{"id":4738,"date":"2020-12-24T23:37:06","date_gmt":"2020-12-24T20:37:06","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/bundesregierung-sieht-neues-kapitel-in-den-beziehungen-zu-grosbritannien\/"},"modified":"2020-12-24T23:37:06","modified_gmt":"2020-12-24T20:37:06","slug":"bundesregierung-sieht-neues-kapitel-in-den-beziehungen-zu-grosbritannien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/bundesregierung-sieht-neues-kapitel-in-den-beziehungen-zu-grosbritannien\/","title":{"rendered":"Bundesregierung sieht &#8220;neues Kapitel in den Beziehungen zu Gro\u00dfbritannien&#8221;"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/89f6e840-321c-48c8-be0f-fb098b96c61c_w948_r1.77_fpx61.77_fpy49.98.jpg\" title=\"Bundeskanzlerin Angela Merkel am 10. Dezember in Br\u00fcssel\" alt=\"Bundeskanzlerin Angela Merkel am 10. Dezember in Br\u00fcssel\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Bundeskanzlerin Angela Merkel am 10. Dezember in Br\u00fcssel<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Olivier Matthys \/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Nach der Einigung zwischen London und Br\u00fcssel auf ein Handelsabkommen nach dem Brexit will die Bundesregierung unbedingt ein vorl\u00e4ufiges Inkrafttreten zum 1. Januar 2021 erreichen. \u00bbWir haben endlich wei\u00dfen Rauch aufsteigen sehen aus den Verhandlungen, aber noch ist das Abkommen nicht unter Dach und Fach\u00ab, erkl\u00e4rte Au\u00dfenminister Heiko Maas (SPD) am Donnerstag in Berlin. \u00bbWir wollen als Ratspr\u00e4sidentschaft alles tun, damit das Abkommen rechtzeitig zum 1.1.2021 vorl\u00e4ufig in Kraft treten kann.\u00ab<\/p>\n<p>Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erkl\u00e4rte, die Bundesregierung werde den Abkommenstext nun intensiv pr\u00fcfen. Es werde rasch klar sein, \u00bbob Deutschland das heutige Verhandlungsergebnis unterst\u00fctzen kann. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir hier ein gutes Resultat vorliegen haben\u00ab, erkl\u00e4rte Merkel.<\/p>\n<p>Die Kanzlerin betonte, die Einigung \u00fcber die k\u00fcnftigen Beziehungen zwischen Europ\u00e4ischer Union und Gro\u00dfbritannien sei \u00bbvon historischer Bedeutung\u00ab. Dies sei \u00bbdie Grundlage f\u00fcr ein neues Kapitel in unseren Beziehungen. Gro\u00dfbritannien wird auch au\u00dferhalb der Europ\u00e4ischen Union weiterhin ein wichtiger Partner f\u00fcr Deutschland und f\u00fcr die Europ\u00e4ische Union sein.\u00ab<\/p>\n<p>Die Mitglieder des Bundeskabinetts werden sich nach Angaben der Kanzlerin am kommenden Montag um 9.30 Uhr in einer Telefonschalte \u00fcber die deutsche Position verst\u00e4ndigen. Danach werde der europ\u00e4ische Rat das Abkommen und seine vorl\u00e4ufige Anwendung beschlie\u00dfen. Abschlie\u00dfend in Kraft treten k\u00f6nne das Abkommen erst, wenn auch das Europ\u00e4ische Parlament zugestimmt hat.<\/p>\n<p>Au\u00dfenminister Maas verwies darauf, dass ein vorl\u00e4ufiges Inkrafttreten zum 1. Januar nun allen Seiten viel Flexibilit\u00e4t abverlangen werde. \u00bbIch bin aber zuversichtlich, dass es gelingt. Wir sind jetzt ganz nah dran an einer L\u00f6sung, mit der wir endlich die Brexit-Diskussion \u00fcberwinden und ein neues Kapitel mit Gro\u00dfbritannien aufschlagen k\u00f6nnen.\u00ab Das endg\u00fcltige Inkrafttreten nach der Abstimmung im Europ\u00e4ischen Parlament sei dann hoffentlich fr\u00fch im neuen Jahr zu erreichen.<\/p>\n<p>Gro\u00dfbritannien war zum 1. Februar aus der EU ausgetreten, bis zum Jahresende bleibt das Land aber noch im EU-Binnenmarkt und in der Zollunion. Mit der Einigung \u00fcber die k\u00fcnftigen Beziehungen an Heiligabend wurde nur eine Woche vor Ablauf der Frist der Durchbruch erzielt. Zuvor hatten die Verhandlungen zwischen London und Br\u00fcssel \u00fcber Monate auf der Stelle getreten.<\/p>\n<h3>Airbus begr\u00fc\u00dft die Einigung<\/h3>\n<p>Der europ\u00e4ische Flugzeugbauer Airbus zeigt sich erleichtert \u00fcber den Abschluss des Brexit-Handelspakts. \u00bbAirbus begr\u00fc\u00dft die Nachricht, dass eine Vereinbarung zwischen der EU und dem Vereinigten K\u00f6nigreich gefunden wurde\u00ab, sagte Airbus-Chef Guillaume Faury am Donnerstag laut einer Unternehmensmitteilung.<\/p>\n<p>Wie ein Sprecher erg\u00e4nzte, m\u00fcssten zwar die Konsequenzen f\u00fcr das Luftfahrtgesch\u00e4ft noch gepr\u00fcft werden. Doch der Konzern sei erfreut, dass das Szenario eines Bruchs mit Gro\u00dfbritannien vermieden worden sei.<\/p>\n<p>Die Coronakrise traf die Luftfahrt so schwer wie nur wenige andere Branchen. Wegen der Pandemie und der Reisebeschr\u00e4nkungen ist die Nachfrage nach Flugtickets zum gr\u00f6\u00dften Teil weggebrochen. Airbus hatte nach fr\u00fcheren Angaben seine Flugzeugproduktion um rund 40 Prozent gedrosselt.<\/p>\n<h3>Macron: \u00bbStandfestigkeit hat sich ausgezahlt\u00ab<\/h3>\n<p>Auch Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron begr\u00fc\u00dfte die Einigung beim Brexit-Handelspakt zwischen der EU und Gro\u00dfbritannien. \u00bbDie europ\u00e4ische Einheit und Standfestigkeit haben sich ausgezahlt\u00ab, teilte der 43-J\u00e4hrige am Donnerstag via Twitter mit. Frankreich verfolgte im Brexit-Gezerre oft eine Hardlinerlinie.<\/p>\n<p>\u00bbDie Vereinbarung mit dem Vereinigten K\u00f6nigreich ist bedeutend, um unsere B\u00fcrger, unsere Fischer und unsere Erzeuger zu sch\u00fctzen\u00ab, fuhr Macron fort. Man werde sich nun \u00fcberzeugen, ob dies wirklich der Fall sei. \u00bbEuropa kommt voran und kann einer geeinten, eigenst\u00e4ndigen und starken Zukunft entgegenblicken\u00ab, so Macron.<\/p>\n<p>Frankreich hatte w\u00e4hrend der Verhandlungen lange auf den Schutz seiner Fischer gedrungen. Die Branche hat im Land einen hohen Symbolwert. Nach Informationen der Tageszeitung \u00bbLe Parisien\u00ab soll Macron am vergangenen Wochenende bei der Vorbereitung des Pakts gebremst haben \u2013 dabei sei es vor allem um die Fischerei gegangen. Offiziell wurden dazu keine Angaben gemacht.<\/p>\n<h3>\u00d6konomen erleichtert<\/h3>\n<p>\u00d6konomen sehen mit Erleichterung, dass ein harter wirtschaftlicher Bruch zum Jahreswechsel wohl in letzter Minute abgewendet wurde. Wichtigster Punkt des Abkommens sei, Z\u00f6lle zu vermeiden, unbegrenzten Handel in beide Richtungen zu erlauben und Reibungsverluste so weit wie m\u00f6glich zu begrenzen.<\/p>\n<p>\u00bbIch bin sehr erleichtert \u00fcber diese Einigung in letzter Minute\u00ab, sagte Gabriel Felbermayr, Pr\u00e4sident des Kieler Instituts f\u00fcr Weltwirtschaft (IfW Kiel). \u00bbDass es im Handel zwischen Gro\u00dfbritannien und der EU nun keine Z\u00f6lle und Mengenbeschr\u00e4nkungen geben wird, ist klar besser, als wenn ohne Deal nach den allgemeinen Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) gehandelt worden w\u00e4re. Aber wie gut die L\u00f6sung wirklich ist, h\u00e4ngt von den Details ab, deren Analyse erst beginnt.\u00ab<\/p>\n<p>Uwe Burkert, Chefvolkswirt und Leiter von LBBW Research, kommentierte die Einigung so: \u00bbEin Heureka-Moment. Endlich. Eine Einigung, die aber nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen darf, dass nur das Allerschlimmste vermieden wurde. Aber immerhin. Trennungen tun immer weh. Aber wie jede gute Scheidung sollte f\u00fcr ein respektvolles Miteinander danach gesorgt werden. Der Wirtschaft tut es gut, wenn endlich wieder Vernunft das Miteinander bestimmt.\u00ab Am Kurs des britischen Pfunds und des Euro zum US-Dollar lasse sich die Bedeutung dieser Einigung f\u00fcr Europa ablesen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Achim Wambach, Pr\u00e4sident des Leibniz-Zentrums f\u00fcr Europ\u00e4ische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim, ist es \u00bbeine Erleichterung, dass das Hin und Her um Austrittsabkommen und Handelsvertrag nun endlich einen Abschluss gefunden hat. Die Ungewissheit hat ein Ende. Durch den Abschluss des Abkommens gibt es nun mehr Planbarkeit und Sicherheit f\u00fcr die k\u00fcnftigen Handelsbeziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten K\u00f6nigreich.\u00ab<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Bundeskanzlerin Angela Merkel am 10. 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