{"id":388,"date":"2020-06-10T13:05:02","date_gmt":"2020-06-10T10:05:02","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-krise-gefuhlt-liegt-das-schlimmste-hinter-uns-spiegel-wirtschaftsmonitor\/"},"modified":"2020-06-10T13:05:02","modified_gmt":"2020-06-10T10:05:02","slug":"corona-krise-gefuhlt-liegt-das-schlimmste-hinter-uns-spiegel-wirtschaftsmonitor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-krise-gefuhlt-liegt-das-schlimmste-hinter-uns-spiegel-wirtschaftsmonitor\/","title":{"rendered":"Corona-Krise: Gef\u00fchlt liegt das Schlimmste hinter uns &#8211; SPIEGEL-Wirtschaftsmonitor"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/5d1a5767-eeae-446c-84e7-5e7f81cb987d_w948_r1.77_fpx49.33_fpy50.jpg\" title=\"Flinger Stra\u00dfe in D\u00fcsseldorf: Gef\u00fchlt ist die Coronakrise offenbar vor\u00fcber\" alt=\"Flinger Stra\u00dfe in D\u00fcsseldorf: Gef\u00fchlt ist die Coronakrise offenbar vor\u00fcber\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p>Flinger Stra\u00dfe in D\u00fcsseldorf: Gef\u00fchlt ist die Coronakrise offenbar vor\u00fcber<\/p>\n<p>Ralph Peters\/ imago images<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Seit Beginn der Coronakrise hoffen Unternehmen, Besch\u00e4ftigte und die Regierung auf das ber\u00fchmte V: Auf einen steilen Absturz m\u00f6ge bitte sofort ein ebenso steiler Anstieg folgen. Was die Konjunktur betrifft, hat sich der erste Teil jedenfalls erf\u00fcllt, wie amtliche Daten belegen. Der Einbruch der Industrieproduktion sowie der Exporte und der Anstieg der Arbeitslosigkeit binnen weniger Wochen sind in der Geschichte der Bundesrepublik bislang beispiellos. Ob der zweite Teil &#8211; der ebenso steile Anstieg &#8211; Wirklichkeit wird, ist trotz erster positiver Anzeichen noch ziemlich unsicher.<\/p>\n<p>Die Stimmung der Bundesb\u00fcrger ist da schon deutlich weiter: Die Angst vor Arbeitslosigkeit ist wieder fast so gering wie vor der Krise, der Optimismus in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes sogar gr\u00f6\u00dfer. F\u00fcr die Deutschen ist der Tiefpunkt der \u00f6konomischen Coronakrise offenbar \u00fcberschritten, wie der aktuelle SPIEGEL-Wirtschaftsmonitor zeigt.<\/p>\n<p>So ist die Sorge um den Verlust des Arbeitsplatzes fast genauso rapide geschwunden, wie sie zu Beginn des Lockdowns gewachsen war. Zwischen Mitte M\u00e4rz und Mitte April \u00e4u\u00dferten 20 Prozent der Befragten die Angst, binnen einem Jahr ihren Job zu verlieren &#8211; fast doppelt so viel wie vor der Krise. Inzwischen sind es nur noch 13 Prozent. Hingegen f\u00fcrchten mit 78 Prozent fast vier F\u00fcnftel nicht um ihren Arbeitsplatz &#8211; obwohl im Mai gesch\u00e4tzt mehr als sieben Millionen Menschen in Kurzarbeit waren.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang ist die Methode der Befragung von Bedeutung: Das Meinungsforschungsinstitut Civey f\u00fchrt die repr\u00e4sentativen Befragungen f\u00fcr den Wirtschaftsmonitor im Auftrag des SPIEGEL kontinuierlich durch. Die Befragungszeitr\u00e4ume erstrecken sich dabei jeweils \u00fcber vier Wochen. Die nun vorliegenden Ergebnisse spiegeln damit nicht das augenblickliche Stimmungsbild von Anfang Juni &#8211; sondern das seit dem 10. Mai bis zu diesem Dienstag.<\/p>\n<p>In diesem Zeitraum waren zwar die L\u00e4den bereits durchg\u00e4ngig wieder ge\u00f6ffnet, im Tourismus kamen die Lockerungen aber erst schrittweise w\u00e4hrend dieser vier Wochen. Und die Unsicherheit \u00fcber das weitere Infektionsgeschehen war Anfang Mai noch deutlich gr\u00f6\u00dfer als derzeit. Im Zeitverlauf zeigt sich zudem, dass die Angst vor der Arbeitslosigkeit mit immer gr\u00f6\u00dferer Geschwindigkeit abnimmt &#8211; es ist daher wahrscheinlich, dass sie im Augenblick wieder exakt auf dem geringen Vorkrisenniveau liegt.<\/p>\n<p>Das spiegelt ein hohes Vertrauen in die Stabilit\u00e4t der deutschen Wirtschaft wider. Es ist wom\u00f6glich auch eine Reaktion auf das schnelle und beherzte Krisenmanagement des Staates. Ein Beleg daf\u00fcr findet sich auch bei der Frage nach <strong>dem dringendsten Handlungsbedarf<\/strong> in der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Hier wird gezielt nicht nach dem &quot;wichtigsten Thema&quot; gefragt. Der Unterschied ist gro\u00df: Ein Problem kann durchaus als das Wichtigste bewertet werden, ohne dass ein gro\u00dfer Handlungsbedarf gesehen wird &#8211; wenn das Gef\u00fchl vorherrscht, dass bereits alles getan wird, um es zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>So k\u00f6nnte es sich mit dem Bereich &quot;Arbeitslosigkeit und Umbruch der Arbeitsgesellschaft&quot; verhalten. Zwar wurde er von mehr Befragten als noch im April und vor der Krise genannt. Dennoch rangierte er nur auf dem sechsten von sieben zur Auswahl gestellten Bereichen.<\/p>\n<p>Das Gleiche gilt f\u00fcr &quot;Gesundheitsvorsorge und Pflege&quot;: Zu Beginn der Pandemie sahen mit 19 Prozent deutlich mehr Bundesb\u00fcrger als vor der Krise dort den gr\u00f6\u00dften Handlungsbedarf &#8211; inzwischen hat dieser Anteil wieder etwas abgenommen. Das deutsche Gesundheitssystem hat sich in der ersten Welle der Pandemie als stabil erwiesen.<\/p>\n<p>Stattdessen sehen die Befragten &#8211; wie schon zuletzt &#8211; die Ungleichheit bei Einkommen und Verm\u00f6gen als dringendstes Thema. Auf Platz zwei folgt nun wieder die Vereinbarkeit von Umweltschutz und Wirtschaft &#8211; ein Zeichen daf\u00fcr, dass nach der akuten Coronakrise die Klimakrise in das Bewusstsein der Deutschen zur\u00fcckkehrt.<\/p>\n<p>Das alles hei\u00dft jedoch nicht, dass den Bundesb\u00fcrgern die \u00f6konomische Krise nicht bewusst w\u00e4re. Die aktuelle wirtschaftliche Lage sch\u00e4tzen sie tendenziell als schlecht ein &#8211; 46 Prozent bewerteten sie so, nur 34 Prozent als gut. Doch auch hier zeigt sich eine Trendwende, zwischenzeitlich hatten 50 Prozent der Befragten die aktuelle Lage als schlecht eingesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>F\u00fcr die kommenden zw\u00f6lf Monate zeigen sich die Deutschen zudem &#8211; relativ &#8211; optimistisch. Relativ deshalb, weil die Bundesb\u00fcrger bei dieser Frage generell pessimistisch sind. Auch in Nichtkrisenzeiten rechnet fast immer mehr als die H\u00e4lfte mit einer Verschlechterung. Derzeit sind es 60 Prozent &#8211; aber so viele waren es bereits im vergangenen Herbst, als das Coronavirus noch nicht einmal zu erahnen war.<\/p>\n<p>Der Anteil der optimistischen B\u00fcrger erreicht einen Spitzenwert: 23 Prozent rechnen mit einer Verbesserung &#8211; vor der Coronakrise waren es durchweg weniger als zehn Prozent. Allerdings macht es auch einen Unterschied, ob man erwartet, dass sich eine eindeutig schlechte Lage aufhellt &#8211; oder eine ohnehin gute Lage noch besser wird.<\/p>\n<p>Noch ein wenig optimistischer &#8211; dies wieder in seiner relativen Bedeutung &#8211; sch\u00e4tzen die Bundesb\u00fcrger die langfristige Sicht ein. Bei der Frage nach der wirtschaftlichen Entwicklung in den kommenden Jahren erwarteten noch nie so wenige B\u00fcrger eine Verschlechterung (47 Prozent) und so viele eine Verbesserung (26 Prozent).<\/p>\n<p>Wie gro\u00df das Vertrauen in die Stabilit\u00e4t der Wirtschaft ist, macht eine andere Frage deutlich: die nach der Entwicklung der pers\u00f6nlichen wirtschaftlichen Lage in den kommenden f\u00fcnf Jahren. Bei ihr ist bereits der vollst\u00e4ndige V-Verlauf abzulesen. Zu Beginn der Pandemie verd\u00fcsterte sich die Erwartung abrupt, kehrte jedoch ebenso schnell auf das Vorkrisenniveau zur\u00fcck. Mit 48 Prozent rechnet fast die H\u00e4lfte damit, dass sich bei ihnen pers\u00f6nlich nicht viel \u00e4ndern wird. 27 Prozent erwarten langfristig eine Verschlechterung, 21 Prozent eine Verbesserung ihrer Lage. Zu Beginn der kontinuierlichen Befragung im Juni 2019 waren die Deutschen etwas pessimistischer als derzeit.<\/p>\n<p>Keinerlei Auswirkungen hat die Coronakrise auf die Einsch\u00e4tzung der aktuellen pers\u00f6nlichen wirtschaftlichen Situation &#8211; trotz gestiegener Arbeitslosigkeit und massenhafter Kurzarbeit. Wie durchgehend seit Beginn der Befragung geben jeweils rund 40 Prozent an, ihnen gehe es besser als, beziehungsweise gleich gut wie vor f\u00fcnf Jahren. Und weiter sagen etwas mehr als 20 Prozent, es gehe ihnen schlechter als damals.<\/p>\n<p>Es scheint so, als bef\u00fcrchteten die Bundesb\u00fcrger nicht, dass sich die aktuelle heftige Rezession zu einer systemischen Krise ausweiten k\u00f6nnte, die langfristig erhebliche negative Folgen f\u00fcr den Arbeitsmarkt und den Wohlstand h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Diese Zuversicht der B\u00fcrger ist f\u00fcr die Wirtschaft ein ermutigendes Zeichen. Sie k\u00f6nnte ein wichtiger Faktor f\u00fcr die Entwicklung in den n\u00e4chsten Wochen und Monaten werden, zu einer sich selbst erf\u00fcllenden Prophezeiung. Denn wer um seinen Arbeitsplatz f\u00fcrchtet oder einen \u00f6konomischen Niedergang erwartet, h\u00e4lt das Geld lieber zusammen, als es auszugeben &#8211; und wird sich dann auch nicht durch eine gesenkte Mehrwertsteuer oder einen Familienbonus zu teuren Anschaffungen hinrei\u00dfen lassen. Der SPIEGEL-Wirtschaftsmonitor deutet darauf hin, dass der Aufschwung zumindest nicht daran scheitern d\u00fcrfte.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Flinger Stra\u00dfe in D\u00fcsseldorf: Gef\u00fchlt ist die Coronakrise offenbar vor\u00fcber Ralph Peters\/ imago images Seit Beginn der Coronakrise hoffen Unternehmen, Besch\u00e4ftigte und die Regierung auf das ber\u00fchmte V: Auf einen steilen Absturz m\u00f6ge bitte sofort ein ebenso steiler Anstieg folgen. 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