{"id":4321,"date":"2020-12-06T00:08:42","date_gmt":"2020-12-05T21:08:42","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/russland-moskau-beginnt-mit-dem-impfen-gegen-das-coronavirus\/"},"modified":"2020-12-06T00:08:42","modified_gmt":"2020-12-05T21:08:42","slug":"russland-moskau-beginnt-mit-dem-impfen-gegen-das-coronavirus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/russland-moskau-beginnt-mit-dem-impfen-gegen-das-coronavirus\/","title":{"rendered":"Russland: Moskau beginnt mit dem Impfen gegen das Coronavirus"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/98f3361e-9925-4764-a834-bb33287dfac0_w948_r1.77_fpx49.32_fpy50.jpg\" title=\"Fertig zur Impfung: In Moskau bereitet eine Schwester eine Spritze mit dem russischen Vakzin gegen das Coronavirus, Sputnik V genannt, vor\" alt=\"Fertig zur Impfung: In Moskau bereitet eine Schwester eine Spritze mit dem russischen Vakzin gegen das Coronavirus, Sputnik V genannt, vor\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Fertig zur Impfung: In Moskau bereitet eine Schwester eine Spritze mit dem russischen Vakzin gegen das Coronavirus, Sputnik V genannt, vor<\/p>\n<p>  Foto:\u2002KIRILL KUDRYAVTSEV \/ AFP  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Dimitrij Babakow ist einer der Ersten, die am Samstag in Moskau den Impfstoff gegen das Coronavirus erhalten. Doch bevor ihm eine Schwester die Spritze in den linken Arm setzt, muss der 42-J\u00e4hrige in der Poliklinik Nr. 68 viele Fragen beantworten: Wann er zuletzt krank war, wann er gegen was geimpft wurde \u2013 die Krankenschwester ist nicht die Einzige, die Babakow viele Fragen stellt.<\/p>\n<p>Zahlreiche Journalisten warten in der modernen Klinik im Westen des Moskauer Zentrums auf ihn und andere Erstgeimpfte. Staatliche Fernsehsender wie Rossija 24 berichten live \u00fcber den Start der Corona-Impfaktion. Moskau ist die erste Stadt weltweit, die begonnen hat, so umfangreich und organisiert seine B\u00fcrger gegen das Coronavirus zu impfen. 70 Impfzentren wurden bereits eingerichtet, 100 weitere sollen folgen.<\/p>\n<p>Pr\u00e4sident Wladimir Putin hatte den Beginn der Corona-Impfungen am Mittwoch angek\u00fcndigt. Der Zeitpunkt d\u00fcrfte nicht zuf\u00e4llig gewesen sein: Wenige Stunden zuvor hatte Gro\u00dfbritannien als erster Staat weltweit den Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer zugelassen. Bereits kommende Woche will man dort mit den Impfungen starten.<\/p>\n<p>Also verk\u00fcndete Putin seinerseits den Beginn \u00bbeiner umfangreichen Impfung\u00ab. Schlie\u00dflich geht es um das Prestige des Landes, sagt Epidemiologe Wassili Wlassow von der Moskauer Higher School of Economics. Er spricht von politischen Gr\u00fcnden: \u00bbRussland war nach China das Land, das \u00fcber einen Impfstoff verf\u00fcgte, da k\u00f6nnen wir uns doch jetzt nicht von den Briten \u00fcberholen lassen\u00ab, so Wlassow.<\/p>\n<p>Verabreicht wird zun\u00e4chst das Vakzin vom Moskauer Gamaleja-Institut. Es wurde, wie auch Putin gern betont, weltweit als erstes im August zugelassen \u2013 wenn auch vorl\u00e4ufig, was der Kremlchef nicht erg\u00e4nzt. Er selbst hat sich Berichten zufolge noch nicht impfen lassen.<\/p>\n<p>Denn der russische Impfstoff ist noch nicht zu Ende getestet worden. Die Phase III der klinischen Studien mit 40.000 Freiwilligen l\u00e4uft noch bis Ende Januar. Dass dennoch nun parallel die \u00bbnormalen\u00ab Impfungen gestartet wurden, kritisieren auch russische Experten. \u00bbEs gibt leider viele Unsicherheiten und Unklarheiten. Mich beunruhigt, dass es bisher keine Testergebnisse der dritten Phase gibt\u00ab, sagt der Epidemiologe Wlassow. Au\u00dferdem seien keine Rohdaten der Phase I und II ver\u00f6ffentlicht worden. Er selbst will die Ver\u00f6ffentlichung erst einmal abwarten, bevor er sich impfen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Er ist nicht der einzige, der Sputnik V nicht so ohne Weiteres vertraut. Nach einer Umfrage des unabh\u00e4ngigen Meinungsforschungsinstituts Lewada wollen sich 59 Prozent der Befragten erst einmal nicht impfen lassen. F\u00fcr den Moskauer Babakow z\u00e4hlen solche Umfragen nicht so sehr: \u00bbSchlie\u00dflich basiert der Impfstoff auf einem bereits erfolgreich entwickelten Impfstoff\u00ab, sagt er. Darauf verweist auch der Chef des Gamaleja-Instituts.<\/p>\n<h3>Mitmischen im Wettrennen um einen Corona-Impfstoff<\/h3>\n<p>Seinem Vakzin hat man einen symboltr\u00e4chtigen Namen gegeben: Sputnik V hei\u00dft er, was einiges \u00fcber das Selbstverst\u00e4ndnis der Russen aussagt. Der Impfstoff wurde nach dem legend\u00e4ren ersten Satelliten benannt, den die Sowjetunion 1957 ins Weltall schoss und so den USA zuvorkam.<\/p>\n<p>Auch dieses Mal will Russland ganz vorne im Wettrennen um einen Corona-Impfstoff mitmischen. Im Staatsfernsehen wird nun gezeigt, wie K\u00fchltaschen mit Proben von Sputnik V in andere L\u00e4nder geflogen werden, darunter sind nicht nur postsowjetische Staaten, sondern auch L\u00e4nder wie Serbien und das EU-Land Ungarn.<\/p>\n<p>Dem Kreml geht es aber nicht nur um Prestige. Er braucht den Impfstoff dringend. Die Corona-Situation im eigenen Land ist alles andere als gut. W\u00e4hrend in Moskau das Impfprogramm startete, meldeten die Beh\u00f6rden neue Antirekorde: fast 29.000 Neuinfizierte und \u00fcber 500 Tote an einem Tag. Und das sind nur die offiziellen Zahlen. Experten gehen davon aus, dass die Zahl der an und mit Corona Verstorbenen drei- bis viermal so hoch liegt.<\/p>\n<p>Noch immer sind nicht nur in Moskau Caf\u00e9s, Restaurants, Gesch\u00e4fte und Sportklubs ge\u00f6ffnet. Das Leben \u00fcber Wochen fast komplett runterzufahren, so wie im Fr\u00fchjahr, kann sich Russland angesichts der Wirtschaftskrise kaum leisten. Zudem fehlen vielen Russen die Reserven.<\/p>\n<h3>Produktion lief schleppend an<\/h3>\n<p>Dass Putin nun von einer gro\u00df angelegten Impfaktion und nicht von einer Massenimpfung spricht, verdeutlicht Russlands Lage. Hie\u00df es noch vor wenigen Monaten, dass man bis Ende des Jahres \u00fcber 30 Millionen Dosen verf\u00fcgen werde, sind es nur zwei Millionen. Das unabh\u00e4ngige Internetportal \u00bbThe Bell\u00ab hatte bereits vor Wochen berichtet, dass die Hersteller Schwierigkeiten haben, den Impfstoff stabil zu halten. Damit ist gemeint, dass die aktiven Bestandteile des Vakzins sich w\u00e4hrend der Produktion, Lagerung und dem Transport nicht ver\u00e4ndern d\u00fcrfen. Die Internetseite \u00bbMeduza\u00ab berichtete nun, dass es vor allem von der zweiten Komponente des Impfstoffes zu wenig Dosen gebe. Sputnik V besteht aus zwei Bestandteilen, die im Abstand von 21 Tagen gespritzt werden. Wann auch ausreichend Dosen in Regionen au\u00dferhalb Moskaus geliefert werden k\u00f6nnen, ist unklar.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst sollen au\u00dferdem nur Menschen geimpft werden, die in gef\u00e4hrdeten Bereichen arbeiten: Lehrer, \u00c4rzte, Mitarbeiter im sozialen Dienst, so wie Babakow. Er arbeitet f\u00fcr die Stadt, hilft, Menschen Arbeit zu vermitteln, die auf dem Arbeitsmarkt Schwierigkeiten haben: darunter etwa \u00e4ltere oder Menschen mit Behinderungen. \u00bbZu uns kommen 200 bis 300 Menschen am Tag. Das Risiko sich anzustecken, ist gro\u00df\u00ab, sagt er. Von seinen 200 Kollegen seien bereits 20 an Corona erkrankt. \u00bbIch habe mich deshalb sofort angemeldet, m\u00f6chte mich und meine Familie sch\u00fctzen\u00ab, sagt Babakow.<\/p>\n<p>Am 26. Dezember muss er zur zweiten Impfung. Vizepremierministerin Tatjana Golikowa hat ihm und den Geimpften bereits \u00f6ffentlich einen Rat gegeben: Nach der ersten Dosis sollten sie 42 Tage keinen Alkohol trinken, um nicht die Immunisierung zu gef\u00e4hrden, mahnte sie. Auch nicht an den Feiertagen.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Fertig zur Impfung: In Moskau bereitet eine Schwester eine Spritze mit dem russischen Vakzin gegen das Coronavirus, Sputnik V genannt, vor Foto:\u2002KIRILL KUDRYAVTSEV \/ AFP Dimitrij Babakow ist<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4322,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-4321","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4321","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4321"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4321\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4322"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4321"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4321"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4321"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}