{"id":5037,"date":"2021-01-07T15:36:53","date_gmt":"2021-01-07T12:36:53","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/facebook-twitter-und-donald-trump-an-euren-handen-klebt-blut\/"},"modified":"2021-01-07T15:36:53","modified_gmt":"2021-01-07T12:36:53","slug":"facebook-twitter-und-donald-trump-an-euren-handen-klebt-blut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/facebook-twitter-und-donald-trump-an-euren-handen-klebt-blut\/","title":{"rendered":"Facebook, Twitter und Donald Trump: \u00bbAn euren H\u00e4nden klebt Blut\u00ab"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/fe02cd60-4d18-4faa-957d-c246cdc30897_w948_r1.77_fpx50_fpy87.jpg\" title=\"Donald Trump am Handy: Social-Media-Kan\u00e4le als Pr\u00e4sidenten-Megafone\" alt=\"Donald Trump am Handy: Social-Media-Kan\u00e4le als Pr\u00e4sidenten-Megafone\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Donald Trump am Handy: Social-Media-Kan\u00e4le als Pr\u00e4sidenten-Megafone<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Leah Millis \/ REUTERS  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Kurz vor Ende der Amtszeit von Donald Trump ist nun tats\u00e4chlich passiert, was im Netz vielfach und seit Jahren gefordert wurde: Twitter, Facebook, Instagram und Snapchat haben Donald Trumps Social-Media-Konten gesperrt \u2013 Accounts, mit denen sich der US-Pr\u00e4sident vor allem auf Twitter und Facebook schon lange Dinge erlauben konnte, f\u00fcr die andere Nutzer schnell von der Plattform geflogen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Trump verbreitete zahlreiche Falschnachrichten, beleidigte andere und postete Gewaltverherrlichendes wie \u00bbWenn Iran k\u00e4mpfen will, wird das das offizielle Ende Irans sein\u00ab oder den historisch belasteten Spruch \u00bbWenn das Pl\u00fcndern beginnt, beginnt das Schie\u00dfen\u00ab.<\/p>\n<p>Im Zuge des Sturms auf das Kapitol, bei dem Tausende Trump-Anh\u00e4nger und Verschw\u00f6rungstheoretiker am Mittwoch an einem der symboltr\u00e4chtigsten Orte der US-Hauptstadt Washington Chaos stifteten, entschieden sich die Dienste nun, Donald Trump, dem wirkm\u00e4chtigsten Anheizer der Proteste, seine digitalen Megafone abzuschalten. Vorerst einmal.<\/p>\n<p>Twitter hat Trumps Konto, dem 88 Millionen Nutzer folgen, erst einmal f\u00fcr zw\u00f6lf Stunden gesperrt \u2013 wegen Botschaften, in denen Trump Falschbehauptungen zum Wahlausgang verbreitete und das Geschehen am Kapitol verharmloste. Bei weiteren problematischen Postings drohe ihm eine dauerhafte Account-Sperre, so Twitter in einer Stellungnahme.<\/p>\n<p>Bei Facebook und Instagram soll 24 Stunden kein Posting von Donald Trump mehr erscheinen k\u00f6nnen. Die Zeitlimits erwecken den Eindruck, dass man auch bei Milliardenunternehmen noch keine Strategie daf\u00fcr zu haben scheint, wie es ab Donnerstag mit Trump und seinen Kan\u00e4len weitergehen soll. Offiziell ist der Pr\u00e4sident noch gut zwei Wochen im Amt.<\/p>\n<h3>Intern ein gro\u00dfes Streitthema<\/h3>\n<p>In den Techfirmen wird schon lange dar\u00fcber gestritten, wie man mit Trumps Hasstiraden und Falschbehauptungen umgehen soll \u2013 teils erbittert. Am Mittwoch sollen Mitarbeitern zufolge in einem Facebook-Forum interne Debatten zur Frage, ob man Trump sofort von der Plattform nehmen sollte, gestoppt worden sein. Drei Forumsdiskussionen zum Thema seien von Administratoren durch ein vorl\u00e4ufiges Einfrieren der Beitr\u00e4ge beendet worden, berichtet \u00bbBuzzfeed\u00ab.<\/p>\n<p>Mark Zuckerberg, der sich im Fr\u00fchjahr \u00f6ffentlich gegen Factchecks von Politikernachrichten ausgesprochen und damit bei Donald Trump gepunktet hatte, schrieb sp\u00e4ter in einer internen Nachricht von einem \u00bbdunklen Moment in der Geschichte unseres Landes\u00ab. Mit Blick auf die Geschehnisse von Mittwoch hie\u00df es vom Firmenchef, Facebook behandle die Situation wie einen Notfall.<\/p>\n<p>Die Konfrontation der Firmen mit Trumps gef\u00e4hrlicher Rhetorik erreicht jetzt ihren vorl\u00e4ufigen H\u00f6hepunkt. In sozialen Medien aber war der Unternehmer schon immer ein Troll, der an konstruktiven Debatten nie sonderlich interessiert schien. Aber Donald Trump war eben auch Pr\u00e4sidentschaftskandidat und sp\u00e4ter US-Pr\u00e4sident, dessen \u00c4u\u00dferungen von weltweitem Interesse sind.<\/p>\n<h3>F\u00fcr manche Nutzer gelten Sonderregeln<\/h3>\n<p>Twitter lie\u00df ihm so manches mit Verweis auf seine \u00bbAusnahmen im \u00f6ffentlichen Interesse\u00ab durchgehen. \u00bbIm Allgemeinen ergreifen wir bei Twitter Ma\u00dfnahmen, wenn Tweets gegen unsere Regeln versto\u00dfen\u00ab, hei\u00dft es in dieser Regel\u00fcbersicht der Plattform. \u00bbWir sind uns jedoch bewusst, dass es manchmal im \u00f6ffentlichen Interesse ist, Nutzern die Anzeige von Tweets zu erm\u00f6glichen, die ansonsten gel\u00f6scht w\u00fcrden.\u00ab<\/p>\n<p>In anderen Worten: Wenn jemand so Wichtiges wie Trump gegen die Regeln verst\u00f6\u00dft, ist es Twitter wichtiger, dies f\u00fcr die Nachwelt zu dokumentieren, als der problematischen Nachricht etwas entgegenzusetzen.<\/p>\n<p>Trotz solcher Regeln begann im vergangenen Mai zuerst Twitter, Trumps langj\u00e4hrige Lieblingsplattform, einige Tweets des Pr\u00e4sidenten mit Faktencheck-Hinweisen zu versehen. Trump \u00e4rgerte das, er reagierte darauf unter anderem mit der Forderung, die US-Haftungsregeln f\u00fcr Plattformen m\u00fcssten dringend \u00fcberarbeitet werden \u2013 nat\u00fcrlich in seinem Sinne.<\/p>\n<p>Kurz vor und nach der US-Wahl im November bestand Trumps Account zu einem beachtlichen Teil aus Tweets, die als problematisch gekennzeichnet waren. Trump testete trotzdem weiter seine Grenzen aus, sodass seitdem eine Frage immer weiter in den Vordergrund r\u00fcckt: Wie viel Aufstachelung, wie viel Kampagne gegen die Demokratie lassen Social-Media-Plattformen dem scheidenden Pr\u00e4sidenten noch durchgehen?<\/p>\n<h3>Ein Video, das niemand teilen kann<\/h3>\n<p>Vor allem der Umgang von Twitter mit Trump-Postings wirkt mittlerweile wie ein Reiz-Reaktion-Spiel, bei dem sowohl die Reize als auch die Reaktionen zunehmend an Intensit\u00e4t gewinnen.<\/p>\n<p>Als Donald Trump am Mittwoch ein vermeintliches Beschwichtigungsvideo f\u00fcr seine Anh\u00e4nger auf der Plattform hochlud, stellte Twitter binnen Minuten den Hinweis dazu, der darin von ihm aufrechterhaltene Vorwurf des Wahlbetrugs werde angefochten. \u00bbAufgrund einer Gewaltgefahr\u00ab k\u00f6nne der Tweet weder geliket noch retweetet oder kommentiert werden, hie\u00df es au\u00dferdem. Social Media war f\u00fcr Trump zu diesem Zeitpunkt noch erlaubt, aber ohne das Social.<\/p>\n<p>Bald darauf entschied sich Twitter dann, Trumps Account zu sperren und das Video zu blockieren, wie auch zwei andere aktuelle Trump-Postings.<\/p>\n<p>Auch Facebook und YouTube haben die Videobotschaft des Pr\u00e4sidenten mittlerweile offline genommen. YouTube verwies laut \u00bbEngadget\u00ab auf seine Regeln zu Postings rund um die US-Wahl. Facebook-Manager Guy Rosen teilte mit, Facebook habe das Video entfernt, weil man der \u00dcberzeugung sei, dass es das Risiko anhaltender Gewalt eher f\u00f6rdere als mindere.<\/p>\n<p>F\u00fcr Twitter und Facebook d\u00fcrften die n\u00e4chsten Tage nun extrem ungem\u00fctlich werden. Die Firmenchefs und ihre Pr\u00fcfungsabteilungen werden schwierige Entscheidungen treffen m\u00fcssen, wenn Donald Trump nicht pl\u00f6tzlich einen Sinneswandel durchmacht und seine Social-Media-Strategie radikal \u00e4ndert \u2013 woran wohl niemand glaubt.<\/p>\n<p>Schmei\u00dfen die Firmen Trump ganz von ihren Plattformen oder sperren sie ihn l\u00e4nger, wird ihnen in ihren eigenen Netzwerken der Unmut von Millionen Trump-Fans entgegenschlagen. Z\u00fcndelt der Pr\u00e4sident online aber weiter, k\u00f6nnen sich die Dienste auch nicht aus ihrer Verantwortung stehlen: Was die Worte Trumps ausl\u00f6sen k\u00f6nnten, zeichnet sich seit Langem ab. Nach dem Sturm auf das Kapitol l\u00e4sst es sich aber \u00fcberhaupt nicht mehr wegdiskutieren.<\/p>\n<p>Der Investor Chris Sacca, bekannt aus \u00bbShark Tank\u00ab, dem amerikanischen Pendant zu \u00bbDie H\u00f6hle der L\u00f6wen\u00ab, schrieb am Mittwoch auf Twitter, adressiert an Jack Dorsey und Mark Zuckerberg: \u00bbAn euren H\u00e4nden klebt Blut. Vier Jahre lang habt ihr diesen Terror rationalisiert. Anstiftung zum gewaltsamen Verrat ist keine freie Meinungs\u00e4u\u00dferung.\u00ab<\/p>\n<p>Alex Stamos, fr\u00fcher Sicherheitschef bei Facebook, schrieb am Mittwoch kurz vor den Accountsperren, es habe zu jenem Zeitpunkt nur noch einen letzten Grund gegeben, Trumps Account \u00fcberhaupt offen zu lassen: die M\u00f6glichkeit, dass er versuchen w\u00fcrde, den von ihm gerufenen Geist zur\u00fcck in die Flasche zu stecken. \u00bbAber wie viele erwartet haben, ist das f\u00fcr ihn unm\u00f6glich\u00ab, konstatierte Stamos mit Blick auf Trumps sp\u00e4ter gel\u00f6schte Videobotschaft. \u00bbTwitter und Facebook m\u00fcssen ihn abschalten.\u00ab<\/p>\n<p>Der Senator Joe Manchin, ein Demokrat, der am Mittwoch selbst im evakuierten Kapitol war, appelliert derweil an Twitter, die Zw\u00f6lf-Stunden-Sperre sei zu wenig. Trump sei \u00bbeine Gefahr f\u00fcr unsere Demokratie\u00ab, so Manchin: Er sollte f\u00fcr die n\u00e4chsten 14 Tage von Twitter verbannt werden \u2013 also so lange, bis er nicht mehr Pr\u00e4sident ist.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Donald Trump am Handy: Social-Media-Kan\u00e4le als Pr\u00e4sidenten-Megafone Foto:\u2002Leah Millis \/ REUTERS Kurz vor Ende der Amtszeit von Donald Trump ist nun tats\u00e4chlich passiert, was im Netz vielfach und<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5038,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-5037","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5037","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5037"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5037\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5038"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5037"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5037"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5037"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}