{"id":4077,"date":"2020-11-25T00:17:37","date_gmt":"2020-11-24T21:17:37","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-regeln-im-dezember-wird-weihnachten-zum-superspreader-event\/"},"modified":"2020-11-25T00:17:37","modified_gmt":"2020-11-24T21:17:37","slug":"corona-regeln-im-dezember-wird-weihnachten-zum-superspreader-event","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-regeln-im-dezember-wird-weihnachten-zum-superspreader-event\/","title":{"rendered":"Corona-Regeln im Dezember: Wird Weihnachten zum Superspreader-Event?"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/2fc4a06f-ca75-4cdf-baad-9c15ab29b29a_w948_r1.77_fpx51_fpy45.jpg\" title=\"Weihnachten mit dem Coronavirus: Je h\u00f6her die Infektionszahlen sind, desto gr\u00f6\u00dfer ist auch das Ansteckungsrisiko\" alt=\"Weihnachten mit dem Coronavirus: Je h\u00f6her die Infektionszahlen sind, desto gr\u00f6\u00dfer ist auch das Ansteckungsrisiko\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Weihnachten mit dem Coronavirus: Je h\u00f6her die Infektionszahlen sind, desto gr\u00f6\u00dfer ist auch das Ansteckungsrisiko<\/p>\n<p>  Foto:\u2002MiS \/ imago images  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Seit Anfang November gelten in Deutschland strenge Regeln f\u00fcr pers\u00f6nliche Kontakte: In der \u00d6ffentlichkeit d\u00fcrfen sich h\u00f6chstens Angeh\u00f6rige zweier Haushalte und maximal zehn Personen treffen. Im Detail unterscheiden sich die Regeln von Bundesland zu Bundesland. Feiern in Wohnungen gelten jedoch \u00fcberall als \u00bbinakzeptabel\u00ab. Zu Weihnachten und Silvester soll sich das nun \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Vom 23. Dezember bis 1. Januar sollen Treffen von maximal zehn Personen m\u00f6glich sein, auch wenn diese aus verschiedenen Haushalten kommen. Kinder bis 14 Jahren flie\u00dfen nicht in die Z\u00e4hlung ein. So steht es in einer Beschlussvorlage der Regierungschefs der L\u00e4nder, \u00fcber die sie am Mittwoch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel beraten werden.<\/p>\n<h3>Dem Virus ist Weihnachten egal<\/h3>\n<p>Der Wunsch nach einem m\u00f6glichst normalen Weihnachtsfest ist nachvollziehbar, die vorgeschlagenen Lockerungen sind aber durchaus mit Risiken verbunden. Denn dem Coronavirus ist egal, ob Weihnachten ist. Es bleibt genauso ansteckend wie zuvor und kann vor allem, aber nicht nur, \u00e4lteren Familienmitgliedern gef\u00e4hrlich werden.<\/p>\n<p>Wenige Stunden vor Bekanntwerden der Beschlussvorlage der L\u00e4nderchefs warnte etwa die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor Lockerungen von Corona-Restriktionen \u00fcber Weihnachten \u2013 vor allem dann, wenn Beh\u00f6rden das Infektionsgeschehen nicht voll unter Kontrolle haben.<\/p>\n<p>\u00bbWenn sich Menschen untereinander anstecken und wenn ein Land nicht die n\u00f6tige Infrastruktur hat, um F\u00e4lle zu verfolgen und Kontakte zu isolieren und in Quarant\u00e4ne zu schicken, dann wird eine Lockerung zu st\u00e4rkeren Ansteckungen f\u00fchren\u00ab, sagte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan am Montagabend in Genf.<\/p>\n<h3>Ausbruch in Deutschland weiter au\u00dfer Kontrolle<\/h3>\n<p>Ob die Infektionszahlen in Deutschland in einem Monat so niedrig sein werden, dass sich Infektionsketten wieder nachverfolgen lassen, ist allerdings noch ungewiss. Die Regierungschefs der L\u00e4nder wollen die Zahlen durch umso strengere Kontaktbeschr\u00e4nkungen Anfang Dezember noch mal deutlich senken, bevor sie sie anschlie\u00dfend lockern.<\/p>\n<p>Private Zusammenk\u00fcnfte sollen dann nur noch zwischen Angeh\u00f6rigen zweier Haushalte und maximal f\u00fcnf Personen erlaubt sein \u2013 auch hier sind Kinder au\u00dfen vor. Die L\u00e4nderchefs rufen die Menschen zudem dazu auf, sich vor Weihnachten mehrere Tage selbst in Quarant\u00e4ne zu begeben.<\/p>\n<p>Seit dem Teil-Shutdown Anfang November hat sich die Zahl der Neuinfektionen zwar stabilisiert. In manchen Landkreisen liegt die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohnern wieder unter 50 oder sogar unter 35. In Regionen, in denen die Ausgangswerte sehr hoch waren, etwa um M\u00fcnchen oder Frankfurt, werden teils aber immer noch 7-Tage Inzidenzen von mehr als 200 F\u00e4llen pro 100.000 Einwohnern registriert (siehe Grafiken).<\/p>\n<p>Vor dem Teil-Shutdown lagen die Zahlen in den Regionen mitunter \u00fcber 300. Hier best\u00e4tigt sich: Je sp\u00e4ter gegengesteuert wird, desto l\u00e4nger dauert es, bis die Zahlen wieder sinken.<\/p>\n<p>Auch der Anstieg der Covid-19-F\u00e4lle auf den Intensivstationen verlangsamt sich erst allm\u00e4hlich. Diese Zahlen folgen der Entwicklung bei den Infektionszahlen stets mit einigen Wochen Verz\u00f6gerung. Es dauert, bis Infizierte so schwer erkranken, dass sie intensivpflichtig werden; und es vergeht anschlie\u00dfend Zeit, bis sie wieder gesund genug sind, um die Intensivstation zu verlassen \u2013 oder sterben.<\/p>\n<h3>Es gibt keine Formel f\u00fcr ein sicheres Fest<\/h3>\n<p>Das Problem mit Weihnachten und Silvester ist, dass es keine allgemein g\u00fcltige Formel daf\u00fcr gibt, welche Lockerungen unter welchen Umst\u00e4nden vertretbar sind. \u00bbEs gibt nur ein h\u00f6heres und niedrigeres Risiko, dass die Situation sich bessert oder verschlimmert\u00ab, sagte WHO-Mitarbeiter Ryan.<\/p>\n<p>Regierungen m\u00fcssten die Risiken einer st\u00e4rkeren Ausbreitung des Virus mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Risiken der Beibehaltung von Beschr\u00e4nkungen abw\u00e4gen. Bei zu strengen Einschr\u00e4nkungen bestehe die Gefahr, dass gro\u00dfe Frustration, Corona-M\u00fcdigkeit und wom\u00f6glich Widerstand gegen die Ma\u00dfnahmen entst\u00fcnden.<\/p>\n<p>Gleichzeitig ist vorstellbar, dass die Bev\u00f6lkerung durch pl\u00f6tzlich lockerere Ma\u00dfnahmen \u00fcber Weihnachten Kontaktbeschr\u00e4nkungen abseits davon nicht mehr als nachvollziehbar empfindet. Nach dem Motto: \u00dcber Weihnachten und Silvester waren Feiern erlaubt, warum also nicht auch an meinem Geburtstag?<\/p>\n<h3>Innenr\u00e4ume sind Superspreader-Orte<\/h3>\n<p>Wie gro\u00df der Einfluss privater Feiern in Deutschland auf die Ausbreitung des Coronavirus ist, l\u00e4sst sich im Detail nicht beziffern. Gerade mal bei ungef\u00e4hr einem Viertel der bis Mitte Juli in Deutschland registrierten Infektionen konnten die Gesundheits\u00e4mter laut Robert Koch-Institut (RKI) dokumentieren, wo die Ansteckungen stattgefunden haben.<\/p>\n<p>Die mit Abstand meisten Infektionen hatten ihren Ursprung demnach in privaten Haushalten, gefolgt von Alten- und Pflegeheimen. Allerdings ist es in diesen Umfeldern auch besonders leicht, Infektionsketten nachzuverfolgen, weil Kontaktpersonen bekannt sind. \u00d6ffentliche Orte sind in der Statistik daher wahrscheinlich unterrepr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Eine Simulationsstudie aus den USA kommt auf der Basis von Handydaten von 98 Millionen Amerikanern zu dem Schluss, dass der Gro\u00dfteil aller Corona-Ansteckungen an Orten, meist Innenr\u00e4umen, stattfinden, an denen gr\u00f6\u00dfere Gruppen von Menschen \u00fcber l\u00e4ngere Zeit auf engem Raum aufeinandertreffen. Also dort, wo viele, anhaltende Kontakte stattfinden.<\/p>\n<p>Weihnachts- und Silvesterfeiern passen genau in dieses Schema. Verst\u00e4rkt wird das Risiko noch, wenn man davon ausgeht, dass die Menschen mehrfach in unterschiedlichen Konstellationen zusammenkommen werden.<\/p>\n<p>Jede dieser Situationen bietet erneut Ansteckungspotenzial. Die spanische Zeitung \u00bbEl Pa\u00eds\u00ab hat das Corona-Ansteckungsrisiko in Innenr\u00e4umen vor einiger Zeit veranschaulicht (hier).<\/p>\n<h3>Die Thanksgiving-Falle<\/h3>\n<p>Dass Festtage das Potenzial haben, die Corona-Pandemie anzutreiben, hat sich j\u00fcngst auch in Kanada gezeigt. Die Menschen dort feierten am 12. Oktober mit ihren Familien und Freunden Thanksgiving. Zu dem Zeitpunkt befanden sich die Infektionszahlen in dem Land zwar bereits im Aufw\u00e4rtstrend. Der wurde allein durch den einen Festtag jedoch noch einmal verst\u00e4rkt (siehe Grafik unten).<\/p>\n<p>\u00bbDer Grund, warum wir ziemlich sicher sind, dass Thanksgiving die Zahl der Infektionen erh\u00f6ht hat, ist, dass wir in den zwei Wochen danach die h\u00f6chsten bisher registrierten Fallzahlen gesehen haben\u00ab, sagte die Epidemiologin Laura Rosella von der University of Toronto dem \u00bbTime Magazine\u00ab. Das passe zur Inkubationszeit, nach der Menschen Symptome zeigten und gemeldet w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Experten in den USA bef\u00fcrchten nun, dass es durch das dortige Thanksgiving-Fest am vergangenen Wochenende einen \u00e4hnlichen Effekt geben k\u00f6nnte. Da die Infektionszahlen in den USA bereits zuvor sehr hoch waren, k\u00f6nnte der Festtag die Zahlen in noch deutlich gr\u00f6\u00dferem Ausma\u00df nach oben treiben als in Kanada.<\/p>\n<p>Laut einem von Forschern entwickelten Risikobewertungs-Tool lag das Risiko, auf einer Thanksgiving-Party in den USA mit nur zehn Teilnehmern, einem Corona-Positiven zu begegnen, in einigen Regionen des Landes bei fast 100 Prozent.<\/p>\n<h3>Pers\u00f6nliches Risiko abw\u00e4gen<\/h3>\n<p>Auf Deutschland lassen sich die Werte nicht \u00fcbertragen, doch ein Zusammenhang bleibt: Je gr\u00f6\u00dfer Treffen sind und je verbreiteter das Virus in den Aufenthaltsorten der Teilnehmer ist, desto h\u00f6her auch das Infektionsrisiko.<\/p>\n<p>Wie stark sich Familienfeiern an Weihnachten auf die Infektionszahlen hierzulande auswirken werden, h\u00e4ngt neben der Anzahl der Teilnehmer also auch ma\u00dfgeblich davon ab, wie breit das Virus Ende Dezember in der Bev\u00f6lkerung grassiert und ob es m\u00f6glich sein wird, an Weihnachten losgetretene Infektionsketten wieder zu stoppen.<\/p>\n<p>Die derzeit im Wochendurchschnitt noch rund 18.000 Neuinfektionen am Tag d\u00fcrften jedenfalls keine gute Basis sein f\u00fcr einen Feier-Marathon zum Jahresende.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Weihnachten mit dem Coronavirus: Je h\u00f6her die Infektionszahlen sind, desto gr\u00f6\u00dfer ist auch das Ansteckungsrisiko Foto:\u2002MiS \/ imago images Seit Anfang November gelten in Deutschland strenge Regeln f\u00fcr<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4078,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-4077","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4077","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4077"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4077\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4078"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4077"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4077"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4077"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}