{"id":502,"date":"2020-06-16T08:18:00","date_gmt":"2020-06-16T05:18:00","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-mutation-konnte-virusvariante-in-europa-ansteckender-machen\/"},"modified":"2020-06-16T08:18:00","modified_gmt":"2020-06-16T05:18:00","slug":"corona-mutation-konnte-virusvariante-in-europa-ansteckender-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-mutation-konnte-virusvariante-in-europa-ansteckender-machen\/","title":{"rendered":"Corona: Mutation k\u00f6nnte Virusvariante in Europa ansteckender machen"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/bca97e78-cea4-437e-a9b4-b14962bf021c_w948_r1.77_fpx46_fpy38.jpg\" title=\"Spike-Proteine: Coronaviren infizieren Zellen \u00fcber die Vorspr\u00fcnge an ihrer Au\u00dfenh\u00fclle\" alt=\"Spike-Proteine: Coronaviren infizieren Zellen \u00fcber die Vorspr\u00fcnge an ihrer Au\u00dfenh\u00fclle\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Spike-Proteine: Coronaviren infizieren Zellen \u00fcber die Vorspr\u00fcnge an ihrer Au\u00dfenh\u00fclle<\/p>\n<p> Just_Super\/ Getty Images <\/figcaption><\/figure>\n<p>Eine bestimmte Mutation des neuartigen Coronavirus hat unter Laborbedingungen offenbar daf\u00fcr gesorgt, dass der Erreger mehr Zellen infizieren kann. Das berichten Forscher von Scripps Research &#8211; einer medizinischen Forschungseinrichtung im US-Bundesstaat Kalifornien \u2013 nach ersten Experimenten.<\/p>\n<p>Dass sich ein Virus mit der Zeit ver\u00e4ndert, ist normal. Um sich zu vermehren, muss sich das Genom des Erregers st\u00e4ndig kopieren. Dabei passieren zuf\u00e4llige Fehler, sogenannte Mutationen, die oft keinen Effekt haben.<\/p>\n<p>Vor einigen Wochen entdeckten Forscher jedoch eine Mutation mit dem Code D614G, die vor allem bei Virenproben aus Europa und Nordamerika vorkam. Ende April berichteten Forscher des Los Alamos Laboratory im US-Bundesstaat New Mexico sogar, dass die Mutation das neuartige Coronavirus ansteckender machen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>So hatten Patienten im englischen Sheffield, die die Virenvariante in sich trugen, eine h\u00f6here Erregerlast als andere Patienten. Das hei\u00dft, in ihren Rachenabstrichen tummelten sich besonders viele Sars-CoV-2-Viren. Allerdings erkrankten sie nicht schwerer als Patienten, die von Viren befallen waren, bei denen die Ver\u00e4nderung nicht vorkam. Das k\u00f6nnte ein Hinweis darauf sein, dass die Mutation das Virus ansteckender, aber nicht gef\u00e4hrlicher macht.<\/p>\n<h3>&quot;In nur wenigen Wochen die dominante Form&quot;<\/h3>\n<p>&quot;Wann immer diese Mutation eine Population erreichte, nahm ihre H\u00e4ufigkeit rapide zu und in vielen F\u00e4llen wurde sie in nur wenigen Wochen die dominante Form&quot;, berichtete das Forschungsteam um Molekularbiologin Bette Korber. Erstmals wurde die Mutation bei einem Fall in Deutschland nachgewiesen. Im April war es dann die h\u00e4ufigste Variante in Europa.<\/p>\n<p>Die Experimente der kalifornischen Wissenschaftler sprechen ebenfalls daf\u00fcr, dass die Mutation das Virus ansteckender machen k\u00f6nnte. Der Erreger infiziert K\u00f6rperzellen mithilfe sogenannter Spike-Proteine, die wie Knubbel an der Au\u00dfenh\u00fclle des Virus liegen. Einmal eingedrungen, bringt der Erreger die Zelle dazu, unz\u00e4hlige Kopien des Virus anzufertigen. Die Zelle geht schlie\u00dflich kaputt, die Viren werden frei und suchen sich einen neuen Wirt.<\/p>\n<p>Die kalifornischen Forscher hatten untersucht, wie sich die bekannte Mutation D614G auf das Spike-Protein auswirkt. Daf\u00fcr bauten sie mithilfe von Gentechnik Kopien des Coronavirus nach, indem sie ungef\u00e4hrlichen Viren Spike-Proteine des Coronavirus einpflanzten. Solche Vektorviren k\u00f6nnen zwar wie das Coronavirus in K\u00f6rperzellen eindringen, machen aber nicht krank.<\/p>\n<p>Im Labor bildeten die Vektorviren mit der D614G-Mutation deutlich mehr funktionierende Spike-Proteine und konnten dadurch K\u00f6rperzellen leichter befallen. &quot;Die Anzahl \u2013 oder Dichte \u2013 der funktionierenden Spike-Proteine war durch die Mutation vier- oder f\u00fcnfmal h\u00f6her&quot;, sagt eine der beteiligten Forscherinnen, Hyeryun Choe, Professorin f\u00fcr Immunologie und Mikrobiologie. Ob Infektionen mit dieser Virenform h\u00e4ufiger schwer oder gar t\u00f6dlich verlaufen, ist jedoch unklar.<\/p>\n<p>Weitere Studien m\u00fcssen nun zeigen, ob sich das Virus unter realen Bedingungen genauso verh\u00e4lt wie im Labor. So hatte es auch bei Ebola Hinweise gegeben, dass Viren mit einer bestimmten Mutation unter Laborbedingungen besonders viele Zellen infizieren k\u00f6nnen. Der Effekt verschwand jedoch bei Experimenten mit Tieren. Zudem sind die Laborversuche in Kalifornien bisher nicht von unabh\u00e4ngigen Experten gepr\u00fcft worden.<\/p>\n<h3>Laborexperimente sind noch kein Beweis<\/h3>\n<p>Noch halten es Forscher nicht f\u00fcr ausgeschlossen, dass sich das Coronavirus mit der Mutation D614G zuf\u00e4llig in Europa ausgebreitet hat, weil es die erste Variante war, die den Kontinent erreichte. In Washington und Kalifornien, wo die Mutation ebenfalls auftrat, gibt es bisher keine Hinweise, dass sich die Virenvariante schneller ausgebreitet hat.  <\/p>\n<p>Dennoch sind Beh\u00f6rden weltweit hellh\u00f6rig geworden. Auch bei dem j\u00fcngsten Ausbruch in Peking soll sich eine Virenvariante verbreiten, die ihren Ursprung in Europa hat. Weitere Analysen sollen nun die Abstammungslinie des Virus rekonstruieren und Hinweise liefern, wie das Virus auf Hackbretter des Xinfadi-Gro\u00dfmarkts gelangte, auf denen importierter Lachs verarbeitet worden war.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Spike-Proteine: Coronaviren infizieren Zellen \u00fcber die Vorspr\u00fcnge an ihrer Au\u00dfenh\u00fclle Just_Super\/ Getty Images Eine bestimmte Mutation des neuartigen Coronavirus hat unter Laborbedingungen offenbar daf\u00fcr gesorgt, dass der Erreger<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-502","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/502","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=502"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/502\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=502"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=502"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=502"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}