{"id":509,"date":"2020-06-16T16:39:53","date_gmt":"2020-06-16T13:39:53","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-in-china-peking-ist-kein-zweites-wuhan\/"},"modified":"2020-06-16T16:39:53","modified_gmt":"2020-06-16T13:39:53","slug":"coronavirus-in-china-peking-ist-kein-zweites-wuhan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-in-china-peking-ist-kein-zweites-wuhan\/","title":{"rendered":"Coronavirus in China: Peking ist kein zweites Wuhan"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/88bc32b5-dcc7-41bc-9432-564ded93db54_w948_r1.77_fpx33.34_fpy50.jpg\" title=\"Die neue Normalit\u00e4t: China k\u00e4mpft mit der Corona-Pandemie - und ihren Folgen\" alt=\"Die neue Normalit\u00e4t: China k\u00e4mpft mit der Corona-Pandemie - und ihren Folgen\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Die neue Normalit\u00e4t: China k\u00e4mpft mit der Corona-Pandemie &#8211; und ihren Folgen<\/p>\n<p>Lintao Zhang\/ Getty Images<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Peking befindet sich wieder im &quot;Kriegsmodus&quot;, so verbreiten es Chinas Parteiorgane. Allein: Solche martialischen Vokabeln tr\u00fcben den Blick darauf, was gerade in der chinesischen Hauptstadt passiert. Noch ist nicht ausgemacht, ob dem Land tats\u00e4chlich die bef\u00fcrchtete zweite Welle der Corona-Pandemie bevorsteht &#8211; oder ob der neue Ausbruch im Pekinger Xinfadi-Markt eine Episode bleibt.<\/p>\n<p>Zweifelsohne sind die Beh\u00f6rden angesichts des neuen Infektionsclusters alarmiert. Als Hauptstadt eines zentralisierten Staates ist Peking f\u00fcr die Volksrepublik von enormer Bedeutung. Die gesamte politische Elite ist dort zu Hause. Staats- und Parteichef Xi Jinping hat seine Kader gewarnt, sich im &quot;Volkskrieg&quot; gegen das Virus keine Nachl\u00e4ssigkeit zu erlauben. Dementsprechend robust fallen die Gegenma\u00dfnahmen aus:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Seit am Donnerstag die erste Neuinfektion in Peking nach \u00fcber 50 Tagen bekannt wurde, wurden Zehntausende Besucher, Standbetreiber und Anwohner des Markts auf Covid-19 getestet und isoliert.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>100.000 Sozialarbeiter sollen in die Stadt ausschw\u00e4rmen, um die Seuchenkontrolle zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Was das Virus betrifft, geht die chinesische F\u00fchrung kein Risiko ein. Auch der Propagandaapparat dreht auf. Obwohl der Erreger an 40 Orten im Markt gefunden worden ist, wurde doch nur einer explizit herausgestellt: ein Schneidebrett f\u00fcr Lachs, wobei kein Bericht zu betonen verga\u00df, dass der Fisch aus dem Ausland importiert worden sei.<\/p>\n<p>Chinesische Experten gehen nicht davon aus, dass Lachs selbst das Wirtstier war. Die Annahme: Durch mangelnde Hygiene bei der Verarbeitung sei der Erreger auf den tiefgefrorenen Fisch gelangt, der dann nach China transportiert worden sei.<\/p>\n<p>Forscher der Pekinger Seuchenbek\u00e4mpfungsbeh\u00f6rde haben zudem das Genom des Erregers untersucht. Sie wollen dabei herausgefunden haben, dass es einem Virusstamm \u00e4hnele, der Europa heimgesucht hat. Das mag so sein &#8211; und doch f\u00e4llt auf, welches Gewicht die Staatsmedien diesem Umstand geben.<\/p>\n<p>Die Botschaft hat propagandistischen Wert: Der Ursprung der Gefahr ist demnach das Ausland, nicht China. Schon werden Stimmen laut, wonach diese Erkenntnis ein neues Licht auf den urspr\u00fcnglichen Ausbruch werfe. Die Spekulation geht so: Im Huanan-Fischmarkt in Wuhan, von wo aus das Virus sich ab Dezember in die Welt verbreitet hatte, wurden doch sicher ebenfalls importierte Lebensmittel verkauft?<\/p>\n<p>Nimmt man die Nervosit\u00e4t der Beh\u00f6rden und den Spin der Berichterstattung einmal beiseite, ist Peking von einem Belagerungszustand aber noch ein gutes St\u00fcck weit entfernt &#8211; nicht zuletzt, was die Zahlen angeht.<\/p>\n<h3>Beh\u00f6rden gehen von lokal begrenztem Ausbruch aus<\/h3>\n<p>Bis Montag wurden in der 22-Millionen-Metropole insgesamt 79 Neuinfektionen registriert. Zum Vergleich: In Berlin mit seinen rund 3,5 Millionen Einwohnern sind allein in der vergangenen Woche 327 F\u00e4lle dazugekommen. Wu Zunyou, ein hochrangiger Epidemiologe der Seuchenbek\u00e4mpfungsbeh\u00f6rde, \u00e4u\u00dferte sich am Montag im Staatsfernsehen verhalten optimistisch: &quot;Wir sind zuversichtlich, dass der Ausbruch sich nicht weit verbreiten wird&quot;, sagte er.<\/p>\n<p>Nun haben Verantwortliche den Ausbruch der Corona-Pandemie anfangs vertuscht; auch gibt es zahlreiche Hinweise, dass die im Fr\u00fchjahr gemeldeten Fallzahlen zu niedrig waren. Viele Beobachter au\u00dferhalb des Landes trauen der chinesischen Statistik daher nicht. Das Stadtbild in Peking spricht allerdings daf\u00fcr, dass die Beh\u00f6rden den neuerlichen Ausbruch bisher tats\u00e4chlich f\u00fcr ein lokal begrenztes Ereignis halten. W\u00e4hrend der ersten Welle im Fr\u00fchjahr galt in Peking ein besonders strenges Sicherheitskonzept:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Neuank\u00f6mmlinge in der Stadt mussten sich f\u00fcr 14 Tage in Quarant\u00e4ne begeben.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Das \u00f6ffentliche Leben lag praktisch vollst\u00e4ndig still,<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>selbst auf den gr\u00f6\u00dften Stra\u00dfen fuhren nur vereinzelte Autos.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dieser Tage ist das Verkehrsaufkommen dagegen weitgehend normal. Im Ausgehviertel Sanlitun waren am Montagabend die meisten Restaurants und Bars ge\u00f6ffnet, wenngleich nicht sonderlich stark frequentiert.<\/p>\n<h3>Unterschied zwischen &quot;Communitys&quot; und Stadtteilen<\/h3>\n<p>Zudem hat die Verwaltung in Peking nicht ganze Stadtteile abgeriegelt, wie es zun\u00e4chst vermeldet wurde. Diese urspr\u00fcngliche Darstellung mag auf einen \u00dcbersetzungsfehler zur\u00fcckgehen:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Auf der niedrigsten Verwaltungsebene sind Chinas St\u00e4dte in Nachbarschaften organisiert, die auch als &quot;Communitys&quot; bezeichnet werden.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Dabei handelt es sich aber nicht um Stadtviertel, sondern typischerweise um einen H\u00e4userblock oder eine Gruppe von Wohngeb\u00e4uden, die h\u00e4ufig von einem Zaun oder einer Mauer umgeben sind.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Diese &quot;Communitys&quot; unterstehen einem Nachbarschaftskomitee oder einem professionellen Management, die w\u00e4hrend der Pandemie auch f\u00fcr die Umsetzung von Gesundheitsvorschriften zust\u00e4ndig waren und immer noch sind.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bis zu diesem Montag wurden 21 dieser Communitys in Peking unter einen Lockdown gestellt. Dort leben immerhin rund 90.000 Menschen, eine hohe Zahl. Aber ein Lockdown f\u00fcr ganze Stadtteile, in denen zum Teil mehrere Millionen Einwohner leben, der w\u00e4re weitaus dramatischer. Peking ist noch lange kein zweites Wuhan.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Die neue Normalit\u00e4t: China k\u00e4mpft mit der Corona-Pandemie &#8211; und ihren Folgen Lintao Zhang\/ Getty Images Peking befindet sich wieder im &quot;Kriegsmodus&quot;, so verbreiten es Chinas Parteiorgane. 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