{"id":477,"date":"2020-06-15T03:12:37","date_gmt":"2020-06-15T00:12:37","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/atomwaffen-sipri-forscher-warnen-vor-neuem-wettrusten\/"},"modified":"2020-06-15T03:12:37","modified_gmt":"2020-06-15T00:12:37","slug":"atomwaffen-sipri-forscher-warnen-vor-neuem-wettrusten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/atomwaffen-sipri-forscher-warnen-vor-neuem-wettrusten\/","title":{"rendered":"Atomwaffen: Sipri-Forscher warnen vor neuem Wettr\u00fcsten"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/0764167c-0001-0004-0000-000000076522_w948_r1.77_fpx43_fpy41.jpg\" title=\"Mobile Startrampe f\u00fcr atomwaffenf\u00e4hige Interkontinentalrakete Topol-M: Droht ein neues Wettr\u00fcsten?\" alt=\"Mobile Startrampe f\u00fcr atomwaffenf\u00e4hige Interkontinentalrakete Topol-M: Droht ein neues Wettr\u00fcsten?\"\/><figcaption>\n<p class=\"caps\">Mobile Startrampe f\u00fcr atomwaffenf\u00e4hige Interkontinentalrakete Topol-M: Droht ein neues Wettr\u00fcsten?<\/p>\n<p>dpa<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Gesamtzahl der Atomwaffen auf der Welt ist im vergangenen Jahr zur\u00fcckgegangen. Zugleich modernisieren die Atomm\u00e4chte ihre Arsenale. Zu diesem Ergebnis kommt das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri in seinem Jahresbericht.<\/p>\n<p>Demnach verf\u00fcgten die USA, Russland, Gro\u00dfbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan und Israel gemeinsam \u00fcber 13.400 Atomwaffen. Das sind 465 weniger als Anfang 2019. Die Forscher st\u00fctzen ihre Sch\u00e4tzungen auf \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliche Quellen wie Dokumente und Mitteilungen von Ministerien sowie Haushaltspl\u00e4ne und -berichte.<\/p>\n<h3>China r\u00fcstet auf<\/h3>\n<p>Der Grund f\u00fcr den R\u00fcckgang demnach: die Zerlegung ausrangierter Atomwaffen durch Russland und die USA. Laut Sipri befinden sich noch immer mehr als 90 Prozent aller Nuklearwaffen im Besitz der beiden gr\u00f6\u00dften Atomm\u00e4chte. Russland verf\u00fcgt den Sch\u00e4tzungen zufolge \u00fcber 6375, die USA \u00fcber 5800 Atomsprengk\u00f6pfe. Das sind 125 beziehungsweise 385 weniger als im Vorjahr.<\/p>\n<p>China hat sein Arsenal laut dem Sipri-Bericht hingegen von 290 auf 320 Nuklearwaffen ausgeweitet. Frankreich hat den Sch\u00e4tzungen zufolge 290 Atomwaffen (300 in 2019) in Besitz, Gro\u00dfbritannien 215 (200); Pakistan verf\u00fcge \u00fcber 160 solcher Sprengk\u00f6pfe (150-160), Indien \u00fcber 150 (130-140) und Israel \u00fcber 90 (80-90).<\/p>\n<p>Nordkoreas Atomwaffenprogramm sei &quot;aktiv, aber sehr undurchsichtig&quot;, hei\u00dft es im Sipri-Bericht. Die Forscher gehen von 30 bis 40 Nuklearwaffen aus. Sie bezeichnen die Informationslage aber als &quot;hochgradig ungewiss&quot;, weshalb die Sch\u00e4tzung f\u00fcr Nordkorea bei der Berechnung der Gesamtzahl aller Sprengk\u00f6pfe nicht ber\u00fccksichtigt wurde. Es gebe keine \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Belege, dass das Land einen einsatzf\u00e4higen Nuklearsprengkopf produziert h\u00e4tte, der sich mit einer Interkontinentalrakete transportieren lie\u00dfe, schreiben die Autoren.<\/p>\n<h3>Verlust von Transparenz<\/h3>\n<p>Trotz des R\u00fcckgangs im vergangenen Jahr blicken die Forscher pessimistisch in die Zukunft. Ein Grund sind die schlechten Aussichten beim Thema Abr\u00fcstung. So l\u00e4uft der New-Start-Vertrag zwischen den USA und Russland im kommenden Februar aus. Die damaligen Pr\u00e4sidenten der beiden L\u00e4nder, Barack Obama und Dmitri Medwedew, hatten den Pakt 2010 unterzeichnet. Er sieht vor, die Nukleararsenale beider Nationen auf je 800 Tr\u00e4gersysteme und 1550 einsatzbereite Atomsprengk\u00f6pfe zu verringern.<\/p>\n<p>Nachdem es lange kaum Fortschritte gab, wollen Vertreter der beiden L\u00e4nder diesen Monat \u00fcberraschend zu Gespr\u00e4chen \u00fcber eine m\u00f6gliche neue Abr\u00fcstungsvereinbarung zusammenkommen. Erst im vergangenen Sommer war ein anderes wichtiges Abr\u00fcstungsabkommen beider L\u00e4nder aufgek\u00fcndigt worden: der INF-Vertrag \u00fcber das Verbot landgest\u00fctzter atomarer Kurz- und Mittelstreckenwaffen.<\/p>\n<p>Der Stillstand beim New-Start-Pakt und das Ende des INF-Vertrags legten nahe, dass &quot;die \u00c4ra der bilateralen Vereinbarungen zur nuklearen R\u00fcstungskontrolle zwischen Russland und den USA zu Ende gehen k\u00f6nnte&quot;, sagt der Sipri-Forscher Shannon Kile, einer der Autoren des Jahresberichts. Der Verlust entscheidender, der Transparenz dienender Kommunikationskan\u00e4le zwischen Russland und den USA &quot;k\u00f6nnte potenziell zu einem neuen atomaren Wettr\u00fcsten f\u00fchren&quot;.<\/p>\n<h3>Eine neue Generation von Atomwaffen<\/h3>\n<p>Die Friedensforscher kommen au\u00dferdem zu dem Schluss, dass die Atomm\u00e4chte an einer neuen Generation von Nuklearwaffen arbeiteten. Sowohl Russland als auch die USA h\u00e4tten teure und umfangreiche Programme in die Wege geleitet, um ihre Atomsprengk\u00f6pfe, transportf\u00e4higen Flugzeuge und Produktionsst\u00e4tten zu modernisieren. Zudem spielten Atomwaffen in ihrer milit\u00e4rischen Planung wieder eine wichtigere Rolle &#8211; was eine Umkehr eines seit dem Ende des Kalten Kriegs vorherrschenden Trends bedeute.<\/p>\n<p>\u00c4hnliche Entwicklungen sind dem Bericht zufolge bei den kleineren Atomm\u00e4chten zu beobachten: Diese bauen neue Waffensysteme oder haben dies zumindest angek\u00fcndigt. So entwickle China eine sogenannte Atomtriade aus neuen see- und landgest\u00fctzten Raketen sowie atomwaffenf\u00e4higen Jets.<\/p>\n<p>Die Forscher sehen die R\u00fcckschl\u00e4ge auf dem Gebiet der R\u00fcstungskontrolle im vergangenen Jahr als einen Aspekt einer immer gr\u00f6\u00dfer werdenden internationalen Instabilit\u00e4t. &quot;Der Umfang, in dem die internationale Politik von Spannungen und Meinungsverschiedenheiten, insbesondere zwischen den drei Gro\u00dfm\u00e4chten \u2013 China, Russland und USA \u2013 gekennzeichnet ist, bietet ernsthaften Grund zur Sorge&quot;, hei\u00dft es im Bericht.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mobile Startrampe f\u00fcr atomwaffenf\u00e4hige Interkontinentalrakete Topol-M: Droht ein neues Wettr\u00fcsten? dpa Die Gesamtzahl der Atomwaffen auf der Welt ist im vergangenen Jahr zur\u00fcckgegangen. Zugleich modernisieren die Atomm\u00e4chte ihre Arsenale. 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