{"id":4231,"date":"2020-12-01T23:56:33","date_gmt":"2020-12-01T20:56:33","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/trier-mindestens-funf-tote-bei-suv-fahrt-am-nachmittag\/"},"modified":"2020-12-01T23:56:33","modified_gmt":"2020-12-01T20:56:33","slug":"trier-mindestens-funf-tote-bei-suv-fahrt-am-nachmittag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/trier-mindestens-funf-tote-bei-suv-fahrt-am-nachmittag\/","title":{"rendered":"Trier: Mindestens f\u00fcnf Tote bei SUV-Fahrt am Nachmittag"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/195b343b-a68d-4903-b015-c95f7309b87f_w948_r1.77_fpx19_fpy50.jpg\" title=\"Stark bewaffnete Polizisten sichern die Trierer Innenstadt: Menschen wurden durch die Luft geschleudert\" alt=\"Stark bewaffnete Polizisten sichern die Trierer Innenstadt: Menschen wurden durch die Luft geschleudert\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Stark bewaffnete Polizisten sichern die Trierer Innenstadt: Menschen wurden durch die Luft geschleudert<\/p>\n<p>  Foto:\u2002<\/p>\n<p>THILO SCHMUELGEN \/ REUTERS<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Simeonstra\u00dfe ist so etwas wie die Hauptschlagader Triers. Die belebte Einkaufsstra\u00dfe f\u00fchrt zur Porta Nigra, jenem bereits von R\u00f6mern errichteten Wahrzeichen und Herzen der Stadt. Bernd W. hinterlie\u00df mit einem silbergrauen Gel\u00e4ndewagen entlang dieser Ader eine Schneise der Verw\u00fcstung. Mindestens f\u00fcnf Menschen sind j\u00fcngsten Polizeiangaben zufolge tot, darunter auch ein Kleinkind. Mehrere zum Teil schwer Verletzte werden in Krankenh\u00e4usern behandelt, die beiden gro\u00dfen Kliniken Triers, das Mutterhaus und das Br\u00fcderkrankenhaus, liegen fast in der Innenstadt. Dennoch wurde vor dem Dom noch eine Sammelstelle f\u00fcr Verletzte eingerichtet, einige wurden zur Behandlung ausgeflogen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend sich in den Krankenh\u00e4usern \u00c4rzte und Pfleger um die Verwundeten k\u00fcmmern, \u00e4u\u00dfert sich die Politik best\u00fcrzt \u00fcber die Todesfahrt des 51-J\u00e4hrigen. Es sei \u00bbdas Allerschlimmste\u00ab, dass heute Menschen \u00bbihr Leben verloren haben\u00ab, sagte die rheinland-pf\u00e4lzische Ministerpr\u00e4sidentin Malu Dreyer \u00fcber das Geschehen in ihrer Heimatstadt. Die SPD-Politikerin besuchte die Verletztensammelstelle und sprach den Angeh\u00f6rigen der Opfer ihr Beileid aus.<\/p>\n<p>Dass es nicht noch schlimmere Folgen gab, ist vermutlich dem schnellen Eingreifen der Polizei zu verdanken. Bernd W. war laut Landesinnenminister Roger Lewentz \u00bbvier Minuten nach Ersthinweis\u00ab festgenommen worden. Der Fahrer war einem Polizeisprecher zufolge \u00bbdurch Kr\u00e4fte des Polizeipr\u00e4sidiums angehalten\u00ab und \u00fcberw\u00e4ltigt worden. Auf einem Videoclip, der in den sozialen Medien kursierte, war zu sehen, wie Polizisten W. am Boden hinter dem Auto fesselten. Die Frontpartie des Gel\u00e4ndewagens war stark besch\u00e4digt.<\/p>\n<h3>Oberb\u00fcrgermeister: \u00bbSchw\u00e4rzester Tag Triers seit dem Zweiten Weltkrieg\u00ab<\/h3>\n<p>Augenzeugen berichteten, dass nahe der Porta Nigra Menschen durch die Luft geschleudert worden seien. Auf Videobildern ist zu sehen, wie Passanten Verletzte am Boden versorgen und Rettungskr\u00e4fte herbeiwinken. Bernd W. soll in Schlangenlinien gefahren sein und wahllos Menschen erfasst haben. Oberb\u00fcrgermeister Wolfram Leibe erz\u00e4hlte, wie er nach dem Vorfall durch die Innenstadt gelaufen sei. \u00bbEs war einfach nur schrecklich. Da steht ein Turnschuh, und das M\u00e4dchen dazu ist tot\u00ab, sagte der SPD-Politiker. \u00bbEs bot sich ein Bild des Grauens.\u00ab<\/p>\n<p>Leibe sprach vom \u00bbschw\u00e4rzesten Tag Triers seit dem Zweiten Weltkrieg\u00ab. \u00bbIch kann nicht verstehen, wie jemand auf die Idee kommen kann, mit dem SUV durch die Stadt zu fahren und Menschen zu t\u00f6ten.\u00ab Unter den Todesopfern sind ein neun Monate altes Baby genauso wie eine 73-j\u00e4hrige Frau. Auch eine 25-J\u00e4hrige und ein 45 Jahre alter Mann kamen laut Polizei ums Leben. 300 Helfer von Feuerwehr, Rettungsdiensten und anderen Hilfsorganisationen sowie rund 450 Polizisten waren im Einsatz.<\/p>\n<p>Der Tag sei ein \u00bbwirklich schlimmer und schrecklicher Tag f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen\u00ab, sagte Ministerpr\u00e4sidentin Dreyer. Mitten an einem ganz normalen Tag seien Menschen aus dem Leben gerissen worden. \u00bbDas ist einfach sehr schlimm f\u00fcr uns alle\u00ab. Sie sei mit ihren Gedanken bei den Verletzten und Schwerverletzten und hoffe und bete, dass sie \u00fcberlebten und gesundeten.<\/p>\n<p>Bernd W. stammt aus dem Landkreis Trier-Saarburg und wurde nach der Todesfahrt festgenommen, der Land Rover sichergestellt. Ein Bekannter hatte ihm das nicht auf ihn zugelassene Auto \u00fcberlassen. Laut Polizei verbrachte er die vergangenen Tage nicht in seiner Wohnung, sondern im Auto.<\/p>\n<h3>Betonsperren vom Weihnachtsmarkt fehlten wegen Pandemie<\/h3>\n<p>Die Polizisten begannen noch am Nachmittag, Bernd W. zu befragen. Angaben zum Motiv gibt es noch keine, er war in der Vergangenheit nicht polizeilich in Erscheinung getreten. Hinweise auf einen politisch motivierten Hintergrund haben die Ermittler ebenfalls nicht.<\/p>\n<p>Peter Fritzen ist seit 26 Jahren bei der Staatsanwaltschaft. Der Leitende Oberstaatsanwalt der Stadt sagte: \u00bbEine derart sinnlose Tat mit so vielen Toten ist mir noch nicht untergekommen.\u00ab<\/p>\n<p>Die Ermittler, so Fritzen, h\u00e4tten allerdings Hinweise, dass es bei Bernd W. ein psychiatrisches Krankheitsbild geben k\u00f6nnte. Das sei das Ergebnis einer ersten Begutachtung eines Arztes des Gesundheitsdiensts. W. war bei seiner Festnahme au\u00dferdem stark alkoholisiert. Ein erster Atemalkoholtest habe einen Wert von 1,4 Promille ergeben, hie\u00df es. Morgen soll sich entscheiden, ob W. in Untersuchungshaft oder in eine Psychiatrie eingewiesen werden soll.<\/p>\n<p>Anders als in den vergangenen Jahren war die Trierer Innenstadt nicht mit Betonsperren gegen solche Angriffe gesichert, denn aufgrund der Corona-Pandemie fand auch kein Weihnachtsmarkt statt. \u00bbEs gibt keine umfassende Sicherheit\u00ab, sagte Oberb\u00fcrgermeister Leibe. Und: \u00bbMan kann in die Menschen nicht hineingucken.\u00ab<\/p>\n<p>Der Trierer Bischof Stephan Ackermann lud f\u00fcr den Abend (20 Uhr) zum gemeinsamen Gebet in den Dom der Stadt ein. \u00bbIch bin zutiefst schockiert \u00fcber die Amokfahrt, die quasi vor unserer Haust\u00fcr passiert ist\u00ab, sagte Ackermann. Gemeinsam wolle man f\u00fcr die Opfer, ihre Angeh\u00f6rigen, f\u00fcr die Einsatz- und Rettungskr\u00e4fte und alle, die von diesem schrecklichen Vorfall betroffen seien, beten. Auch Notfallseelsorger des Bistums seien im Einsatz.<\/p>\n<p>Die Polizei schaltete ein Portal f\u00fcr Hinweise im Internet frei. Die Ermittler baten Augenzeugen, dort Fotos oder Videos von der Tat hochzuladen. Hinweise und Informationen f\u00fcr Angeh\u00f6rige m\u00f6glicher Verletzter gibt es unter der Nummer 0800 6565651.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Stark bewaffnete Polizisten sichern die Trierer Innenstadt: Menschen wurden durch die Luft geschleudert Foto:\u2002 THILO SCHMUELGEN \/ REUTERS Die Simeonstra\u00dfe ist so etwas wie die Hauptschlagader Triers. 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