{"id":4685,"date":"2020-12-22T15:18:34","date_gmt":"2020-12-22T12:18:34","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-krise-in-grosbritannien-boris-johnson-unter-druck\/"},"modified":"2020-12-22T15:18:34","modified_gmt":"2020-12-22T12:18:34","slug":"corona-krise-in-grosbritannien-boris-johnson-unter-druck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-krise-in-grosbritannien-boris-johnson-unter-druck\/","title":{"rendered":"Corona-Krise in Gro\u00dfbritannien: Boris Johnson unter Druck"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/b154cbfb-f949-4861-b521-ec9fd6eff53f_w948_r1.77_fpx55_fpy45.jpg\" title=\"Premier Boris Johnson (am 21. Dezember): Kehrtwenden, Fehleinsch\u00e4tzungen, falsche Versprechen\" alt=\"Premier Boris Johnson (am 21. Dezember): Kehrtwenden, Fehleinsch\u00e4tzungen, falsche Versprechen\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Premier Boris Johnson (am 21. Dezember): Kehrtwenden, Fehleinsch\u00e4tzungen, falsche Versprechen<\/p>\n<p>  Foto:\u2002TOLGA AKMEN \/ AFP  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Boris Johnson, der sonst so wortgewandte Premier, bem\u00fchte sich verkrampft um Zuversicht: Es sei ja \u00bbnur\u00ab ein F\u00fcnftel des Warenverkehrs mit dem Kontinent, das durch die aktuellen Verkehrsbeschr\u00e4nkungen mit Frankreich ausgebremst werde, sagte er am Montag. \u00bbDas Gros an Lebensmitteln, Medikamenten und Versorgungsg\u00fctern\u00ab w\u00fcrde das Land wie immer erreichen und verlassen k\u00f6nnen. Auch habe er ein \u00bbgutes Gespr\u00e4ch\u00ab mit dem franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten Emmanuel Macron gef\u00fchrt und hoffe auf eine L\u00f6sung, sogar \u00bbin den n\u00e4chsten Stunden\u00ab.<\/p>\n<p>Doch in Wirklichkeit war manches sogar schlimmer, als Johnson es darstellte: Statt, wie er sagte, standen nicht \u00bbnur noch rund 170 Lkw\u00ab vor dem Hafen von Dover auf der Autobahn M20, sondern bis zu 1500. Im Gespr\u00e4ch ist, alle Fahrer auf das Virus zu testen, bevor sie den \u00c4rmelkanal queren d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Stau, Chaos, ein vermasseltes Weihnachtsfest \u2013 so sieht das dramatische Ende eines Jahres aus, das f\u00fcr Johnson eigentlich ganz gut begonnen hatte. Im Dezember 2019 hat er mit seinem Versprechen, den Brexit \u00fcber die B\u00fchne zu bringen, eine deutliche Mehrheit im Parlament gewonnen, darunter viele Sitze im Norden Englands, in den Hochburgen der Labourpartei. Doch dann traf die Pandemie das Land \u2013 und ausgerechnet jetzt noch eine neue, besonders ansteckende Variante des Coronavirus.<\/p>\n<p>Mehr als 40 L\u00e4nder haben den Verkehr mit Gro\u00dfbritannien bereits vor\u00fcbergehend eingestellt. Nun wird das Vereinigte K\u00f6nigreich sogar noch vor Ablauf der Brexit-\u00dcbergangsfrist vom Rest Europas abgeschottet. Johnson steht unter Druck. Die neue Corona-Variante hat sich in allen Teilen des Landes verbreitet, sagte am Montag Patrick Vallance, der wissenschaftliche Berater der Regierung. Er deutete an, dass auch in weiteren Regionen bald so harte Lockdown-Ma\u00dfnahmen erforderlich sein werden, wie sie schon in London und dem S\u00fcdosten England gelten.<\/p>\n<h3>Falsche Versprechen entt\u00e4uschen viele Briten<\/h3>\n<p>\u00bbWir k\u00f6nnen uns ab Ostern auf eine ganz neue Welt freuen\u00ab, versuchte der Premier seine Landsleute zu beruhigen. Schlie\u00dflich sei ja bereits einer halben Million Menschen die erste von zwei Dosen des Coronavirus-Impfstoffes verabreicht worden.<\/p>\n<p>Doch ob die Briten ihm noch glauben? Viel zu oft hatte Johnson in diesem Jahr fantastische Versprechen gemacht \u2013 und nicht einhalten k\u00f6nnen. Noch Mitte M\u00e4rz, als die Pandemie gerade begann, sagte er: \u00bbWir k\u00f6nnen das Blatt innerhalb von zw\u00f6lf Wochen wenden\u00ab. Auch vor Weihnachten hielt er bis zum letzten Moment trotz steigender Zahlen an der Illusion fest, die Familien k\u00f6nnen mehrere Tage in einer \u00bbChristmas bubble\u00ab zusammen feiern.<\/p>\n<p>Umfragen zeigen, dass viele Briten die Leistung von Johnsons Kabinett negativ bewerten. So fand das Meinungsforschungsfirma Ipsos MORI heraus, dass 63 Prozent glauben, die Regierung habe den Brexit schlecht gemanagt. Auch das Management in der Coronakrise bewertet eine Mehrheit negativ \u2013 dabei hatte Johnson das \u00bbweltbeste\u00ab System der Test- und Kontaktverfolgung versprochen.<\/p>\n<h3>Druck sogar aus der eigenen Partei<\/h3>\n<p>Sogar innerhalb der Konservativen Partei w\u00e4chst die Unzufriedenheit. Gerade die harten Brexiteers f\u00fcrchten, Johnson k\u00f6nnte an vielen Fronten gleichzeitig in Bedr\u00e4ngnis geraten und im letzten Moment doch zu viele Kompromisse in den Verhandlungen mit der EU eingehen.<\/p>\n<p>Dennoch k\u00f6nnte eine Einigung mit Br\u00fcssel auf ein Handelsabkommen, wie d\u00fcnn es auch immer ausfallen w\u00fcrde, die Stimmung wieder etwas beruhigen. In den britischen Zeitungen wird spekuliert, das Parlament k\u00f6nnte n\u00e4chste Woche zusammenkommen, um am 30. Dezember noch rasch \u00fcber einen Deal abzustimmen \u2013 es w\u00e4re der allerletzte Moment, um ein fatales No-Deal-Szenario zu verhindern.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Premier Boris Johnson (am 21. 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