{"id":512,"date":"2020-06-16T20:26:22","date_gmt":"2020-06-16T17:26:22","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/nordkorea-geht-auf-konfrontation-zu-sudkorea-schluss-mit-sonnenschein\/"},"modified":"2020-06-16T20:26:22","modified_gmt":"2020-06-16T17:26:22","slug":"nordkorea-geht-auf-konfrontation-zu-sudkorea-schluss-mit-sonnenschein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/nordkorea-geht-auf-konfrontation-zu-sudkorea-schluss-mit-sonnenschein\/","title":{"rendered":"Nordkorea geht auf Konfrontation zu S\u00fcdkorea: Schluss mit Sonnenschein"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/203e9f52-9594-4fcc-8180-82a535a36f5c_w948_r1.77_fpx29.71_fpy54.99.jpg\" title=\"Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un: Keine Lockerungen der Sanktionen, kein Interesse an Frieden\" alt=\"Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un: Keine Lockerungen der Sanktionen, kein Interesse an Frieden\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un: Keine Lockerungen der Sanktionen, kein Interesse an Frieden<\/p>\n<p> KCNA\/ REUTERS <\/figcaption><\/figure>\n<p>F\u00fcr subtile Botschaften war das Kim-Regime noch nie bekannt. Am Dienstag sprengte Nordkorea um 14.49 Uhr Ortszeit das Verbindungsb\u00fcro mit S\u00fcdkorea. Wer es nach einer Woche konzertierter Drohungen aus Pj\u00f6ngjang in Richtung Seoul noch nicht verstanden hatte, dem d\u00fcrfte sp\u00e4testens jetzt klar geworden sein: Die Ann\u00e4herung zwischen den beiden Koreas ist beendet, die &quot;Sonnenscheinpolitik&quot; vorbei. Es gibt keinen Ort mehr, an dem sich Vertreter der L\u00e4nder zu solchen Gespr\u00e4chen begegnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Geb\u00e4ude befand sich in der Stadt Kaesong, knapp n\u00f6rdlich der Grenze zwischen den beiden Staaten in einem fr\u00fcher gemeinsam betriebenen Industriegebiet. Vertreter S\u00fcdkoreas konnten \u00fcber eine Stra\u00dfe dorthin gelangen.<\/p>\n<p>S\u00fcdkoreas Milit\u00e4r sah am Dienstag live zu, wie das Geb\u00e4ude zu Asche wurde, das so bedeutsam war f\u00fcr die gefeierte neue Phase der Beziehungen zwischen Nord- und S\u00fcdkorea. Seit Anfang 2018 hatte man sich erst zaghaft angen\u00e4hert, dann folgten mehrere, von gro\u00dfem Pomp begleitete Gipfeltreffen zwischen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und S\u00fcdkoreas Pr\u00e4sidenten Moon Jae-in.<\/p>\n<p>Das Verbindungsb\u00fcro in Kaesong war mehr als nur ein nettes Symbol. Erstmals seit dem Korea-Krieg Anfang der F\u00fcnfzigerjahre war hier ein Ort geschaffen worden, in dem sich Regierungsvertreter der beiden Staaten treffen konnten. Formell herrscht noch Kriegszustand auf der koreanischen Halbinsel; ein Friedensvertrag wurde nie geschlossen. Die Ann\u00e4herung der beiden L\u00e4nder hatte Hoffnungen gesch\u00fcrt, dass es nun endlich dazu kommen k\u00f6nnte.<\/p>\n<h3>Es geht Nordkorea nicht um Frieden<\/h3>\n<p>Auch damals, in der Phase der Entspannung, gab es einen gro\u00dfen Knall: Entlang der vier Kilometer breiten Demilitarisierten Zone, die beide L\u00e4nder trennt, wurden Wachposten Nord- und S\u00fcdkoreas gesprengt. Damals war es ein Symbol f\u00fcr Frieden. <\/p>\n<p>Daran aber ist Nordkorea nicht mehr interessiert. Weitere Vereinbarungen, auf die man sich 2018 geeinigt hatte, um die &quot;milit\u00e4rischen Spannungen&quot; zwischen beiden L\u00e4ndern zu verringern, werden nun r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht. <\/p>\n<p>Bereits vor einigen Tagen hatte Kim Jong Uns Schwester Kim Yo Jong gewarnt, man werde alle Kommunikationswege zum S\u00fcden kappen. Gemeint waren die Telefonverbindungen zwischen den Milit\u00e4rs beider L\u00e4nder, \u00fcber die sonst zweimal am Tag miteinander gesprochen wurde. Per Staatsmedien lie\u00df das nordkoreanische Milit\u00e4r wissen, man werde die entmilitarisierten Zonen an der Grenze wieder mit Soldaten besetzen und sie &quot;in eine Festung&quot; verwandeln.<\/p>\n<h3>Demonstratives Desinteresse aus Kalk\u00fcl<\/h3>\n<p>Die d\u00fcsteren Drohungen sind nicht \u00fcberraschend. Seit mehr als einem Jahr kommt die Ann\u00e4herung zwischen Nord und S\u00fcd nicht mehr voran. Pj\u00f6ngjang demonstrierte nicht nur Desinteresse an vielen gemeinsamen Projekten und symboltr\u00e4chtigen Aktionen &#8211; statt eines Fu\u00dfballfestes zwischen S\u00fcd- und Nordkorea spielten die Mannschaften beider L\u00e4nder bei der WM-Qualifikation im Herbst 2019 vor leeren R\u00e4ngen in Pj\u00f6ngjang, was ganz offensichtlich ein Affront gegen die Regierung in Seoul war. Vor allem aber begann das Regime, zunehmend feindseliger gegen\u00fcber S\u00fcdkorea zu werden. <\/p>\n<p>Das Interesse Nordkoreas liegt vor allem, so glauben viele Beobachter, in der Lockerung von Sanktionen, um die darbende Wirtschaft anzukurbeln. Daf\u00fcr aber br\u00e4uchte es die Zustimmung der USA, die nur dazu bereit sind, wenn Nordkorea nuklear abr\u00fcstet. Nach dieser Logik gibt es auch keinen Grund f\u00fcr Pj\u00f6ngjang, die Beziehungen zu S\u00fcdkorea zu pflegen. Im Gegenteil: Je unangenehmer die Lage f\u00fcr die Regierung des progressiven Pr\u00e4sidenten Moon wird, der seine Ann\u00e4herungspolitk retten m\u00f6chte, desto eher k\u00f6nnte er versuchen, auf die USA einzuwirken. Das k\u00f6nnte das gr\u00f6\u00dfere Kalk\u00fcl Pj\u00f6ngjangs sein.<\/p>\n<p>Wohl nur vordergr\u00fcndig geht es daher jetzt bei den offenbar sorgf\u00e4ltig geplanten Drohungen und Provokationen aus Pj\u00f6ngjang um die von Aktivisten gen Nordkorea geschickten Flugbl\u00e4tter. Die regimekritischen Flyer werden mit Ballons von S\u00fcdkorea aus \u00fcber die Grenze geschickt. <\/p>\n<h3>M\u00e4chtigste Frau im Land<\/h3>\n<p>Bemerkenswert ist, dass die Drohungen der vergangenen Tage vor allem einer Person zuzurechnen sind: Nicht Kim Jong Un, sondern seiner immer m\u00e4chtiger werdenden Schwester Kim Yo Jong. W\u00e4hrend der merkw\u00fcrdigen Abwesenheit Kim Jong Uns im April wurde sie immer wieder als seine m\u00f6gliche Nachfolgerin gehandelt.  <\/p>\n<p>Bereits im M\u00e4rz kritisierte sie S\u00fcdkorea heftig, und in den vergangenen Tage wurde sie immer lauter. Am Samstag befahl sie, &quot;entschieden die n\u00e4chsten Aktionen&quot; auszuf\u00fchren und drohte: &quot;In nicht allzu langer Zeit wird eine tragische Szene des komplett zerst\u00f6rten nutzlosen Nord-S\u00fcd-Verbindungsb\u00fcros zu sehen sein.&quot; <\/p>\n<p>Eine Strategie, die der inneren Logik der Kim-Familie folgt: Als Kim Jong Un 2010 sich als Nachfolger seines erkrankten Vaters profilieren musste, tat er das Beobachtern zufolge auch mit der Bombardierung der s\u00fcdkoreanischen Insel Yeongpyeong im November 2010. Auch Kim Yo Jong k\u00f6nnte sich nun ihre &quot;revolution\u00e4ren Meriten&quot; verdienen wollen, spekuliert die Website &quot;Daily NK&quot; und beruft sich auf hochrangige nordkoreanische Regierungskreise. <\/p>\n<p>Kim Yo Jong war es, die 2018 die Anf\u00e4nge der innerkoreanischen Ann\u00e4herung begleitete und bei den Olympischen Spielen in S\u00fcdkorea die Botschaft \u00fcberbrachte, dass ihr Bruder mit Pr\u00e4sident Moon sprechen wollte. Dass sie nun den Befehl gab, das Verbindungsb\u00fcro zu sprengen, ist ein f\u00fcr viele S\u00fcdkoreaner trauriger Schlusspunkt. <\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un: Keine Lockerungen der Sanktionen, kein Interesse an Frieden KCNA\/ REUTERS F\u00fcr subtile Botschaften war das Kim-Regime noch nie bekannt. 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