{"id":4285,"date":"2020-12-04T10:24:47","date_gmt":"2020-12-04T07:24:47","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/joe-biden-streit-bei-der-verteilung-der-regierungsposten\/"},"modified":"2020-12-04T10:24:47","modified_gmt":"2020-12-04T07:24:47","slug":"joe-biden-streit-bei-der-verteilung-der-regierungsposten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/joe-biden-streit-bei-der-verteilung-der-regierungsposten\/","title":{"rendered":"Joe Biden: Streit bei der Verteilung der Regierungsposten"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/2b180a7a-3e00-4528-aa7f-8b94f3d3e13a_w948_r1.77_fpx51_fpy45.jpg\" title=\"Will die USA wieder als Weltmacht etablieren, muss aber zuvor das eigene Kabinett besetzen: Der n\u00e4chste Pr\u00e4sident der USA, Joe Biden\" alt=\"Will die USA wieder als Weltmacht etablieren, muss aber zuvor das eigene Kabinett besetzen: Der n\u00e4chste Pr\u00e4sident der USA, Joe Biden\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Will die USA wieder als Weltmacht etablieren, muss aber zuvor das eigene Kabinett besetzen: Der n\u00e4chste Pr\u00e4sident der USA, Joe Biden<\/p>\n<p>  Foto:\u2002<\/p>\n<p>CHANDAN KHANNA \/ AFP<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Vor ein paar Tagen organisierten die Klimaaktivisten der Gruppe \u00bbSunrise\u00ab eine Protestkundgebung in New York. Der Adressat ihrer Emp\u00f6rung: Joe Biden, genauer gesagt dessen Personalpolitik.<\/p>\n<p>Die Umweltsch\u00fctzer wollten die Berufung von Brian Deese zum wirtschaftspolitischen Chefberater des k\u00fcnftigen US-Pr\u00e4sidenten verhindern. Denn Deese arbeitet beim m\u00e4chtigen Finanzkonzern BlackRock, dem die Aktivisten das Bekenntnis zum Kampf gegen den Klimawandel nicht abnehmen.<\/p>\n<p>Twitter-Fotos zeigen eine Handvoll Menschen, die sich vor der Zentrale des Unternehmens in Manhattan versammelt hatten und ein Schild mit der Aufschrift \u00bbBiden sag Nein!\u00ab hochhielten.<\/p>\n<p>Der kleine Protestaufzug blieb wirkungslos. Biden hat Deese auf den Chefposten des National Economic Council (NEC) berufen.<\/p>\n<p>Der 42-J\u00e4hrige, der bei BlackRock die Abteilung f\u00fcr nachhaltige Investitionen leitet, hat wie viele in Bidens k\u00fcnftigem Machtorbit seine politische Karriere in der Obama-Administration begonnen.<\/p>\n<p>Wenn er demn\u00e4chst seine pers\u00f6nlichen Sachen in einen Karton packt, um in ein Regierungsb\u00fcro in Washington umzuziehen, wird er dort auf einen alten Bekannten sto\u00dfen: Adewale \u00bbWally\u00ab Adeyemo, den in Nigeria geborenen 39-j\u00e4hrigen k\u00fcnftigen Vizefinanzminister. Auch er ein Obama-Alumnus. Und ein fr\u00fcherer BlackRock-Topmanager.<\/p>\n<p>Dass der gr\u00f6\u00dfte Verm\u00f6gensverwalter der Welt sich als Karriereschmiede f\u00fcr die Biden-Administration entpuppt, st\u00f6\u00dft den Parteilinken sauer auf. F\u00fcr die Progressiven hat sich der Wahlsieg des Demokraten bislang nicht ausgezahlt, jedenfalls nicht personell.<\/p>\n<p>Die bisher von Biden nominierten Minister und hochrangigen Mitarbeiter eint, dass sie Erfahrung mitbringen und eher in der Mitte als weit links stehen. Die Galionsfiguren der Linken, allen voran Elizabeth Warren und Bernie Sanders, m\u00fcssen f\u00fcrchten, auf dem Abstellgleis zu landen.<\/p>\n<p>Die Bernie-Fans \u2013 und er selbst \u2013 haben sich Hoffnungen auf das Arbeitsministerium gemacht. Doch Biden hat durchblicken lassen, dass daraus nichts wird. Einen Demokraten aus dem Senat abzuziehen, w\u00e4re angesichts der knappen Mehrheitsverh\u00e4ltnisse \u00bbeine wirklich schwierige Entscheidung\u00ab, erkl\u00e4rte er. \u00bbIch habe eine sehr ehrgeizige, sehr progressive Agenda. Und wir brauchen wirklich starke F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten im Repr\u00e4sentantenhaus und Senat, um diese umzusetzen.\u00ab Eine Schmeichelei, deren Botschaft ist: Vergesst es.<\/p>\n<p>Das Grummeln auf der Linken ist derweil deutlich vernehmbar. So nannte etwa der fr\u00fchere Sanders-Berater und Journalist David Sirota die Nominierung der Clinton-Vertrauten und Chefin des liberalen \u00bbCenter for American Progress\u00ab, Neera Tanden, eine \u00bbtotale Peinlichkeit\u00ab.<\/p>\n<h3>Linke nicht auf die Barrikaden bringen, Republikaner einlullen<\/h3>\n<p>Die 50-J\u00e4hrige, die an die Spitze der Haushaltsbeh\u00f6rde Office of Management and Budget (OMB) r\u00fccken soll, hatte einst Einsparungen in der Rentenversicherung angesichts einer steigenden Staatsverschuldung nicht kategorisch ausgeschlossen. Tanden verk\u00f6rpere die \u00bbservile Kultur\u00ab des liberalen Hauptstadt-Establishments, \u00bbdie dazu beigetragen hat, diese furchtbare \u00c4ra zu schaffen\u00ab, schimpft Sirota.<\/p>\n<p>Ein echter Aufstand jedoch ist vorl\u00e4ufig ausgeblieben. Bislang hat Biden die Gratwanderung einer Personalpolitik bew\u00e4ltigt, die dazu dient, die Linke nicht auf die Barrikaden zu bringen und die Republikaner zumindest ein bisschen einzulullen.<\/p>\n<p>Doch im Hintergrund rumort es, etwa bei der Besetzung des Landwirtschaftsministeriums, das traditionell nicht zu den prestigetr\u00e4chtigsten Ressorts geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Der einflussreiche Kongressabgeordnete James Clyburn aus South Carolina besteht darauf, dass Biden die Afroamerikanerin Marcia Fudge aus Ohio zur Ressortchefin ernennt.<\/p>\n<p>Clyburn ist nicht irgendjemand in der demokratischen Partei, sondern so etwas wie der K\u00f6nigsmacher Bidens. Als Biden w\u00e4hrend der innerparteilichen Vorwahlen schon weit abgeschlagen schien, stellte sich Clyburn in der afroamerikanischen Community hinter ihn \u2013 und wandte damit das Blatt. Biden siegte in South Carolina und eroberte die Pr\u00e4sidentschaftskandidatur.<\/p>\n<h3>Landwirtschaftsministerium soll nicht l\u00e4nger nur Sprachrohr der Interessen von Gro\u00dffarmern sein<\/h3>\n<p>Er habe \u00bbstarke Gef\u00fchle\u00ab, was die Nominierung von Fudge angehe, sagte Clyburn in einem Interview \u2013 und sagte es auch dem k\u00fcnftigen Pr\u00e4sidenten am Telefon. Das Landwirtschaftsministerium d\u00fcrfe nicht l\u00e4nger nur das Sprachrohr der Interessen von Gro\u00dffarmern sein.<\/p>\n<p>Es sei auch das Ressort, das f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung von Hunger und Verbraucherfragen zust\u00e4ndig sei, f\u00fcr \u00bbkleine Bauern im Bezirk Clarendon, South Carolina, oder f\u00fcr Empf\u00e4nger von Lebensmittelmarken in Cleveland, Ohio\u00ab. Deswegen sei Fudge, die einen Parlamentsunterausschuss f\u00fcr Ern\u00e4hrung leitet, die richtige Wahl.<\/p>\n<p>Biden bringt das in Zugzwang. In seiner Siegesrede hat er selbst erkl\u00e4rt, in der Schuld der afroamerikanischen W\u00e4hler zu stehen. Gleichzeitig steht er aber auch von anderer Seite unter Druck: Nirgendwo hat er bei der Wahl so schlecht abgeschnitten wie im l\u00e4ndlichen Amerika, wo vor allem wei\u00dfe Farmer leben. Auf diese Zielgruppe zugeschnitten w\u00e4ren zwei andere Anw\u00e4rter auf das Amt: die fr\u00fchere Senatorin Heidi Heitkamp aus North Dakota und Obamas Ex-Landwirtschaftsminister Tom Vilsack.<\/p>\n<p>Auch wenn Biden dieses Problem l\u00f6st, warten neue auf ihn bei der Verteilung dieses B\u00e4renfells. Auch Latinos und asiatische Amerikaner f\u00fchlen sich in seinem Regierungsteam unterrepr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>\u00bbAls Gemeinschaft der Latinos sind wir sehr, sehr besorgt\u00ab, sagte der texanische Abgeordnete Vicente Gonzalez dem Nachrichtenportal \u00bbPolitico\u00ab. Er fordert, mindestens f\u00fcnf Latinos ins Kabinett zu berufen. Er ist nicht der Einzige: Auch Vertreter asiatischer Amerikaner und pazifischer Insulaner sind bei Biden vorstellig geworden.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Will die USA wieder als Weltmacht etablieren, muss aber zuvor das eigene Kabinett besetzen: Der n\u00e4chste Pr\u00e4sident der USA, Joe Biden Foto:\u2002 CHANDAN KHANNA \/ AFP Vor ein<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4286,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-4285","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4285","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4285"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4285\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4286"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4285"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4285"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4285"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}