{"id":5233,"date":"2021-01-16T08:56:29","date_gmt":"2021-01-16T05:56:29","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-shutdown-und-nahverkehr-so-hart-wurde-deutschland-ein-stopp-fur-busse-und-bahnen-treffen\/"},"modified":"2021-01-16T08:56:29","modified_gmt":"2021-01-16T05:56:29","slug":"corona-shutdown-und-nahverkehr-so-hart-wurde-deutschland-ein-stopp-fur-busse-und-bahnen-treffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-shutdown-und-nahverkehr-so-hart-wurde-deutschland-ein-stopp-fur-busse-und-bahnen-treffen\/","title":{"rendered":"Corona-Shutdown und Nahverkehr: So hart w\u00fcrde Deutschland ein Stopp f\u00fcr Busse und Bahnen treffen"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/127ea15c-ccb6-418a-90fe-910deb6c04f5_w948_r1.77_fpx39_fpy68.jpg\" title=\"Verwaiste Haltestelle (Symbolbild): Stopp f\u00fcr Busse und Bahnen erwogen\" alt=\"Verwaiste Haltestelle (Symbolbild): Stopp f\u00fcr Busse und Bahnen erwogen\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Verwaiste Haltestelle (Symbolbild): Stopp f\u00fcr Busse und Bahnen erwogen<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Eric Schallow \/ EyeEm \/ Getty Images  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Es w\u00e4re eine neue Eskalation im Kampf gegen das Coronavirus: F\u00fcr einige Stunden am Donnerstag schien es, als k\u00f6nnte der Bus- und Bahnverkehr in Deutschland ausgesetzt werden, um die Pandemie effektiver einzud\u00e4mmen. Die Bundesregierung hatte ein derartiges Vorgehen erwogen, wie der SPIEGEL erfuhr, zuerst hatte die \u00bbBild\u00ab-Zeitung dar\u00fcber berichtet. Bedenken aus dem Bundesverkehrsministerium und L\u00e4ndern f\u00fchrten dazu, dass der Plan nun vom Tisch ist. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihn dementiert.<\/p>\n<p>Dennoch hat der Vorschlag ein starkes Echo erzeugt. Und es bleibt die Frage, ob er wom\u00f6glich erneut diskutiert wird. Schon h\u00e4ufiger haben Politiker in der Coronakrise drastische Ma\u00dfnahmen erwogen, zur\u00fcckgezogen und dann doch umgesetzt, wie etwa Schulschlie\u00dfungen.<\/p>\n<p>Das Kalk\u00fcl hinter der Idee ist klar: Wenn sich in Bussen und Bahnen keine Menschen mehr begegnen, sinken die Infektionszahlen. Deshalb k\u00f6nnte es prinzipiell sinnvoll sein, den \u00f6ffentlichen Verkehr komplett einzustellen. Das w\u00fcrde Busse, U- und S-Bahnen betreffen, aber auch die Deutsche Bahn.<\/p>\n<h3>Experte: Menschen sind noch zu viel unterwegs<\/h3>\n<p>Ob sich Menschen derzeit tats\u00e4chlich h\u00e4ufig im Nah- und Fernverkehr anstecken, ist allerdings unklar. Laut einer Auswertung des RKI von Anfang Dezember zu den Ansteckungsorten infizieren sich die meisten Menschen an ihrem Wohnort (62 Prozent). Acht Prozent handelten sich das Virus in Betreuungseinrichtungen (Kitas, Seniorentagesst\u00e4tten) ein, sieben in Kliniken oder Arztpraxen und f\u00fcnf am Arbeitsplatz.<\/p>\n<p>Busse und Bahnen sind als Ansteckungsort nicht ausgewiesen. Laut RKI lassen sich Ausbr\u00fcche etwa im Bahnverkehr nur schwer verfolgen, da in vielen F\u00e4llen die Identit\u00e4t eines Kontaktes im Nachhinein nicht mehr nachvollziehbar ist.<\/p>\n<p>Physiker Dirk Brockmann vom Robert Koch-Institut (RKI) sieht dennoch dringend Handlungsbedarf und pl\u00e4diert gerade im Verkehrsbereich f\u00fcr h\u00e4rtere Ma\u00dfnahmen. Die aktuellen Vorgaben wirkten nicht so gut wie der Lockdown im vergangenen Fr\u00fchjahr, das sehe man auch an den Mobilit\u00e4tsdaten, sagte Brockmann im ZDF-\u00bbMorgenmagazin\u00ab.<\/p>\n<p>Damals sei die Mobilit\u00e4t innerhalb einer Woche um 40 Prozent zur\u00fcckgegangen. Auch seit Dezember seien weniger Menschen unterwegs, allerdings seien die Zahlen langsamer gesunken.<\/p>\n<p>Auf Twitter schrieb Brockmann, dass der Anteil der Mobilit\u00e4t \u00fcber lange Distanzen im ersten Lockdown viel st\u00e4rker und viel schneller eingebrochen sei als w\u00e4hrend der zweiten Welle.<\/p>\n<p>Brockmann fordert, die t\u00e4gliche Mobilit\u00e4t noch weiter einzuschr\u00e4nken. Es gebe nach wie vor Berufsverkehr, und in Gro\u00dfst\u00e4dten wie Berlin volle Bahnen und Busse. Immer wieder hatte es w\u00e4hrend der Pandemie Berichte \u00fcber volle ICEs gegeben. Derzeit sind die Fernz\u00fcge der Deutschen Bahn nach Angaben des Unternehmens allerdings nur zu 20 Prozent ausgelastet.<\/p>\n<p>Von einem Aus f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Verkehr w\u00e4ren Millionen Menschen betroffen. So wurden in Deutschland im Oktober 2020 pro Tag 14 Millionen Wege mit dem \u00f6ffentlichen Nahverkehr zur\u00fcckgelegt, erkl\u00e4rt Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum Berlin. Davon seien 7,3 Millionen auf Menschen ohne eigenes Auto entfallen. Vier Millionen Menschen seien jeden Tag auf den \u00d6PNV angewiesen, um zur Arbeit zu kommen \u2013 etwa weil sie kein Auto haben.<\/p>\n<h3>Vor allem Geringverdiener nutzen noch den \u00d6PNV<\/h3>\n<p>Ein Stopp f\u00fcr Busse und Bahnen w\u00e4re jedoch vor allem aus sozialer Perspektive problematisch. Denn 40 Prozent der \u00d6PNV-Nutzerinnen und -Nutzer haben Knie zufolge ein Nettoeinkommen von weniger als 1300 Euro. Der Nahverkehrsstopp tr\u00e4fe \u00bbinsbesondere Menschen mit geringem Einkommen\u00ab, warnt der Wissenschaftler.<\/p>\n<p>Fraglich ist, wie in einem derartigen Szenario der Betrieb in lebenswichtigen Einrichtungen aufrechterhalten werden k\u00f6nnte. \u00bbUm die Infektionszahlen zu senken, w\u00e4re eine solche Ma\u00dfnahme zwar m\u00f6glicherweise hilfreich\u00ab, sagt ein Sprecher des Hamburger Krankenhausbetreibers Asklepios. \u00bbAber sie k\u00f6nnte schlimme Nebenwirkungen haben: Viele systemrelevante Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter k\u00e4men nicht mehr zur Arbeit.\u00ab<\/p>\n<p>Etwa ein Viertel der gut 14.000 Asklepios-Besch\u00e4ftigten in Hamburg nutze \u00f6ffentliche Verkehrsmittel f\u00fcr den Weg zur Arbeit. Zwar k\u00f6nnten manche auf Auto oder Fahrrad ausweichen \u2013 viele h\u00e4tten aber keine Alternative zu Bussen und Bahnen des Nah- und Regionalverkehrs. Die meisten Angestellten h\u00e4tten es relativ weit zur Arbeit, sagt der Unternehmenssprecher. \u00bbDa k\u00f6nnen Sie nicht von einer Schwester oder einem Pfleger verlangen, dass sie mit dem Taxi zur Arbeit kommen.\u00ab<\/p>\n<h3>Wirtschaft ist auf Fahrverbote kaum vorbereitet<\/h3>\n<p>Als besonders kritisch k\u00f6nnte sich bei einer derartigen Ma\u00dfnahme erweisen, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer kaum auf sie vorbereitet sind. Es m\u00fcsste wom\u00f6glich ein Fahrdienstsystem f\u00fcr Menschen aufgebaut werden, die besonders wichtige T\u00e4tigkeiten aus\u00fcben \u2013 sei es im Gesundheitswesen oder in anderen Bereichen von Grundversorgung und Industrie. Im ersten Shutdown hatte der Fahrdienstleister Moia, eine Tochter des VW-Konzerns, einen solchen Service mit Kleinbussen in Hamburg in den Nachtstunden angeboten.<\/p>\n<p>Von Pl\u00e4nen, ein solches Konzept fl\u00e4chendeckend auszurollen, ist nichts bekannt. Kaum vorstellbar erscheint, dass Verwaltungen das kurzfristig leisten k\u00f6nnen, da sie mit der Impfkampagne und Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen schon jetzt vielfach \u00fcberlastet sind. Ob ein solches Fahrsystem mit Pkw nicht selbst anf\u00e4llig f\u00fcr die Virusverbreitung w\u00e4re, ist ebenfalls ungewiss. Gleiches gilt f\u00fcr Fahrgemeinschaften.<\/p>\n<h3>Beschr\u00e4nkungen nicht ausgeschlossen<\/h3>\n<p>Man sollte lieber allen Menschen, die jetzt noch auf den \u00d6PNV angewiesen sind, viel Abstand erm\u00f6glichen, fordert Philip Kosok von der Agora Verkehrswende. Dazu sollte der normale Fahrplan aufrechterhalten werden. \u00bbDer \u00d6PNV ist Teil der Daseinsvorsorge, weil er im Gegensatz zum Auto allen Menschen Mobilit\u00e4t erm\u00f6glicht\u00ab, so Kosok. Man d\u00fcrfe nicht die Verkehrsmittel einschr\u00e4nken, sondern m\u00fcsse die Zahl der Anl\u00e4sse reduzieren, wegen derer Menschen sich auf den Weg machen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Auch die Lobbyorganisation Allianz pro Schiene lehnte m\u00f6gliche Einschr\u00e4nkungen im \u00f6ffentlichen Nahverkehr ab. Infektionsschutz sei wichtig, man d\u00fcrfe aber nicht vergessen, dass Krankenschwestern, Altenpfleger oder Verk\u00e4uferinnen zur Arbeit kommen m\u00fcssen, warnte Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dirk Flege. \u00bb\u00d6ffentlicher Verkehr ist Grundversorgung.\u00ab<\/p>\n<p>Die Regierung hat eine m\u00f6gliche Zwangspause f\u00fcr den \u00d6PNV vorerst abmoderiert \u2013 allerdings ist damit noch nicht gesagt, dass es gar keine Ver\u00e4nderungen f\u00fcr Busse und Bahnen gibt. Ein begrenztes Angebot sei durchaus \u00fcberlegenswert, hei\u00dft es aus einem SPD-gef\u00fchrten Bundesland. CDU-Generalsekret\u00e4r Paul Ziemiak sagte, man wolle den \u00f6ffentlichen Personennahverkehr nicht \u00bbkomplett einstellen\u00ab. Das schlie\u00dft Beschr\u00e4nkungen nicht aus.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Verwaiste Haltestelle (Symbolbild): Stopp f\u00fcr Busse und Bahnen erwogen Foto:\u2002Eric Schallow \/ EyeEm \/ Getty Images Es w\u00e4re eine neue Eskalation im Kampf gegen das Coronavirus: F\u00fcr einige<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5234,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-5233","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5233","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5233"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5233\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5234"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5233"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5233"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5233"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}