{"id":4774,"date":"2020-12-26T18:08:21","date_gmt":"2020-12-26T15:08:21","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-impfungen-in-deutschland-alle-informationen-zum-impfstart\/"},"modified":"2020-12-26T18:08:21","modified_gmt":"2020-12-26T15:08:21","slug":"corona-impfungen-in-deutschland-alle-informationen-zum-impfstart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-impfungen-in-deutschland-alle-informationen-zum-impfstart\/","title":{"rendered":"Corona-Impfungen in Deutschland: Alle Informationen zum Impfstart"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/ef5c87a7-b9dc-4b2e-99f7-a02a7f995325_w948_r1.77_fpx48_fpy14_fd90.91.jpg\" title=\"Impfzentrum in D\u00fcsseldorf: Eins von 400 regionalen Impfzentren in Deutschland\" alt=\"Impfzentrum in D\u00fcsseldorf: Eins von 400 regionalen Impfzentren in Deutschland\"\/><figcaption>\n<p class=\"caps\">Impfzentrum in D\u00fcsseldorf: Eins von 400 regionalen Impfzentren in Deutschland<\/p>\n<p>  Foto:\u2002<\/p>\n<p>Thilo Schmuelgen \/ dpa<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>An diesem Sonntag beginnen in Deutschland die Impfungen gegen das Coronavirus. Doch bis jeder, der die Spritze haben will, sie tats\u00e4chlich auch bekommt, wird es bis weit ins n\u00e4chste Jahr dauern. Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um den Start der Impfkampagne.<\/p>\n<h3>Wo beginnen die Impfungen?<\/h3>\n<p>Die deutsche Impfkampagne beginnt am 27. Dezember in Alten- und Pflegeeinrichtungen. Dabei sollen mobile Impfteams zum Einsatz kommen, die die Heime aufsuchen und dort Bewohnerinnen, Bewohner und das Personal impfen. In welchen Heimen zuerst geimpft wird, entscheiden laut Bundesgesundheitsministerium die Bundesl\u00e4nder und Beh\u00f6rden vor Ort.<\/p>\n<h3>Wo werden die weiteren Impfungen durchgef\u00fchrt?<\/h3>\n<p>Wer nicht in einem Heim geimpft wird, muss sich in eines der 400 regionalen Impfzentren begeben. An vielen Orten sind sie startklar. Die Zentren werden von den Bundesl\u00e4ndern betrieben und wohl sp\u00e4testens Anfang Januar ihren Betrieb aufnehmen.<\/p>\n<h3>Wer ist zuerst dran?<\/h3>\n<p>Das regelt die Impfverordnung. Eine Priorisierung ist n\u00f6tig, weil zun\u00e4chst nicht ausreichend Impfdosen f\u00fcr alle verf\u00fcgbar sein werden. H\u00f6chste Priorit\u00e4t haben Menschen ab 80 sowie all jene, die in station\u00e4ren Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege \u00e4lterer oder pflegebed\u00fcrftiger Menschen betreut werden oder t\u00e4tig sind. Zur ersten Gruppe geh\u00f6rt zudem, wer auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, bei Rettungsdiensten oder in den Impfzentren arbeitet.<\/p>\n<p>In der zweiten Gruppe sind Menschen ab 70 Jahren sowie Menschen mit hohem Risiko f\u00fcr einen schweren Krankheitsverlauf. Dazu geh\u00f6ren Demenzkranke sowie Menschen mit Trisomie 21 und Transplantationspatienten. Auch enge Kontaktpersonen von Pflegebed\u00fcrftigen d\u00fcrfen sich dann impfen lassen, dasselbe gilt f\u00fcr Menschen in Asyl- oder Obdachlosenunterk\u00fcnften.<\/p>\n<p>Zur dritten Gruppe geh\u00f6ren alle Menschen ab 60, stark \u00dcbergewichtige, Menschen mit chronischer Nieren- oder Lebererkrankung, Patienten mit Immundefizienz und HIV-Infizierte sowie Menschen mit Diabetes, Herzerkrankungen oder Bluthochdruck. Erfasst sind au\u00dferdem Krebs- und Asthmakranke sowie Menschen mit Autoimmun- oder rheumatischen Erkrankungen.<\/p>\n<p>Zur dritten Priorit\u00e4t geh\u00f6ren au\u00dferdem Mitarbeiter von Verfassungsorganen, Regierungen und Verwaltungen, Streitkr\u00e4ften, Polizei, Zoll, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Justiz sowie dem Lebensmitteleinzelhandel. Hinzu kommen Menschen mit prek\u00e4ren Arbeitsbedingungen wie etwa Saisonarbeiter.<\/p>\n<h3>Wann bin ich an der Reihe?<\/h3>\n<p>\u00dcber das Prozedere, wie Impfberechtigte informiert werden, entscheiden die Bundesl\u00e4nder. Manche Landesregierungen schreiben ihre B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger direkt an, in anderen ist noch offen, wie sie Menschen potenziell \u00fcber M\u00f6glichkeiten zum Impfen benachrichtigen wollen.<\/p>\n<p>Wer sich impfen lassen m\u00f6chte, muss einen Termin vereinbaren. Das Terminmanagement soll voraussichtlich vielerorts \u00fcber die bestehenden Termin-Servicestellen unter der bundesweiten Rufnummer 116 117 erfolgen. Allerdings planen manche Bundesl\u00e4nder eine eigene Hotline.<\/p>\n<h3>Wie viele Menschen k\u00f6nnen in den ersten Tagen geimpft werden?<\/h3>\n<p>Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wird der Hersteller Biontech 1,3 Millionen Impfdosen noch vor Jahresende liefern. Das w\u00fcrde unmittelbar in etwa f\u00fcr genauso viele Menschen reichen. Die notwendige zweite Impfung muss dann innerhalb von drei Wochen verabreicht werden. Sie soll gew\u00e4hrleisten, dass der Impfstoff auch richtig wirkt.<\/p>\n<p>Bis Ende M\u00e4rz k\u00fcndigte Spahn elf bis zw\u00f6lf Millionen Impfdosen an. Die Menge w\u00fcrde also f\u00fcr bis zu sechs Millionen Menschen reichen.<\/p>\n<h3>Wie sieht es im kommenden Jahr aus?<\/h3>\n<p>Spahn geht davon aus, bis zum Sommer allen B\u00fcrgern in Deutschland ein \u00bbImpfangebot\u00ab machen zu k\u00f6nnen \u2013 sofern weitere Pr\u00e4parate eine Zulassung erhalten. Neben dem Biontech-Impfstoff spielt auch das Mittel von Moderna eine Rolle, \u00fcber dessen Zulassung die Europ\u00e4ische Arzneimittelagentur (EMA) bis zum 6. Januar entscheiden will. F\u00fcr beide Impfstoffe sind dem Gesundheitsministerium zufolge insgesamt 136,3 Millionen Dosen sicher, die nahezu alle 2021 geliefert werden k\u00f6nnten. Mit je zwei n\u00f6tigen Dosen lie\u00dfen sich so rechnerisch 68,2 Millionen B\u00fcrger impfen \u2013 bei 83 Millionen Einwohnern in Deutschland.<\/p>\n<h3>Wollen sich \u00fcberhaupt so viele impfen lassen?<\/h3>\n<p>Wohl nicht. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa haben derzeit etwa zwei Drittel der Deutschen das vor. Konkret gaben 32 Prozent der Befragten an, sich so schnell wie m\u00f6glich impfen lassen zu wollen. Weitere 33 Prozent sind zwar ebenfalls dazu entschlossen, wollen aber erst mal m\u00f6gliche Folgen der Impfung bei anderen abwarten. 19 Prozent haben sich gegen eine Impfung entschieden, 16 Prozent sind noch unentschlossen.<\/p>\n<h3>Wie l\u00e4uft die Impfung ab?<\/h3>\n<p>Wer in einem Impfzentrum geimpft wird, muss sich zun\u00e4chst ausweisen. Dann erh\u00e4lt man Informationen zur Impfung, zu Risiken und Nebenwirkungen sowie einen Fragebogen zum eigenen Gesundheitszustand. Die Impfung wird in Einzelkabinen von Fachpersonal verabreicht. F\u00fcr Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, die vor Ort geimpft werden, legen die Einrichtungen eine Anspruchsberechtigung f\u00fcr die Impflinge vor.<\/p>\n<h3>Kann ich mich auch beim Hausarzt impfen lassen?<\/h3>\n<p>Zun\u00e4chst ist das nicht m\u00f6glich, wom\u00f6glich \u00e4ndert sich das aber in einigen Monaten. Nach dem geplanten Start in den regionalen Impfzentren geht die Kassen\u00e4rztliche Bundesvereinigung (KBV) davon aus, \u00bbdass die Praxen vermutlich im Sommer impfen werden\u00ab, sagte KBV-Chef Andreas Gassen. Die Haus\u00e4rzte seien darauf eingestellt, \u00bbschnell eine gro\u00dfe Gruppe an Patienten zu impfen\u00ab.<\/p>\n<h3>Was steckt eigentlich in den Biontech-Impfdosen?<\/h3>\n<p>Das ist ein sogenannter mRNA-Impfstoff. Diese Art wurde nun erstmals f\u00fcr den Menschen zugelassen. Das Mittel enth\u00e4lt im Gegensatz zu herk\u00f6mmlichen Impfstoffen keine abgeschw\u00e4chten oder abget\u00f6teten Viren, sondern lediglich eine Bauanleitung f\u00fcr einen Bestandteil des Covid-19-Erregers.<\/p>\n<p>Diese Anleitung wird in Form eines sogenannten mRNA-Molek\u00fcls in den K\u00f6rper geimpft, wo dann die menschlichen Zellen selbst ein Protein (Eiwei\u00df) des Virus&#039; herstellen. Das menschliche Immunsystem wird damit zur Bildung von Abwehrstoffen angeregt. Bei sp\u00e4terem Kontakt mit dem Coronavirus erkennt das Immunsystem das Protein wieder und kann den Erreger schnell gezielt bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<h3>Manche behaupten, der mRNA-Impfstoff ver\u00e4ndere die Gene \u2013 stimmt das?<\/h3>\n<p>Nein, das ist falsch. Das mRNA-Molek\u00fcl wird von den K\u00f6rperzellen komplett zerlegt. Die Impfung ist nicht in der Lage, in das menschliche Erbgut einzugreifen. \u00bbEine Integration von RNA in DNA ist unter anderem aufgrund der unterschiedlichen chemischen Struktur nicht m\u00f6glich\u00ab, hei\u00dft es vom Paul-Ehrlich-Institut. Das Bundesgesundheitsministerium hat auch keinen Hinweis darauf, dass mRNA in DNA umgeschrieben wird.<\/p>\n<h3>Wie gut ist der Impfschutz?<\/h3>\n<p>In den bisherigen Tests sch\u00fctzte das Biontech-Pr\u00e4parat zu 95 Prozent vor einer Covid-19-Erkrankung. Ob diese Wirksamkeit auch bei einem massenhaften Einsatz bei einer h\u00f6heren Zahl an \u00e4lteren Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen zu erreichen ist, wird sich erst in einigen Monaten zeigen.<\/p>\n<h3>Kann ich nach einer Impfung andere noch anstecken?<\/h3>\n<p>Das ist bisher noch unklar. Bis sp\u00e4testens Februar erwartet Biontech dazu genauere Erkenntnisse.<\/p>\n<h3>Wie lange wirkt die Impfung?<\/h3>\n<p>Auch das l\u00e4sst sich jetzt noch nicht beantworten. Derzeit laufen Studien dazu. Erste Hinweise gibt eine noch nicht abschlie\u00dfend begutachtete US-Untersuchung von Menschen, die sich auf nat\u00fcrlichem Weg mit Sars-CoV-2 infiziert haben: Demnach waren bei ihnen die Abwehrmechanismen des Immunsystems Monate sp\u00e4ter noch nachweisbar. Bei einer Impfung falle die Immunantwort gemeinhin effizienter aus, sagt etwa Carsten Watzl, Immunologe am Leibniz-Institut f\u00fcr Arbeitsforschung der Technischen Universit\u00e4t Dortmund.<\/p>\n<h3>Welche Nebenwirkungen sind zu erwarten?<\/h3>\n<p>M\u00fcdigkeit, Kopfweh, Schmerzen an der Einstichstelle \u2013 das sind bei Impfungen \u00fcbliche Nebenwirkungen, auf die man sich einstellen muss. Nach Erkenntnissen einer im \u00bbNew England Journal of Medicine\u00ab ver\u00f6ffentlichten Studie zum Biontech-Pr\u00e4parat kann es au\u00dferdem zu Sch\u00fcttelfrost, Durchfall oder Muskel- und Gliederschmerzen kommen, teilweise auch zu Fieber. Diese waren im Allgemeinen schwach bis m\u00e4\u00dfig und klangen nach kurzer Zeit wieder ab. Experten halten sie f\u00fcr nicht angenehm, aber sehen auch keinen Anlass f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Bedenken.<\/p>\n<h3>Wie werden etwaige Nebenwirkungen \u00fcberwacht?<\/h3>\n<p>Die Vertr\u00e4glichkeit des Impfstoffs wird auch nach der Zulassung weiter \u00fcberpr\u00fcft. Daf\u00fcr setzt das zust\u00e4ndige Paul-Ehrlich-Institut auf Meldungen von Herstellern, \u00c4rzten, aber auch von Patienten. Das geht etwa \u00fcber die Plattform nebenwirkungen.bund.de oder eine App. \u00dcber die App werden Geimpfte etwa in bestimmten Zeitabst\u00e4nden nach jeder Impfung nach gesundheitlichen Beschwerden befragt, oder auch, ob nach der Injektion noch eine Corona-Infektion auftrat.<\/p>\n<h3>Muss ich mir als Allergiker Sorgen machen?<\/h3>\n<p>Nicht allzu sehr, sagt der Pr\u00e4sident des \u00c4rzteverbandes Deutscher Allergologen, Ludger Klimek. Allergische Reaktionen auf Impfstoffe seien nicht ungew\u00f6hnlich und k\u00e4men sehr selten vor. \u00bbNur sehr wenige Personen werden wohl aufgrund des Allergie-Risikos von einer Impfung ausgeschlossen werden m\u00fcssen\u00ab, sagt der Medizinprofessor. In der Biontech-Zulassungsstudie waren keine Patienten mit schweren Allergien dabei.<\/p>\n<h3>Wer haftet, sollte es doch zu Sch\u00e4den kommen?<\/h3>\n<p>Daf\u00fcr kommen dem Bundesgesundheitsministerium zufolge je nach Fall verschiedene gesetzliche Grundlagen in Betracht. Eine Haftung des Pharma-Unternehmens k\u00f6nne sich aus dem Arzneimittelrecht oder Produkthaftungsgesetz ergeben. \u00bbAu\u00dferdem gelten die allgemeinen Haftungsregelungen im B\u00fcrgerlichen Gesetzbuch\u00ab, sagte ein Ministeriumssprecher kurz vor Weihnachten.<\/p>\n<h3>Wirkt die Impfung auch bei neuen Virusvarianten?<\/h3>\n<p>Vermutlich ja. Experten zufolge richtet sich die Immunreaktion des K\u00f6rpers gegen mehrere Merkmale des Virus, einzelne Mutationen d\u00fcrften sich daher nicht dramatisch auswirken. Biontech-Chef Ugur Sahin ist zuversichtlich: \u00bbWir haben den Impfstoff bereits gegen circa 20 andere Virusvarianten mit anderen Mutationen getestet. Die Immunantwort, die durch unseren Impfstoff hervorgerufen wurde, hat stets alle Virusformen inaktiviert.\u00ab Mit weiteren Informationen etwa \u00fcber die Mutation, die zuerst in Gro\u00dfbritannien entdeckt worden war, wird es mehr Erkenntnisse geben.<\/p>\n<h3>Muss ich meine Impfung selbst zahlen?<\/h3>\n<p>Nein. Sie soll f\u00fcr alle Menschen gratis sein. Die Kosten f\u00fcr die Impfstoffe \u00fcbernimmt der Bund. Insgesamt rechnet Gesundheitsminister Jens Spahn mit Kosten von bis zu sechs Milliarden Euro f\u00fcr die gesamte Impfaktion. Den Aufbau und die Organisation der Impfzentren finanzieren die L\u00e4nder sowie die Krankenkassen. Die L\u00e4nder und Kommunen m\u00fcssen sicherstellen, dass es ausreichend Personal gibt, um die Impfzentren zu betreiben.<\/p>\n<h3>Wird es eine Impfpflicht geben?<\/h3>\n<p>Eine allgemeine Impfpflicht hat die Bundesregierung immer wieder klar ausgeschlossen. Ob etwa Gesch\u00e4fte und Restaurants den Zutritt ohne Nachweis einer Immunit\u00e4t verwehren oder wie sie dies kontrollieren k\u00f6nnten, wird wohl erst die Zukunft zeigen. Rechtsexperten sahen j\u00fcngst \u00fcber das Hausrecht privater Besitzer durchaus die M\u00f6glichkeit, Ungeimpften den Zutritt zu verwehren.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Impfzentrum in D\u00fcsseldorf: Eins von 400 regionalen Impfzentren in Deutschland Foto:\u2002 Thilo Schmuelgen \/ dpa An diesem Sonntag beginnen in Deutschland die Impfungen gegen das Coronavirus. 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