{"id":4139,"date":"2020-11-27T19:01:39","date_gmt":"2020-11-27T16:01:39","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/handler-furchten-verscharfte-corona-regeln-leere-einkaufstrasen-und-chaos-im-supermarkt\/"},"modified":"2020-11-27T19:01:39","modified_gmt":"2020-11-27T16:01:39","slug":"handler-furchten-verscharfte-corona-regeln-leere-einkaufstrasen-und-chaos-im-supermarkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/handler-furchten-verscharfte-corona-regeln-leere-einkaufstrasen-und-chaos-im-supermarkt\/","title":{"rendered":"H\u00e4ndler f\u00fcrchten versch\u00e4rfte Corona-Regeln: Leere Einkaufstra\u00dfen \u2013 und Chaos im Supermarkt"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/9777dbb4-c95c-46e9-b3c5-684b09c13b22_w948_r1.77_fpx67_fpy44.jpg\" title=\"Berliner Alexanderplatz: Verlierer sind viele Innenstadth\u00e4ndler\" alt=\"Berliner Alexanderplatz: Verlierer sind viele Innenstadth\u00e4ndler\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Berliner Alexanderplatz: Verlierer sind viele Innenstadth\u00e4ndler<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Michael Kappeler\/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Berliner Alexanderplatz strahlt fast gespenstische Ruhe aus an diesem wolkenverhangenen Tag Ende November. Eine junge Frau kreuzt den Weg, das Handy wie ein Tablett vor dem Mund, den Blick konzentriert auf einen imagin\u00e4ren Punkt in der Ferne gerichtet, von der anderen Seite her weht der l\u00e4rmende Gesang einer kleinen Band her\u00fcber.<\/p>\n<p>Am Eingang eines Einkaufszentrums schrauben ein paar Arbeiter golden gestrichene Plastikornamente an einen Rahmen, der der Ladenpassage ein festliches Antlitz verleihen soll: die traurige Kulisse eines Fests, das in diesem Jahr ganz anders ausf\u00e4llt, als dies die meisten gewohnt sind: Weihnachten unter Corona-Bedingungen.<\/p>\n<p>Auch die Kaufleute haben wenig Grund zu feiern. Statt Vorfreude herrscht diesmal Tristesse. Denn weil die seit Anfang November g\u00fcltigen Restriktionen nicht wie von der Regierung erhofft wirken, werden sie bis mindestens 20. Dezember verl\u00e4ngert \u2013 und teilweise noch versch\u00e4rft.<\/p>\n<h3>G\u00e4hnende Leere in den Innenst\u00e4dten<\/h3>\n<p>Und obwohl es andere Branchen deutlich h\u00e4rter trifft, ist es diesmal der Einzelhandel, der sich besonders benachteiligt f\u00fchlt. \u00bbDer gro\u00dfe Verlierer sind viele Innenstadth\u00e4ndler, denen unter den Corona-Bedingungen die Kunden und die Ums\u00e4tze wegbrechen\u00ab, klagte der Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Handelsverbandes Deutschland, Stefan Genth, am Donnerstag. Edeka-Chef Markus Mosa warnte, der Lebensmittelhandel k\u00f6nne unter diesen Vorgaben \u00bbdie hohe Nachfrage gerade im Weihnachtsgesch\u00e4ft nicht bedienen\u00ab. Rewe-Boss Lionel Souque bef\u00fcrchtet gar \u00bbchaotische Situationen vor den Superm\u00e4rkten\u00ab.<\/p>\n<p>Grund f\u00fcr die Sorge sind die Vorschriften, die Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpr\u00e4sidenten der L\u00e4nder am Mittwoch beschlossen hatten. Demnach m\u00fcssen die Einzelh\u00e4ndler zwar nicht zusperren, wie etwa Restaurants, Theater oder Fitnessstudios. Doch Gesch\u00e4fte mit mehr als 800 Quadratmetern d\u00fcrfen vom 1. Dezember an deutlich weniger Kunden ins Haus lassen als bisher. Das trifft praktisch alle Waren- und M\u00f6belh\u00e4user, aber auch Elektronikm\u00e4rkte und die meisten Superm\u00e4rkte und Discounter.<\/p>\n<p>Was das f\u00fcr viele H\u00e4ndler bedeutet, l\u00e4sst sich nur einsch\u00e4tzen, wenn man wei\u00df, wie mau das Gesch\u00e4ft teilweise zuletzt schon lief. Nach Erhebungen des Marktforschungsinstituts Hystreet ist in den sonst so \u00fcberlaufenen Innenst\u00e4dten von M\u00fcnchen, Berlin, K\u00f6ln oder Hamburg die Zahl der Passanten im Vergleich zum November des Vorjahres um mehr als die H\u00e4lfte geschrumpft. \u00bbDie Zahlen haben sich zwar stabilisiert\u00ab, sagt Hystreet-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Julian Aengenfoort. \u00bbDoch sie bewegen sich auf sehr niedrigem Niveau.\u00ab<\/p>\n<h3>Handel fordert Staatshilfen<\/h3>\n<p>Aus Sicht der Corona-Bek\u00e4mpfer ist das nat\u00fcrlich einerseits ein gro\u00dfer Erfolg, denn es geht ja genau darum, die Zahl der sozialen Kontakte zu reduzieren, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen. Die Nebenwirkungen sp\u00fcren die Besitzer der Gesch\u00e4fte in den Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen und Einkaufsstra\u00dfen allerdings deutlich: In den ersten drei Wochen des Teil-Lockdowns gingen die Ums\u00e4tze gemessen an denen des Vorjahresmonats um durchschnittlich 30 Prozent zur\u00fcck, sagt HDE-Chef Genth. Die Nachfrage nach Mode und Schuhen schrumpfte sogar noch deutlich st\u00e4rker. Die ganze Hoffnung der Kaufleute ruhte deshalb auf der allj\u00e4hrlichen Sonderkonjunktur in der Vorweihnachtszeit, doch die droht jetzt auch wegzubrechen. Ohne staatliche Unterst\u00fctzung sei die Situation nicht zu meistern, sagt Genth.<\/p>\n<p>Wom\u00f6glich hoffen die Kaufleute, dass mit einer Bundeshilfe auch die finanziellen Folgen einiger Vers\u00e4umnisse ausgeglichen werden, die sie selbst zu verantworten haben. Denn die Kundenflucht aus den Innenst\u00e4dten ist kein Ph\u00e4nomen, dass die Branche erst seit dem ersten Shutdown besch\u00e4ftigt. Seit Jahren schon w\u00e4chst die Zahl derer, die lieber vom heimischen Sofa aus das Internet nach g\u00fcnstigen Angeboten durchst\u00f6bern. Der Service ist oft besser als im Gesch\u00e4ft, was nicht gef\u00e4llt, kann man kostenlos zur\u00fcckschicken \u2013 und irgendwo entfernt in der Welt findet sich immer ein H\u00e4ndler, der das begehrte St\u00fcck noch ein paar Euro g\u00fcnstiger anbietet.<\/p>\n<p>Der Handelsverband f\u00fcrchtet nun, dass ausgerechnet im wichtigen Weihnachtsgesch\u00e4ft weitere Ums\u00e4tze ins Internet abwandern \u2013 zulasten der Mode- und Schuhh\u00e4user, Parf\u00fcmerien, Uhren-, Schmuck- und Spielwarengesch\u00e4fte in den Innenst\u00e4dten. \u00bbDie Verbraucher werden auch in Corona-Zeiten Weihnachtsgeschenke kaufen\u00ab, erkl\u00e4rt Genth. \u00bbUnter den Bedingungen des Teil-Lockdowns erledigen sie ihre Eink\u00e4ufe in vielen Branchen aber voraussichtlich lieber online\u00ab. <\/p>\n<h3>Vernachl\u00e4ssigung des Onlinehandels r\u00e4cht sich<\/h3>\n<p>Erik Maier, Juniorprofessor an der Leipziger Graduate School of Management, bezweifelt denn auch, dass die bevorstehenden strengeren Corona-Regeln selbst in der vorweihnachtlichen Konjunktur zu langen Schlangen vor den L\u00e4den f\u00fchren, wie manche Schwarzmaler unken. \u00bbIn Vor-Corona-Zeiten lockten Weihnachtsm\u00e4rkte und Kinos die Menschen in die Stadt. Caf\u00e9s und Restaurants luden zum Verweilen ein\u00ab, erkl\u00e4rt der Marketingexperte. Solche Zerstreuungen seien f\u00fcr viele mindestens so wichtig wie der Einkauf selbst.<\/p>\n<p>Warenh\u00e4user oder Malls h\u00e4tten deshalb aktuell wenig Anlass, die Versch\u00e4rfung der Corona-Regeln zu f\u00fcrchten, sondern vielmehr, ob \u00fcberhaupt gen\u00fcgend Kunden in die L\u00e4den kommen. \u00bbWenn einem nur der Einkauf \u00fcbrig bleibt, ohne das Erlebnis, dann kauft man nur noch, was man wirklich braucht\u00ab, erkl\u00e4rt Maier. In dieser Disziplin aber sei das Internet kaum zu schlagen.<\/p>\n<p>H\u00e4ndler, die sich beizeiten ein Standbein im Onlinehandel aufgebaut haben, sehen die Corona-Versch\u00e4rfungen denn auch deutlich gelassener. \u00bbUnsere Filialen verf\u00fcgen durchschnittlich \u00fcber 2400 Quadratmeter Fl\u00e4che und sind daher von den Einschr\u00e4nkungen betroffen\u00ab, erkl\u00e4rt etwa ein Sprecher der Elektronik-Kette MediaMarktSaturn: \u00bbDas ist nicht toll, aber wir k\u00f6nnen damit umgehen.\u00ab Der Ausbau des Digitalgesch\u00e4fts habe mit einem Umsatzplus von 54 Prozent im Schlussquartal des Vorjahres die R\u00fcckg\u00e4nge im Filialgesch\u00e4ft mehr als ausgeglichen.<\/p>\n<h3>Lebensmittelsuperm\u00e4rkte mit Sorgen<\/h3>\n<p>Wesentlich mehr Grund zum Protest haben dagegen die gro\u00dfen Lebensmittelsuperm\u00e4rkte. Sie machen zwar gute Gesch\u00e4fte, f\u00fcrchten aber, dass sich die Verwerfungen des Shutdowns im Fr\u00fchling noch einmal wiederholen. Im M\u00e4rz hatte sich unter Verbrauchern pl\u00f6tzlich die Sorge verbreitet, dass wom\u00f6glich auch die Lebensmittelversorgung gef\u00e4hrdet sei. Es bildeten sich lange Schlangen, erst vor den Kassen, sp\u00e4ter vor den L\u00e4den. Einzelne Produkte waren wochenlang kaum zu bekommen.<\/p>\n<p>Der Onlinehandel konnte in diesem Fall nur bedingt helfen. Denn mehr als bei anderen Warengruppen spielt Auge und Tastsinn beim Kauf von Lebensmitteln eine entscheidende Rolle. Es geht nicht nur um die Frage \u00bbApfel oder Birne?\u00ab, sondern \u00bbwelcher Apfel, welche Birne?\u00ab.<\/p>\n<p>Vor Festtagen wie Weihnachten war der Andrang schon immer besonders gro\u00df \u2013 und entsprechend gro\u00df ist diesmal auch die Sorge, dass die Wocheneink\u00e4ufe im totalen Chaos enden. \u00bbWenn nur noch 40 statt 100 Menschen gleichzeitig in einem Supermarkt mit 1000 Quadratmeter Verkaufsfl\u00e4che einkaufen d\u00fcrften, bef\u00fcrchte ich vor Weihnachten endlose Warteschlangen\u00ab, erkl\u00e4rte Rewe-Chef Souque \u2013 und wies im gleichen Atemzug darauf hin, dass das programmierte Gedr\u00e4nge vor den L\u00e4den eher zur Ausbreitung der Infektion beitragen d\u00fcrfte als zu seiner Eind\u00e4mmung.<\/p>\n<p>Eine Ausweichm\u00f6glichkeit hatte zumindest die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen zun\u00e4chst darin gesehen, den Verkauf w\u00e4hrend der Adventssonntage zu erlauben. Der Protest der Kirchen gegen solch unchristliches Gebaren war diesmal allerdings viel weniger wirkungsvoll als jener der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di. Die n\u00e4mlich erwirkte am Dienstag einen Eilbeschluss des Oberverwaltungsgerichts M\u00fcnster gegen die Laden\u00f6ffnung \u2013 zum Schutz der \u00fcberlasteten Mitarbeiter.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Berliner Alexanderplatz: Verlierer sind viele Innenstadth\u00e4ndler Foto:\u2002Michael Kappeler\/ dpa Der Berliner Alexanderplatz strahlt fast gespenstische Ruhe aus an diesem wolkenverhangenen Tag Ende November. 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