{"id":4953,"date":"2021-01-03T21:07:42","date_gmt":"2021-01-03T18:07:42","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-politik-der-ministerprasidenten-der-salami-shutdown\/"},"modified":"2021-01-03T21:07:42","modified_gmt":"2021-01-03T18:07:42","slug":"corona-politik-der-ministerprasidenten-der-salami-shutdown","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-politik-der-ministerprasidenten-der-salami-shutdown\/","title":{"rendered":"Corona-Politik der Ministerpr\u00e4sidenten: Der Salami-Shutdown"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/c44ca0c6-82d1-4352-881f-cbf7529acccd_w948_r1.77_fpx55.31_fpy44.96.jpg\" title=\"Menschen warten vor einem Gesch\u00e4ft nahe dem Berliner Ku&#039;damm\" alt=\"Menschen warten vor einem Gesch\u00e4ft nahe dem Berliner Ku&#039;damm\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Menschen warten vor einem Gesch\u00e4ft nahe dem Berliner Ku&#039;damm<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Stefan Boness\/Ipon  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Mit Blick auf 2021 hat Deutschlands oberster Virusversteher eine gute und eine schlechte Nachricht: In der zweiten Jahresh\u00e4lfte sei eine Entspannung der Corona-Lage m\u00f6glich, sagte Christian Drosten, Chefvirologe der Berliner Charit\u00e9, am Wochenende der \u00bbBerliner Morgenpost\u00ab.<\/p>\n<p>Aber: \u00bbIch glaube, dass die erste Jahresh\u00e4lfte sehr kompliziert werden wird.\u00ab<\/p>\n<p>Kompliziert \u2013 das hei\u00dft wohl: Es d\u00fcrfte noch mindestens Monate dauern, bis in der Republik zumindest halbwegs so etwas wie Normalit\u00e4t einkehren kann.<\/p>\n<p>Aktuell jedenfalls kann davon wahrlich keine Rede sein. Am Sonntag meldete das Robert Koch-Institut (RKI) 10.315 Neuinfektionen. Im Wochenschnitt sind die Zahlen zwar etwas gesunken. Doch das ist wohl nur ein Zerrbild.<\/p>\n<p>Experten rechnen damit, dass \u00fcber die Feiertage und zwischen den Jahren ein kleinerer Teil der F\u00e4lle an die Gesundheits\u00e4mter gemeldet wurden als \u00fcblich. Dazu kommt die Sorge, dass die Familienfeste zu Weihnachten die Verbreitung des Virus noch einmal beschleunigt haben. Bereits jetzt sto\u00dfen manche Intensivstationen an ihre Grenzen.<\/p>\n<h3>Wie lange soll der Shutdown dauern?<\/h3>\n<p>Somit war es auch keine gro\u00dfe \u00dcberraschung, als am Samstag durchsickerte, was Bund und L\u00e4nder offenbar vorhaben: Den derzeitigen Shutdown, zun\u00e4chst bis zum 10. Januar vorgesehen, wollen sie verl\u00e4ngern.<\/p>\n<p>Mitte Dezember hatte man sich auf weitgreifende Einschnitte verst\u00e4ndigt. Gro\u00dfe Teile des Einzelhandels sind seither etwa dicht, Schulen ebenso.<\/p>\n<p>Am Dienstag kommen die Ministerpr\u00e4sidenten nun mit Kanzlerin Angela Merkel zu ihrer ersten Konferenz in diesem Jahr zusammen. Doch im Vorfeld \u2013 auch das ist wenig \u00fcberraschend \u2013 gibt es bei aller Einigkeit \u00fcber die dramatische Lage auch Unstimmigkeiten. Vor allem \u00fcber eine Frage: Wie lange soll der Shutdown nun dauern?<\/p>\n<p>Nach SPIEGEL-Informationen wurden die Differenzen am Samstag in der Vorbesprechung der Staatskanzleichefs deutlich. Zuerst hatte die \u00bbFrankfurter Allgemeine Sonntagzeitung\u00ab dar\u00fcber berichtet.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend einige L\u00e4ndervertreter demnach Lockerungen bereits nach zwei weiteren Wochen erm\u00f6glichen wollten und auch \u00fcber z\u00fcgige Kita- und Schul\u00f6ffnungen nachdenken, pl\u00e4dierten andere daf\u00fcr, die neue Frist erst auf den 31. Januar zu verlegen.<\/p>\n<p>Die Anh\u00e4nger eines l\u00e4ngeren Shutdowns machen mittlerweile auch \u00f6ffentlich Druck. \u00bbDie Zahlen sind einfach noch viel zu hoch\u00ab, sagte Bayerns CSU-Regierungschef Markus S\u00f6der. \u00bbIn der n\u00e4chsten Zeit muss unser vorrangiges Ziel sein, die Infektionszahlen zu senken und so das Gesundheitssystem zu entlasten\u00ab, sagte Th\u00fcringens Regierungschef Bodo Ramelow der \u00bbWelt am Sonntag\u00ab.<\/p>\n<h3>Wissenschaftler pochen auf drastische Senkung der Fallzahlen<\/h3>\n<p>Doch bei alldem spricht viel daf\u00fcr, dass der Streit um zwei oder drei Wochen v\u00f6llig ins Leere zielt. Beide Varianten d\u00fcrften wohl nicht ausreichen, um die Infektionszahlen nachhaltig zu dr\u00fccken.<\/p>\n<p>Als sich die Ministerpr\u00e4sidentenrunde am 13. Dezember auf den erneuten Shutdown verst\u00e4ndigten, setzten sich die Regierungschefs ein klares Ziel: Der Inzidenzwert sollte wieder unter 50 liegen. Das hie\u00dfe: H\u00f6her darf die Zahl der w\u00f6chentlich registrierten Infizierten pro 100.000 Einwohner nicht sein. Derzeit liegt der Wert deutschlandweit bei 140.<\/p>\n<p>Fachleute sind zudem der Meinung, dass selbst die Zahl 50 noch zu hoch f\u00fcr sp\u00fcrbare Lockerungen ist. Mehrere Wissenschaftler hatten Ende des Jahres auf eine drastische Senkung der Fallzahlen auf t\u00e4glich zehn Neuinfektionen pro eine Million Einwohner gedr\u00e4ngt, darunter auch Drosten und RKI-Chef Lothar Wieler. So wenig gab es in Deutschland zuletzt im Sommer, als von der Pandemie vergleichsweise wenig zu sp\u00fcren war.<\/p>\n<p>SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wirbt f\u00fcr einen Richtwert von maximal 25 Infektionen pro 100.000 Menschen und Woche, um die Lage unter Kontrolle zu behalten. Zwar rechnet Lauterbach damit, dass die derzeit geltenden Ma\u00dfnahmen tats\u00e4chlich die Welle brechen werden. Doch das kann wohl noch dauern. Gerade jetzt.<\/p>\n<h3>\u00bbEntscheidende Monate der Krise\u00ab<\/h3>\n<p>Denn in den Wintermonaten hat es das Virus bekanntlich sehr leicht. Solange sich das Leben nicht wieder ins Freie verlagert, solange sich die Menschen vor allem in geschlossenen R\u00e4umen aufhalten, verbreitet sich die Pandemie besonders schnell \u2013 wenn man nichts dagegen unternimmt. Dazu kommt die Gefahr durch die k\u00fcrzlich bekannt gewordene Virusmutation, die erheblich ansteckender ist.<\/p>\n<p>\u00bbWir stehen vor den entscheidenden Monaten in dieser Krise\u00ab, sagt Lauterbach dem SPIEGEL. \u00bbWir m\u00fcssen die Situation jetzt in den Griff bekommen und uns dann mit niedrigen Fallzahlen bis zum Ende des Winters durchhangeln.\u00ab<\/p>\n<p>Konkret bedeutet das: Nach Lauterbachs Kalkulation bleibt der Shutdown im Gro\u00dfen und Ganzen noch bis weit in den Februar hinein bestehen, vielleicht bei gleichzeitiger \u00d6ffnung der Kitas und Grundschulen, wie sie derzeit auch bei den Regierungschefs diskutiert wird. Doch auch danach soll nicht sofort alles wieder gelockert werden.<\/p>\n<p>\u00bbEs w\u00e4re katastrophal, wenn wir zu fr\u00fch den Shutdown beenden\u00ab, sagt Lauterbach. \u00bbNoch einmal k\u00f6nnen wir dann strengere Ma\u00dfnahmen kaum mehr begr\u00fcnden. Der Widerstand in der Bev\u00f6lkerung w\u00e4re dann zu gro\u00df.\u00ab<\/p>\n<p>Deshalb sieht Lauterbach auch ein Problem in der Salamitaktik der Ministerpr\u00e4sidenten. Es ist zu bef\u00fcrchten, dass sich diese in den kommenden Wochen von Frist zu Frist hangeln. Das m\u00fcssen sie zwar formal auch, das Infektionsschutzgesetz sieht vor, dass die Regeln jeweils zun\u00e4chst nur vier Wochen lang gelten d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Doch es geht auch um das, was nach au\u00dfen kommuniziert wird. Und da bekommen die B\u00fcrger den Shutdown scheibchenweise serviert. Ginge es jedenfalls nach Lauterbach, w\u00fcrde man das Ende der aktuellen Beschr\u00e4nkungen gar nicht mehr von einem Datum abh\u00e4ngig machen \u2013 sondern vom Inzidenzwert.<\/p>\n<p>In Th\u00fcringen, wo man zuletzt besonders stark von der Pandemie getroffen wurde, redet man derzeit aber sowieso \u00fcber ganz andere Probleme. Dort sollen die Vorgaben zun\u00e4chst sogar noch einmal versch\u00e4rft werden. Die Landesregierung plant eine Art regionaler Ausgangsbeschr\u00e4nkung. Der Bewegungsradius der Menschen soll auf 15 Kilometer rund um ihren Wohnort begrenzt werden.<\/p>\n<p>Der Grund: Die Wintersportgebiete im Th\u00fcringer Wald erleben derzeit einen regelrechten Massenansturm.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Menschen warten vor einem Gesch\u00e4ft nahe dem Berliner Ku&#039;damm Foto:\u2002Stefan Boness\/Ipon Mit Blick auf 2021 hat Deutschlands oberster Virusversteher eine gute und eine schlechte Nachricht: In der zweiten<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4954,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-4953","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4953","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4953"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4953\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4954"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4953"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4953"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4953"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}