{"id":4287,"date":"2020-12-04T12:29:04","date_gmt":"2020-12-04T09:29:04","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-folge-busse-und-bahnen-sind-wieder-die-verkehrsmittel-der-armenen\/"},"modified":"2020-12-04T12:29:04","modified_gmt":"2020-12-04T09:29:04","slug":"corona-folge-busse-und-bahnen-sind-wieder-die-verkehrsmittel-der-armenen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-folge-busse-und-bahnen-sind-wieder-die-verkehrsmittel-der-armenen\/","title":{"rendered":"Corona-Folge: Busse und Bahnen sind wieder die Verkehrsmittel der Armenen"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/92337426-987f-48ce-a575-b60f210b569e_w948_r1.77_fpx68.9_fpy50.jpg\" title=\"\u00d6ffentliche Verkehrsmittel sind einer Studie zufolge nur noch bei einer Gruppe relevant: Denjenigen, die sich keine Alternative leisten k\u00f6nnen (Symbolbild)\" alt=\"\u00d6ffentliche Verkehrsmittel sind einer Studie zufolge nur noch bei einer Gruppe relevant: Denjenigen, die sich keine Alternative leisten k\u00f6nnen (Symbolbild)\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">\u00d6ffentliche Verkehrsmittel sind einer Studie zufolge nur noch bei einer Gruppe relevant: Denjenigen, die sich keine Alternative leisten k\u00f6nnen (Symbolbild)<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Arne Dedert \/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Corona-Pandemie hat die Alltagsmobilit\u00e4t der Menschen in Deutschland stark ver\u00e4ndert. Viele mieden pl\u00f6tzlich Busse und Bahnen und stiegen aufs Rad, ins Auto oder gingen zu Fu\u00df. Eine Studie zeigt nun, dass dieser Trend sich im Herbst fortgesetzt hat. Die Manager im \u00f6ffentlichen Nahverkehr sollten sich deshalb auch in Zukunft auf Probleme einstellen.<\/p>\n<p>Dies geht aus der Studie zur Mobilit\u00e4t in Zeiten von Corona des Sozialforschungsinstituts Infas und des Wissenschaftszentrums Berlin hervor, deren Ergebnisse dem SPIEGEL vorliegen. Die vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung gef\u00f6rderte Untersuchung st\u00fctzt sich auf eine repr\u00e4sentative Befragung, Interviews sowie Trackingdaten einer App.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse offenbaren nicht nur, dass die Deutschen insgesamt weniger unterwegs sind. Besonders hervor tritt die gravierende Lage des \u00f6ffentlichen Nahverkehrs.<\/p>\n<h3>Vor allem Geringverdiener nutzen weiterhin den Nahverkehr<\/h3>\n<p>So stellten die Forscher einen generellen Bedeutungsverlust des \u00f6ffentlichen Verkehrs (\u00d6V) fest, obwohl sich der Schulbetrieb im Oktober normalisiert hatte. \u00bbMomentan nutzen nur Menschen den \u00d6V, die keine Alternative haben\u00ab, sagt Mobilit\u00e4tsforscher Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum Berlin. Er meint also vor allem die, die nicht von zu Hause aus arbeiten k\u00f6nnen, keinen F\u00fchrerschein oder Fahrzeug besitzen und ein eher geringes Einkommen haben.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Der Studie zufolge betr\u00e4gt der Anteil des \u00f6ffentlichen Verkehrs an allen zur\u00fcckgelegten Wegen (Modal Split) bei Personen mit einem Nettoeinkommen bis 1300 Euro 15 Prozent.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Bei Personen mit einem Einkommen \u00fcber 2200 Euro im Monat liegt dieser Wert dagegen bei k\u00fcmmerlichen drei Prozent. Die Tendenz, dass arme Menschen derart \u00fcberproportional \u00d6PNV fahren, sei vor Corona nicht so stark ausgepr\u00e4gt gewesen, sagt Knie.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Fr\u00fchere \u00d6PNV-Kunden blieben jetzt \u00f6fter zu Hause oder stiegen um. Von denjenigen, die im Homeoffice arbeiten, wechselte knapp die H\u00e4lfte f\u00fcr die verbleibenden Wege aufs Fahrrad als Hauptverkehrsmittel, 24 Prozent auf das Auto.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Die Zahl der Menschen, die nie den \u00f6ffentlichen Nahverkehr nutzt, stieg von 48 Prozent im Mai auf 52 Prozent im Oktober. Im Fernverkehr lag dieser Wert noch h\u00f6her, rund 67 Prozent der Menschen benutzten ihn im Oktober in keinem Fall. Im Mai betrug dieser Wert noch 58 Prozent.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00bbDer \u00f6ffentliche Verkehr bleibt auch im Herbst der Corona-Verlierer\u00ab, folgert Andreas Knie. Den Betreibern fehlen damit auch Ticketeinnahmen \u2013 das d\u00fcrfte im n\u00e4chsten Jahr so bleiben.<\/p>\n<p>So rechnet der Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) f\u00fcr das Jahr 2021 trotz einer langsamen Erholung mit Einnahmeverlusten von rund 3,5 Milliarden Euro durch die Corona-Pandemie. Beim VDV geht man au\u00dferdem davon aus, dass angesichts der gestiegenen Infektionszahlen im November und Dezember nur etwa 50 bis 60 Prozent der sonst \u00fcblichen Fahrg\u00e4ste mit Bus und Bahn unterwegs sind. Zuvor war die Nachfrage ab Juni gestiegen und hatte im September immerhin 80 Prozent des Niveaus von vor der Pandemie erreicht.<\/p>\n<h3>Langfristiger Bedeutungsverlust des Nahverkehrs droht<\/h3>\n<p>Es m\u00fcsse aber kritisch hinterfragt werden, ob der \u00f6ffentliche Verkehr die von zu Hause arbeitenden oder umgestiegenen Fahrg\u00e4ste mit seinen bislang unver\u00e4nderten Angeboten \u00fcberhaupt zur\u00fcckgewinnen k\u00f6nne, argumentieren die Forscher. \u00bb\u00d6ffentliche Verkehrsmittel fallen als Haupttr\u00e4ger der Verkehrswende aus\u00ab, warnt Mobilit\u00e4tsforscher Knie.<\/p>\n<p>Sofern sie sich nicht neu erfinden und st\u00e4rker an den Bed\u00fcrfnissen der Nutzer ausrichten, sei die Idee vom \u00d6V als R\u00fcckgrat der Verkehrswende ausgetr\u00e4umt, so der Wissenschaftler. Wer ein Auto habe, w\u00fcrde den \u00d6V dennoch nutzen, wenn es digitale, einfach buchbare Tickets f\u00fcr den gesamten Weg von T\u00fcr zu T\u00fcr g\u00e4be \u2013 \u00bbdie gibt es bisher aber nicht\u00ab, so Knie.<\/p>\n<p>Verlieren die \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel dauerhaft an Bedeutung, h\u00e4tte das erhebliche Folgen f\u00fcr den Klimaschutz. Alle Szenarien, in denen die Pariser Klimaziele erreicht werden k\u00f6nnen, setzen den Forschern zufolge voraus, dass sich der Anteil von Bussen und Bahnen am Verkehr verdoppelt.<\/p>\n<p>\u00bbGleichzeitig wird das Pendeln zur\u00fcckgehen, k\u00fcnftig finden nur 80 Prozent der arbeitsbezogenen Wege statt\u00ab, prognostiziert Mobilit\u00e4tsforscher Knie. Die Politik m\u00fcsse deshalb zwei Probleme angehen: \u00bbFu\u00df- und Radverkehr brauchen mehr Platz und der \u00f6ffentliche Nahverkehr muss zur Modernisierung gezwungen werden\u00ab, so Knie. Ansonsten k\u00f6nne er die Fahrg\u00e4ste, die er durch den Trend zum Homeoffice verloren habe, niemals zur\u00fcckgewinnen \u2013 zum Beispiel f\u00fcr Fahrten in der Freizeit.<\/p>\n<p>Das w\u00e4re extrem wichtig, so arbeiteten 19 Prozent der erwerbst\u00e4tigen Befragten im Oktober \u00fcberwiegend oder vollst\u00e4ndig aus den eigenen vier W\u00e4nden. Diese Gruppe machte sich im Schnitt nur an 1,7 Tagen pro Woche auf den Weg zur eigentlichen Arbeitsst\u00e4tte. Gleichzeitig kamen die Forscher zu dem Schluss, dass Menschen nun gewohnheitsm\u00e4\u00dfiger Wege einsparen, w\u00e4hrend der eigene Pkw wichtiger wird:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Das Auto blieb demnach das beliebteste Verkehrsmittel, es wurde bundesweit f\u00fcr die meisten Wege genutzt.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Im Vergleich zu Mai 2020 gingen der Fahrradverkehr um f\u00fcnf Prozentpunkte auf neun Prozent zur\u00fcck und der Fu\u00dfverkehr um zwei Prozentpunkte auf 22 Prozent.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Davon profitierte der \u00d6PNV mit einem Zuwachs von zwei Prozentpunktenauf acht Prozent leicht, vor allem aber das Auto. So stieg der Anteil der Autofahrten im Modal Split im Vergleich zum Mai von 48 auf 55 Prozent.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Eine Hoffnung gibt es f\u00fcr \u00d6PNV-Verantwortliche laut Mobilit\u00e4tsforscher Knie: So blieb eine erh\u00f6hte Nachfrage nach Autos im Zuge von Corona aus. Lediglich ein Prozent der Befragten gab im Oktober an, die Anschaffung eines \u2013 oder eines zus\u00e4tzlichen \u2013 Pkw zu erw\u00e4gen. \u00bbWer ein Auto hat, f\u00e4hrt auch damit\u00ab, so Knie. \u00bbAber niemand kauft wegen Corona ein neues Auto.\u00ab<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern \u00d6ffentliche Verkehrsmittel sind einer Studie zufolge nur noch bei einer Gruppe relevant: Denjenigen, die sich keine Alternative leisten k\u00f6nnen (Symbolbild) Foto:\u2002Arne Dedert \/ dpa Die Corona-Pandemie hat die<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4288,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-4287","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4287","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4287"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4287\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4288"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4287"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4287"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4287"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}