{"id":5321,"date":"2021-01-20T12:46:06","date_gmt":"2021-01-20T09:46:06","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/benzinpreis-steigt-in-der-corona-krise-immer-weiter-der-teure-shutdown-sprit\/"},"modified":"2021-01-20T12:46:06","modified_gmt":"2021-01-20T09:46:06","slug":"benzinpreis-steigt-in-der-corona-krise-immer-weiter-der-teure-shutdown-sprit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/benzinpreis-steigt-in-der-corona-krise-immer-weiter-der-teure-shutdown-sprit\/","title":{"rendered":"Benzinpreis steigt in der Corona-Krise immer weiter: Der teure Shutdown-Sprit"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/85881418-669b-416c-b0c9-9d6f804b0e41_w948_r1.77_fpx46.6_fpy46.96.jpg\" title=\"Wie kann es sein, dass Benzin und Diesel pl\u00f6tzlich wieder so teuer sind?\" alt=\"Wie kann es sein, dass Benzin und Diesel pl\u00f6tzlich wieder so teuer sind?\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Wie kann es sein, dass Benzin und Diesel pl\u00f6tzlich wieder so teuer sind?<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Sven Hoppe \/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p>So manchem Pendler werden die versch\u00e4rften Homeoffice-Regeln gefallen. Erst recht bei diesen Spritpreisen! Wer dieser Tage eine Tankstelle ansteuert, muss seinen Kraftstoff so teuer bezahlen wie noch nie in dieser Pandemie. <\/p>\n<p>1,414 Euro kostete der Liter Super und 1,247 Euro der Liter Diesel am Montag im Bundesdurchschnitt, wie das Portal benzinpreis.de errechnet hat. Das sind die h\u00f6chsten Preise seit Ende Februar 2020. Damals, als das Virus sich breitmachte in Europa. Und zwei verheerende Crashs an den internationalen Roh\u00f6lm\u00e4rkten ausl\u00f6ste.<\/p>\n<p>Wie kann es sein, dass Benzin und Diesel pl\u00f6tzlich wieder so teuer sind, als g\u00e4be es keinen Zusammenbruch des weltweiten Flugverkehrs \u2013 und keine Shutdowns, die das \u00f6ffentliche Leben in Deutschland und anderswo lahmlegen? All das m\u00fcsste die Nachfrage doch eigentlich sinken lassen, und damit auch die Preise.<\/p>\n<p>Ein kleiner Teil des Preisanstiegs erkl\u00e4rt sich durch die neue CO\u2082-Abgabe. Sie hat den Benzinpreis zum Jahreswechsel um etwa sieben Cent und den Dieselpreis um acht Cent je Liter erh\u00f6ht. Im Gegenzug bekommen Fernpendler eine erh\u00f6hte Pendlerpauschale oder eine Mobilit\u00e4tspr\u00e4mie.<\/p>\n<p>Entscheidend aber laut sind laut ADAC die Ausschl\u00e4ge am Roh\u00f6lmarkt. \u00bbDie zeitweise extreme Entwicklung des Benzinpreises innerhalb der vergangenen zw\u00f6lf Monate\u00ab, sagt Stefan Gerwers, Leiter des Verkehrsressorts beim Automobilverein, \u00bbspiegelt den dramatischen Preisverfall am \u00d6lmarkt und die schrittweise Erholung wider\u00ab.<\/p>\n<h3>Der \u00d6lmarkt hat sich radikal gewandelt<\/h3>\n<p>Nie zuvor haben die internationalen Roh\u00f6lb\u00f6rsen solche Kapriolen erlebt wie vor neun Monaten. Am 20. April st\u00fcrzte der Preis f\u00fcr ein Fass (159 Liter) der US-Standardsorte WTI im New Yorker Handel bis auf minus 40 Dollar. Erstmals in der Geschichte dieses Marktes mussten Verk\u00e4ufer Geld daf\u00fcr bezahlen, dass ihnen jemand das Zeug abnahm. So \u00fcberfl\u00fcssig war der sonst so kostbare Stoff zu jener Zeit.<\/p>\n<p>Doch seither hat sich der \u00d6lmarkt gewandelt. Radikal. Das zeigen Daten der US-Energiebeh\u00f6rde EIA. Demnach war von Juni bis Dezember die weltweit Nachfrage in jedem einzelnen Monat h\u00f6her als das Angebot.<\/p>\n<p>Zum einen drosselten gro\u00dfe Produzenten ihre F\u00f6rderung: allen voran die OPEC-Staaten. Sie verringerten ihren t\u00e4glichen Aussto\u00df zeitweise um mehr als acht Millionen Fass pro Tag. Auch russische oder amerikanische \u00d6lunternehmen k\u00fcrzten ihr Angebot.<\/p>\n<p>Zum anderen verbrannte die Menschheit bald wieder mehr Erd\u00f6l. Der erste Nachfrageschub kam mit den Lockerungen nach der ersten Corona-Welle im Westen und dem Aufschwung in China. Im Nordhalbkugel-Herbst ging der Verbrauch dann noch weiter nach oben, trotz der zweiten Viruswelle.<\/p>\n<p>\u00bbDer Einbruch der Weltwirtschaft war stark, aber die Erholung war auch kr\u00e4ftig. Die \u00d6lnachfrage spiegelt das wider\u00ab, sagt Dora Borb\u00e9ly, Rohstoffstrategin der DekaBank. Die derzeitigen Lock- und Shutdowns seien f\u00fcr die Wirtschaft l\u00e4ngst nicht so folgenschwer wie die Ma\u00dfnahmen der ersten Welle.<\/p>\n<p>\u00bbIn so gut wie allen L\u00e4ndern wird die Industrie weitgehend von den Lockdowns ausgeklammert\u00ab, sagt Borb\u00e9ly. Die globalen Lieferketten seien diesmal weitgehend intakt geblieben. \u00bbDas h\u00e4lt die Konjunktur trotz der h\u00f6heren Infektionszahlen relativ hoch.\u00ab Und damit auch die globale Nachfrage nach Erd\u00f6lprodukten.<\/p>\n<p>Der Dienstleistungssektor wird zwar teils hart getroffen. Allerdings verbrauchen Restaurants, Hotels oder Handelsbetriebe generell relativ wenige Erd\u00f6lprodukte. Umso mehr Sprit ben\u00f6tigen daf\u00fcr in normalen Zeiten die Fluggesellschaften. Der Kollaps des internationalen Luftverkehrs hat deshalb auch betr\u00e4chtlichen Anteil daran, dass der weltweite \u00d6lverbrauch noch immer niedriger ist als vor der Pandemie.<\/p>\n<p>Zurzeit verbrennt die Menschheit laut EIA-Sch\u00e4tzungen pro Tag knapp 94 Millionen Fass (je 159 Liter). Das sind rund drei Millionen Fass weniger als im Januar 2020.<\/p>\n<p>Obwohl die globale Nachfrage in diesem Monat sinken d\u00fcrfte, ist der Roh\u00f6lpreis seit Jahresanfang noch mal sp\u00fcrbar gestiegen. Mehr als 56 US-Dollar kostete ein Fass der Nordsee-Standardsorte Brent in den vergangenen Tagen, so viel wie seit fast elf Monaten nicht mehr.<\/p>\n<p>Ma\u00dfgeblich verantwortlich hierf\u00fcr ist Saudi-Arabien. Der bei Weitem gr\u00f6\u00dfte \u00d6lproduzent der Opec hat seine F\u00f6rderung freiwillig um eine Million Fass gek\u00fcrzt, um das Angebot knapp und die Preise oben zu halten.<\/p>\n<p>\u00bbAber diese Strategie wird Saudi-Arabien nicht lange durchhalten\u00ab, sagt Expertin Borb\u00e9ly voraus. Viele Opec-Mitglieder brauchen Geld nach dem Horrorjahr 2020 mit teuren Lockdowns und schwachen Petro-Erl\u00f6sen. Gerade bei diesen Preisen ist die Verlockung gro\u00df, das Kartell zu brechen \u2013 und mehr auf den Markt zu werfen.<\/p>\n<p>Zudem ist die Gefahr nicht gebannt, dass die Weltwirtschaft und mit ihr der \u00d6lverbrauch abermals einbricht: etwa wenn sich Virusmutationen rapide ausbreiten oder die Impfkampagnen nicht so laufen wie erhofft.<\/p>\n<p>Borb\u00e9ly ist deswegen \u00fcberzeugt: \u00bbDie 50-Dollar-Marke wird nicht die n\u00e4chsten Monate halten.\u00ab Dann w\u00fcrde auch der Sprit an Deutschlands Zapfs\u00e4ulen wieder g\u00fcnstiger werden. Und sich besser einf\u00fcgen ins triste Pandemiebild.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Wie kann es sein, dass Benzin und Diesel pl\u00f6tzlich wieder so teuer sind? Foto:\u2002Sven Hoppe \/ dpa So manchem Pendler werden die versch\u00e4rften Homeoffice-Regeln gefallen. 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