{"id":5200,"date":"2021-01-14T21:06:44","date_gmt":"2021-01-14T18:06:44","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-in-der-schweiz-regierung-verkundet-strengere-masnahmen\/"},"modified":"2021-01-14T21:06:44","modified_gmt":"2021-01-14T18:06:44","slug":"corona-in-der-schweiz-regierung-verkundet-strengere-masnahmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-in-der-schweiz-regierung-verkundet-strengere-masnahmen\/","title":{"rendered":"Corona in der Schweiz: Regierung verk\u00fcndet strengere Ma\u00dfnahmen"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/4637660b-a172-4db8-8853-8a2ae2bbb319_w948_r1.77_fpx68.66_fpy52.98.jpg\" title=\"Schweizer Bundesr\u00e4te und Kantonsvertreter verk\u00fcnden den Shutdown mit Maske und hinter Plexiglasscheiben. Von links: Innenminister Alain Berset, Bundespr\u00e4sident Guy Parmelin, Finanzminister Ueli Maurer, Ernst Stocker (Finanzdirektor des Kantons Z\u00fcrich) und Christoph Brutschin (Wirtschaftsdirektor des Kantons Basel-Stadt)\" alt=\"Schweizer Bundesr\u00e4te und Kantonsvertreter verk\u00fcnden den Shutdown mit Maske und hinter Plexiglasscheiben. Von links: Innenminister Alain Berset, Bundespr\u00e4sident Guy Parmelin, Finanzminister Ueli Maurer, Ernst Stocker (Finanzdirektor des Kantons Z\u00fcrich) und Christoph Brutschin (Wirtschaftsdirektor des Kantons Basel-Stadt)\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Schweizer Bundesr\u00e4te und Kantonsvertreter verk\u00fcnden den Shutdown mit Maske und hinter Plexiglasscheiben. Von links: Innenminister Alain Berset, Bundespr\u00e4sident Guy Parmelin, Finanzminister Ueli Maurer, Ernst Stocker (Finanzdirektor des Kantons Z\u00fcrich) und Christoph Brutschin (Wirtschaftsdirektor des Kantons Basel-Stadt)<\/p>\n<p>  Foto:\u2002PETER KLAUNZER \/ KEYSTONE \/ picture alliance  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Am Schluss war vielleicht doch das Skifahren schuld. Der schweizerische Nationalsport, an dem das Land trotz aller Hiobsbotschaften in der Pandemie festgehalten hatte, lockte in den vergangenen, schneereichen Wochen Touristen aus ganz Europa in die Schweiz. Darunter auch Hunderte Reisende aus Gro\u00dfbritannien, von denen wohl einige die mutierte, hochansteckende Variante des Coronavirus mitgebracht haben.<\/p>\n<p>Nun kommen die Folgen dieser Politik auch in Bern an. Die Schweizer Regierung, der Bundesrat, hat am Mittwochnachmittag verk\u00fcndet, was f\u00fcr viele Experten l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig war: Die Schweiz geht von Montag an in einen erneuten Shutdown. Alle Gesch\u00e4fte, in denen keine Waren des t\u00e4glichen Bedarfs verkauft werden, m\u00fcssen schlie\u00dfen, alle Betriebe, in denen Homeoffice m\u00f6glich ist, m\u00fcssen es einf\u00fchren.<\/p>\n<p>Der Schweizer Sonderweg, der stets die \u00bbEigenverantwortung\u00ab betonte, ist damit zumindest teilweise zu Ende: Bisher hatte der Bundesrat trotz h\u00f6herer Infektionszahlen als in den Nachbarl\u00e4ndern immer nur z\u00f6gerlich Ma\u00dfnahmen beschlossen. In vielen Kantonen sind Einkaufsgesch\u00e4fte noch ge\u00f6ffnet, auch Restaurants sind erst seit Ende Dezember im ganzen Land geschlossen.<\/p>\n<h3>Die Regierungsmitglieder tragen jetzt Maske beim Sprechen<\/h3>\n<p>Die Pressekonferenz am Mittwoch machte aber deutlich, dass sich im Land im Umgang mit dem Virus etwas ver\u00e4ndert hat. Alle Mitglieder des Bundesrates sa\u00dfen durch Plexiglasw\u00e4nde voneinander getrennt, sie behielten \u2013 anders als bei vorherigen Anl\u00e4ssen \u2013 beim Sprechen ihre Masken an. Die bisherige Gelassenheit im Umgang mit der Pandemie war verflogen, das Bild machte deutlich: Auch die Schweiz nimmt das Coronavirus jetzt richtig ernst.<\/p>\n<p>Der zust\u00e4ndige Innen- und Gesundheitsminister Alain Berset hatte sich mit seiner Forderung nach einem umfassenden Shutdown im Bundesrat offenbar durchgesetzt. Er sagte, die Situation in der Schweiz sei vergleichbar mit derjenigen in Gro\u00dfbritannien \u2013 kurz nach dem Ausbruch der Mutation B117 Anfang Dezember. Gut sei nur, dass man nun wisse, was auf das Land zukommen k\u00f6nne: Es gebe nun \u00bbzum ersten Mal Vorlauf\u00ab, um sich auf eine anstehende Infektionswelle vorzubereiten. Denn auch, wenn die Infektionszahlen in der Schweiz derzeit noch sinken, geht der Bundesrat von einer drohenden dritten Welle aus, getrieben durch die hochansteckende Variante.<\/p>\n<p>Derzeit infizieren sich t\u00e4glich 3000 Schweizerinnen und Schweizer mit dem Coronavirus, die Sieben-Tage-Inzidenz auf 100.000 Einwohner liegt bei 255 \u2013 deutlich h\u00f6her als in Deutschland, wo sie 151 betr\u00e4gt. Wie verbreitet die mutierte Variante in der Schweiz bereits ist, kann im Moment niemand sagen. Sicher ist nur, dass es deutlich mehr Menschen betrifft als die 127 F\u00e4lle, die bisher nachgewiesen wurden. Ein Blick nach Gro\u00dfbritannien zeigt, dass die Mutation trotz harter Lockdown-Ma\u00dfnahmen zu einer erneuten Explosion der Zahlen f\u00fchren kann \u2013 weil sie um rund 50 Prozent ansteckender ist als die herk\u00f6mmlichen Varianten.<\/p>\n<h3>Die Ma\u00dfnahmen sind weniger weitreichend als im Fr\u00fchjahr<\/h3>\n<p>Im internationalen Vergleich behalten die Schweizer auch in Zukunft gro\u00dfe Freiheiten. So d\u00fcrfen etwa Friseure, Optiker, Werkst\u00e4tten, Baum\u00e4rkte und Blumenl\u00e4den weiterhin ge\u00f6ffnet bleiben \u2013 auch von einer Begrenzung des Radius auf 15 Kilometer ist bisher keine Rede.<\/p>\n<p>Und: Die jetzt ergriffenen Ma\u00dfnahmen sind immer noch weniger weitreichend als im Fr\u00fchjahr. Schulen und Kinderg\u00e4rten m\u00fcssen vorerst nicht im ganzen Land schlie\u00dfen: Die Entscheidung \u00fcber diese Frage bleibt bei den Kantonen.<\/p>\n<p>Hat der Bundesrat also \u00bbdurchgegriffen\u00ab, wie es viele Schweizer Zeitungen an diesem Donnerstag schreiben? Die Antwort ist typisch schweizerisch: teils, teils. <\/p>\n<p>Es erfordert f\u00fcr die Regierung in der liberalen Schweiz nach wie vor Mut, trotz sinkender Infektionszahlen eine Versch\u00e4rfung der Ma\u00dfnahmen zu beschlie\u00dfen. Von der rechtskonservativen SVP etwa hie\u00df es prompt, der Bundesrat habe \u00bbden Bezug zur Realit\u00e4t verloren\u00ab.<\/p>\n<p>Die vielen Ausnahmen belegen, dass die Schweizer Regierung nach wie vor die Konfrontation mit ihren m\u00e4chtigsten Lobbygruppen scheut. Besonders deutlich wird das, wieder einmal, beim Skifahren. Obgleich alle anderen Sportanlagen des Landes geschlossen bleiben und es ab Montag auch nicht mehr erlaubt ist, in einer Gruppe von mehr als f\u00fcnf Personen drau\u00dfen Sport zu treiben, bleiben die Skigebiete in vielen Kantonen offen.<\/p>\n<h3>Im Engadin sieht man viele Autos mit deutschen Kennzeichen<\/h3>\n<p>Anders als botanische G\u00e4rten, die vermutlich weniger starke Vertreter nach Bern schicken k\u00f6nnen und wirtschaftlich weniger bedeutend sind, d\u00fcrfen Skilifte und Pisten weiter genutzt werden. Auch Hotels und Ferienwohnungen bleiben weiter ge\u00f6ffnet. Und das nicht nur f\u00fcr Schweizer Wintersportler. Wer in diesen Tagen im Engadin oder im Berner Oberland unterwegs ist, sieht viele Autos mit deutschen und italienischen Kennzeichen \u2013 und Hotelrestaurants, in denen Fr\u00fchst\u00fccksbuffets und Abendkarte auf \u00dcbernachtungsg\u00e4ste warten. Deutsche Touristen, die aus dem Risikogebiet Schweiz zur\u00fcckkehren, m\u00fcssen sich in Quarant\u00e4ne begeben.<\/p>\n<p>Der Bundesrat bleibt auch in vielen anderen Bereichen inkonsequent: Statt der hochansteckenden Mutation mit FFP2-Masken zu begegnen, hie\u00df es am Mittwoch, man beobachte \u00bbgespannt\u00ab, wie sich diese Masken in anderen L\u00e4ndern auswirken. Und anstatt genau zu definieren, was Unternehmen tun m\u00fcssten, um Homeoffice zu gew\u00e4hrleisten, betont der zust\u00e4ndige Minister Alain Berset, es gebe hier \u00bbHandlungsspielraum\u00ab.<\/p>\n<p>Es bleibt fraglich, ob es dem Bundesrat mit diesem neuen, noch immer verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig sanften Shutdown gelingt, das zu verhindern, was Minister Berset und viele andere f\u00fcrchten: Eine \u00bbbrutale, dritte Welle im Februar\u00ab, in der die hochansteckende Mutation das vorherige Infektionsgeschehen \u00fcberlagert \u2013 und die seit Monaten schon hart an der Belastungsgrenze arbeitenden Intensivstationen des Landes endg\u00fcltig \u00fcberfordert sind.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Schweizer Bundesr\u00e4te und Kantonsvertreter verk\u00fcnden den Shutdown mit Maske und hinter Plexiglasscheiben. 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