{"id":4383,"date":"2020-12-08T21:07:41","date_gmt":"2020-12-08T18:07:41","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-krise-harter-lockdown-nach-weihnachten-oder-schon-fruher\/"},"modified":"2020-12-08T21:07:41","modified_gmt":"2020-12-08T18:07:41","slug":"corona-krise-harter-lockdown-nach-weihnachten-oder-schon-fruher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-krise-harter-lockdown-nach-weihnachten-oder-schon-fruher\/","title":{"rendered":"Corona-Krise: Harter Lockdown nach Weihnachten &#8211; oder schon fr\u00fcher?"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/b975500b-7d03-44e7-b8b6-f0134793f034_w948_r1.77_fpx44_fpy50.jpg\" title=\"Leere Fu\u00dfg\u00e4ngerzone in Konstanz\" alt=\"Leere Fu\u00dfg\u00e4ngerzone in Konstanz\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Leere Fu\u00dfg\u00e4ngerzone in Konstanz<\/p>\n<p>  Foto:\u2002bodenseebilder.de \/ imago images\/bodenseebilder.de  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Weniger als eine Woche nach ihrem letzten Gipfel m\u00fcssen Angela Merkel und die Ministerpr\u00e4sidenten feststellen: Es reicht einfach nicht. Am vergangenen Mittwoch erst hatten die Kanzlerin und die L\u00e4nderchefs den Teil-Lockdown bis zum 10. Januar verl\u00e4ngert. Inzwischen aber wird mit jedem Tag klarer: Die \u00bbWellenbrecher\u00ab-Strategie ist gescheitert. Zwar konnte der exponentielle Anstieg der Infektionszahlen gestoppt werden, doch seitdem verharren die Werte auf hohem Niveau, oder sie steigen gar wieder. Mancherorts st\u00f6\u00dft das Gesundheitssystem bereits an seine Grenzen.<\/p>\n<p>Bundesweit liegt der kritische Inzidenzwert nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) derzeit bei 147 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Anfang November, also zu Beginn des Shutdowns, waren es noch um die 120.<\/p>\n<p>Und so sahen sich die Mitglieder der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina am Dienstag zu einem au\u00dferordentlichen Appell veranlasst: Sie raten der Politik eindringlich dazu, die \u00bbzu hohe Anzahl von Neuinfektionen durch einen harten Lockdown schnell und drastisch zu verringern\u00ab. Noch an Heiligabend soll die Politik den Hammer auspacken:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Schlie\u00dfung des Einzelhandels au\u00dfer f\u00fcr t\u00e4glichen Bedarf<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Keine Urlaubsreisen und gr\u00f6\u00dferen Zusammenk\u00fcnfte<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Soziale Kontakte auf ein Minimum reduzieren<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>All das mindestens bis zum 10. Januar und m\u00f6glichst bundesweit.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Kanzlerin kommt der Appell der Leopoldina gerade recht. Sie schlug schon am Montag in der Unionsfraktion Alarm: \u00bbWir werden den Winter nicht ohne zus\u00e4tzliche Ma\u00dfnahmen durchstehen k\u00f6nnen.\u00ab Merkel konzentriert sich wie so oft in der Coronakrise auf die nackten Infektionszahlen. Die sagen ihr: So geht es nicht weiter. Merkel machte deutlich, dass sie noch vor Weihnachten mit den L\u00e4ndern \u00fcber strengere Ma\u00dfnahmen beraten wolle. Eigentlich ist das n\u00e4chste Treffen erst f\u00fcr den 4. Januar geplant.<\/p>\n<h3>Merkel will h\u00e4rtere Ma\u00dfnahmen<\/h3>\n<p>Die Vermutung liegt nahe, dass Merkel \u00e4hnlich denkt wie die von ihr hochgesch\u00e4tzte Leopoldina. Die \u00bbBild\u00ab-Zeitung meldete, das Kanzleramt wolle einen \u00bbharten Lockdown\u00ab ab dem 27. Dezember bis ins neue Jahr hinein. Im Gespr\u00e4ch sei \u00bbdie Schlie\u00dfung von m\u00f6glichst vielen Gesch\u00e4ften\u00ab. Superm\u00e4rkte sollten \u2013 wie beim ersten Lockdown im Fr\u00fchjahr \u2013 offen bleiben. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unter Berufung auf nicht n\u00e4her benannte Bund-L\u00e4nder-Kreise, dass eine Schlie\u00dfung des Einzelhandels zwischen den Feiertagen diskutiert werde.<\/p>\n<p>Streng genommen laufen zwei Diskussionen parallel:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Wie setzen die Bundesl\u00e4nder den Beschluss von Ende November um, zu Weihnachten und Silvester die Kontaktbeschr\u00e4nkungen zu lockern?<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Welche weiteren Ma\u00dfnahmen sollen nach Weihnachten und bis ins neue Jahr gelten?<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Dilemma der Politik: Sie hat den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern ein Weihnachtsfest im Kreise der Familie in Aussicht gestellt, es sollte ein Lichtblick in Zeiten der Restriktionen sein. Doch die epidemiologische Lage l\u00e4sst Lockerungen eigentlich nicht zu, schon gar nicht in der traditionell reise-intensiven Weihnachtszeit.<\/p>\n<p>Dieser logische Widerspruch war auch zu sp\u00fcren, als Ministerpr\u00e4sident Markus S\u00f6der am Sonntag angesichts hoher Infektionszahlen weitere Versch\u00e4rfungen inklusive Ausgangsbeschr\u00e4nkungen f\u00fcr Bayern ank\u00fcndigte \u2013 mit Ausnahme f\u00fcr Weihnachten. S\u00f6der verteidigte das anschlie\u00dfend als \u00bbBalance von Empathie und Rationalit\u00e4t\u00ab.<\/p>\n<h3>Notbremse in Sachsen<\/h3>\n<p>Noch h\u00e4rter reagierte am Dienstag Sachsen auf die ausbleibenden Erfolge der aktuell geltenden Ma\u00dfnahmen. Ab der kommenden Woche sollen Schulen, Kinderg\u00e4rten, Horte und der Einzelhandel in dem Land geschlossen werden, nur die lebensnotwendige Versorgung bleibt ge\u00f6ffnet. Ministerpr\u00e4sident Michael Kretschmer (CDU) sagte, die Landesregierung wolle Sachsen \u00bbjetzt zur Ruhe bringen\u00ab.<\/p>\n<p>Dies sei die einzige M\u00f6glichkeit, das Infektionsgeschehen zu stoppen. \u00bbDie Situation in den Krankenh\u00e4usern ist nicht nur angespannt, sondern extrem gef\u00e4hrlich\u00ab, sagte Kretschmer. Mancherorts gebe es keine Intensivbetten mehr. Doch obwohl die Lage schwieriger sei als im Fr\u00fchjahr, w\u00fcrden die Menschen die Situation bei Weitem nicht so ernst nehmen. Auch deshalb m\u00fcsse die Politik reagieren. Der harte Lockdown in Sachsen soll bis zum 10. Januar gelten.<\/p>\n<p>Die Regierung in Dresden hat kaum eine andere Wahl: Die Zahlen im Freistaat schie\u00dfen nach oben, die Landkreise Bautzen und S\u00e4chsische Schweiz-Osterzgebirge verzeichneten nach Angaben des RKI Inzidenzwerte von \u00fcber 500. Im Landesschnitt lag der Wert bei 319. Bund und L\u00e4nder hatten urspr\u00fcnglich die Zahl von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen angepeilt. Jetzt geht es nur noch um Schadensbegrenzung.<\/p>\n<p>In Baden-W\u00fcrttemberg, dessen Inzidenzwert leicht \u00fcber dem bundesweiten Durchschnitt liegt, stimmte Gr\u00fcnen-Ministerpr\u00e4sident Winfried Kretschmann seine Regierung offenbar auf drastischere Einschr\u00e4nkungen ein. So k\u00f6nne man nicht weitermachen, \u00bbein scharfer Lockdown nach den Weihnachtstagen r\u00fcckt n\u00e4her\u00ab, sagte der Gr\u00fcnen-Politiker bei einer Kabinettssitzung, wie die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Regierungskreise berichtete.<\/p>\n<p>Und Th\u00fcringens Gesundheitsministerin Heike Werner sagte nach einer Kabinettssitzung am Dienstag, die Landesregierung wolle die derzeitigen Corona-Beschr\u00e4nkungen \u00fcber Weihnachten und Silvester nicht lockern. Dabei hatten Bund und L\u00e4nder eigentlich vereinbart, bei Familientreffen vom 23. Dezember bis l\u00e4ngstens 1. Januar zehn Personen plus Kinder zuzulassen. Ansonsten d\u00fcrfen sich maximal f\u00fcnf Leute aus zwei Hausst\u00e4nden treffen.<\/p>\n<h3>Mehrere SPD-Ministerpr\u00e4sidenten sehen keinen Anlass f\u00fcr Gespr\u00e4che<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend manche Bundesl\u00e4nder von sich aus einlenken, sehen andere keinen Grund f\u00fcr drastische Schritte \u2013 geschweige denn f\u00fcr Beratungen mit der Kanzlerin vor Weihnachten. Denn damit \u00bbw\u00e4re unweigerlich die Erwartung weiterer gravierender Versch\u00e4rfungen verbunden, etwa eine Schlie\u00dfung des Einzelhandels und Ausgangsbeschr\u00e4nkungen\u00ab, sagte Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) am Montag. Daf\u00fcr gebe es aber \u00bbkeinen Grund\u00ab. In Bremen liegt der Inzidenzwert laut RKI bei 114.<\/p>\n<p>Der brandenburgische Ministerpr\u00e4sident Dietmar Woidke (SPD) betonte, dass er momentan alle M\u00f6glichkeiten habe, um Corona-Entscheidungen selbst treffen zu k\u00f6nnen. \u00dcber einen m\u00f6glichen Lockdown nach Weihnachten \u00e4u\u00dferte sich Woidke zur\u00fcckhaltend: \u00bbWir sollten erst miteinander reden und das danach bewerten. Ein geschlossener Einzelhandel h\u00e4tte viele Konsequenzen.\u00ab Er kritisierte einen \u00bbJahrmarkt\u00ab an Vorschl\u00e4gen, \u00bbbevor man sich dar\u00fcber unterhalten hat\u00ab.<\/p>\n<p>Es werde aber wohl in dieser Woche noch eine Ministerpr\u00e4sidentenkonferenz geben, wom\u00f6glich am Donnerstag. Allerdings wird Kanzlerin Merkel an dem Tag zum EU-Gipfel in Br\u00fcssel erwartet.<\/p>\n<p>Auch der Vorsitzende der Ministerpr\u00e4sidentenkonferenz, Michael M\u00fcller (SPD), bezeichnete eine solche Sitzung als \u00bbeigentlich nicht dringend n\u00f6tig\u00ab. Ausschlie\u00dfen wollte er Beratungen mit Merkel aber nicht.<\/p>\n<p>Wom\u00f6glich bringt die Stellungnahme der Leopoldina neue Dynamik in die weit auseinanderliegenden Positionen. \u00bbDurch ein einheitliches Vorgehen werden die Ma\u00dfnahmen f\u00fcr B\u00fcrgerinnen, B\u00fcrger und Unternehmen transparent, verst\u00e4ndlich und planbar\u00ab, argumentieren die Wissenschaftler \u2013 und meinen das genaue Gegenteil von dem, was sich derzeit abspielt.<\/p>\n<p>Ministerpr\u00e4sident S\u00f6der reagierte am Dienstag wie so oft als einer der Ersten auf die Vorschl\u00e4ge. Zu einer m\u00f6glichen Schlie\u00dfung des Einzelhandels sagte er: Sollte die Ministerpr\u00e4sidentenkonferenz einen entsprechenden Beschluss treffen, werde Bayern dabei mitmachen.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Leere Fu\u00dfg\u00e4ngerzone in Konstanz Foto:\u2002bodenseebilder.de \/ imago images\/bodenseebilder.de Weniger als eine Woche nach ihrem letzten Gipfel m\u00fcssen Angela Merkel und die Ministerpr\u00e4sidenten feststellen: Es reicht einfach nicht. Am<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4384,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-4383","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4383","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4383"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4383\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4384"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4383"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4383"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4383"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}