{"id":5075,"date":"2021-01-09T07:33:10","date_gmt":"2021-01-09T04:33:10","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-warum-thuringen-und-sachsen-so-langsam-impfen\/"},"modified":"2021-01-09T07:33:10","modified_gmt":"2021-01-09T04:33:10","slug":"corona-warum-thuringen-und-sachsen-so-langsam-impfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-warum-thuringen-und-sachsen-so-langsam-impfen\/","title":{"rendered":"Corona: Warum Th\u00fcringen und Sachsen so langsam impfen"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/e4bee2c1-dfa8-4c77-a15b-3463b621e88f_w948_r1.77_fpx30_fpy45.jpg\" title=\"Impfstoff\" alt=\"Impfstoff\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Impfstoff<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Matthias Bein \/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Ginge es nach der Greizer Landr\u00e4tin Martina Schweinsburg, h\u00e4tte ihr Bundesland Th\u00fcringen das mit dem Impfen alles anders organisiert. \u00bbWir wissen ja nicht einmal, was hier genau die Strategie ist und wie vorgegangen wird\u00ab, sagt sie. \u00bbDas Impfen wird allein vom Sozialministerium und der Kassen\u00e4rztlichen Vereinigung organisiert, wir erfahren kaum etwas.\u00ab<\/p>\n<p>Die CDU-Politikerin ist ungl\u00fccklich dar\u00fcber, wie es l\u00e4uft: die Informationswege, die bisher so niedrige Impfquote, die Auswahl der Objekte in den Kommunen f\u00fcr die Impfzentren.<\/p>\n<p>Das Impfen ist eigentlich der Hoffnungsschimmer f\u00fcr das Jahr 2021. Ein effektiver Weg, um die Todeszahlen zu senken, ebenso die Infektionen, die \u00dcberlastung des Gesundheitssystems zu bremsen. Je schneller es vorangeht, desto schneller ist der Shutdown-Spuk vorbei, so die Hoffnung.<\/p>\n<p>Doch der Impfstart in Deutschland l\u00e4uft rumpelig. Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind Stand Freitag gerade mal knapp 480.000 Menschen im Bundesgebiet geimpft worden.<\/p>\n<p>Ausgerechnet in Th\u00fcringen und Sachsen geht es mit dem Impfen bisher besonders langsam voran. Beide L\u00e4nder haben bundesweit die h\u00f6chsten Werte bei der 7-Tage-Inzidenz. In Sachsen wurde am Freitag bei einem R\u00fcckkehrer aus Gro\u00dfbritannien erstmals die neue, hochinfekti\u00f6se Mutante des Virus nachgewiesen, die die Lage im Bundesland noch verschlimmern k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Beim Impfen steht Th\u00fcringen daf\u00fcr auf der Tabelle der Bundesl\u00e4nder weit hinten, knapp 8000 Menschen sind bislang immunisiert, im Nachbarland Sachsen-Anhalt sind es fast 20.000. Beide L\u00e4nder haben \u00e4hnlich wenige Einwohner. Angef\u00fchrt wird die Tabelle von Mecklenburg-Vorpommern mit 24.000 Impfungen. Das entspricht 15 Impfungen pro 1000 Einwohner. Th\u00fcringen liegt bei 3,7 und Sachsen bei 3,8.<\/p>\n<p>Woran liegt diese Differenz? Warum hinken gerade die schwer betroffenen Hotspot-L\u00e4nder Th\u00fcringen und Sachsen so hinterher?<\/p>\n<h3>Krankenh\u00e4user first<\/h3>\n<p>In Th\u00fcringen werden daf\u00fcr verschiedene Gr\u00fcnde genannt. Zum einen hat sich das Land entschieden, zun\u00e4chst in den Krankenh\u00e4usern zu impfen.<\/p>\n<p>80 Prozent der bisher gelieferten Impfstoffe sind f\u00fcr die Krankenh\u00e4user vorgesehen. Diese Strategie wird in mehreren Bundesl\u00e4nder verfolgt, die Quote in Th\u00fcringen ist aber besonders hoch.<\/p>\n<p>&quot;Die Strategie entscheidet das Gesundheitsministerium und ich halte das f\u00fcr richtig&quot;, sagt Ministerpr\u00e4sident Bodo Ramelow (Linke). Wenn man zun\u00e4chst die Menschen in den Krankenh\u00e4usern immunisiere, biete das f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten und das Gesundheitssystem einen Schutz. Dort jedoch werde noch nicht gen\u00fcgend gemeldet, wie viele Personen geimpft seien.<\/p>\n<p>Die Zahl der tats\u00e4chlich Geimpften k\u00f6nnte also etwas h\u00f6her sein. Zudem ist die Bereitschaft bei den Besch\u00e4ftigten in den Krankenh\u00e4usern bisher gering. Ramelow appellierte zuletzt, dass sich m\u00f6glichst viele in den Krankenh\u00e4usern impfen lassen sollten.<\/p>\n<p>20 Prozent der bisher gelieferten Impfstoffe sind in Th\u00fcringen f\u00fcr die Altenheime vorgesehen, wo in Kleinteams geimpft wird. Das funktioniert auch gut bisher. Es dauert aber in den Altenheimen lange, weil viel erkl\u00e4rt werden muss.<\/p>\n<p>Aus den Landkreisen ist zudem von Unmut dar\u00fcber zu h\u00f6ren, dass die lokalen Gesundheits\u00e4mter und Kreisverwaltungen nicht bei der Organisation eingebunden wurden. Zust\u00e4ndig f\u00fcr die Impfungen ist die Kassen\u00e4rztliche Vereinigung Th\u00fcringen (KVT), die mit dieser Aufgabe allein aber \u00fcberfordert sei. \u00bbWir sind \u00fcberall eingebunden, deswegen kamen wir \u00fcberhaupt nicht auf die Idee auch beim Gesundheitsministerium anzumelden, dass dies auch bei den Impfungen der Fall sein sollte\u00ab, sagt die Landr\u00e4tin Martina Schweinsburg.<\/p>\n<p>Von der KVT wird dies zur\u00fcckgewiesen. \u00bbZusammenarbeit mit den Landkreisen, insbesondere mit den Gesundheits\u00e4mtern, gab es in vielen F\u00e4llen bei der Auswahl der Standorte f\u00fcr die Impfstellen&quot;, sagt der KVT-Sprecher Veit Malolepsy. \u00bbWeitere Absprachen, zum Beispiel zur Terminvergabe, gab es zun\u00e4chst nicht, um die Gesundheits\u00e4mter, die mit der Kontaktverfolgung bereits umfangreich besch\u00e4ftigt sind, nicht mit zus\u00e4tzlichen Aufgaben zu belasten.\u00ab<\/p>\n<p>Ein anderer Kritikpunkt ist etwa die Reihenfolge der Pflegeheime, die in mehreren anderen Bundesl\u00e4ndern von den Kreisen bestimmt wird. \u00bbWir f\u00e4nden es gut, wenn wir bei dieser Frage eingebunden w\u00fcrden\u00ab, sagt etwa der Jenaer Oberb\u00fcrgermeister Thomas Nitzsche (FDP). \u00bbAuch und gerade dort, wo es bereits Ausbr\u00fcche gibt, w\u00fcrden wir gern impfen. Derzeit wird die genau andere Strategie gefahren, was ich nicht f\u00fcr richtig halte\u00ab, so Nitzsche.<\/p>\n<p>Am kommenden Mittwoch sollen in Th\u00fcringen die 14 Impfstellen ge\u00f6ffnet werden, wo dann zentral geimpft wird. Da soll die Zahl der Geimpften noch mal erheblich steigen. Bisher wurden 30.000 Termine f\u00fcr die Erst- und Zweitimpfung bereits vergeben. In Sachsen-Anhalt und Sachsen \u00f6ffnen sie schon am Montag. Begr\u00fcndung in Th\u00fcringen ist, dass gerade viele \u00c4ltere noch am Montag zu ihrem Hausarzt gehen w\u00fcrden und die \u00c4rzte auch noch die Grundversorgung sicherstellen m\u00fcssten.<\/p>\n<p>Bei der Terminvergabe f\u00fcr die Impfzentren jedoch gab es nun schon mehrfach technische Pannen. Gleich am ersten Tag, als eine entsprechende Hotline freigeschalten wurde, fiel der Strom aus, sodass die Nummer nicht erreichbar war. Ende Dezember wurde das Online-Portal f\u00fcr die Termine aus bisher nicht ganz gekl\u00e4rten Gr\u00fcnden mit Tausenden Anfragen \u00fcberflutet, sodass die Server \u00fcberlastet waren und mehrere Hundert Menschen ihre Termine noch mal buchen mussten.<\/p>\n<h3>Impfzentren zu, weil zu wenig Impfstoff<\/h3>\n<p>Auch in Sachsen sind 13 Impfzentren noch nicht ge\u00f6ffnet, was die Gesundheitsministerin Petra K\u00f6pping (SPD) auf den fehlenden Impfstoff zur\u00fcckf\u00fchrt. Die Zentren h\u00e4tten nach kurzer Zeit wieder schlie\u00dfen m\u00fcssen, weil der Nachschub fehle.<\/p>\n<p>Knapp mehr als die H\u00e4lfte der bislang gelieferten Biontech-Dosen gingen direkt an Krankenh\u00e4user, die in eigener Verantwortung ihr Personal impfen. Wie in Th\u00fcringen will man verhindern, dass sich die ohnehin angespannte Personalsituation durch weitere Corona-F\u00e4lle versch\u00e4rft.<\/p>\n<p>Die restlichen Dosen werden durch mobile Impfteams im Land verteilt \u2013 vorrangig in Alten- und Pflegeheimen. Alle vorhandenen Dosen, so hei\u00dft es, seien \u00bbverteilt oder verplant\u00ab.<\/p>\n<p>Immerhin, in Sachsen \u00f6ffnen die Impfzentren wie in Sachsen-Anhalt bereits am Montag, allerdings auch nur f\u00fcr Menschen mit h\u00f6chster Priorit\u00e4t, man rechnet ab kommender Woche mit 2.800 Impfungen t\u00e4glich. Bis Ende Januar, so die Botschaft des Sozialministeriums, sollen etwa 18 Prozent der am meisten gef\u00e4hrdeten Gruppe geimpft sein.<\/p>\n<p>Zeitnah soll auch der am Mittwoch von der Europ\u00e4ischen Arzneimittelbeh\u00f6rde (EMA) zur Zulassung durch die EU empfohlene Moderna-Impfstoff die Lage entspannen. Allerdings erh\u00e4lt Deutschland in den ersten drei Monaten wohl nur zwei Millionen Dosen. In den Hotspots Th\u00fcringen und Sachsen sind sie deshalb zur\u00fcckhaltend. Und: Das Mittel werde in gro\u00dfen Dosen zu zehn Impfungen ausgeliefert. Das sei zu gro\u00df f\u00fcr Hausarztpraxen, man laufe Gefahr, knappe Impfstoffmengen gegebenenfalls vernichten zu m\u00fcssen, hei\u00dft es.<\/p>\n<p>Sachsens Gesundheitsministerin K\u00f6pping moniert, dass bisher die Verteilung des Impfstoffes allein nach der Einwohnerzahl der Bundesl\u00e4nder organisiert wird. \u00bbIch glaube, dass auch andere Faktoren bei neuen Lieferungen eine Rolle spielen sollten. Wir haben die bundesweit h\u00f6chste Inzidenz. Ein Faktor sollte auch sein, welche Bundesl\u00e4nder einen besonders hohen Anteil an \u00e4lteren Menschen haben. Dazu geh\u00f6rt Sachsen\u00ab, so K\u00f6pping. Sachsen hat etwa rund eine Million Menschen, die \u00e4lter als 65 Jahre sind.<\/p>\n<p>\u00bbSie m\u00fcssen schnell besonders gesch\u00fctzt werden. Gerade mit Blick auf die Menschen, die zu Hause leben, dauert das zu lange. Wir brauchen daher schneller mehr Impfstoff\u00ab, fordert K\u00f6pping.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Impfstoff Foto:\u2002Matthias Bein \/ dpa Ginge es nach der Greizer Landr\u00e4tin Martina Schweinsburg, h\u00e4tte ihr Bundesland Th\u00fcringen das mit dem Impfen alles anders organisiert. \u00bbWir wissen ja nicht<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5076,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-5075","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5075","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5075"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5075\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5076"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5075"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5075"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5075"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}