Die Befragungen erfolgen seit Mitte April. Das aktuelle Verhalten der Bev\u00f6lkerung l\u00e4sst sich daher gut mit dem vom ersten Shutdown vergleichen.<\/p>\n<p>Mitte April 2020 gaben mehr als 88 Prozent der Befragten an, ihre sozialen Kontakte einzuschr\u00e4nken. Dieser Anteil sank nach der entspannteren Corona-Lage \u00fcber den Sommer im September auf den niedrigsten Wert: 63 Prozent.<\/p>\n<p>Erst Ende Oktober mit steigenden Infektionszahlen wurden die Menschen wieder vorsichtiger \u2013 doch erreichten sie damit noch lange nicht das Niveau des Fr\u00fchjahrs. Erst Ende Januar gaben wieder 87 Prozent der Befragten an, deutlich weniger Bekannte zu treffen.<\/p>\n<p>Erhoben wurde auch, wie h\u00e4ufig die Befragten direkten Kontakt zu Personen au\u00dferhalb ihres eigenen Haushalts hatten.<\/p>\n<p>Im April 2020 gab noch knapp ein Drittel an, seltenen oder gar keinen Kontakt zu anderen zu haben. Jede oder jeder F\u00fcnfte sagte, er oder sie treffe t\u00e4glich Menschen aus anderen Haushalten. Im Sommer nahmen die Kontakte deutlich zu. Erst ab Mitte Dezember \u00e4nderte sich das wieder \u2013 m\u00f6glicherweise eine deutliche Verz\u00f6gerung der Reaktion auf Appelle aus der Politik.<\/p>\n<p>Der Anteil derjenigen, die angaben, t\u00e4glich Kontakt zu Personen au\u00dferhalb des eigenen Haushalts zu haben, sank von 35 Prozent Ende Oktober auf aktuell 25 Prozent \u2013 und liegt damit nur geringf\u00fcgig h\u00f6her als im ersten Shutdown. Am niedrigsten war der Wert in der Weihnachtswoche: Nur 20 Prozent gaben da an, t\u00e4glich Personen aus anderen Haushalten zu sehen.<\/p>\n<p>Auch der Anteil der Befragten, die erkl\u00e4rten, mehrmals die Woche soziale Kontakte zu pflegen, liegt gegenw\u00e4rtig bei 25 Prozent. Im Fr\u00fchjahr waren es ebenfalls nur rund 22 Prozent. Nach den seit Anfang Januar geltenden Regeln m\u00fcssen private Treffen auf eine Person au\u00dferhalb des eigenen Hausstandes reduziert werden.<\/p>\n<p>Civey hat f\u00fcr den SPIEGEL auch erfragt, wie sehr jede und jeder einzelne seinen Bewegungsradius einschr\u00e4nkt. Nach den Corona-Beschl\u00fcssen k\u00f6nnen Landkreise und kreisfreie St\u00e4dte mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200 oder mehr den Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den eigenen Wohnort einschr\u00e4nken (was das f\u00fcr Sie bedeutet, sehen Sie hier).<\/p>\n<p>In Sachsen galt diese Regel schon seit Mitte Dezember \u2013 allein die bundesweite Debatte dar\u00fcber d\u00fcrfte mit Blick auf die Umfragen nun f\u00fcr eine deutliche Bewegungsreduzierung bei vielen gesorgt haben.<\/p>\n<p>So geben 70 Prozent an, sich weniger als 20 Kilometer vom eigenen Wohnort wegzubewegen; die H\u00e4lfte bewegt sich eigenen Angaben zufolge sogar nur innerhalb eines F\u00fcnf-Kilometer-Radius.<\/p>\n<p>Als die Umfrage im April 2020 gestartet wurde, hatten sich fast 43 Prozent nur maximal f\u00fcnf Kilometer vom Wohnort entfernt, weitere 33 Prozent waren den eigenen Angaben zufolge bis zu 20 Kilometer unterwegs.<\/p>\n<p>Im Sommer hatte demnach nur noch etwas mehr als ein Drittel seinen Bewegungsradius stark eingeschr\u00e4nkt. Noch Ende September gaben 42 Prozent an, sich mehr als 50 Kilometer weit wegzubewegen. Der Anstieg der Ausfl\u00fcglerinnen und Ausfl\u00fcgler d\u00fcrfte mit der Ferienzeit und den stark gesunkenen Infektionszahlen im Sommer zusammenh\u00e4ngen. Mittlerweile geben nur noch rund 14 Prozent an, sich mehr als 50 Kilometer vom Wohnort wegzubewegen \u2013 zuletzt war der Wert Anfang Mai 2020 derart niedrig.<\/p>\n<h3>Hohe Zustimmung zu aktuellen Corona-Beschl\u00fcssen<\/h3>\n<p>Die Antworten auf die Fragen zum Pandemieverhalten beziehen sich jeweils auf die Vorwoche. R\u00fcckschl\u00fcsse, ob der Trend beim Kontaktereduzieren anh\u00e4lt, gibt aber ein Blick auf die Zustimmungswerte zu den aktuellen Corona-Beschl\u00fcssen.<\/p>\n<p>Eine Mehrheit der Deutschen stimmt den neuen Regeln zu Homeoffice und Maskenpflicht zu. Den gr\u00f6\u00dften \u2013 aber dennoch insgesamt geringen \u2013 Widerstand gibt es bei den Schulschlie\u00dfungen.<\/p>\n<p>Dass Schulen und Kindertagesst\u00e4tten noch bis zum 14. Februar geschlossen bleiben sollen, bewerteten 30 Prozent der Befragten als falsch. Knapp 62 Prozent begr\u00fc\u00dften die Ma\u00dfnahme, 8 Prozent blieben unentschieden.<\/p>\n<p>Noch deutlicher fiel die Abstimmung mit Blick auf Betroffene aus: Demnach sprachen sich unter Personen mit Kindern im Haushalt rund 40 Prozent gegen die Schlie\u00dfungen aus. Allerdings befand auch hier eine Mehrheit von 55 Prozent die Ma\u00dfnahme als richtig.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Zustimmung herrscht beim Beschluss zur versch\u00e4rften Maskenpflicht: B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger m\u00fcssen k\u00fcnftig im \u00f6ffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen medizinische Masken aufsetzen (hier erfahren Sie mehr dazu). <\/p>\n<p>In Alten- und Pflegeheimen sind f\u00fcrs Personal die noch effektiveren FFP2-Masken verpflichtend. Den Beschluss tragen zwei Drittel der Deutschen mit, nur ein Viertel ist dagegen.<\/p>\n<p>Aufgeschl\u00fcsselt nach politischer Pr\u00e4ferenz stimmen die Anh\u00e4ngerinnen und Anh\u00e4nger der meisten Parteien ebenfalls zu. Jeweils mehr als 70 Prozent aus Union, SPD und Gr\u00fcnen bezeichneten die Ma\u00dfnahme insgesamt als richtig.<\/p>\n<p>Starke Ablehnung gab es hingegen bei FDP und AfD: So halten 67 Prozent der AfD-W\u00e4hlenden die Maskenpflicht f\u00fcr falsch, 46 Prozent sind es bei den FDP-Unterst\u00fctzerinnen und -Unterst\u00fctzern.<\/p>\n<p>Ein \u00e4hnliches Bild zeichnet auch die Befragung zur neuen Homeoffice-Verordnung.<\/p>\n<p>Gut die H\u00e4lfte der Anh\u00e4ngerinnen und Anh\u00e4nger der AfD bewertet das Recht auf Homeoffice als falsch. Bei den FDP-W\u00e4hlenden sind es noch 37 Prozent.<\/p>\n<p>Ganz anders bei Unterst\u00fctzerinnen und Unterst\u00fctzern von Union, Gr\u00fcnen, SPD und Linken: In diesen Gruppen sind je mehr als drei Viertel der Befragten f\u00fcr mehr Druck auf die Arbeitgeber.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Zustimmung mit knapp 90 Prozent gab es vonseiten der gr\u00fcnen W\u00e4hlerschaft. Unabh\u00e4ngig von Parteipr\u00e4ferenz stimmten insgesamt mehr als 70 Prozent der Homeoffice-Verordnung zu, nur 20 Prozent halten sie f\u00fcr falsch.<\/p>\n<p><em>Mit Material der dpa.<\/em><\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Hoffnungsschimmer: Eine Regenbogenzeichnung in der Stuttgarter Innenstadt Foto:\u2002Leif Piechowski \/ imago images\/Lichtgut Mehr Homeoffice, nur noch medizinische Masken, Schul- und Kitaschlie\u00dfungen jetzt \u00bbrestriktiver\u00ab: Am Dienstag haben sich Bund<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5344,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-5343","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5343","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5343"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5343\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5344"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5343"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5343"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5343"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}