{"id":4653,"date":"2020-12-21T05:58:35","date_gmt":"2020-12-21T02:58:35","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/durre-boden-in-deutschland-leidet-unter-regenmangel\/"},"modified":"2020-12-21T05:58:35","modified_gmt":"2020-12-21T02:58:35","slug":"durre-boden-in-deutschland-leidet-unter-regenmangel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/durre-boden-in-deutschland-leidet-unter-regenmangel\/","title":{"rendered":"D\u00fcrre: Boden in Deutschland leidet unter Regenmangel"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/d0063f7e-9d56-4f10-bdb4-f50754e7e8ea_w948_r1.77_fpx58.2_fpy50.jpg\" title=\"Ausgetrockneter Fischteich im s\u00e4chsischen Bennewitz (im Juli 2020): Drei D\u00fcrrejahre in Folge\" alt=\"Ausgetrockneter Fischteich im s\u00e4chsischen Bennewitz (im Juli 2020): Drei D\u00fcrrejahre in Folge\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Ausgetrockneter Fischteich im s\u00e4chsischen Bennewitz (im Juli 2020): Drei D\u00fcrrejahre in Folge<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Jan Woitas \/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Tags\u00fcber spazieren gehen darf man ja zum Gl\u00fcck noch. Und wer das tut, sieht gr\u00fcne Wiesen. Auch das Wintergetreide auf den Feldern macht einen guten Eindruck. Weit weg scheint die Zeit im Sommer, als weite Teile Deutschlands mit D\u00fcrreproblemen zu k\u00e4mpfen hatten. Mancherorts wurde damals gar das Trinkwasser knapp.<\/p>\n<p>\u00bbBis in eine Tiefe von knapp zwei Metern haben wir weiterhin eine fl\u00e4chendeckende D\u00fcrre in Deutschland \u2013 und zwar in einem Ausma\u00df, wie man es statistisch nur alle 50 Jahre erwarten w\u00fcrde\u00ab, sagt Andreas Marx. Der Hydrologe betreut am Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Umweltforschung (UFZ) in Leipzig den D\u00fcrremonitor. Das ist ein Set von Landkarten, die ein Simulationsmodell jeden Tag aufs Neue produziert.<\/p>\n<p>Mithilfe der Daten von 2500 Stationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) errechnet ein Computer, wie es um das Wasser in den B\u00f6den des Landes steht. Vereinfacht gesprochen lassen sich die Schaubilder so lesen: Blau ist gut, gelb so lala und je dunkler der Rotton wird, desto bedenklicher ist die Sache. Und w\u00e4hrend auf der \u00dcbersicht f\u00fcr das sogenannte pflanzenverf\u00fcgbare Wasser, es ist zu finden in den obersten 25 Zentimetern, aktuell Blaut\u00f6ne dominieren, ist der D\u00fcrremonitor f\u00fcr den Gesamtboden, der bis in 1,8 Meter Tiefe reicht vielerorts noch immer dunkelrot. Dort ist es trockener als im katastrophalen D\u00fcrrejahr 2018.<\/p>\n<p>Und auch um die oberste Bodenschicht steht es nicht so gut, wie es auf den ersten Blick scheinen k\u00f6nnte. Marx nennt das \u00bbeine skurrile Situation f\u00fcr Menschen, die sich nicht so stark damit besch\u00e4ftigen.\u00ab Denn auch an der Oberfl\u00e4che fehlt vielerorts im langj\u00e4hrigen Vergleich noch immer Wasser: \u00bbEs ist vollkommen normal, dass die B\u00f6den im Winter oben ziemlich nass sind. Das ist jedes Jahr so\u00ab, sagt der Forscher. Doch obwohl der Boden an der Oberfl\u00e4che nass erscheine, \u00bbist er vor allem in der Westh\u00e4lfte Deutschlands trotzdem noch erheblich trockener als normal.\u00ab<\/p>\n<p>Deutschland hat in Teilen des Landes drei D\u00fcrresommer hinter sich. Vielerorts hat es zu wenig geregnet. Durch h\u00f6here Temperaturen im Zuge des menschengemachten Klimawandels geht in den Sommermonaten zudem mehr Wasser durch Verdunstung verloren. Kein Wunder, wenn da zum Beispiel die Bauern zu k\u00e4mpfen haben.<\/p>\n<h3>Besserung nicht in Sicht<\/h3>\n<p>Mit welcher Bilanz Landwirtschaftsunternehmen das Jahr 2020 nun abschlie\u00dfen, h\u00e4ngt davon ab, wo sie sich befinden: \u00bbIm Juni haben einige Regionen \u00fcberdurchschnittlichen Niederschlag bekommen. Wer dieses Gl\u00fcck hatte, bei dem haben sich die Ertr\u00e4ge stabilisiert. Wo es im Juni nicht geregnet hat, sind die Ertr\u00e4ge zum Teil wieder stark unterdurchschnittlich gewesen. F\u00fcr die Landwirte, die das dritte Jahr in Folge betroffen waren, ist das eine Katastrophe\u00ab, so der Forscher. <\/p>\n<p>Und Besserung ist nicht wirklich in Sicht. Der Deutsche Wetterdienst hat ausgerechnet, dass im Herbst deutschlandweit im Schnitt etwa 150 Litern Regen pro Quadratmeter gefallen sind. Das sind 82 Prozent des langj\u00e4hrigen Mittels. \u00bbDie fehlenden fast 20 Prozent, das ist gar nicht so wenig\u00ab, sagt Marx. Und in der Tat: Es war der f\u00fcnfttrockenste November seit Messbeginn 1881. Die Speicher im Untergrund f\u00fcllen sich so keinesfalls.<\/p>\n<p>Schaut man auf die Verteilung des Regens laut DWD-Statistik, bekommt man auch ein D\u00e9j\u00e0-vu. Der meiste Niederschlag \u2013 bis zu 480 Liter pro Quadratmeter \u2013 landete im Schwarzwald und am Alpenrand. Die Gebiete mit dem geringsten Niederschlag lagen in der Mitte Deutschlands.<\/p>\n<h3>Trockenheit behindert Wassertransport<\/h3>\n<p>Schuld an der Trockenheit im Unterboden ist auch eine Art Teufelskreis. Man k\u00f6nnte ja annehmen, dass Regenwasser einfach nur von oben nach unten durch den Boden durchlaufen muss. Aber das ist nicht so. Je feuchter der Boden ist, desto h\u00f6her ist n\u00e4mlich die hydraulische Leitf\u00e4higkeit. Das Wasser kann sich dann also schnell bewegen. \u00bbWo es trocken ist, wirkt das allerdings wie eine Bremse\u00ab, sagt Forscher Marx. In solchen F\u00e4llen bewege sich das Wasser, je nach Bodenart, nur ein oder zwei Zentimeter am Tag nach unten. \u00bbDie Auff\u00fcllung tieferer Schichten kam weitgehend zum Stillstand\u00ab, bilanzieren die Agrarmeteorologen des DWD den Herbst.<\/p>\n<p>Ob die kommenden Wintermonate endlich Entspannung bringen? Andreas Marx zuckt mit den Schultern. Er habe ja keine Glaskugel. Saisonale Wettervorhersagen existierten zwar, seien in der Praxis f\u00fcr seine Arbeit aber kaum nutzbar. \u00bbStatistisch w\u00e4re es wahrscheinlich, dass wir mindestens einen durchschnittlichen Winter bekommen\u00ab, sagt der Helmholtz-Forscher. \u00bbDas muss ich aber relativieren, denn letztes Jahr habe ich das auch schon gesagt. Und es ist dann nicht so gekommen.\u00ab<\/p>\n<p>Wenn man \u00fcber D\u00fcrre rede, sagt Marx, schaue man als Erstes immer auf die Landwirtschaft. Man spreche auch \u00fcber die 285.000 Hektar verlorenen Wald. \u00bbDie D\u00fcrre hat aber Folgen in fast allen Sektoren.\u00ab Ein Beispiel: Am Mittelrhein konnten Schiffe zuletzt wegen der geringen Pegel nur noch mit halber Ladung fahren, wodurch sich die Fracht verteuert. Das ist zwar im Herbst nicht ganz ungew\u00f6hnlich. Doch dieses Jahr hielt das Niedrigwasser ungew\u00f6hnlich lange an.<\/p>\n<p>Dass die \u00d6ffentlichkeit noch immer verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wenig \u00fcber den Wassermangel spreche, habe auch mit der Macht der Bilder zu tun: \u00bbEin Hochwasser an einem Fluss kommt schnell, verursacht ein paar Tagen gro\u00dfe Sch\u00e4den und verschwindet dann wieder. D\u00fcrren entwickeln sich langsam und bleiben lange. Die ganz dramatischen Szenen fehlen.\u00ab<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Ausgetrockneter Fischteich im s\u00e4chsischen Bennewitz (im Juli 2020): Drei D\u00fcrrejahre in Folge Foto:\u2002Jan Woitas \/ dpa Tags\u00fcber spazieren gehen darf man ja zum Gl\u00fcck noch. 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