{"id":4401,"date":"2020-12-09T17:56:43","date_gmt":"2020-12-09T14:56:43","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/wirtschaft-in-der-corona-krise-funf-hoffnungszeichen-fur-die-welt\/"},"modified":"2020-12-09T17:56:43","modified_gmt":"2020-12-09T14:56:43","slug":"wirtschaft-in-der-corona-krise-funf-hoffnungszeichen-fur-die-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/wirtschaft-in-der-corona-krise-funf-hoffnungszeichen-fur-die-welt\/","title":{"rendered":"Wirtschaft in der Corona-Krise: F\u00fcnf Hoffnungszeichen f\u00fcr die Welt"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/a8aae595-cd77-4abc-91be-bf3d1c768158_w948_r1.77_fpx41_fpy50.jpg\" title=\"Containerumschlag im Hafen von Qingdao\" alt=\"Containerumschlag im Hafen von Qingdao\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Containerumschlag im Hafen von Qingdao<\/p>\n<p>  Foto:\u2002VCG \/ imago images  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Die zweiten und dritten Corona-Wellen rollen durch Europa und Nordamerika, die Todeszahlen steigen, und der n\u00e4chste harte Lockdown in Deutschland wird immer wahrscheinlicher. Die Pandemie zieht sich l\u00e4nger hin und sie ist verheerender, als viele das im M\u00e4rz erwartet hatten.<\/p>\n<p>Aber gro\u00dfen Teilen der Wirtschaft geht es am Ende des Katastrophenjahrs 2020 l\u00e4ngst nicht so schlecht, wie anfangs bef\u00fcrchtet wurde. Im Gegenteil \u2013 hier und da gibt es neuerdings sogar Entwicklungen, die auf eine globale Trendwende hindeuten. Eine Wende zum Positiven. F\u00fcnf Grafiken zeigen die Hoffnungszeichen f\u00fcr die deutsche und die globale Wirtschaft.<\/p>\n<h3>1. Die Industrie ist robuster als gedacht<\/h3>\n<p>Die Welt wandelt sich \u2013 und auch die Wirtschaft. Seit Jahrzehnten nimmt die Bedeutung der Industrie f\u00fcr die Gesamtwirtschaft ab, Dienstleistungen werden immer wichtiger. Deutschland durchlebt diesen Strukturwandel ebenfalls, allerdings in schw\u00e4cherer Form: Hierzulande haben Fabriken und Stahlwerke noch immer eine h\u00f6here Bedeutung, einen h\u00f6heren Anteil an der Wertsch\u00f6pfung, als in vielen anderen westlichen Volkswirtschaften.<\/p>\n<p>In dieser Krise erweist sich das nun als Vorteil. Der Lockdown vom Fr\u00fchjahr hatte zwar von Emden bis Berchtesgaden auch viele Fabriken lahmgelegt. Seit Mai aber entwickelt sich die Auftragslage der Industrie erstaunlich robust. Die Auftragseing\u00e4nge lagen im Oktober \u2013 dem letzten Monat, f\u00fcr welchen Daten verf\u00fcgbar sind \u2013 bereits wieder auf dem Niveau von Februar. Also vor dem Ausbruch der Krise.<\/p>\n<p>Ins Auge sticht auch, von wo die meisten Bestellungen bei deutschen Betrieben eingehen: Im Sommer lagen die Auftr\u00e4ge aus dem Inland zwar kurzzeitig h\u00f6her. Inzwischen sind es aber vor allen Dingen Auftraggeber aus dem Ausland, von denen das verarbeitende Gewerbe massiv profitiert. Der Teilindex f\u00fcr Bestellungen aus dem Ausland lag zuletzt sogar \u00fcber dem Stand des letzten Monats der Vor-Corona-Periode.<\/p>\n<p>Die Globalisierung mag durch die Pandemie in Verruf geraten sein. In der aktuellen Krise aber tr\u00e4gt die enge Verzahnung mit der Weltwirtschaft erheblich dazu bei, den \u00f6konomischen Absturz abzufedern.<\/p>\n<h3><strong>2. In China l\u00e4uft es wieder<\/strong><\/h3>\n<p>Als das Coronavirus in Wuhan ausbrach, schien China zum Verlierer der Epidemie zu werden. Heute zeigt sich: Die Volksrepublik ist ihr gro\u00dfer Gewinner. Dem Anschein nach hat es der autokratische Staat geschafft, das Virus einzud\u00e4mmen. Sicher ist: Chinas Wirtschaft hat die Seuche hinter sich gelassen.<\/p>\n<p>Ein ums andere Mal verk\u00fcndet Peking dieser Tage positive Konjunkturdaten. Manche muten schon etwas m\u00e4rchenhaft an \u2013 etwa die 21-prozentige Steigerung der Novemberexporte gegen\u00fcber dem Vorjahr, die am Montag vermeldet wurde. Aber am Gesamtbild zweifeln selbst langj\u00e4hrige Kritiker kaum: Die zweitgr\u00f6\u00dfte \u00d6konomie der Welt ist zur\u00fcck im Wachstums-Wunder-Modus. Und zieht dabei auch ihre Handelspartner mit nach oben, wie zum Beispiel Deutschland.<\/p>\n<p>Deutsche Autohersteller h\u00e4tten ein Problem ohne China. Dass BMW etwa von Juli bis September mehr Fahrzeuge verkaufte als je zuvor in einem Quartal, w\u00e4re undenkbar ohne den Fernostmarkt. 34 Prozent aller weltweit hergestellten Autos setzte BMW in der Volksrepublik ab. Das waren gut zweieinhalb mal so viele wie in Deutschland. Bei VW und Mercedes ist der Chinaanteil noch h\u00f6her.<\/p>\n<p>Die Verkaufszahlen seien \u00bbfast zu gut, um wahr zu sein\u00ab, schw\u00e4rmt Daimler-Chef Ola K\u00e4llenius. Auf Dauer ist die wachsende Abh\u00e4ngigkeit bedenklich, kurzfristig aber rettet sie Unternehmensbilanzen und Arbeitspl\u00e4tze.<\/p>\n<p>Bisher gibt es kaum Anzeichen, dass der Chinaboom abflaut. Die Pkw-Verk\u00e4ufe lagen zuletzt sieben Monate in Folge \u00fcber dem Vorjahr. Und \u00d6konomen korrigieren die Wachstumsprognosen f\u00fcr die Gesamtwirtschaft zurzeit eher nach oben. Der Internationale W\u00e4hrungsfonds (IWF) erwartet 2020 knapp zwei Prozent und 2021 gut acht Prozent plus. Da kommt keine anderes gro\u00dfes Land mit.<\/p>\n<h3><strong>3. Rohstoffe sind gefragt wie in Boomzeiten<\/strong><\/h3>\n<p>Kaum zu glauben: Es ist Pandemie \u2013 und die Kurse an vielen Rohstoffm\u00e4rkten gehen durch die Decke. Der Kupferpreis ist auf dem h\u00f6chsten Stand seit 2013. Eisenerz hat sich gegen\u00fcber dem Jahresanfang um mehr als 50 Prozent verteuert. Auch Nickel, Zink, oder Aluminium notieren nach einem steilen Absturz im Fr\u00fchjahr wieder deutlich \u00fcber dem Vor-Corona-Niveau.<\/p>\n<p>Die Basis- oder Industriemetalle gelten traditionell als Barometer der Weltkonjunktur. Schlie\u00dflich sind diese Rohstoffe unentbehrlich f\u00fcr viele Produkte und G\u00fcter, die in Boomzeiten besonders gefragt sind: Autos etwa, Elektroger\u00e4te oder H\u00e4user. Und tats\u00e4chlich l\u00e4uft das Gesch\u00e4ft in vielen Fabriken wie auch in der Baubranche besser, als viele Experten anfangs f\u00fcrchten. Im Gegenzug allerdings schw\u00e4cheln Teile des Dienstleistungssektors erheblich, allen voran die Tourismus- und Freizeitwirtschaft.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem werden die Metallpreise von Sonderfaktoren beeinflusst. Zum einen ist das der Aufschwung in China, das von einigen Rohstoffen mehr als die H\u00e4lfte der Weltproduktion abnimmt \u2013 und offenbar in der Krise strategische Vorr\u00e4te angelegt hat. Zum anderen hat das Virus die Produktion behindert und so das Angebot verknappt.<\/p>\n<p>\u00bbBei Kupfer gab es zeitweise weniger Angebot, weil vor allem in Peru Minen wegen Covid-19 geschlossen wurden\u00ab, sagt Eugen Weinberg, Chef-Rohstoffstratege der Commerzbank. \u00bbJetzt ist auch noch die Nachfrage h\u00f6her als erwartet. Das treibt die Preise nach oben.\u00ab<\/p>\n<p>F\u00fcr viele Fabriken bedeutet der Metallboom h\u00f6here Kosten. F\u00fcr F\u00f6rderl\u00e4nder wie Chile, Brasilien, Indonesien oder Peru hingegen ist er ein Segen.<\/p>\n<h3><strong>4. Die Containerfrachter haben volle B\u00e4uche<\/strong><\/h3>\n<p>Sie sind das Symbol der Globalisierung und ihr R\u00fcckgrat: Containerfrachter transportieren rund 90 Prozent der grenz\u00fcberschreitend gehandelten G\u00fcter rund um die Welt. Und sie sind gerade so voll bepackt wie lange nicht mehr. Die Frachtraten, also die Preise, auf den wichtigsten Routen haben sich seit dem Fr\u00fchjahr durchschnittlich mehr als verdoppelt. Viele Dickschiffe sind ausgebucht. Und in Europa herrscht gar akuter Containermangel. <\/p>\n<p>Der Seehandel prosperiert wie lange nicht mehr. Enorm ist der Andrang vor allem auf den wichtigsten Transpazifik-Verbindungen. Die Chinesen produzieren, die Amerikaner konsumieren \u2013 so k\u00f6nnte man es vereinfacht zusammenfassen. Trotz des von US-Pr\u00e4sident Donald Trump angezettelten Handelskriegs waren die Importe der USA aus China im Oktober so hoch wie seit Jahren nicht mehr.<\/p>\n<p>Aber auch in Europa melden f\u00fchrende H\u00e4fen wie Antwerpen oder Rotterdam guten Umschlag. Selbst in Hamburg l\u00e4uft es wieder besser. \u00bbDie Verbraucher k\u00f6nnen ihr Geld nicht mehr in die Gastronomie oder in Hotels tragen\u00ab, sagt Christian Cohrs, Logistik-Analyst der Privatbank M.M. Warburg. \u00bbStattdessen r\u00fcsten viele ihr Zuhause auf.\u00ab Zum Beispiel mit Fitnessger\u00e4ten, Flachbildschirmen oder einem Fertigh\u00e4uschen f\u00fcr den Garten. Es gibt ja sonst wenig zu tun.<\/p>\n<p>Wie lange die Container-Bl\u00fcte w\u00e4hrt? Ungewiss. F\u00fcr Skeptiker wie Gabriel Felbermayr, Pr\u00e4sident des Kieler Instituts f\u00fcr Weltwirtschaft, ist sie das Ergebnis von Nachholeffekten \u2013 und k\u00f6nnte bald vor\u00fcber sein. Andererseits gehen Hapag-Lloyd und andere Reeder bereits viele Buchungen f\u00fcr 2021 an. Die Globalisierung ist vielleicht doch noch nicht so am Ende, wie ihre Gegner es gern h\u00e4tten.<\/p>\n<h3>5. The Trend is our Friend<\/h3>\n<p>Als im Fr\u00fchjahr Industrienation nach Industrienation in den Lockdown ging, sandte das Schockwellen durch das wirtschaftliche Geflecht: Autofabriken stellten die Arbeit ein, Lieferketten kamen zum Erliegen, der Lkw-Verkehr auf Autobahnen und Bundesstra\u00dfen ging merklich zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Dieser \u00bbsudden stop\u00ab der Wirtschaft war f\u00fcr viele Konjunkturforscher ein Problem: Normalerweise erstellen sie ihre Prognosen auf Basis von Kennziffern und vorlaufenden Indikatoren, Anhaltspunkten in der Vergangenheit f\u00fcr die weitere wirtschaftliche Entwicklung also. Im Lockdown ging das nicht mehr. Die Kennziffern von gestern zeigten noch Normalit\u00e4t, f\u00fcr den j\u00e4hen Abbruch weiter Teile des Wirtschaftslebens gibt es keinen einzigen Pr\u00e4zedenzfall in der j\u00fcngeren Wirtschaftsgeschichte.<\/p>\n<p>Die Warnungen vieler Experten fielen entsprechend dramatisch aus: Das Institut f\u00fcr Weltwirtschaft in Kiel bef\u00fcrchtete die \u00bbMutter aller Rezessionen\u00ab. Das M\u00fcnchner Ifo-Institut ver\u00f6ffentlichte Szenarien-Rechnungen, in denen die Wirtschaftsleistung in Deutschland 2020 im schlimmsten Fall um 20 Prozent zur\u00fcckging \u2013 und im \u00bboptimistischsten\u00ab Szenario um 7,2 Prozent.<\/p>\n<p>Seitdem geht der Trend allerdings nach oben: Forschungsinstitute, Sachverst\u00e4ndigenrat und Bundesregierung haben ihre Prognosen der Wirtschaftsentwicklung im Laufe des Jahres an die tats\u00e4chliche Entwicklung angepasst, und zwar \u00fcberwiegend zum Guten. Es sieht jetzt eher nach einem Minus von gut f\u00fcnf Prozent aus. Die deutsche Wirtschaft hat sich 2020 bislang deutlich besser geschlagen als gedacht.<\/p>\n<p>Torsten Schmidt, Konjunkturchef des RWI in Essen, erkl\u00e4rt das so: Die Situation im Fr\u00fchjahr sei zu ungew\u00f6hnlich gewesen, um auf historische Erfahrungen zur\u00fcckgreifen zu k\u00f6nnen. Vor allem im dritten Quartal \u2013 also von Juli bis September \u2013 sei der Aufschwung aber deutlich st\u00e4rker ausgefallen als prognostiziert: Die Gemeinschaftsdiagnose der f\u00fchrenden Konjunkturforschungsinstitute rechnete mit einem Plus von 6,5 Prozent. Tats\u00e4chlich waren es dann aber 8,5 Prozent. \u00bbVor allem der Export hat sich viel schneller erholt als gedacht\u00ab, sagt \u00d6konom Schmidt.<\/p>\n<p>Dazu tr\u00e4gt nicht nur China bei \u2013 sondern auch die Entwicklung in den USA. Die US-Wirtschaft wirkt \u2013 trotz oder wom\u00f6glich gerade wegen der kaum gebremsten Verbreitung des Virus \u2013 erstaunlich robust. F\u00fcr 2020 rechnen die Experten der OECD inzwischen nur noch mit einem Minus von 3,7 Prozent.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Containerumschlag im Hafen von Qingdao Foto:\u2002VCG \/ imago images Die zweiten und dritten Corona-Wellen rollen durch Europa und Nordamerika, die Todeszahlen steigen, und der n\u00e4chste harte Lockdown in<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4402,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-4401","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4401","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4401"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4401\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4402"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4401"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4401"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4401"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}