{"id":4919,"date":"2021-01-02T09:36:01","date_gmt":"2021-01-02T06:36:01","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-andere-pandemien-bedrohen-die-menschen-who-warnt\/"},"modified":"2021-01-02T09:36:01","modified_gmt":"2021-01-02T06:36:01","slug":"corona-andere-pandemien-bedrohen-die-menschen-who-warnt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-andere-pandemien-bedrohen-die-menschen-who-warnt\/","title":{"rendered":"Corona: Andere Pandemien bedrohen die Menschen, WHO warnt"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/bbb111fb-ac7d-4dff-a821-2f289934eeff_w948_r1.77_fpx33.34_fpy50.jpg\" title=\"Wie geht es mit Corona weiter? Schild eines Testzentrums in Frankfurt am Main\" alt=\"Wie geht es mit Corona weiter? Schild eines Testzentrums in Frankfurt am Main\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Wie geht es mit Corona weiter? Schild eines Testzentrums in Frankfurt am Main<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Armando Babani \/ AFP  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Zum Jahreswechsel kann Deutschland mit ein wenig Hoffnung in die Zukunft blicken. Endlich wird geimpft, wenn auch langsam und mit manchen Pannen. Aber Zehntausenden wurde bereits eine erste Dosis von dem Mittel gespritzt, das einen guten Schutz vor Covid-19 verspricht. Eine Umfrage best\u00e4tigte k\u00fcrzlich die positive Einstellung der meisten B\u00fcrger. Eine knappe Mehrheit (51 Prozent) blickt hoffnungsvoll auf das Jahr 2021, zeigte die Erhebung der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen.<\/p>\n<p>Auch ein Blick auf die aktuellen Infektionszahlen mag hoffnungsvoll erscheinen. Zuletzt infizierten sich scheinbar weniger Menschen in Deutschland. Freitagfr\u00fch gab das RKI bekannt, dass binnen 24 Stunden 22.924 Neuinfektionen registriert worden waren. In der Vorwoche lag der Wert bei 25.533.<\/p>\n<p>Aber schon bei diesem Punkt tr\u00fcgt der Schein.<\/p>\n<p>Derzeit wird weniger getestet, das erkl\u00e4rt, dass weniger Neuinfektionen registriert werden. Nach Angaben des Vereins Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) ging die Anzahl der Tests in der Weihnachtswoche um rund ein Drittel gegen\u00fcber der Vorwoche zur\u00fcck. Und auch die Gesundheits\u00e4mter arbeiten nicht mit voller Besetzung, die Meldeketten verz\u00f6gern sich, die Statistiken sind entsprechend verzerrt.<\/p>\n<p>Ein gutes Jahr besch\u00e4ftigt die Pandemie nun die Welt. Corona ist zu einer modernen, globalen Trag\u00f6die geworden. Von einem Wildtiermarkt in der zentralchinesischen Stadt Wuhan, wo das Virus sehr wahrscheinlich auf den Menschen \u00fcberging, verteilte es sich bis in die entferntesten Winkel der Erde. Corona schaffte es sogar bis in die eisige Antarktis.<\/p>\n<p>Zahlen haben im vergangenen Jahr eine ganz besondere Bedeutung bekommen. Mit inzwischen t\u00e4glicher Routine blicken viele auf Statistiken. Und die zeigen nichts Gutes: 82 Millionen Infizierte weltweit und mehr als 1,7 Millionen Tote.<\/p>\n<p><strong>Das n\u00e4chste Jahr soll besser werden. Doch was ist zu erwarten?<\/strong><\/p>\n<p>Vielleicht wird 2021 als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem die Welt das Virus dank Impfungen in den Griff bekam. Aber m\u00f6glicherweise erinnern wir uns irgendwann an eine Zeit zur\u00fcck, in der die Welt nur vom vergleichsweise harmlosen Sars-CoV-2 geplagt wurde. Denn schlimmere Pandemien k\u00f6nnten erst noch kommen.<\/p>\n<p>In der letzten Pressekonferenz des Jahres hat die WHO ein eher betr\u00fcbliches Szenario aufgezeigt. \u00bbDiese Pandemie war sehr schwerwiegend. Aber es ist nicht unbedingt die ganz schlimme\u00ab, sagte Mark Ryan, der Leiter des WHO-Notfallprogramms. Ganz verschwinden werde Corona nicht. Vielmehr sei zu erwarten, dass das Virus endemisch werde, es also dauerhaft immer wieder in einigen Regionen auftrete. Mit anderen Worten: Die Welt wird lernen m\u00fcssen, mit dem Coronavirus zu leben \u2013 dieser Satz ist im vergangenen Jahr h\u00e4ufiger gefallen.<\/p>\n<p>Immerhin k\u00f6nnen Impfprogramme diese Koexistenz erheblich leichter gestalten. Aber selbst bei hoher Wirksamkeit der Impfstoffe gebe es keine Garantie f\u00fcr die Ausrottung einer Infektionskrankheit, so Ryan. Das Ziel der WHO ist es derzeit, zuallererst die Schwachen zu sch\u00fctzen und Leben zu retten. Ob die Impfstoffe die Zahl der Infektionen senken oder Neuansteckungen verhindern w\u00fcrden, bleibe abzuwarten, so Soumya Swaminathan, Medizinerin aus Indien und leitende Wissenschaftlerin der WHO.<\/p>\n<p>Auch der Epidemiologe David Heymann sieht es so. \u00bbDie Welt hat auf eine Herdenimmunit\u00e4t gehofft, dass die \u00dcbertragung irgendwie verringert wird, wenn gen\u00fcgend Personen immun sind\u00ab, sagte der Vorsitzende der strategischen und technischen Beratungsgruppe der WHO. Stattdessen wird sich Sars-CoV-2 eher zu anderen Coronaviren gesellen, die f\u00fcr den Menschen problematisch werden k\u00f6nnen: Mers, das 2012 eine Epidemie ausl\u00f6ste, oder Sars-CoV, das schon 2002\/2003 die Welt kurzzeitig in Atem hielt.<\/p>\n<h3>Entspannung im Fr\u00fchsommer?<\/h3>\n<p>Auch Mutationen werden weiter auftreten. Derzeit sorgen Experten in Europa vor allem Virusvarianten aus Gro\u00dfbritannien und S\u00fcdafrika, die unter dem K\u00fcrzel B.1.1.7 bekannt geworden sind, weil sie sich schneller verbreiten k\u00f6nnten als die herk\u00f6mmlichen Varianten. Zuletzt lieferten Studien Hinweise darauf, dass m\u00f6glicherweise keine schlimmeren Krankheitsverl\u00e4ufe durch diese Ver\u00e4nderungen im Erbgut der Viren zu erwarten sind.<\/p>\n<p>Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts f\u00fcr Medizinische Virologie am Universit\u00e4tsklinikum Frankfurt, sieht die Mutationen derzeit nicht als gro\u00dfe Gefahr. Zwar k\u00f6nne sich das Virus theoretisch so ver\u00e4ndern, dass Impfstoffe nicht mehr wirkten. Aber denkbar sei auch eine andere Mutation, die das Virus abschw\u00e4cht. \u00bbBeides ist eher unwahrscheinlich\u00ab, sagte Ciesek der Deutschen Presse-Agentur. Insgesamt rechnet sie mit einer Entspannung in Deutschland im Fr\u00fchsommer, aber mit Blick auf die Entwicklung von Medikamenten gegen die Covid-19 d\u00fcrfe man keine Wunder erwarten. Eine Pille, die man bei einer Erkrankung einnehme und schwere Verl\u00e4ufe verhindere, werde es ihrer Ansicht nach im n\u00e4chsten Jahr nicht geben.<\/p>\n<p>Global besteht eine ganz andere Gefahr. Corona geh\u00f6rt zu den sogenannten Zoonosen, Erregern, die aus dem Tierreich stammen und irgendwann auf den Menschen \u00fcbergegangen sind. Die Liste dieser Plagen ist lang: HIV, Vogelgrippe, Ebola oder Creutzfeldt-Jakob, um nur einige zu nennen. Und im Grunde k\u00f6nnte jederzeit eine andere Zoonose irgendwo auf der Welt den Menschen befallen.<\/p>\n<p>Gerade erst hatte die Umweltschutzorganisation WWF erneut vor Wildtierm\u00e4rkten und Wildtierhandel gewarnt und eine Untersuchung pr\u00e4sentiert. In der s\u00fcdostasiatischen Mekong-Region liegen sch\u00e4tzungsweise 500 solche M\u00e4rkte in gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten, in denen ein potenziell hohes Risiko von einer \u00dcbertragung tierischer Erreger auf den Menschen bestehe. \u00bbForscher haben immer wieder vor der Gefahr durch Zoonosen gewarnt\u00ab, sagt Alex Greenwood, Leiter der Abteilung Wildtierkrankheiten des Leibniz-Instituts f\u00fcr Zoo- und Wildtierforschung, dem SPIEGEL.<\/p>\n<p>Die Gefahr wurde lange untersch\u00e4tzt, und sie geht l\u00e4ngst nicht nur vom Handel mit Wildtieren aus. Menschen und Tiere r\u00fccken an vielen Orten enger zusammen. Die Urbanisierung und das Bev\u00f6lkerungswachstum sorgen daf\u00fcr, dass in Afrika, S\u00fcdamerika und Asien immer mehr Menschen in Ballungsr\u00e4umen leben, die sich nahe der Habitate von Wildtieren befinden. An den R\u00e4ndern betreiben sie Landwirtschaft und kommen mit Tieren leichter in Kontakt. Und durch die Globalisierung verbreiten sich Erreger in Windeseile, wenn sie erst einmal auf den Menschen \u00fcbertragen wurden. Corona hat das so deutlich wie nie best\u00e4tigt.<\/p>\n<p><strong>Globale Strategien gegen Viren<\/strong><\/p>\n<p>Laut Greenwood stellen beispielsweise riesige Gefl\u00fcgelfarmen in Asien Gefahren f\u00fcr leichte \u00dcbertragungen dar, hier mischen sich manchmal Zucht- und Wildtiere. Letztere transportieren und \u00fcbertragen Krankheiten. Der Austausch von immer neuen Erregern birgt Gefahren f\u00fcr Ver\u00e4nderungen, die auch dem Menschen gef\u00e4hrlich werden k\u00f6nnen. Zwar l\u00e4sst sich ein wenig gegensteuern, indem das Bewusstsein der Menschen f\u00fcr die Gefahr durch Zoonosen geweckt wird und landwirtschaftliche Betriebe sich besser abschotten. Aber ganz verhindern wird man den Austausch nicht k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Experten wie Greenwood sehen noch einen anderen Ansatz im Kampf gegen die Ausbreitung von Zoonosen. Bisher seien die Krankheiten in vielen Regionen der Erde zu wenig erforscht \u2013 auch weil dort die Mittel fehlten, um diagnostische Verfahren anzuwenden. Deshalb haben die Forscher von den unz\u00e4hligen Krankheiten aus dem Tierreich, die Menschen gef\u00e4hrlich werden k\u00f6nnten, kaum eine Ahnung. \u00bbWir wissen oft schlicht nicht, was in der Natur passiert\u00ab, sagt Greenwood.<\/p>\n<p>Um zu erfassen, was auf den Menschen zukommen k\u00f6nnte, und Gefahren rechtzeitig zu erkennen, muss man systematisches und globales Monitoring betreiben \u2013 das fordert auch der Weltbiodiversit\u00e4tsrat<strong>. <\/strong>Datenbanken und Netzwerke von Forschern k\u00f6nnten dabei helfen. Einzelne Forschungseinrichtungen werden das Problem nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen, glaubt Greenwood. Vielmehr brauche es eine weltweite Strategie \u2013 auch um langfristige Finanzierungen sicherzustellen.<\/p>\n<p>Das sieht wohl auch die WHO so. \u00bbWir leben in einer zunehmend komplexen, globalen Gesellschaft\u00ab, sagte Mark Ryan. Die Bedrohungen w\u00fcrden sich fortsetzen. \u00bbWenn es eine Sache gibt, die wir aus dieser Pandemie mit all den Trag\u00f6dien und Verlusten mitnehmen m\u00fcssen, dann ist es, dass wir uns zusammenrei\u00dfen m\u00fcssen. Wir m\u00fcssen diejenigen ehren, die wir verloren haben, indem wir besser werden in dem, was wir jeden Tag tun.\u00ab<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Wie geht es mit Corona weiter? 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