{"id":4982,"date":"2021-01-05T05:06:19","date_gmt":"2021-01-05T02:06:19","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-zahlen-uber-weihnachten-und-neujahr-wie-aussagekraftig-sind-die-aktuellen-daten\/"},"modified":"2021-01-05T05:06:19","modified_gmt":"2021-01-05T02:06:19","slug":"corona-zahlen-uber-weihnachten-und-neujahr-wie-aussagekraftig-sind-die-aktuellen-daten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-zahlen-uber-weihnachten-und-neujahr-wie-aussagekraftig-sind-die-aktuellen-daten\/","title":{"rendered":"Corona-Zahlen \u00fcber Weihnachten und Neujahr: Wie aussagekr\u00e4ftig sind die aktuellen Daten?"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Kurz nach Weihnachten, am 29. Dezember, machte eine Horrorzahl die Runde in Deutschland. Binnen 24 Stunden wurden 1129 Todesf\u00e4lle im Zusammenhang mit dem Coronavirus bekannt. Ein trauriger H\u00f6chstwert in der schon fast ein Jahr grassierenden Pandemie.<\/p>\n<p>Kurz davor und danach gaben andere Zahlen hingegen scheinbar Anlass zur Hoffnung. Die Zahl der best\u00e4tigten Neuinfektionen lag am 27. Dezember sowie am 3. Januar so niedrig wie lange nicht. F\u00fcr den 3. Januar meldete das Robert Koch-Institut 9847 neue F\u00e4lle, erstmals seit Ende Oktober lag der Wert \u00fcberhaupt wieder unterhalb der Marke von 10.000.<\/p>\n<p>Doch was ist die Ursache f\u00fcr diese scheinbar widerspr\u00fcchlichen Entwicklungen? Wie bereits vorab angek\u00fcndigt und bei den meisten Meldungen auch mitgenannt, kam es wegen der Feiertage zu mitunter erheblichen Schwankungen der Fallzahlen.<\/p>\n<h3>So kommt es zu schwankenden Test- und Fallzahlen<\/h3>\n<p>Arztpraxen, Gesundheitseinrichtungen und auch die Beh\u00f6rden waren \u00fcber die Feiertage, \u00e4hnlich wie sonst an den Wochenenden, schw\u00e4cher besetzt. Zudem d\u00fcrften sich Menschen an den Feiertagen anders verhalten haben als sonst. Bei leichten oder unklaren Symptomen ist es vorstellbar, dass sie nicht sofort zum Arzt oder ins Testzentrum gegangen sind und stattdessen den Test auf die Zeit nach den Feiertagen verschoben haben. Oder aber sie machten aus Vorsicht einen Schnelltest, dessen Ergebnisse allerdings nicht in die offiziellen RKI-Zahlen einflie\u00dfen.<\/p>\n<p>In der Folge kam es also zun\u00e4chst zu weniger Tests und nach den Feiertagen wom\u00f6glich auch zu mehr Tests und Staus in den Laboren. Das ist eine wahrscheinliche Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Schwankungen bei den gemeldeten Zahlen.<\/p>\n<p>Wie stark der Weihnachtseffekt sich auf die Zahl der durchgef\u00fchrten Tests auswirkt, zeigt folgende Grafik. Die Zahl der w\u00f6chentlichen Corona-Tests lag in der Weihnachtswoche so niedrig wie zuletzt im August vergangenen Jahres.<\/p>\n<p>Solide interpretierbar sind Daten zu Neuinfektionen erst dann, wenn Arztpraxen, Labors und Gesundheits\u00e4mter wieder normal arbeiten und ein Zeitraum betrachtet werden kann, der nicht durch Feiertage verzerrt wird. Das wird fr\u00fchestens Ende dieser Woche m\u00f6glich sein. Das RKI ist sogar noch vorsichtiger und erkl\u00e4rt auf Anfrage: \u00bbEine belastbare Bewertung hinsichtlich der epidemiologischen Entwicklungen wird fr\u00fchestens Ende n\u00e4chster\/Anfang \u00fcbern\u00e4chster Woche m\u00f6glich sein.\u00ab<\/p>\n<h3>Die Krankenhausstatistik<\/h3>\n<p>Durch die Feiertage weitaus weniger beeinflusst als die Fallzahlen wird die Krankenhausstatistik. Die Behandlung der Corona-Patienten ging auch w\u00e4hrend der Feiertage unvermindert weiter. Betrachtet man die Zahl der Corona-Intensivpatienten, so zeigt sich auch \u00fcber die Feiertage ein Anstieg:<\/p>\n<p>Erstmals seit Herbst kam es dabei allerdings zuletzt an mehreren Tagen zu r\u00fcckl\u00e4ufigen Zahlen. Das Wachstum der Zahl der Patienten in Intensivbehandlung scheint sich zumindest abzuschw\u00e4chen.<\/p>\n<p>Hierbei gilt es allerdings, auch die Zeitverz\u00f6gerung zwischen Infektion und beginnender Intensivbehandlung zu beachten. Diese liegt im Mittel bei circa sieben Tagen. Die Entwicklung der Patientenzahlen in Intensivbehandlung zum Jahresanfang spiegelt also noch das Infektionsgeschehen um Weihnachten wider.<\/p>\n<p>Es besteht somit zwar die vorsichtige Hoffnung, dass der zweite Shutdown die Zahl der schweren F\u00e4lle zumindest gebremst hat. Ob die Ma\u00dfnahmen aber ausgereicht haben, um die Patientenzahlen zu reduzieren, werden erst die kommenden Tage und Wochen zeigen. Gleiches gilt f\u00fcr die Frage, wie Familienfeiern und Reisen an den Weihnachtstagen und zum Jahreswechsel das Infektionsgeschehen beeinflusst haben.<\/p>\n<h3>Zusammenfassung<\/h3>\n<p>Die Datenlage f\u00fcr die anstehende Entscheidung \u00fcber die Fortsetzung der Corona-Ma\u00dfnahmen ist insgesamt mit einiger Unsicherheit behaftet. Es gibt grobe Anzeichen, dass das Infektionsgeschehen durch den zweiten Shutdown mindestens gebremst wurde. Welche Auswirkungen das Weihnachtsfest selbst hatte, l\u00e4sst sich bislang kaum sagen.<\/p>\n<p>Klar ist jedoch, die Zahlen liegen auch aktuell deutlich \u00fcber dem angestrebten Wert von maximal 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche und sind damit zu hoch f\u00fcr eine Nachverfolgung der Infektionen durch die Gesundheits\u00e4mter. Zudem mahnt die sich in Gro\u00dfbritannien verbreitende, mutierte Coronavirus-Variante, die auch schon in Deutschland nachgewiesen wurde, zur Vorsicht. Alle Zeichen stehen somit auf einer Verl\u00e4ngerung der aktuell g\u00fcltigen Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kurz nach Weihnachten, am 29. Dezember, machte eine Horrorzahl die Runde in Deutschland. Binnen 24 Stunden wurden 1129 Todesf\u00e4lle im Zusammenhang mit dem Coronavirus bekannt. 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