{"id":5239,"date":"2021-01-16T15:21:02","date_gmt":"2021-01-16T12:21:02","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/armin-kohl\/"},"modified":"2021-01-16T15:21:02","modified_gmt":"2021-01-16T12:21:02","slug":"armin-kohl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/armin-kohl\/","title":{"rendered":"Armin Kohl"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/9bee94cc-eec4-4c18-a363-e0d27bfeff0d_w948_r1.77_fpx57.13_fpy49.99.jpg\" title=\"Armin Laschet\" alt=\"Armin Laschet\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Armin Laschet<\/p>\n<p>  Foto:\u2002ODD ANDERSEN \/ AFP  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Es gibt im Kampfsport, beim Ringen genauso wie im K\u00e4figkampf, den K\u00e4mpfertyp des \u00bbGrinders\u00ab. Der Begriff kommt vom englischen Verb &quot;to grind&quot;, was w\u00f6rtlich bedeutet: mahlen, zerreiben. Der Grinder f\u00e4llt nicht durch spektakul\u00e4re Aktionen auf, er zielt nicht auf den schnellen KO, sondern zerm\u00fcrbt seine Gegner langsam, kontinuierlich, mit gro\u00dfer Ausdauer. Man untersch\u00e4tzt ihn leicht, gerade deswegen ist er ein unangenehmer Gegner.<\/p>\n<p>Und so einer ist jetzt Vorsitzender der CDU.<\/p>\n<p>Armin Laschet hat sich im Rennen um den CDU-Vorsitz ein Jahr lang geweigert, so etwas wie Wahlkampf zu machen. Er hat sich in der Coronakrise Pannen, schwache Auftritte und Aussetzer geleistet, hat das Gerede ertragen, die Spekulationen, ob an seiner Stelle nicht besser Jens Spahn Vorsitzender werden sollte. Dann hat er am Samstag die Rede seines Lebens gehalten und gewonnen.<\/p>\n<h3>Kohl hat Probleme ausgesessen, Laschet sitzt Gegner aus<\/h3>\n<p>Laschet hat insgesamt nicht allzu viel mit Helmut Kohl gemein, eines aber schon: die Methode des Aussitzens. Kohl hat Probleme ausgesessen, Laschet sitzt Gegner aus. Er hat diese Methode im Lauf seiner Karriere perfektioniert, er ist damit in mehrere Parlamente eingezogen, Ministerpr\u00e4sident geworden, und jetzt steht er kurz vor dem Gipfel. Denn seit diesem Samstag ist klar: Er kann es damit auch ins Kanzleramt schaffen.<\/p>\n<p>\u00bbIch bin vielleicht nicht der Mann der perfekten Inszenierung, aber ich bin Armin Laschet\u00ab, so hat er es in seiner Rede gesagt. Das war ein kleiner Gru\u00df nach M\u00fcnchen, wo Markus S\u00f6der nun wei\u00df, mit wem er sich \u00fcber die Kanzlerkandidatur einigen muss. S\u00f6der ist politisches Tier genug, um zu wissen: Das wird hart.<\/p>\n<p>F\u00fcr S\u00f6der sprechen vor allem dessen Umfragewerte, er liegt da meilenweit vor Laschet, eigentlich m\u00fcsste die Sache klar sein. Ist sie aber nicht.<\/p>\n<h3>Will Laschet Kanzlerkandidat werden, muss er nur ruhig bleiben<\/h3>\n<p>Laschets Werte d\u00fcrften nach dieser Wahl und seinem starken Auftritt beim Parteitag nach oben gehen. Er wird dann mutma\u00dflich noch immer hinter S\u00f6der liegen, aber damit wird er genauso umgehen wie mit all dem Gel\u00e4chter, dem Spott des vergangenen Jahres. Er wird die Sache aussitzen. Genauso wie die Landtagswahlen im M\u00e4rz, aus denen die CDU mit zwei Niederlagen herauskommen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Wenn Armin Laschet wirklich Kanzlerkandidat werden will, muss er eigentlich nur noch ruhig bleiben. Er ist jetzt der Chef der deutlich gr\u00f6\u00dferen Partei, auch wenn es am Ende, in der Stichwahl, noch mal knapp wurde. Chef ist Chef \u2013 und selbst die SPD hat es im vergangenen Jahr hinbekommen, nach einem engen Wahlkampf um den Vorsitz zur Geschlossenheit zur\u00fcckzufinden. Der Machtmaschine CDU wird das erst recht gelingen.<\/p>\n<p>Inhaltlich w\u00e4re ein Laschet-Wahlkampf wohl beinah deckungsgleich mit einem S\u00f6der-Wahlkampf. Beide wollen nicht polarisieren, sondern die Merkel-W\u00e4hler der vergangenen Jahre bei der Stange halten, beide haben einen gr\u00fcnen Anstrich (und w\u00e4ren deshalb ein Problem f\u00fcr die Gr\u00fcnen). Es geht nur noch um die Person. Und selbst da gibt es mindestens einen Punk, der klar f\u00fcr Laschet spricht.<\/p>\n<h3>S\u00f6ders Vergangenheit ist Laschets Vorteil<\/h3>\n<p>S\u00f6der mag sein Image rasant gewechselt haben \u2013 doch sobald er nicht mehr nur Ministerpr\u00e4sident w\u00e4re, sondern Kanzlerkandidat, w\u00fcrden im Lauf des Wahlkampfs wieder all seine alten Auftritte und Ausspr\u00fcche aus dem Archiv geholt, die Zitate und Videoschnipsel aus jener Zeit, als er noch den Scharfmacher der CSU gab, als ihm keine Pointe zu plump und keine Tirade zu spalterisch war. Es w\u00fcrde sich dann rasch die Frage nach der Glaubw\u00fcrdigkeit des Kandidaten stellen, danach, ob unter dem Schafspelz wom\u00f6glich noch der alte Wolf schlummert.<\/p>\n<p>Ein Kanzlerkandidat Laschet h\u00e4tte dieses Problem nicht, weil da schlicht zu wenig ist, was man gegen ihn verwenden k\u00f6nnte, zumindest politisch. Gut, er hat als Dozent an der Uni mal ein paar Klausuren verbummelt, aber das war es dann auch weitgehend. Auch diesen Patzer hat er \u00fcbrigens erfolgreich ausgesessen.<\/p>\n<p>Armin Laschet ist kein aufregender Politiker, er steht f\u00fcr Behaglichkeit, Gem\u00fctlichkeit, auch darin gleicht er \u00fcbrigens Kohl, jedenfalls dem sp\u00e4teren Kohl. Er steht f\u00fcr ein Irgendwie-weiter-so. Normalerweise ist das im Wahlkampf t\u00f6dlich.<\/p>\n<p>In diesem Jahr aber, nach einer weltweiten Pandemie, nach einem Pr\u00e4sidenten Trump, nach einer hektischen, aufgeregten, teilweise irren Zeit, wird sich die Mehrheit der Deutschen, wenn nicht alles t\u00e4uscht, genau danach sehnen.<\/p>\n<p>Es k\u00f6nnte das Jahr des Armin Laschet sein.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Armin Laschet Foto:\u2002ODD ANDERSEN \/ AFP Es gibt im Kampfsport, beim Ringen genauso wie im K\u00e4figkampf, den K\u00e4mpfertyp des \u00bbGrinders\u00ab. 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