{"id":397,"date":"2020-06-10T22:47:27","date_gmt":"2020-06-10T19:47:27","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/schul-und-kita-gipfel-der-grunen-konstruktiver-affront\/"},"modified":"2020-06-10T22:47:27","modified_gmt":"2020-06-10T19:47:27","slug":"schul-und-kita-gipfel-der-grunen-konstruktiver-affront","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/schul-und-kita-gipfel-der-grunen-konstruktiver-affront\/","title":{"rendered":"Schul- und Kita-Gipfel der Gr\u00fcnen: Konstruktiver Affront"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/9215a342-d574-42d8-b0b6-ace451e9182c_w948_r1.77_fpx45.5_fpy48.97.jpg\" title=\"Mit Abstand auf dem Schulhof: Kinder seien zu Beginn der Pandemie &quot;vollkommen vernachl\u00e4ssigt&quot; worden, so die Gr\u00fcnenchefin auf ihrem Gipfel\" alt=\"Mit Abstand auf dem Schulhof: Kinder seien zu Beginn der Pandemie &quot;vollkommen vernachl\u00e4ssigt&quot; worden, so die Gr\u00fcnenchefin auf ihrem Gipfel\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p>Mit Abstand auf dem Schulhof: Kinder seien zu Beginn der Pandemie &quot;vollkommen vernachl\u00e4ssigt&quot; worden, so die Gr\u00fcnenchefin auf ihrem Gipfel<\/p>\n<p> Arne Dedert\/ dpa <\/figcaption><\/figure>\n<p>Allein die Einladung warf schon ein Schlaglicht auf das Versagen der Bildungs- und Familienpolitik in der Coronakrise: &quot;Da die Bundesregierung seit Wochen, um nicht zu sagen: seit Monaten, nicht zu einem Kita- und Schulgipfel mit den entsprechenden Akteuren eingeladen hat, werde ich das jetzt tun&quot;, sagte Gr\u00fcnenchefin Annalena Baerbock am Montag bei einer Pressekonferenz. Nun hat sie die Ergebnisse ihres kleinen Gipfels pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Die wichtigsten Forderungen nach ihrem Gespr\u00e4ch mit Verbandsvertretern und Expertinnen: Mehr Geld und einheitliche Vorgaben. Baerbock schlug einen f\u00fcnf Milliarden Euro schweren Bildungsfonds vor, um zus\u00e4tzliches Personal f\u00fcr Schulen und Kitas zu finanzieren. Au\u00dferdem sollten unverz\u00fcglich 500 Millionen Euro aus dem Digitalpakt an die Bildungseinrichtungen flie\u00dfen, um die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Homeschooling auszubauen. Die Schulen sollten die Sommerferien nutzen, um digital nachzur\u00fcsten, sodass nach den Ferien digitaler Unterricht m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Eigentlich erhofft sich Baerbock aber eine weitestgehende R\u00fcckkehr in die Schulen und Kitas. Trotz der grunds\u00e4tzlichen L\u00e4nderzust\u00e4ndigkeit in dem Bereich bed\u00fcrfe es &quot;gemeinsamer Leitlinien, wie wir zum Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen zur\u00fcckkehren&quot;. Ziel m\u00fcsse es sein, dass nach den Ferien jedes Kind &quot;einen Anspruch auf Mindestbetreuung in Schulen und Kitas hat&quot;. Zudem forderte die Gr\u00fcne kostenlose Testm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Fachkr\u00e4fte an Kitas und Schulen und weitere Schutzma\u00dfnahmen wie einen Spuckschutz im Klassenraum, \u00e4hnlich dem an der Supermarktkasse. Baerbocks Meinung nach sei ihr Bildungsgipfel n\u00f6tig gewesen, um der Bundesregierung das Signal zu geben, dass Handeln vor den Sommerferien &quot;definitiv n\u00f6tig&quot; sei.<\/p>\n<h3><strong>Strategischer Schachzug<\/strong><\/h3>\n<p>Dass die Gr\u00fcnen als Oppositionspartei einen Kita- und Schulgipfel ausrichten, ist strategisch ein kluger Schachzug. Sie sitzen in elf Landesregierungen, f\u00fcr die Bildung sind im f\u00f6deralen System der Bundesrepublik die L\u00e4nder zust\u00e4ndig, die Gr\u00fcnen tragen daf\u00fcr vor Ort aber nirgendwo die Ressortzust\u00e4ndigkeit. Sie k\u00f6nnen die Bundesregierung kritisieren &#8211; und sich als K\u00fcmmerer inszenieren. Allerdings konnte Baerbock so auch keine Kritik an der Umsetzung in den Bundesl\u00e4ndern \u00fcben, sondern musste sich daf\u00fcr auf den Bund konzentrieren.  <\/p>\n<p>Die Kinder seien zu Beginn der Pandemie &quot;vollkommen vernachl\u00e4ssigt&quot; worden, sagte sie bei der Pr\u00e4sentation der Gipfelergebnisse. &quot;Auf Bundesebene hat man sich nicht den Kopf dar\u00fcber zerbrochen, was es eigentlich f\u00fcr gemeinsame Voraussetzungen braucht, um Kinder wieder in Kitas und Schulen zu bringen.&quot;<\/p>\n<p>Ein geschlossenes Signal von Bund oder L\u00e4ndern, sich f\u00fcr die \u00d6ffnung der Kitas einzusetzen, gab es in der Krise tats\u00e4chlich nicht. Wenn \u00fcberhaupt, stimmten sich die Kultusminister der L\u00e4nder zu den Schul\u00f6ffnungen ab. Aber letztlich entschied doch jedes Land weitgehend selbst, wie es bei den Schulen weiterging.<\/p>\n<h3>Es fehlt an Geld und Personal<\/h3>\n<p>Mittlerweile stehen die Pl\u00e4ne f\u00fcr die Betreuung der J\u00fcngsten in den meisten L\u00e4ndern aber deutlich auf \u00d6ffnung. Th\u00fcringen und Brandenburg wollen die Kitas ab dem 15. Juni wieder t\u00e4glich f\u00fcr alle Kinder \u00f6ffnen, Berlin, Niedersachsen und Bremen wollen die Woche darauf nachziehen, Baden-W\u00fcrttemberg will die vollst\u00e4ndige \u00d6ffnung noch bis Ende Juni erreichen, weitere ziehen im Juli nach. In den meisten Bundesl\u00e4ndern sollen alle Kinder zumindest mit einem eingeschr\u00e4nkten Stundenumfang wieder betreut werden.<\/p>\n<p>Die Kita-\u00d6ffnung in NRW wird besonders engmaschig beobachtet: In D\u00fcsseldorf ist am Mittwoch die &quot;gr\u00f6\u00dfte Untersuchung zum Infektionsgeschehen des Coronavirus bei Kindern und Besch\u00e4ftigten in Kindertageseinrichtungen&quot; gestartet, teilte das Familienministerium mit. 5150 Kinder und Erzieherinnen aus 110 Kitas nehmen demnach an der Studie teil. Sie sollen zweimal w\u00f6chentlich eine Probe abgeben, die Ergebnisse sollen im Juli ausgewertet werden.<\/p>\n<p>Bundesweit kritisieren jedoch Eltern, dass es mit der konkreten Umsetzung vor Ort nicht klappt. Die Elterninitiative #ElterninderKrise, in der sich rund 14.000 Betroffene vernetzt haben, berichtet, die Tr\u00e4ger vor Ort seien oft nicht in der Lage, die j\u00fcngsten Forderungen aus den Ministerien in der Praxis einzuhalten. Etwa weil den Kitas das Personal oder das Geld f\u00fcr die Schutzma\u00dfnahmen fehle. Das deckt sich wiederum mit einer Empfehlung der Arbeitsgruppe der L\u00e4nder, dass letztlich vor Ort geschaut werden m\u00fcsse, wie und in welchem Umfang die \u00d6ffnung gelingt. Gr\u00fcnenchefin Baerbock betonte in einem begleitenden Papier zum Gipfel, insbesondere beim Personal sei die Situation eine &quot;individuelle Herausforderung&quot; f\u00fcr jede Kita und Schule.<\/p>\n<p>Zum Thema Schulen wollen sich die Kultusministerinnen und -minister kommende Woche beraten, wie das n\u00e4chste Schuljahr aussehen kann. Die Pr\u00e4sidentin der Kultusministerkonferenz, die rheinland-pf\u00e4lzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD), k\u00fcndigte an, zu dem Gespr\u00e4ch seien auch Bildungswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler eingeladen worden. Der n\u00e4chste Gipfel also.<\/p>\n<p>Einig sind sich die L\u00e4nder bereits darin, dass die Schulen nach den Sommerferien zum Regelbetrieb zur\u00fcckkehren sollen &#8211; zumindest, wenn es das Infektionsgeschehen weiter zul\u00e4sst. Auch die Abstandsregeln sollen dann nicht mehr gelten.<\/p>\n<h3>Stand in den L\u00e4ndern<\/h3>\n<p>Einzelne Bundesl\u00e4nder wie Hessen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen versprechen, dass zumindest die Grundsch\u00fcler schon vor den Sommerferien t\u00e4glich und im gewohnten Klassenverband in die Schulen zur\u00fcckd\u00fcrfen. In Th\u00fcringen sollen ab dem 15. Juni sogar alle Schulen wieder t\u00e4glich f\u00fcr alle Kinder \u00f6ffnen. In allen anderen Bundesl\u00e4ndern werden h\u00f6here Klassen und meist auch die Grundschulklassen momentan noch geteilt und in einem rollierenden System unterrichtet, abwechselnd zu Hause und in der Schule.<\/p>\n<p>Lehrerverb\u00e4nde und Gewerkschaften sehen die Pl\u00e4ne zur Schul\u00f6ffnung kritisch. &quot;Die Kultusminister verlieren offenbar unter dem gro\u00dfen \u00f6ffentlichen Druck die Nerven&quot;, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Elke Hannack. Die \u00d6ffnung d\u00fcrfe &quot;auf keinen Fall unter Verzicht auf Arbeitsschutz und Hygienestandards erfolgen&quot;, so Hannack. &quot;Sonst droht ein ungeplanter zweiter Lockdown im Herbst.&quot;<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Mit Abstand auf dem Schulhof: Kinder seien zu Beginn der Pandemie &quot;vollkommen vernachl\u00e4ssigt&quot; worden, so die Gr\u00fcnenchefin auf ihrem Gipfel Arne Dedert\/ dpa Allein die Einladung warf schon ein Schlaglicht auf das Versagen der Bildungs- und Familienpolitik in der Coronakrise: &quot;Da die Bundesregierung seit Wochen, um nicht zu sagen: seit Monaten, nicht zu [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-397","post","type-post","status-publish","format-standard","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/397","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=397"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/397\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=397"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=397"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=397"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}