{"id":4197,"date":"2020-11-30T10:16:48","date_gmt":"2020-11-30T07:16:48","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-krise-zweiter-shutdown-trubt-zuversicht-der-deutschen-nur-kurz-umfrage\/"},"modified":"2020-11-30T10:16:48","modified_gmt":"2020-11-30T07:16:48","slug":"corona-krise-zweiter-shutdown-trubt-zuversicht-der-deutschen-nur-kurz-umfrage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-krise-zweiter-shutdown-trubt-zuversicht-der-deutschen-nur-kurz-umfrage\/","title":{"rendered":"Corona-Krise: Zweiter Shutdown tr\u00fcbt Zuversicht der Deutschen nur kurz &#8211; Umfrage"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/69eeb9e8-4cf0-4d3e-884a-3bf01a4b690b_w948_r1.77_fpx36.65_fpy44.98.jpg\" title=\"Bochumer Innenstadt: Gesch\u00e4fte bleiben diesmal ge\u00f6ffnet\" alt=\"Bochumer Innenstadt: Gesch\u00e4fte bleiben diesmal ge\u00f6ffnet\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Bochumer Innenstadt: Gesch\u00e4fte bleiben diesmal ge\u00f6ffnet<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Rupert Oberh\u2030user \/ imago images\/Rupert Oberh\u2030user  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Monatelang war es so etwas wie das Mantra der deutschen Politik: Ein zweiter Shutdown m\u00fcsse unbedingt vermieden werden. Sonst w\u00fcrde der kraftvolle Aufschwung des Sommers abrupt gestoppt, schlimmer noch, ein abermaliger tiefer Absturz der Wirtschaft wie im Fr\u00fchjahr drohe, mit unabsehbaren Folgen.<\/p>\n<p>Bekanntlich ist es anders gekommen. Seit dem 2. November befindet sich Deutschland abermals in einem Shutdown, wenn auch in einem weniger umfassenden. Schulen, Kitas und Gesch\u00e4fte bleiben ge\u00f6ffnet, auch die Industrie ist diesmal kaum betroffen. Dennoch: Wieder sind Kneipen und Restaurants geschlossen, ebenso Hotels und Fitnessstudios, Veranstaltungen und touristische Reisen sind untersagt. Und dabei wird es l\u00e4nger bleiben; die Hoffnung, ein November mit Einschr\u00e4nkungen allein reiche aus, haben Bund und L\u00e4nder j\u00fcngst aufgegeben.<\/p>\n<p>Die Menschen in Deutschland scheinen die wirtschaftlich negativen Folgen dieser Entwicklung durchaus wahrzunehmen, aber vergleichsweise gelassen einzusch\u00e4tzen. Das zeigt der SPIEGEL-Wirtschaftsmonitor, f\u00fcr den das Meinungsforschungsinstitut Civey die Bev\u00f6lkerung kontinuierlich repr\u00e4sentativ befragt. Diese Erhebung \u00fcber einen langen Zeitraum macht es m\u00f6glich, die aktuellen Erwartungen der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in Bezug auf die allgemeine und pers\u00f6nliche wirtschaftliche Entwicklung, ihre \u00c4ngste und Sorgen sowie ihre Priorit\u00e4ten einzuordnen.<\/p>\n<p>Anfang Oktober zeigte das Stimmungsbild ann\u00e4hernd schon wieder einen Normalzustand, \u00e4hnlich dem vor der Pandemie \u2013 \u00bbDeutsche lassen Corona-Sorgen hinter sich\u00ab, lautete damals die \u00dcberschrift. Doch nur Tage sp\u00e4ter mehrten sich die Sorgen wieder, wie die <strong>Einsch\u00e4tzung der aktuellen Wirtschaftslage<\/strong> zeigt \u2013 der Anteil derjenigen, die die Lage als gut bewerteten, fiel bis Anfang November von 46 auf 37 Prozent; der Anteil derjenigen, die die Lage als schlecht bewerteten, stieg von 33 auf 37 Prozent.<\/p>\n<p>Im Vergleich mit dem ersten Shutdown im Fr\u00fchjahr sorgten die abermaligen Beschr\u00e4nkungen diesmal also nur f\u00fcr eine leichte Eintr\u00fcbung. Mehr noch: Seit Anfang November wird der Blick der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger auf die Wirtschaftslage wieder positiver \u2013 in \u00dcbereinstimmung mit ersten Indikatoren, die zeigen, dass der zweite Shutdown die Konjunktur deutlich weniger bremst als der erste.<\/p>\n<p>Bei n\u00e4herem Hinsehen liegt eine weitere Schlussfolgerung nahe: F\u00fcr die Einsch\u00e4tzung der wirtschaftlichen Lage scheinen <strong>nicht allein die Shutdown-Ma\u00dfnahmen<\/strong> an sich, sondern bereits die <strong>Entwicklung der Infektionszahlen<\/strong> eine wichtige Rolle zu spielen. Denn die Werte in der Grafik zeigen nicht etwa das Stimmungsbild an einem konkreten Tag an \u2013 sondern jeweils den eines 30-Tages-Zeitraums davor.<\/p>\n<p>Konkret bezeichnet also der Tiefpunkt der Einsch\u00e4tzung am 6. November die Stimmung im Zeitraum vom 7. Oktober bis zum 6. November. In dieser Zeit stiegen die t\u00e4glichen Infektionszahlen rasant und exponentiell; der November-Shutdown wurde aber erst am 28. Oktober beschlossen. Daher bilden auch erst die aktuellsten Werte die Stimmung seit diesem Beschluss vollst\u00e4ndig ab.<\/p>\n<p>Mit Blick auf den Arbeitsmarkt f\u00e4llt auf, dass der zweite Shutdown die <strong>Sorge um den Verlust des Arbeitsplatzes<\/strong> wieder etwas hat steigen lassen. Im M\u00e4rz und April war diese Sorge drastisch angewachsen, 20 Prozent der Befragten mit einem Arbeitsplatz \u00e4u\u00dferten damals die Angst, binnen einem Jahr ihren Job zu verlieren \u2013 fast doppelt so viel wie in normalen Zeiten. Danach ging dieser Anteil wieder deutlich zur\u00fcck und lag lange bei 13 Prozent \u2013 nun jedoch ist er wieder auf 15 Prozent gewachsen. Gleichzeitig ist der Anteil der Besch\u00e4ftigten, die ihren Arbeitsplatz f\u00fcr sicher halten, etwas kleiner geworden und der Anteil derer, die das nicht so recht einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen, gewachsen.<\/p>\n<p>Noch etwas ausgepr\u00e4gter als bei der aktuellen Lage schl\u00e4gt sich der Stand der Pandemie in der Prognose der <strong>wirtschaftlichen Entwicklung in den kommenden zw\u00f6lf Monaten<\/strong> nieder. Hier tr\u00fcbten sich die Aussichten der Menschen in Deutschland parallel zu den stark steigenden Infektionszahlen deutlich ein, w\u00e4hrend des Shutdowns kehrte jedoch einiges an Zuversicht wieder zur\u00fcck \u2013 wobei zu beachten ist, dass die Deutschen traditionell eher pessimistisch in die nahe Zukunft blicken. In absoluten Werten rechnen immer noch mehr als doppelt so viele Menschen mit einer Verschlechterung als mit einer Verbesserung der Lage.<\/p>\n<p>Dennoch geht der Trend bei dieser Frage klar aufw\u00e4rts. Das kann auch mit den <strong>guten Nachrichten in Bezug auf Impfstoffe<\/strong> zu tun haben. In der Grafik ist der 9. November markiert, der Tag, an dem die Firmen Biontech und Pfizer die \u00fcberraschend hohe Wirksamkeit ihres Impfstoffs in Studien bekannt gaben.<\/p>\n<p>Dass die Deutschen auch im zweiten Shutdown relativ gelassen bleiben, wird bei der Frage nach <strong>dem dringendsten Handlungsbedarf<\/strong> in der Wirtschafts- und Sozialpolitik deutlich. Hier wird gezielt nicht nach dem \u00bbwichtigsten Thema\u00ab gefragt. Der Unterschied ist gro\u00df: Ein Problem kann durchaus als das Wichtigste bewertet werden, ohne dass ein gro\u00dfer Handlungsbedarf gesehen wird \u2013 wenn das Gef\u00fchl vorherrscht, dass bereits genug getan wird, um es zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Mit dem Anstieg der Infektionszahlen ist hier nun wieder der Bereich \u00bbGesundheit und Pflege\u00ab in die Top drei gesto\u00dfen, der zwischenzeitlich deutlich seltener genannt wurde. Als dringendstes Thema wird allerdings weiterhin eines genannt, das bereits vor der Pandemie stets auf dem Spitzenplatz stand: die \u00f6konomische und soziale Ungleichheit mit 20 Prozent der Nennungen.<\/p>\n<p>Lange Zeit schienen die Deutschen die Coronakrise eindeutig als kurz- bis mittelfristige Ausnahmesituation zu betrachten \u2013 und nicht als systembedrohende Strukturkrise. Denn bei der Frage, wie sich voraussichtlich ihre <strong>pers\u00f6nliche wirtschaftliche Lage in f\u00fcnf Jahren<\/strong> darstellen wird, antworteten sie auch nach Beginn der Pandemie fast exakt so wie davor.<\/p>\n<p>Im Gro\u00dfen und Ganzen ist das immer noch so, allerdings zeigt sich hier nun eine leichte Ver\u00e4nderung: Zwar hat sich der Anteil derer, die f\u00fcr sich eine negative \u00f6konomische Zukunft erwarten, nicht erh\u00f6ht \u2013 er liegt stabil bei einem Viertel. Doch der Anteil der Optimisten hat sich inzwischen verringert und liegt seit Oktober stets unter der 20-Prozent-Marke. Im gleichen Ma\u00df ist der Anteil derjenigen gestiegen, die glauben, dass ihre Lage auch in f\u00fcnf Jahren wenig anders sein wird als heute.<\/p>\n<p>Der zweite Shutdown hat die Menschen in Deutschland also durchaus beeindruckt, was die Wahrnehmung der Wirtschaftslage betrifft. Allerdings sind die Sorgen \u00fcber die eigene und allgemeine \u00f6konomische Lage weit weniger stark gewachsen als im ersten Shutdown des Fr\u00fchjahrs \u2013 und gehen inzwischen auch wieder merklich zur\u00fcck.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Bochumer Innenstadt: Gesch\u00e4fte bleiben diesmal ge\u00f6ffnet Foto:\u2002Rupert Oberh\u2030user \/ imago images\/Rupert Oberh\u2030user Monatelang war es so etwas wie das Mantra der deutschen Politik: Ein zweiter Shutdown m\u00fcsse unbedingt<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4198,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-4197","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4197","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4197"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4197\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4198"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4197"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4197"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4197"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}