{"id":4127,"date":"2020-11-27T06:39:19","date_gmt":"2020-11-27T03:39:19","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-kritik-an-impfstoff-studie-von-astrazeneca-wachst\/"},"modified":"2020-11-27T06:39:19","modified_gmt":"2020-11-27T03:39:19","slug":"coronavirus-kritik-an-impfstoff-studie-von-astrazeneca-wachst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-kritik-an-impfstoff-studie-von-astrazeneca-wachst\/","title":{"rendered":"Coronavirus: Kritik an Impfstoff-Studie von AstraZeneca w\u00e4chst"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/68b057c2-93f9-42d0-9280-efded6736585_w948_r1.77_fpx35.37_fpy50.jpg\" title=\"Freiwillige bei Impfung\" alt=\"Freiwillige bei Impfung\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Freiwillige bei Impfung<\/p>\n<p>  Foto:\u2002John Cairns \/ AP  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Nachricht vom britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca vom Montag klang gut: Der von der Firma gemeinsam mit der Uni Oxford entwickelte Impfstoff gegen das Coronavirus verhindert mit einer im Mittel 70-prozentigen Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu erkranken. Laut dem Unternehmen habe die Zwischenauswertung der Phase-III-Studie ergeben: Das Mittel AZD1222 bot einen 90-prozentigen Schutz, wenn die Studienteilnehmer zun\u00e4chst eine halbe Dosis erhielten und einen Monat sp\u00e4ter eine ganze. Dabei wurden rund 2700 Versuchspersonen in Gro\u00dfbritannien geimpft.<\/p>\n<p>Einer zweiten Gruppe von etwa 8900 Probanden wurden hingegen zwei volle Impfdosen verabreicht. Diese Variante kam aber nur auf eine Wirksamkeit von 62 Prozent. Rechnet man die beiden Ergebnisse zu einem Gesamtresultat zusammen, ergibt sich der Wert von 70 Prozent Wirksamkeit.<\/p>\n<p>An dem Weg, den der Pharmakonzern bei der Studie gegangen ist, entz\u00fcndet sich nun aber immer mehr Kritik.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst war unklar, warum die Wissenschaftler im Dienste des Pharmakonzerns in der Studie mit einer halben Dosis agierten. Sp\u00e4ter r\u00e4umte das Unternehmen ein, dass es sich dabei um ein Versehen gehandelt habe. Nebenwirkungen wie M\u00fcdigkeit, Kopf- oder Armschmerzen waren bei den Probanden geringer ausgefallen. Dann stellte sich heraus, dass die Dosierung nur halb so hoch wie vorgesehen war. Das basierte offenbar auf einem Verpackungsfehler, hie\u00df es laut einem Medienbericht.<\/p>\n<p>Immerhin ein Fehler, der zu einem positiven Resultat gef\u00fchrt hat. \u00bbDer Grund, warum wir die halbe Dosierung genommen haben, ist ein gl\u00fccklicher Zufall\u00ab, sagte Mene Pangalos, Chef der nicht krebsbezogenen Forschung und Entwicklung bei AstraZeneca, der Nachrichtenagentur Reuters. Er sehe keine Probleme. Der Fehler sei korrigiert worden und die Studie sei ohne \u00c4nderungen fortgesetzt worden. Darauf habe man sich mit der Aufsichtsbeh\u00f6rde geeinigt.<\/p>\n<p>AstraZenecas Konzernchef Pascal Soriot sagte jedoch einem Bericht der Agentur Bloomberg zufolge, dass der Pharmakonzern eine komplett neue weltweite Studie zur Wirksamkeit des Medikaments erw\u00e4ge. Es m\u00fcsse best\u00e4tigt werden, dass eine niedrigere Dosis offenbar zu einem besseren Ergebnis f\u00fchre, sagte Soriot demnach. Ein Firmensprecher \u00e4u\u00dferte sich laut Reuters nicht zur M\u00f6glichkeit einer neuen Studie. Er sagte, das Unternehmen bewerte die Daten und arbeite dabei mit den Aufsichtsbeh\u00f6rden zusammen. Es gehe darum, den bisher gewonnenen Daten neue hinzuzuf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Ein zweiter Punkt, den Experten kritisch bewerten: In dieser Gruppe war kein Proband \u00e4lter als 55 Jahre. Auf diesen Umstand hatte Moncef Slaoui aufmerksam gemacht. Der Immunologe leitet das Programm f\u00fcr Impfstoffentwicklung der US-Regierung. Pangalos hat diese Angaben am Mittwoch laut der \u00bbNew York Times\u00ab best\u00e4tigt. Dabei sind Menschen besonders anf\u00e4llig f\u00fcr schwere Covid-19-Verl\u00e4ufe, je \u00e4lter sie sind.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise k\u00f6nnten diese Umst\u00e4nde die Chancen des Mittels auf eine Notfallzulassung mindern. Aber das ist zu diesem Zeitpunkt spekulativ. Noch fehlen weitere Daten, um zu einer validen Aussage zu kommen. Am Montag wurden nur Zwischenergebnisse einer kombinierten Phase-II- und Phase-III-Pr\u00fcfung mitgeteilt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Kritik sorgt auch, dass AstraZeneca die Ergebnisse der beiden unterschiedlich gestalteten klinischen Studien zu einer Gesamtwirksamkeit von 70 Prozent zusammenfasst. \u00bbSie haben zwei Studien durchgef\u00fchrt, f\u00fcr die unterschiedliche Dosierungen verwendet wurden. Am Ende kommen sie zu einem Ergebnis, das keines der beiden Dosen repr\u00e4sentiert\u00ab, sagt David Salisbury vom britischen Thinktank Chatham House der Nachrichtenagentur AP. \u00bbIch glaube, damit haben viele Leute ein Problem.\u00ab Laut Pangalos plane die Firma eine globale Studie, um die beiden Ergebnisse besser vergleichen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Blockbuster oder B\u00f6rsenhemmer?<\/h3>\n<p>Der AstraZeneca-Impfstoff funktioniert anders als die beiden mRNA-Mittel der Pharmahersteller Pfizer\/Biontech und Moderna. Es handelt sich dabei um einen Vektorimpfstoff, ein lange bekanntes Verfahren. Die Forscher haben ein Schimpansenvirus verwendet, um eine Immunantwort auf das Coronavirus auszul\u00f6sen. Die Entwicklung von AZD1222 galt als \u00e4u\u00dferst vielversprechend. Es kann demnach in Massenproduktion hergestellt werden und ist sehr g\u00fcnstig. Pro Dosis soll es weniger als einen Euro kosten. Und im Gegensatz zu den Impfstoffen von Pfizer\/Biontech und Moderna kann es monatelang in normalen K\u00fchlschr\u00e4nken gelagert werden.<\/p>\n<p>Obwohl der AstraZeneca-Impfstoff als Blockbuster gehandelt wurde \u2013 so hei\u00dfen in der Pharmabranche besonders erfolgreiche Mittel \u2013 hat die j\u00fcngste Entwicklung die Anleger nicht \u00fcberzeugt. Die Aktie des Unternehmens ist diese Woche um etwa f\u00fcnf Prozent gefallen.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Freiwillige bei Impfung Foto:\u2002John Cairns \/ AP Die Nachricht vom britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca vom Montag klang gut: Der von der Firma gemeinsam mit der Uni Oxford entwickelte Impfstoff<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4128,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-4127","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4127","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4127"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4127\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4128"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4127"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4127"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4127"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}