{"id":391,"date":"2020-06-10T16:18:35","date_gmt":"2020-06-10T13:18:35","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-krise-geht-es-jetzt-wieder-aufwarts\/"},"modified":"2020-06-10T16:18:35","modified_gmt":"2020-06-10T13:18:35","slug":"corona-krise-geht-es-jetzt-wieder-aufwarts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-krise-geht-es-jetzt-wieder-aufwarts\/","title":{"rendered":"Corona-Krise: Geht es jetzt wieder aufw\u00e4rts?"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/cdba5f29-524c-4813-bfc6-dd251d8bf09c_w948_r1.77_fpx51.32_fpy54.99.jpg\" title=\"Passanten in der D\u00fcsseldorfer Innenstadt: Hoffen auf die Mehrwertsteuersenkung\" alt=\"Passanten in der D\u00fcsseldorfer Innenstadt: Hoffen auf die Mehrwertsteuersenkung\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p>Passanten in der D\u00fcsseldorfer Innenstadt: Hoffen auf die Mehrwertsteuersenkung<\/p>\n<p> Ralph Peters\/ imago images\/Ralph Peters <\/figcaption><\/figure>\n<p>Ist das Schlimmste in der Coronakrise \u00fcberstanden? Das Bundeswirtschaftsministerium zeigte sich zu Wochenbeginn ziemlich sicher.<\/p>\n<p>&quot;Der konjunkturelle Tiefpunkt ist damit erreicht&quot;, kommentierten die Beamten um Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) neue Zahlen zur Industrieproduktion. Nun setze &quot;die wirtschaftliche Erholung ein&quot;. Auch unter den B\u00fcrgern macht sich vorsichtiger Optimismus breit. Im SPIEGEL-Wirtschaftsmonitor von Civey steigt seit kurzem die Zahl jener, die die wirtschaftliche Lage als gut beurteilen. Angesichts der Corona-Pandemie war sie zuvor seit Mitte Februar steil gefallen.<\/p>\n<p>Andererseits kommen nach wie vor dramatische Signale aus der Wirtschaft. So brachen die deutschen Exporte im April um 31 Prozent ein &#8211; der gr\u00f6\u00dfte R\u00fcckgang seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1950. Ist es da nicht zu fr\u00fch, von einer Erholung zu sprechen?<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich sehen auch die gro\u00dfen Wirtschaftsforschungsinstitute in Deutschland Anzeichen f\u00fcr etwas, das \u00d6konomen gerne Bodenbildung nennen: Der Absturz flacht ab, eine Trendwende l\u00e4sst sich zumindest erahnen. Viele dramatische Zahlen, die derzeit ver\u00f6ffentlicht werden, spiegeln noch die Zeit ab dem 23. M\u00e4rz wider, in der weite Teile der Wirtschaft wegen staatlicher Auflagen zum Erliegen kamen. Seit 20. April aber werden die Einschr\u00e4nkungen schrittweise gelockert. Ab der zweiten Jahresh\u00e4lfte erwarten die Institute deshalb wieder Wachstum.<\/p>\n<p>&quot;Alles, was nach dem April kommt, ist besser&quot;, sagt Timo Wollmersh\u00e4user, Leiter der Konjunkturforschung am Ifo-Institut. &quot;Wir k\u00f6nnen relativ sicher sein, dass wir die Talsohle erreicht haben.&quot; Im Gesch\u00e4ftsklimaindex des Ifo f\u00fcr Mai beurteilten die befragten Unternehmen ihre Lage zwar erneut schlechter als im Vormonat. Ihre Erwartungen f\u00fcr die kommenden Monate aber besserten sich deutlich.<\/p>\n<h3>Riskanter Weg aus dem Tal<\/h3>\n<p>Unklar ist aber, wie lange die deutsche Wirtschaft braucht, um wieder aus dem Tal hinauszufinden. Denn trotz der Erholung in der zweiten Jahresh\u00e4lfte d\u00fcrfte der Absturz f\u00fcrs Gesamtjahr mit minus sechs bis sieben Prozent massiv sein. &quot;Dass das Schlimmste hinter uns liegt, ist noch keine Entwarnung&quot;, sagt Stefan Kooths, Leiter des Prognosezentrums am Kieler Institut f\u00fcr Weltwirtschaft (IfW). &quot;Denn das Schlimmste war sehr schlimm.&quot;<\/p>\n<p>Zudem drohen beim Wiederaufstieg aus dem konjunkturellen Abgrund eine Reihe von R\u00fcckschl\u00e4gen. Eindeutig die gr\u00f6\u00dfte Gefahr ist dabei eine <strong>zweite Krankheitswelle<\/strong>. &quot;Vor der Klammer steht immer die Annahme, dass die Pandemie von Monat zu Monat schw\u00e4cher wird&quot;, sagt Kooths \u00fcber die aktuellen Prognosen. &quot;Niemand wei\u00df, ob es im Herbst einen zweiten Shutdown gibt.&quot; Sollte der Staat erneut das \u00f6ffentliche Leben einschr\u00e4nken, w\u00e4ren die derzeitigen Vorhersagen schnell pass\u00e9.<\/p>\n<p>Den Wiederaufstieg schafft die exportabh\u00e4ngige deutsche Wirtschaft zudem nur in Seilschaften mit ihren <strong>Handelspartnern<\/strong>. Die m\u00fcssen wieder mehr Waren aus Deutschland abnehmen und Vorprodukte f\u00fcr deren Herstellung liefern. &quot;Positiv ist das, was aus China kommt&quot;, sagt Ifo-Forscher Wollmersh\u00e4user. Im Ursprungsland der Pandemie hat sich die Lage normalisiert, die Einkaufsmanagerindizes signalisieren wieder Wachstum. Deutlich unsicherer ist die Lage in L\u00e4ndern wie den USA oder Gro\u00dfbritannien. Neben der ged\u00e4mpften Nachfrage droht hier auch die Pleite von Lieferanten deutscher Firmen. &quot;Das kann am ehesten Probleme bereiten&quot;, so Wollmersh\u00e4user.<\/p>\n<p>Auch in Deutschland k\u00f6nnten Unternehmen verst\u00e4rkt in <strong>Zahlungsschwierigkeiten<\/strong> geraten. &quot;Jeder Tag ohne normale Ums\u00e4tze frisst sich in die Kapitaldecke&quot;, sagt IfW-\u00d6konom Kooths. Wie stark die Zahl nicht-bedienter Kredite steigt, werde sich erst mit drei Monaten Verz\u00f6gerung zeigen. Das Ausma\u00df einer m\u00f6glichen <strong>Insolvenzwelle<\/strong> l\u00e4sst sich jetzt ebenfalls noch nicht absch\u00e4tzen, weil die Insolvenzantragspflicht bis Ende September ausgesetzt wurde.<\/p>\n<h3><strong>Jo-Jo zu Jahresbeginn?<\/strong><\/h3>\n<p>F\u00fcr den Weg aus dem konjunkturellen Tal hat die Politik verschiedene Aufstiegshilfen geschaffen: Erst wurden Kredit- und Zuschussprogramme beschlossen, deren Empf\u00e4ngerkreis vom Soloselbst\u00e4ndigen bis zur Lufthansa reicht. In der vergangenen Woche brachte die Bundesregierung dann das Konjunkturpaket auf den Weg. Dessen teuerster Bestandteil ist die tempor\u00e4re Senkung der Mehrwertsteuer bis Jahresende.<\/p>\n<p>Die staatlichen Hilfen treffen bei \u00d6konomen auf \u00fcberwiegend positives Echo, dennoch verbindet sich auch damit Unsicherheit. Eine Frage ist, was nach dem Auslaufen passiert. So k\u00f6nnte die Mehrwertsteuersenkung in den kommenden Monaten wie erw\u00fcnscht den Konsum ankurbeln. Zu Jahresbeginn aber d\u00fcrfte dieser dann umso st\u00e4rker einbrechen. &quot;Das Auslaufen der Konjunkturhilfen wird zu einem eher destabilisierenden <strong>Jo-Jo-Effekt<\/strong> bei langlebigen Konsumg\u00fctern f\u00fchren&quot;, vermutet Kooths. &quot;K\u00fchlschr\u00e4nke oder Schrankw\u00e4nde werden eben nicht zweimal hintereinander gekauft.&quot;<\/p>\n<p>Die Debatte \u00fcber eine m\u00f6gliche Verl\u00e4ngerung der Mehrwertsteuersenkung im Wahljahr wurde durch den bayerischen Ministerpr\u00e4sidenten Markus S\u00f6der (CSU) bereits er\u00f6ffnet, Sch\u00fctzenhilfe bekam er von SPD-Fraktionschef Rolf M\u00fctzenich. Sein Parteifreund Olaf Scholz betont dagegen bislang, die Senkung m\u00fcsse tempor\u00e4r bleiben. Im Finanzministerium kann man auf den Solidarit\u00e4tszuschlag verweisen, der Anfang 2021 f\u00fcr 90 Prozent der Zahler abgeschafft wird. &quot;Im Januar kommt die n\u00e4chste Einkommensspritze&quot;, so Wollmersh\u00e4user.<\/p>\n<p>Sollte es allerdings zu einer zweiten Welle der Erkrankungen kommen, w\u00fcrde der Konsum ohnehin wieder eingeschr\u00e4nkt. Dann helfe die 20 Milliarden Euro schwere Mehrwertsteuersenkung &quot;wenig bis nichts&quot;, kritisiert IfW-Forscher Kooths. Aus seiner Sicht m\u00fcssten die Hilfen deshalb st\u00e4rker bei Unternehmen ansetzen. &quot;Private Haushalte kaufen nun mal keine Stanzmaschinen oder Hoch\u00f6fen.&quot;<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Passanten in der D\u00fcsseldorfer Innenstadt: Hoffen auf die Mehrwertsteuersenkung Ralph Peters\/ imago images\/Ralph Peters Ist das Schlimmste in der Coronakrise \u00fcberstanden? 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