{"id":5124,"date":"2021-01-11T11:59:02","date_gmt":"2021-01-11T08:59:02","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-und-wirtschaft-fur-mich-wird-2021-gut-fur-deutschland-weniger\/"},"modified":"2021-01-11T11:59:02","modified_gmt":"2021-01-11T08:59:02","slug":"corona-und-wirtschaft-fur-mich-wird-2021-gut-fur-deutschland-weniger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-und-wirtschaft-fur-mich-wird-2021-gut-fur-deutschland-weniger\/","title":{"rendered":"Corona und Wirtschaft: F\u00fcr mich wird 2021 gut \u2013 f\u00fcr Deutschland weniger"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/271a8820-6305-481a-af76-80586baf4416_w948_r1.77_fpx36.9_fpy44.99.jpg\" title=\"Passanten in der Dortmunder Innenstadt: Drei von f\u00fcnf Menschen in Deutschland blicken zuversichtlich ins neue Jahr\" alt=\"Passanten in der Dortmunder Innenstadt: Drei von f\u00fcnf Menschen in Deutschland blicken zuversichtlich ins neue Jahr\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Passanten in der Dortmunder Innenstadt: Drei von f\u00fcnf Menschen in Deutschland blicken zuversichtlich ins neue Jahr<\/p>\n<p>  Foto:\u2002INA FASSBENDER \/ AFP  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Selten war die Freude dar\u00fcber, dass ein Jahr endlich zu Ende geht, so sehr zu greifen gewesen wie dieses Mal \u2013 es k\u00f6nne ja nur besser werden als in diesem ungeliebten 2020, meinten viele. Allerdings ist 2021 mit dem Momentum des Vorjahrs gestartet: Bund und L\u00e4nder haben den harten Corona-Shutdown am vergangenen Dienstag verl\u00e4ngert und noch einmal versch\u00e4rft; vorerst bis Ende Januar, aber ob das Infektionsgeschehen dann Lockerungen zulassen wird, ist mehr als fraglich.<\/p>\n<p>Der absehbare wirtschaftliche Schaden des Shutdowns ist betr\u00e4chtlich: Ladenbesitzer, Gastwirte oder K\u00fcnstlerinnen werden weiter ohne Ums\u00e4tze dastehen, viele Arbeitnehmer zus\u00e4tzlich in Kurzarbeit gehen. Eltern m\u00fcssen ihre Kinder zu Hause betreuen \u2013 und fallen deshalb in ihrem Betrieb ganz aus oder reduzieren ihre Arbeitszeit im Homeoffice.<\/p>\n<p>Doch selbst nach den harten Beschl\u00fcssen der vergangenen Woche ist eine Mehrheit der Menschen in Deutschland optimistisch, dass es f\u00fcr sie pers\u00f6nlich wirtschaftlich ein gutes Jahr werden wird. F\u00fcr die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik empfinden die Deutschen die Aussichten jedoch deutlich ged\u00e4mpfter.<\/p>\n<p>Das ist das Ergebnis einer repr\u00e4sentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des SPIEGEL unter rund 5000 Menschen in Deutschland, durchgef\u00fchrt nach den j\u00fcngsten Shutdown-Beschl\u00fcssen. Drei von f\u00fcnf Befragten sehen demnach <strong>in Bezug auf ihre pers\u00f6nliche wirtschaftliche Lage<\/strong> zuversichtlich aufs Jahr 2021. Bei exakt einem Viertel der Menschen herrscht in dieser Hinsicht hingegen wenig oder \u00fcberhaupt keine Zuversicht vor, der Rest ist unentschieden.<\/p>\n<p>Damit haben auch die Versch\u00e4rfungen der Shutdown-Ma\u00dfnahmen Mitte Dezember und in der ersten Januarwoche die zuversichtliche Haltung der Menschen in Deutschland mitten in der Coronakrise nicht eintr\u00fcben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist, dass selbst unter den Selbstst\u00e4ndigen eine absolute Mehrheit von 53 Prozent der Befragten Zuversicht f\u00fcr das neue Jahr \u00e4u\u00dfert \u2013 obwohl diese Gruppe im Schnitt die Folgen des Shutdowns weitaus am st\u00e4rksten zu sp\u00fcren bekommt, wie Daten aus dem Fr\u00fchjahr 2020 belegen. Erwartungsgem\u00e4\u00df liegt der Anteil der Optimisten bei ihnen aber niedriger als bei den durch Kurzarbeit deutlich besser abgesicherten Arbeitnehmern (62 Prozent) und den Rentnern (68 Prozent).<\/p>\n<p>Nur ein kleiner Unterschied ist zwischen Ost- und Westdeutschland festzustellen: Im Osten ist der Anteil der Zuversichtlichen mit 56 Prozent etwas geringer als im Westen, wo 62 Prozent pers\u00f6nlich ein wirtschaftlich gutes Jahr erwarten.<\/p>\n<p>Auch ansonsten gibt es <strong>keine wirklich gro\u00dfen Unterschiede beim optimistischen Blick<\/strong> auf 2021. Zwar ist er bei Menschen mit niedriger Schulbildung oder beruflicher Qualifikation tendenziell etwas weniger stark ausgepr\u00e4gt als bei Hochqualifizierten, aber stets sind die Zuversichtlichen in der Mehrheit, liegen die Stimmungen nicht diametral auseinander. Das Gleiche gilt f\u00fcr Stand oder Land, Jung oder Alt, Frauen oder M\u00e4nner, Ledige oder Verheiratete, Wohlstandsregionen oder strukturschwache Gebiete.<\/p>\n<p>Lediglich <strong>eine Ausnahme<\/strong> gibt es: Ob jemand optimistisch oder pessimistisch ins neue Jahr blickt, h\u00e4ngt entscheidend mit der <strong>politischen Einstellung <\/strong>zusammen. W\u00e4hrend bei Anh\u00e4ngern von Union, SPD und Gr\u00fcnen die Zuversichtlichen jeweils mehr als zwei Drittel stellen und bei der Linken (die \u00fcberdurchschnittlich von Arbeitslosen und Niedrigverdienern gew\u00e4hlt wird) immerhin knapp \u00fcber die H\u00e4lfte, sind sie bei der FDP mit 43 Prozent nur noch in der relativen Mehrheit.<\/p>\n<p>Bei AfD-Anh\u00e4ngern kehrt sich das Verh\u00e4ltnis komplett um: Nur 26 Prozent von ihnen sind f\u00fcr 2021 pers\u00f6nlich zuversichtlich, 59 Prozent sind pessimistisch. Mit 31 Prozent ist der Anteil derjenigen, die nicht nur wenig, sondern \u00bbgar nicht\u00ab zuversichtlich ins neue Jahr blicken, extrem hoch. Soziodemografisch l\u00e4sst sich das kaum erkl\u00e4ren, denn keine andere Personengruppe in Deutschland weist \u00fcberhaupt eine \u00fcberwiegend pessimistische Erwartung bez\u00fcglich der eigenen wirtschaftlichen Entwicklung auf, geschweige denn so eine ausgepr\u00e4gte.<\/p>\n<h3>F\u00fcr Deutschland als Ganzes weniger Optimismus<\/h3>\n<p>Ein <strong>grunds\u00e4tzlich anderes Bild <\/strong>ergibt sich allerdings bei der Einsch\u00e4tzung der <strong>gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland<\/strong> im neuen Jahr. Hier halten sich Optimisten (41 Prozent) und Pessimisten (44 Prozent) unter allen Befragten etwa die Waage \u2013 bei einer Schwankungsbreite von jeweils 2,5 Prozent ist nicht v\u00f6llig sicher, was von beidem \u00fcberwiegt.<\/p>\n<p>Zu beobachten ist hier ein Ph\u00e4nomen, das in vielen \u00e4hnlich angelegten Umfragen auftritt und auch vom fortlaufend erhobenen SPIEGEL-Wirtschaftsmonitor bekannt ist: Die pers\u00f6nlichen Umst\u00e4nde werden in der Regel deutlich positiver beziehungsweise optimistischer eingesch\u00e4tzt als die der gesamten Gesellschaft.<\/p>\n<p>So erwartete zum Beispiel bereits im Sommer 2019 weit mehr als die H\u00e4lfte der Deutschen einen wirtschaftlichen Abschwung \u2013 die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz blieb allerdings v\u00f6llig unver\u00e4ndert auf sehr niedrigem Niveau.<\/p>\n<p>Bei der aktuellen Frage nach der Zuversicht f\u00fcr das neue Jahr ist die Diskrepanz zwischen den pers\u00f6nlichen Aussichten und denen f\u00fcr die Gesamtwirtschaft aber auch inhaltlich nachvollziehbar. Denn die Erfahrung aus dem Jahr 2020 zeigt: Die Wirtschaftsleistung ist weitaus st\u00e4rker eingebrochen als die durchschnittlichen Einkommen der Privathaushalte. Der Staat hat den finanziellen Schaden der Pandemie f\u00fcr einen gro\u00dfen Teil der betroffenen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in hohem Ma\u00dfe aufgefangen, etwa durch das eigens aufgebesserte Kurzarbeitergeld oder die Corona-Hilfen \u2013 und wird das auch im neuen Jahr tun.<\/p>\n<p>Ein Umstand ist jedoch frappierend: die Gleichm\u00e4\u00dfigkeit der unterschiedlichen Einsch\u00e4tzung. Nicht nur bei der Gesamtheit der Befragten, sondern auch in (nahezu) <strong>allen einzelnen Personengruppen<\/strong> liegt der Anteil derer, die in Bezug auf die pers\u00f6nliche Wirtschaftslage optimistisch sind, <strong>um fast exakt 20 Prozentpunkte h\u00f6her<\/strong> als derer, die das in Bezug auf die deutsche Gesamtwirtschaft sind \u2013 und umgekehrt der Anteil der Pessimisten um rund 20 Prozentpunkte niedriger.<\/p>\n<p>Auch hier gibt es lediglich in Zusammenhang mit der politischen Einstellung etwas st\u00e4rkere Abweichungen. In der Grafik sind die Optimisten in Bezug auf die pers\u00f6nliche Entwicklung blau dargestellt, in Bezug auf die allgemeine Konjunktur rot.<\/p>\n<p>Zwei Parteien fallen ein wenig aus dem Rahmen: So sind SPD-W\u00e4hler ausgesprochen optimistisch, was die allgemeine Wirtschaftslage betrifft \u2013 mit 62 Prozent ist der Anteil der Zuversichtlichen nur zehn Prozentpunkte niedriger als bei der Frage nach der pers\u00f6nlichen Lage. Bei den FDP-W\u00e4hlern ist die Diskrepanz zwischen der erwarteten pers\u00f6nlichen und allgemeinen Entwicklung mit 27 Prozentpunkten besonders gro\u00df, lediglich 16 Prozent von ihnen erwarten eine positive Konjunkturentwicklung, 72 Prozent eine negative. Nur die AfD-W\u00e4hler sind noch pessimistischer: Hier betr\u00e4gt das Verh\u00e4ltnis 7 zu 88 Prozent.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Passanten in der Dortmunder Innenstadt: Drei von f\u00fcnf Menschen in Deutschland blicken zuversichtlich ins neue Jahr Foto:\u2002INA FASSBENDER \/ AFP Selten war die Freude dar\u00fcber, dass ein Jahr<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5125,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-5124","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5124","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5124"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5124\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5125"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5124"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5124"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5124"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}