{"id":3969,"date":"2020-11-20T04:59:21","date_gmt":"2020-11-20T01:59:21","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-nerz-mutationen-in-sieben-landern-nachgewiesen\/"},"modified":"2020-11-20T04:59:21","modified_gmt":"2020-11-20T01:59:21","slug":"coronavirus-nerz-mutationen-in-sieben-landern-nachgewiesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-nerz-mutationen-in-sieben-landern-nachgewiesen\/","title":{"rendered":"Coronavirus: Nerz-Mutationen in sieben L\u00e4ndern nachgewiesen"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/29bc5d83-131f-4ed5-adb7-331c7bc82d67_w948_r1.77_fpx38.67_fpy50.jpg\" title=\"Nerze auf einem Hof in D\u00e4nemark\" alt=\"Nerze auf einem Hof in D\u00e4nemark\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Nerze auf einem Hof in D\u00e4nemark<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Mads Claus Rasmussen \/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p>In D\u00e4nemark hat die T\u00f6tung von Millionen von Nerzen eine heftige politische Debatte entfacht \u2013 am Ende trat ein Minister zur\u00fcck. Die Pelzzucht ist dort ein m\u00e4chtiger Wirtschaftsfaktor und es gab wohl keine rechtliche Grundlage f\u00fcr die Keulungen der Tiere. Sie war als Schutzma\u00dfnahme gegen die Ausbreitung einer Mutation des Coronavirus gedacht, die zuvor in einzelnen F\u00e4llen auf Menschen \u00fcbergegangen war.<\/p>\n<p>Eine aktuelle Untersuchung zeigt: Diese Nerz-Mutationen sind auch in anderen L\u00e4ndern bei Menschen nachweisbar. Das berichten Forscher, die Analysen aus einer internationalen Gendatenbank ausgewertet haben. Ihre Studie, die vor wenigen Tagen auf einen Preprint-Server hochgeladen wurde, befasst sich mit der Verbreitung. Zwar sind die Daten in solchen F\u00e4lle noch nicht von Fachkollegen begutachtet, aber das wird noch erfolgen.<\/p>\n<p>Wie die Forscher um Lucy van Dorp und Fran\u00e7ois Balloux vom Genetics Institute des University College London schreiben, hat eine Auswertung von Genanalysen aus der Datenbank Gisaid Hinweise auf weitere von Nerzen stammende Viren bei Menschen gegeben.<\/p>\n<p>Diese Mutationen waren bisher wegen der geringen Menge an entsprechenden Genanalysen schwierig zu finden. \u00bbAber zwischen dem 5. und 8. November haben d\u00e4nische Forscher mehr als 8000 vom Menschen isolierte SARS-CoV-2-Genome auf Gisaid hochgeladen\u00ab, schreibt Institutsdirektor Fran\u00e7ois Balloux dem SPIEGEL in einer Mail. \u00bbDas hat zur Identifizierung von mehr als 300 Virenst\u00e4mmen gef\u00fchrt, die die Y453F-Mutationen tragen\u00ab, so der Forscher.<\/p>\n<h3>Verbreitungswege nicht nachvollziehbar<\/h3>\n<p>Balloux schrieb, dass in den Gisaid-Daten Mutationen in sechs weiteren L\u00e4nder erkennbar war: Vier Analysen aus den Niederlanden wiesen sie auf, drei aus der Schweiz, zwei aus S\u00fcdafrika und jeweils eine aus den USA, Russland und Australien. Insgesamt wurden 150.000 Gendatens\u00e4tze untersucht. In den Niederlanden hatten sich im Fr\u00fchjahr schon Menschen bei den Tieren angesteckt.<\/p>\n<p>Wie viele der F\u00e4lle auf Kontakte mit den Tieren zur\u00fcckgehen, k\u00f6nnen die Forscher nicht sagen. Auch die Verbreitungswege sind nicht nachvollziehbar. Die Proben aus D\u00e4nemark stammen aus dem Juni. Das mutierte Virus k\u00f6nnte durch Tiertransporte, aber auch durch Reisende \u00fcbertragen worden sein. Weil die Gisaid-Daten kaum Patienteninformationen beinhalten, lassen sich weitergehende Aussagen \u00fcber den Verbreitungsweg nicht treffen.<\/p>\n<p>Es ist nicht das erste Mal, dass das Coronavirus in Tieren nachgewiesen wurde. Es fand sich bei verschiedenen Arten, beispielsweise in Katzen, Hunden, L\u00f6wen und Tigern. Unter Nerzen konnte es sich leicht verbreiten, weil die Tiere auf den Farmen auf engem Raum zusammenleben. D\u00e4nemark ist der weltweit gr\u00f6\u00dfte Produzent von Nerzfellen. Dort lebten etwa 15 bis 17 Millionen der Pelztiere auf mehr als 1100 Zuchtfarmen.<\/p>\n<p>Bisher war bekannt, dass sich die Mutation des Virus offenbar auf das sogenannte Spike-Protein auswirkt. \u00dcber diese Eiwei\u00dfe dringt das Virus in menschliche Zellen ein und vervielf\u00e4ltigt sich dort. Diese Mutationen sind im \u00dcbrigen nicht auf von Tieren bewirtete Virenst\u00e4mme beschr\u00e4nkt, sondern geschehen st\u00e4ndig und auch im Menschen. So sind schon etliche Mutationen des Virus bekannt und lassen R\u00fcckschl\u00fcsse \u00fcber dessen Verbreitung zu (mehr zum Thema Mutationen lesen sie hier).<\/p>\n<h3>Reservoir f\u00fcr das Virus<\/h3>\n<p>Das d\u00e4nische Gesundheitsinstitut SSI hatte zwar bekannt gegeben, dass die Nerz-Mutation f\u00fcr den Menschen nicht gef\u00e4hrlicher sind als andere Sars-COV-2-Viren. Aber es war bef\u00fcrchtet worden, dass die derzeit entwickelten Impfstoffe weniger gut gegen diese Variante wirken. (Mehr dazu lesen Sie hier.)<\/p>\n<p>Derzeit sieht es allerdings nicht danach aus, schrieb k\u00fcrzlich die Fachzeitschrift \u00bbNature\u00ab. Auch etliche Virologen sehen bisher keine Gefahr und betrachten die Keulungen der Nerze als Vorsichtsma\u00dfnahme.<\/p>\n<p>Denn die Tiere k\u00f6nnen den Viren dauerhaft eine Zuflucht erm\u00f6glichen. Gerade die gro\u00dfen Zuchtnerzpopulationen bieten ein Reservoir f\u00fcr das Coronavirus. Das erschwert es langfristig, die Pandemie einzud\u00e4mmen. Deshalb sei es durchaus sinnvoll, dieses Reservoir loszuwerden, sagte Balloux dem \u00bbGuardian\u00ab.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Nerze auf einem Hof in D\u00e4nemark Foto:\u2002Mads Claus Rasmussen \/ dpa In D\u00e4nemark hat die T\u00f6tung von Millionen von Nerzen eine heftige politische Debatte entfacht \u2013 am Ende<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3970,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3969","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3969","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3969"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3969\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3970"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3969"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3969"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3969"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}