{"id":5114,"date":"2021-01-11T01:36:21","date_gmt":"2021-01-10T22:36:21","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/buro-schule-bundestag-trotz-corona-jetzt-wird-wieder-in-die-hande-gespuckt\/"},"modified":"2021-01-11T01:36:21","modified_gmt":"2021-01-10T22:36:21","slug":"buro-schule-bundestag-trotz-corona-jetzt-wird-wieder-in-die-hande-gespuckt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/buro-schule-bundestag-trotz-corona-jetzt-wird-wieder-in-die-hande-gespuckt\/","title":{"rendered":"B\u00fcro, Schule, Bundestag trotz Corona: Jetzt wird wieder in die H\u00e4nde gespuckt"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/26d9fc6b-feac-419d-a689-468a3b8be992_w948_r1.77_fpx44_fpy35.jpg\" title=\"Kanzlerin auf dem Weg zur Arbeit.\" alt=\"Kanzlerin auf dem Weg zur Arbeit.\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Kanzlerin auf dem Weg zur Arbeit.<\/p>\n<p>  Foto:\u2002<\/p>\n<p>Michael Kappeler \/ dpa<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Diese Pandemie ist auch ein gro\u00dfes D\u00e9j\u00e0-vu. Die Sorgen, Ereignisse, Diskussionen, Einw\u00e4nde und Phasen wiederholen sich. <\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 2020 hie\u00df es: Wir schleppen uns bis Ostern, ziehen Ferien vor und verl\u00e4ngern sie, sind ein paar Wochen diszipliniert, und dann mal sehen. Weil die erste Welle vergleichsweise klein, die Unsicherheit gro\u00df, die Disziplin daher auch gr\u00f6\u00dfer war, sanken die Zahlen merklich.<\/p>\n<p>Im Sp\u00e4therbst, in der zweiten Welle, hie\u00df es: Wir schleppen uns bis Weihnachten, ziehen Ferien vor, sind ein paar Wochen diszipliniert. Und dann mal sehen.<\/p>\n<p>Wie sieht es aus? Die Infektionszahlen sinken nicht merklich. Wom\u00f6glich steigen sie sogar. So genau l\u00e4sst sich das wegen der Datenlage noch nicht sagen. Dazu kommt die Sorge um die neue, ansteckendere Virus-Variante B.1.1.7.<\/p>\n<p>Einerseits treten deshalb nun die neuen, versch\u00e4rften Lockdown-Regeln in Kraft. (Hier lesen Sie, was in welchem Bundesland gilt.) Sehr viele Menschen d\u00fcrfen sich nicht einmal mehr weiter als 15 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen.<\/p>\n<p>Andererseits l\u00e4uft das Arbeitsleben nach dem Jahreswechsel wieder an, die stille Phase ging sp\u00e4testens mit Dreik\u00f6nig zu Ende, teilweise \u00f6ffnen Schulen. Ins B\u00fcro d\u00fcrfen Menschen, in die Fabrikhalle sowieso. Auch die Politik hebt wieder an, der Bundestag steht vor seiner ersten Sitzungswoche im neuen Jahr.<\/p>\n<p>Es wird wieder in die H\u00e4nde gespuckt, trotz Pandemie.<\/p>\n<p>Wegen dieser merkw\u00fcrdigen Gleichzeitigkeit, wegen dieses harten, aber halbherzigen Lockdowns ist um alle drei Lebensbereiche eine Debatte entbrannt. Wieder einmal in letzter Sekunde.<\/p>\n<h3>Schulen und Kitas<\/h3>\n<p>Schulen und Kitas sollen so weit wie m\u00f6glich geschlossen bleiben, so ist es zwischen Bund und L\u00e4ndern verabredet. Es gibt aber Ausnahmen, ziemlich viele m\u00f6gliche Ausnahmen, teilweise f\u00fcr Pr\u00fcfungen und Abschlussklassen, f\u00fcr Notbetreuung sowieso. Dass Digitalunterricht nach wie vor so unzureichend funktioniert, d\u00fcrfte dazu beitragen. Ziel scheint weiterhin die R\u00fcckkehr zum Pr\u00e4senzunterricht, nur der Zeitpunkt verschiebt sich wegen der Infektionslage und politischen Drucks immer wieder.<\/p>\n<p>Hessen beispielsweise plant mit Abschlussklassen im Klassenzimmer und der M\u00f6glichkeit f\u00fcr Pr\u00e4senzunterricht von der 1. bis zur 6. Klasse. Bremen will die Schulen wieder f\u00fcr diejenigen \u00f6ffnen, die wollen oder m\u00fcssen, weil die Eltern arbeiten gehen. Der Personalrat Schulen in Bremen kritisiert das scharf.<\/p>\n<p>Berlin wollte seine Schulen ab Montag f\u00fcr Abschlussklassen wieder \u00f6ffnen und sogar schrittweise zum Pr\u00e4senzunterricht \u00fcbergehen. Doch nach heftiger Kritik von Lehrerverb\u00e4nden, Gewerkschaft, Schulen und Eltern musste der Senat kurzfristig doch davon abr\u00fccken.<\/p>\n<h3>Homeoffice<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend Privatleben und Freizeit reguliert werden und auch Restaurantbetreiberinnen, K\u00fcnstler, Friseure oder Ladeninhaberinnen faktisch nicht arbeiten k\u00f6nnen, bleibt Arbeit \u00fcberall da erlaubt, wo die Arbeitswelt nicht mit Kundinnen und Kunden in Kontakt tritt, auch in Fabrikhallen und Gro\u00dfraumb\u00fcros. Homeoffice wird nur empfohlen. Als wirke das Virus anders, wenn alle drumherum angestrengt f\u00fcr Lohn arbeiten.<\/p>\n<p>So ist es schon lange, die Regierung scheint das nicht \u00e4ndern zu wollen, allerdings scheint die Diskussion jetzt richtig in der Politik angekommen.<\/p>\n<p>Die Fraktionsvorsitzende der Gr\u00fcnen, Katrin G\u00f6ring-Eckardt, sagte: \u00bbWir brauchen eine Corona-Arbeitsschutzverordnung, die Unternehmen verpflichtet, \u00fcberall dort, wo es m\u00f6glich ist, Homeoffice jetzt auch anzubieten.\u00ab Notfalls m\u00fcsse mit Bu\u00dfgeldern Druck gemacht werden.<\/p>\n<p>\u00bbAuch in der Arbeitswelt muss jeder vermeidbare Kontakt eingeschr\u00e4nkt werden. Freundliche Bitten an die Arbeitgeber reichen hier nicht. Hier muss es verbindlichen Auflage geben, die auch mit Kontrollen und Bu\u00dfgeldern durchgesetzt werden\u00ab, sagte Linken-Chefin Katja Kipping dem SPIEGEL. \u00bbDie Erkenntnisse der Naturwissenschaften d\u00fcrfen nicht dort ignoriert werden, wo sie auf betriebswirtschaftliche Interessen treffen.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbGerade im Lockdown sollte \u00fcberall dort Homeoffice erm\u00f6glicht werden, wo es betrieblich irgend geht\u00ab, sagte der arbeitsmartkpolitische Sprecher der FDP, Johannes Vogel dem SPIEGEL. \u00bbDie politische Debatte darf aber nicht am Kern der Vers\u00e4umnisse vorbeigehen.\u00ab Es fehle vor allem an zeitgem\u00e4\u00dfen Regeln f\u00fcrs Homeoffice: \u00bbMillionenfach werden Unternehmen und Besch\u00e4ftigte stattdessen in rechtliche Grauzonen gedr\u00e4ngt.\u00ab <\/p>\n<p>Arbeitgeberpr\u00e4sident Rainer Dulger sprach sich gegen Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr Unternehmen aus.<\/p>\n<h3>Bundestag<\/h3>\n<p>Auch der Bundestag nimmt die Arbeit wieder auf, in seiner ersten Sitzungswoche im neuen Jahr. Es werden erwartet: 709 Abgeordnete aus der ganzen Republik, zu deren Arbeit es geh\u00f6rt, mit m\u00f6glichst vielen Menschen zu reden, kommen in Innenr\u00e4umen zusammen. Dazu Mitarbeiter, Bundestagspersonal, Journalisten.<\/p>\n<p>Auch wenn die Woche verk\u00fcrzt ist, der Freitag wegf\u00e4llt, die Fraktionen digital tagen, auch wenn der Bundestag als Volksvertretung einen ganz besonderen Status hat \u2013 das Parlament bleibt ein Hochrisikoort. Ist da eine Sitzungswoche zu verantworten?<\/p>\n<p>Diese Frage hatte Elisabeth Motschmann (CDU) aufgeworfen. Daf\u00fcr handelte sie sich Widerspruch von den Gr\u00fcnen und eine r\u00fcde Abfuhr von FDP-Bundestagsvize Wolfgang Kubicki ein, der sagte, man sehe, wie sehr man sich in der Union \u00bbauf die Rolle des Abnickers von Regierungsverf\u00fcgungen versteht\u00ab und wissen lie\u00df, sie k\u00f6nne ja Zuhause bleiben.<\/p>\n<p>Doch unumstritten sind die Pl\u00e4ne nicht und auch die Rollen sind nicht immer gleich verteilt. Im Maut-Untersuchungsausschuss etwa sind diese Woche gleich drei Sitzungstage angesetzt. Dann verbringen Dutzende Abgeordnete, Mitarbeiter, Journalisten mitunter einen ganzen Tag in einem schlecht bel\u00fcfteten Sitzungssaal.<\/p>\n<p>Der FDP-Politiker Christian Jung h\u00e4lt das f\u00fcr grob fahrl\u00e4ssig. \u00bbDie Gesundheit der Zeuginnen und Zeugen, der Protokollierenden, von Mitarbeitenden des Ausschusssekretariates und der Fraktionen sowie auch von uns Abgeordneten w\u00fcrde durch die geplante Durchf\u00fchrung einem vollkommen unn\u00f6tigen erh\u00f6hten Risiko ausgesetzt werden\u00ab, sagte er und pl\u00e4dierte f\u00fcr eine Verschiebung in den Februar.<\/p>\n<p>Auch Oliver Krischer, Fraktionsvize der Gr\u00fcnen und Mitglied im Untersuchungsausschuss, wirft der Koalition vor, sie dr\u00fccke die Sitzungen aus politischen Gr\u00fcnden durch. \u00bbDrei Sitzungen mit 14 Stunden und mehr Dauer stellen ein viel h\u00f6heres Risiko der Ansteckung dar. Bisher war eine Sitzung pro Woche \u00fcblich\u00ab, sagte er dem SPIEGEL.<\/p>\n<p>Es gebe \u00fcberhaupt keine Notwendigkeit, die Befragungen im Januar zu beenden. \u00bbDie Dreistigkeit, mit der Union und SPD die Pandemie ausnutzen und gleichzeitig das Risiko von Ansteckungen in Kauf nehmen, um die f\u00fcr sie peinlichen Befragungen zum Versagen von Andi Scheuer zu verstecken, ist atemberaubend\u00ab, sagte Krischer.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Kanzlerin auf dem Weg zur Arbeit. Foto:\u2002 Michael Kappeler \/ dpa Diese Pandemie ist auch ein gro\u00dfes D\u00e9j\u00e0-vu. Die Sorgen, Ereignisse, Diskussionen, Einw\u00e4nde und Phasen wiederholen sich. 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