{"id":522,"date":"2020-06-17T07:16:27","date_gmt":"2020-06-17T04:16:27","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-warn-app-welchen-nutzen-hat-die-anwendung\/"},"modified":"2020-06-17T07:16:27","modified_gmt":"2020-06-17T04:16:27","slug":"corona-warn-app-welchen-nutzen-hat-die-anwendung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-warn-app-welchen-nutzen-hat-die-anwendung\/","title":{"rendered":"Corona-Warn-App: Welchen Nutzen hat die Anwendung?"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/a1bda27e-28df-4999-8430-d3a96e82750b_w948_r1.77_fpx64.54_fpy53.jpg\" title=\"Tracing-App im Einsatz: &quot;Am besten funktioniert die App tats\u00e4chlich, wenn viele Leute mitmachen&quot;\" alt=\"Tracing-App im Einsatz: &quot;Am besten funktioniert die App tats\u00e4chlich, wenn viele Leute mitmachen&quot;\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Tracing-App im Einsatz: &quot;Am besten funktioniert die App tats\u00e4chlich, wenn viele Leute mitmachen&quot;<\/p>\n<p> elenab\/ Getty Images <\/figcaption><\/figure>\n<p>Lange wurde auf sie gewartet, jetzt ist sie endlich da: In der vergangenen Nacht ging die offizielle Corona-Warn-App an den Start. Mit ihr soll es fortan m\u00f6glich sein, Kontakte effektiv nachzuverfolgen und potenziell Infizierte fr\u00fchzeitig zu informieren. Sobald sich ein Nutzer der Tracing-App als nachweislich infiziert meldet, werden andere Nutzer, die er getroffen hat, digital gewarnt.<\/p>\n<p>Doch \u00fcber die Sinnhaftigkeit des Projekts gibt es Diskussionen: Wie brauchbar ist die App tats\u00e4chlich, um das Infektionsgeschehen in einer Pandemie zu kontrollieren? Wissenschaftlich sei ihr Nutzen jedenfalls nicht erwiesen, sagte Eva Grill, Pr\u00e4sidentin der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Epidemiologie. Gleichwohl sei sie &quot;ein Fan der Idee und daf\u00fcr, sie auszuprobieren&quot;.<\/p>\n<p>Es ist vor allem eine Zahl, die von Skeptikern in diesen Tagen zitiert wird: Laut Modellrechnungen der Universit\u00e4t Oxford m\u00fcssten angeblich rund 60 Prozent der Bev\u00f6lkerung die App nutzen, damit ein Land das Infektionsgeschehen technisch beherrschen k\u00f6nne. In Deutschland w\u00e4ren das rund 50 Millionen B\u00fcrger. Das ist ein enorm hoher Wert, wenn man bedenkt, dass die Bereitschaft zur Nutzung der App in einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen zuletzt auf rund 40 Prozent gesunken ist. Hinzu kommt, dass ausgerechnet \u00e4ltere Menschen, die zur Risikogruppe z\u00e4hlen, seltener Smartphones nutzen.<\/p>\n<h3>App wirkt auch bei geringer Beteiligung<\/h3>\n<p>Aber wie belastbar ist der Wert von 60 Prozent wirklich? Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte auf einer Pressekonferenz zum Start der App, diese Zahl basiere auf der Annahme, dass es keine anderen Ma\u00dfnahmen wie die Maskenpflicht oder eine Abstandsregelung gebe: &quot;Diese Studie ging davon aus, wir haben nur die App und sonst gar nichts&quot;, so der Minister. &quot;Deswegen muss man diese 60 Prozent aus der Welt schaffen.&quot;<\/p>\n<p>Die britischen Forscher weisen selbst darauf hin, dass ihre erste Simulation aus einer Zeit stamme, als Gro\u00dfbritannien noch das Ziel einer Herdenimmunit\u00e4t verfolgt und Schutzma\u00dfnahmen auf ein Minimum begrenzt habe. &quot;Am besten funktioniert die App tats\u00e4chlich, wenn viele Leute mitmachen, aber die App ist schon mit weit weniger als 60 Prozent n\u00fctzlich&quot;, sagte die Immunologin und Ko-Autorin der Studie, Lucie Abeler-D\u00f6rner, dem SPIEGEL. Aus den Modellen gehe klar hervor, dass bereits dann Infektionsketten unterbrochen werden k\u00f6nnten, wenn nur 15 Prozent der Bev\u00f6lkerung die App nutzten.<\/p>\n<p>Gerade in Deutschland sei die App Teil eines Gesamtprogramms und k\u00f6nne daher schon bei deutlich geringerer Nutzung Infektionen verhindern, so Abeler-D\u00f6rner. Hinzu komme, dass der Effekt der App sehr lokal sei: &quot;Eine hohe App-Nutzung in einer Stadt, einem Dorf, einem Sportverein, einem Viertel kann die Mitglieder effektiv sch\u00fctzen, ohne dass es dabei auf die Nutzung in anderen Teilen des Landes ankommt.&quot;<\/p>\n<h3>Keine Entlastung f\u00fcr Gesundheits\u00e4mter erwartet<\/h3>\n<p>Wie stark die Wirkung der App deutschlandweit ist, h\u00e4ngt auch davon ab, wie sehr andere Schutzma\u00dfnahmen bestehen bleiben und befolgt werden. Der Erfolg k\u00f6nnte sich an der sogenannten Reproduktionszahl R messen lassen. Sie gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Liegt der R-Wert unter 1, dann geht das Infektionsgeschehen zur\u00fcck &#8211; liegt er dar\u00fcber, dann steigt die Zahl der Neuinfektionen.<\/p>\n<p>Ohne andere Schutzma\u00dfnahmen w\u00fcrde die App laut dem britischen Modell den R-Wert bei 60 Prozent Nutzung um etwa 0,3 senken, bei 40 Prozent Nutzung um etwa 0,2 und bei 20 Prozent Nutzung um etwa 0,08. Was nach \u00e4u\u00dferst kleinen Ver\u00e4nderungen klingt, k\u00f6nnte am Ende den Ausschlag daf\u00fcr geben, ob die Zahl der Neuinfektionen wieder steigt und die Pandemie erneut an Fahrt gewinnt \u2013 oder eben nicht.<\/p>\n<p>Dass die App allerdings die Arbeit der Gesundheits\u00e4mter \u00fcberfl\u00fcssig machen k\u00f6nnte, davon gehen die Experten nicht aus. Die regionalen Beh\u00f6rden sind bislang daf\u00fcr zust\u00e4ndig, Menschen ausfindig zu machen, die Infizierte getroffen haben, sowie Tests und Quarant\u00e4nen zu organisieren. &quot;Die Rolle des Kontaktpersonenmanagements durch den \u00d6ffentlichen Gesundheitsdienst wird wichtig bleiben, vielleicht durch diese App sogar steigen&quot;, sagte der Epidemiologe G\u00e9rard Krause vom Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Infektionsforschung in Braunschweig dem SPIEGEL. Je zielgerichteter getestet wird, desto mehr F\u00e4lle k\u00f6nnten entdeckt werden, die einer weiteren Nachverfolgung und Beurteilung bed\u00fcrfen.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Tracing-App im Einsatz: &quot;Am besten funktioniert die App tats\u00e4chlich, wenn viele Leute mitmachen&quot; elenab\/ Getty Images Lange wurde auf sie gewartet, jetzt ist sie endlich da: In der<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-522","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/522","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=522"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/522\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=522"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=522"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=522"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}