{"id":4048,"date":"2020-11-23T21:26:32","date_gmt":"2020-11-23T18:26:32","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-impfstoff-von-astrazeneca-welche-vorteile-er-trotz-geringerer-wirksamkeit-hatte\/"},"modified":"2020-11-23T21:26:32","modified_gmt":"2020-11-23T18:26:32","slug":"corona-impfstoff-von-astrazeneca-welche-vorteile-er-trotz-geringerer-wirksamkeit-hatte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-impfstoff-von-astrazeneca-welche-vorteile-er-trotz-geringerer-wirksamkeit-hatte\/","title":{"rendered":"Corona-Impfstoff von AstraZeneca: Welche Vorteile er trotz geringerer Wirksamkeit h\u00e4tte"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/103b43c6-852b-4450-83b3-441782db769d_w948_r1.77_fpx32_fpy58.jpg\" title=\"Ampulle mit Corona-Impfstoff: Vorteil einfache Handhabung\" alt=\"Ampulle mit Corona-Impfstoff: Vorteil einfache Handhabung\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Ampulle mit Corona-Impfstoff: Vorteil einfache Handhabung<\/p>\n<p>  Foto:\u2002John Cairns \/ University Of Oxford \/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Am Montag hat der dritte Corona-Impfstoff-Hersteller erste Ergebnisse aus gr\u00f6\u00dferen Untersuchungen am Menschen bekannt gegeben. Demnach k\u00f6nnte die Vakzine, die der britische Pharmahersteller AstraZeneca in Zusammenarbeit mit der Universit\u00e4t Oxford entwickelt hat, zu etwa 70 Prozent vor einer Covid-19-Erkrankung sch\u00fctzen. Die Angaben zur Wirksamkeit schwanken je nach Impfschema \u2013 also der Art und Weise, mit welcher Dosierung geimpft wird \u2013 allerdings stark.<\/p>\n<p>In einer Pressemitteilung teilten die Entwickler Zwischenergebnisse aus zwei klinischen Studien mit. In einer kombinierten Phase-II- und Phase-III-Pr\u00fcfung erhielten 2741 Probanden im Vereinigten K\u00f6nigreich den Impfstoff oder ein wirkungsloses Placebo. Geimpft wurde in zwei Schritten. Zun\u00e4chst verabreichten \u00c4rzte den Probanden in der Impfgruppe eine halbe Dosis des Wirkstoffs und einen Monat sp\u00e4ter eine volle Dosis.<\/p>\n<h3>Wirksamkeit zwischen 60 und 90 Prozent<\/h3>\n<p>Laut Pressemitteilung konnten auf diese Weise 90 Prozent der Covid-19-F\u00e4lle in der Impfstoffgruppe verhindert werden. Allerdings ist nicht klar, wie viele Covid-19-Erkrankungen es absolut unter den mit dem Wirkstoff Geimpften im Vergleich zur Placebogruppe gab. Die Daten sollen in den n\u00e4chsten Tagen ver\u00f6ffentlicht werden. Erst dann l\u00e4sst sich sagen, auf welcher Datenbasis die Zahl fu\u00dft.<\/p>\n<p>Eine Wirksamkeit von 90 Prozent w\u00fcrde sich in einer \u00e4hnlichen Gr\u00f6\u00dfenordnung bewegen, wie sie auch die Hersteller Biontech\/Pfizer und Moderna f\u00fcr ihre Impfstoffe reklamieren. Sie nennen eine Wirksamkeit von bis zu 95 Prozent (mehr dazu lesen Sie hier und hier), Biontech und Pfizer haben in den USA bereits Notfallzulassungen beantragt.<\/p>\n<p>In einem zweiten Impfschema schnitt der AstraZeneca\/Uni-Oxford-Impfstoff allerdings deutlich schlechter ab. So verabreichten die Fachleute in einer Phase-III-Studie mit 8898 Probanden in Brasilien zwei volle Impfdosen. Die Wirksamkeit lag hier bei rund 60 Prozent.<\/p>\n<p>Im Mittel ergebe sich f\u00fcr den Impfstoff aus beiden Studien bislang eine Wirksamkeit von 70 Prozent, so das Unternehmen. Die Zahlen basieren auf insgesamt 131 Covid-19-F\u00e4llen, die zum gr\u00f6\u00dferen Teil in der Placebo-Gruppe aufgetreten sind, aber \u00f6fter als in den Studien der anderen Hersteller auch die mit dem Wirkstoff Geimpften betrafen.<\/p>\n<h3>Keine schwerwiegenden Nebenwirkungen<\/h3>\n<p>Biotech\/Pfizer und Moderna hatten die Daten aus ihren Corona-Impfstudien nach einer \u00e4hnlichen Fallzahl \u00f6ffentlich gemacht. Sie haben jedoch insgesamt bereits mehr Menschen geimpft, sodass sie etwa bez\u00fcglich Nebenwirkungen \u00fcber einen gr\u00f6\u00dferen Datensatz verf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Dennoch ist AstraZeneca zuversichtlich: Unter den Geimpften seien keine schwerwiegenden Nebenwirkungen aufgetreten, hie\u00df es. Das Unternehmen hatte seine Impfstudien zuvor zwei Mal unterbrechen m\u00fcssen, weil Probanden erkrankten, allerdings fanden Fachleute keinen urs\u00e4chlichen Zusammenhang mit der Impfung.<\/p>\n<p>Das Unternehmen will ebenfalls bald Zulassungen in mehreren Staaten weltweit beantragen und den Impfstoff bei der WHO f\u00fcr den schnellen Einsatz in \u00e4rmeren L\u00e4ndern registrieren. Die Phase-III-Studien sollen zudem so angepasst werden, dass das Impfschema mit der halben Dosis in gr\u00f6\u00dferen Untersuchungen gepr\u00fcft wird.<\/p>\n<h3>Vorteil einfache Lagerung<\/h3>\n<p>Die Basis des AstraZeneca\/Uni-Oxford-Impfstoffs namens AZD1222 oder ChAdOx1 nCoV-19 bildet ein abgeschw\u00e4chtes Erk\u00e4ltungsvirus von Schimpansen. Es enth\u00e4lt genetisches Material eines Oberfl\u00e4chenproteins, mit dem der Erreger Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Kommt das Immunsystem mit diesem Protein in Kontakt, bildet es zielgerichtet Antik\u00f6rper und T-Zellen.<\/p>\n<p>Anders als Impfstoffe von Biontech\/Pfizer und Moderna geh\u00f6rt das Mittel damit nicht zu den mRNA-Impfstoffen, sondern zu den sogenannten Vektorimpfstoffen. Das Prinzip ist lang bekannt und hat einen entscheidenden Vorteil: Der Impfstoff l\u00e4sst sich im K\u00fchlschrank lagern und braucht im Gegensatz zu den mRNA-Produkten keine zweistelligen Minusgrade (mehr dazu lesen Sie hier).<\/p>\n<p>Das erleichtert die Lagerung und den Transport. Der Impfstoff k\u00f6nnte dadurch, selbst bei etwas geringerer Wirksamkeit, wichtig werden.<\/p>\n<p>\u00bbAZD1222 ist robust und einfach in der Handhabung, quasi die Arbeitsbiene unter den potenziell verf\u00fcgbaren Impfstoffen gegen Covid-19\u00ab, sagte Clemens Wendtner von der M\u00fcnchen Klinik Schwabing dem Science Media Center. Im K\u00fchlschrank k\u00f6nne der Impfstoff f\u00fcr sechs Monate bei zwei bis acht Grad Celsius sicher liegen. \u00bbDies d\u00fcrfte Impfkampagnen in L\u00e4ndern mit weniger Ressourcen f\u00fcr aufwendige K\u00fchlketten erleichtern.\u00ab<\/p>\n<p>Ohnehin komme die Welt mit einem Corona-Impfstoff nicht aus, erkl\u00e4rte der an der Impfpr\u00fcfung beteiligte Impfstoffforscher Andrew Pollard von der Universit\u00e4t Oxford bei einem Pressebriefing. Keine Firma habe die Kapazit\u00e4ten, um kurzfristig genug Impfstoff f\u00fcr die gesamte Weltbev\u00f6lkerung zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n<p>AstraZeneca hat sich bereits darauf vorbereitet, seinen Impfstoff massenweise zu produzieren. Noch in diesem Jahr k\u00f6nnten 200 Millionen Dosen geliefert werden, so Produktionschefin Pam Cheng. 2021 sei die Herstellung von drei Milliarden Dosen m\u00f6glich. Die Produktion kurzfristig in Teilen auf halbe Dosen umzustellen, sei kein Problem.<\/p>\n<h3>Details unklar<\/h3>\n<p>Wie bei den anderen Herstellern kann jedoch auch die AstraZenca-Studie nicht alle Fragen beantworten. So ist noch unklar, wie verl\u00e4sslich die Impfstoffe nicht nur die Erkrankung Covid-19 verhindern, sondern auch Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2.<\/p>\n<p>Laut einer Pressemitteilung der Universit\u00e4t Oxford gibt es im Zusammenhang mit dem von ihr mitentwickelten Wirkstoff zwar erste Hinweise auf einen Infektionsschutz. Endg\u00fcltige Ergebnisse liegen aber noch nicht vor.<\/p>\n<p>Auch sind noch keine Daten \u00f6ffentlich, die verraten, wie gut die Impfstoffe in verschiedenen Altersgruppen funktionieren. Eine in der vergangenen Woche von Oxford-Forschern im Fachmagazin &quot;The Lancet&quot; ver\u00f6ffentlichte Auswertung erster Ergebnisse ihrer Impfstudie in Gro\u00dfbritannien weckt aber zumindest die Hoffnung, dass der Impfstoff auch bei \u00c4lteren gut wirkt.<\/p>\n<p>In der Phase-II-Studie habe es bei Teilnehmern sowohl unter als auch \u00fcber 56 Jahren eine gute Immunantwort gegeben, schreiben die Forscher. Der Impfstoff sei von \u00c4lteren sogar besser vertragen worden als von J\u00fcngeren. Den Angaben zufolge waren rund 240 der 560 in die Analyse eingeschlossenen gesunden Studienteilnehmer \u00fcber 70 Jahre alt.<\/p>\n<p>Nach Angaben von AstraZeneca und der Universit\u00e4t Oxford gab es in ihren Studien unter den mit dem Wirkstoff Geimpften keine schweren Covid-19-Verl\u00e4ufe. Wie viel seltener sie im Vergleich zur Placebogruppe waren, bleibt allerdings offen. Somit l\u00e4sst sich nicht sagen, wie viele heftige Erkrankungen durch den Impfstoff verhindert wurden.<\/p>\n<p>Die noch nicht \u00f6ffentlichen vollst\u00e4ndigen Daten zu den Studien d\u00fcrften bald Antworten auf einige dieser Fragen liefern.<\/p>\n<h3>R\u00e4tsel um den Vorteil der halben Dosis<\/h3>\n<p>Forscher r\u00e4tseln allerdings auch noch, warum sich ausgerechnet beim Impfschema mit einer halben Dosis zu Beginn eine bessere Wirksamkeit gezeigt hat. Das sei auf Anhieb nicht einleuchtend, erkl\u00e4rte Gerd F\u00e4tkenheuer von der Uniklinik K\u00f6ln dem Science Media Center. \u00bbIst das ein rein zuf\u00e4lliger Effekt? Oder gibt es immunologische Faktoren, die dies begr\u00fcnden?\u00ab<\/p>\n<p>Clemens Wendtner von der M\u00fcnchen Klinik Schwabing vermutet, dass das Immunsystem m\u00f6glicherweise auf das vom Affen stammende Tr\u00e4gervirus reagiert und die Impfwirkung dadurch abgeschw\u00e4cht wird. Ist die erste Impfdosis zu gro\u00df, kann es passieren, dass der K\u00f6rper das Tr\u00e4gervirus bei der zweiten Impfung bek\u00e4mpft.<\/p>\n<p>Oxford-Impfforscher Pollard erkl\u00e4rte, dass auch Impfungen f\u00fcr S\u00e4uglinge, deren Immunsystem im Prinzip keine Krankheitserreger kenne, h\u00e4ufig mit einer geringeren Erstdosis effektiver seien. Es sei denkbar, dass das bei Erwachsenen, die mit einem ganz neuen Virus in Ber\u00fchrung k\u00e4men, \u00e4hnlich sei.<\/p>\n<p>Die Experten sind sich jedoch einig, dass f\u00fcr eine klare Antwort mehr Daten n\u00f6tig sind.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Ampulle mit Corona-Impfstoff: Vorteil einfache Handhabung Foto:\u2002John Cairns \/ University Of Oxford \/ dpa Am Montag hat der dritte Corona-Impfstoff-Hersteller erste Ergebnisse aus gr\u00f6\u00dferen Untersuchungen am Menschen bekannt<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4049,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-4048","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4048","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4048"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4048\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4049"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4048"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4048"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4048"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}