{"id":3851,"date":"2020-11-14T22:05:49","date_gmt":"2020-11-14T19:05:49","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/flachenfras-flensburg-versucht-suffizienz-ulm-setzt-auf-kommunalen-grundstuckskauf\/"},"modified":"2020-11-14T22:05:49","modified_gmt":"2020-11-14T19:05:49","slug":"flachenfras-flensburg-versucht-suffizienz-ulm-setzt-auf-kommunalen-grundstuckskauf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/flachenfras-flensburg-versucht-suffizienz-ulm-setzt-auf-kommunalen-grundstuckskauf\/","title":{"rendered":"Fl\u00e4chenfra\u00df: Flensburg versucht Suffizienz, Ulm setzt auf kommunalen Grundst\u00fcckskauf"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/87ef00db-f46c-42fb-91b8-1ac173fccd9c_w948_r1.77_fpx97_fpy48.jpg\" title=\"Flensburg aus der Luft (Archivbild): Platz f\u00fcr diejenigen, die ihn auch brauchen\" alt=\"Flensburg aus der Luft (Archivbild): Platz f\u00fcr diejenigen, die ihn auch brauchen\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Flensburg aus der Luft (Archivbild): Platz f\u00fcr diejenigen, die ihn auch brauchen<\/p>\n<p>  Foto:\u2002<\/p>\n<p>imago images \/ blickwinkel<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Am Ostufer der Stadt Flensburg hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Neben der Marineschule \u00f6ffnete ein Luxushotel, im neuen Stadtteil Sonwik ragen bunte H\u00e4user mit Bootsanleger in die F\u00f6rde, ein Privatmuseum \u00fcber den Jachtsport zeigt edle Segelboote. Mittendrin will die Verwaltung auf einer bis 2016 von Autonomen teilweise besetzten Hafenbrache noch etwas viel Bedeutenderes entwickeln: Platz zum Wohnen und Leben. Denn der fehlt wie in deutschlandweit vielen Kommunen auch in der Stadt an der d\u00e4nischen Grenze \u2013 und er soll dort anders entstehen als in vergleichbar gro\u00dfen St\u00e4dten, deren Neubaugebiete oft noch aus dem Dreiklang Einfamilienhaus, Doppelgarage und Rollrasen bestehen.<\/p>\n<p>Um solch \u00f6kologisch bedenkliche Fl\u00e4chenvergeudung zu stoppen, begleitet in Flensburg ein Team aus Stadtplanern und Forschern die Entwicklung des Hafens Ost. Es untersucht, wie es in St\u00e4dten auch mit weniger Fl\u00e4che genug Raum f\u00fcr ein gutes und nachhaltiges Leben f\u00fcr alle geben kann. Hierf\u00fcr besinnen sie sich auf eine \u00fcber Jahrhunderte erprobte Form des Zusammenlebens, die dem auf Wachstum und technischen Fortschritt getrimmten Selbstverst\u00e4ndnis widerspricht. Doch als Strategie k\u00f6nnte sie von Flensburg bis F\u00fcssen helfen, das Leben in der Stadt \u00f6kologisch nachhaltiger und sozialer zu gestalten.<\/p>\n<h3>Wie viel Quadratmeter braucht man zum Leben?<\/h3>\n<p>Die Rede ist von Suffizienz. Sie ist nichts im eigentlichen Sinn Neues. Sie ist eine Strategie bei der Verteilung knapper Ressourcen und bedeutet, dass der Verbrauch von Natur und Umwelt durch angepasstes Verhalten ver\u00e4ndert wird \u2013 damit auch weniger genug wird. Sie soll helfen, die wachsende Konkurrenz um den Platz in den St\u00e4dten zu steuern, Interessen abzuw\u00e4gen, Konflikte zu moderieren und L\u00f6sungen anzubieten.<\/p>\n<p>&quot;Seit den Sechzigerjahren ist die in Deutschland pro Kopf im Schnitt beanspruchte Wohnfl\u00e4che von 18 auf 47 Quadratmeter gestiegen&quot;, sagt Michaela Christ, die das Projekt an der Uni Flensburg zusammen mit Bernd Sommer verantwortet. Angesichts begrenzter Fl\u00e4chen und der &quot;sozialen, wirtschaftlichen und \u00f6kologischen Folgen&quot; m\u00fcsse diese Dynamik gebremst werden. &quot;Es sollte nicht mehr nur gefragt werden: Wie und wo kann durch h\u00f6here H\u00e4user oder dichtere Bebauung noch mehr Wohnfl\u00e4che entstehen?, sondern auch: Was braucht es jenseits bestimmter Quadratmeterzahlen f\u00fcr ein gelingendes Leben?&quot;<\/p>\n<p>Konkret hei\u00dft das: Kommt es anstelle von Quadratmetern nicht viel mehr darauf an, wie viele Wege man zu Fu\u00df erledigen kann, wie oft der Bus f\u00e4hrt, wie weit Schulen und Hochschulen, Theater, Superm\u00e4rkte, Kinos, \u00c4rzte oder Parks entfernt sind? Christ: &quot;Kommunen sind grunds\u00e4tzlich in der Lage, Lebensqualit\u00e4t zu gew\u00e4hrleisten und gleichzeitig die Wohnfl\u00e4che pro Kopf zu senken.&quot; Das kann sein, indem eine Stadt etwa daran arbeitet, dass der meiste Platz auch von denjenigen in Anspruch genommen werden kann, die ihn brauchen, wie etwa junge Familien. Und dass etwa \u00e4ltere und alleinstehende Menschen, deren Partner gestorben und deren Kinder ausgezogen sind, sich auch verkleinern k\u00f6nnen, wenn sie das wollen. Der Wunsch dazu, so Christ, sei h\u00e4ufig da, doch Umz\u00fcge seien selten und oft teuer, weil die eigene Immobilie bereits meist abbezahlt ist und man dort dann mietfrei wohnt.<\/p>\n<p>Minimalismus und gemeinschaftliche Wohnformen scheinen angesichts des Booms von Tiny Houses und Berufst\u00e4tigen-WGs innerhalb der kreativen Klasse in den Szenestadtteilen von Berlin oder Hamburg l\u00e4ngst angekommen. Doch funktioniert die Strategie auch dort, wo der Carport das Karma bestimmt \u2013 oder wo der finanzielle Druck zum Verzicht noch nicht so gro\u00df ist?<\/p>\n<p>Flensburgs K\u00e4mmerer und B\u00fcrgermeister Henning Br\u00fcggemann, in dessen Leitlinien f\u00fcr den Osthafen das Kapitel &quot;Weniger ist mehr&quot; vorkommt, wei\u00df um Bedenken der Bev\u00f6lkerung. Die, so erz\u00e4hlt er es, etwa dann gern laut ge\u00e4u\u00dfert w\u00fcrden, wenn seine Verwaltung ein altes Einfamilienhaus auf dem Nachbargrundst\u00fcck durch ein Sechsfamilienhaus ersetzen will. Doch auch Verdichtung geh\u00f6rt zum suffizienten Umgang mit der Ressource Fl\u00e4che.<\/p>\n<h3>Erbbau statt Eigenheim<\/h3>\n<p>&quot;Heute gibt es den Begriff Flugscham, und nat\u00fcrlich kann man das auch auf der kommunalen Ebene runterbrechen und von Wohnfl\u00e4chen- oder Zweitwagenscham sprechen&quot;, sagt Br\u00fcggemann, der sich aktuell mit Widerstand von Bewohnern des gut situierten Stadtteils Westliche H\u00f6he konfrontiert sieht, die die expandierende Flensburger Brauerei nicht als neuen Nachbarn haben wollen. Und auch Br\u00fcggemann bringt in Flensburg aktuell noch 40 Restgrundst\u00fccke f\u00fcr Einfamilienh\u00e4user auf den Markt, f\u00fcr die es teilweise bis zu tausend Interessenten gibt.<\/p>\n<p>&quot;Wir m\u00fcssen etwas anbieten, das eine \u00e4hnlich gro\u00dfe Attraktivit\u00e4t hat&quot;, sagt er. &quot;Wir m\u00fcssen zeigen, wie Urbanit\u00e4t ohne Einfamilienhaus Spa\u00df machen kann.&quot; Beim geplanten gemeinschaftlichen Wohnen im Osthafen setzt er deshalb auf sozialen Wohnungsbau und Nachhaltigkeit, auf Baugemeinschaften und Genossenschaften. Br\u00fcggemann erw\u00e4gt Grenzen f\u00fcr Wohnungsgr\u00f6\u00dfen \u2013 und will Erbbaurechte vergeben statt zu verkaufen: Die Grundst\u00fccke sollen nicht verkauft, sondern im Eigentum der Stadt bleiben, um die Nutzungen besser kontrollieren zu k\u00f6nnen. Das Konzept wurde mit rund 500 Menschen diskutiert, er hofft auf breite Akzeptanz und &quot;eine st\u00e4rkere kommunale Souver\u00e4nit\u00e4t gegen\u00fcber Investoreninteressen&quot;. Ob es ohne gr\u00f6\u00dfere Konflikte klappt, ist noch ungewiss.<\/p>\n<p>Wie in Flensburg sind Fl\u00e4chen in vielen der mehr als 10.000 Gemeinden Deutschlands knapp. Diese &quot;m\u00fcssen wir klug nutzen, damit sie vielen Menschen zugutekommen&quot;, sagt Helmut Dedy, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Deutschen St\u00e4dtetages. Bereits seit Jahren setzen zahlreiche betroffene St\u00e4dte dabei auf Nachverdichtung der Ortskerne statt Zersiedelung am Stadtrand. Doch reicht das angesichts der hohen Nachfrage an Wohnungen?<\/p>\n<h3>Zu viele Neubaugebiete bedrohen die Innenst\u00e4dte<\/h3>\n<p>In Deutschland gibt es ein schlummerndes Potenzial. Norbert Portz, St\u00e4dtebauexperte beim Deutschen St\u00e4dte- und Gemeindebund, spricht von circa 150.000 Hektar an Brachfl\u00e4chen in Innenst\u00e4dten und Ortskernen, die oft auch baulich genutzt werden k\u00f6nnten: &quot;Dort lie\u00dfen sich auf der Grundlage einer oft bereits vorhandenen Erschlie\u00dfung viele Wohnungen bauen.&quot; Au\u00dferdem st\u00fcnden nach wie vor etwa zwei Millionen Wohnungen in Deutschland leer, auch in der N\u00e4he von stark nachgefragten Gro\u00dfst\u00e4dten.<\/p>\n<p>Portz verweist auf F\u00f6rderprogramme wie &quot;Jung kauft alt&quot;. Damit k\u00f6nnen junge Familien leer stehende und in die Jahre gekommene Wohnungen, die f\u00fcr sie im Umbau oft zu teuer sind, sanieren. Auch dadurch, so Portz, k\u00f6nne die Ausweisung neuer Baugebiete stark reduziert werden. Denn: &quot;Zu viele neue Baugebiete bergen auch die Gefahr, dass Innenst\u00e4dte weiter ver\u00f6den und wir hier die Sanierungsgebiete von morgen schaffen.&quot;<\/p>\n<p>Um die bislang noch verbreitet angespannten Wohnungsm\u00e4rkte der Metropolen abzuk\u00fchlen, hat das Bundeskabinett j\u00fcngst beschlossen, die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen zu erschweren. Ebenfalls sollen einfacher Baugebote erlassen werden k\u00f6nnen. Damit kann eine Gemeinde Eigent\u00fcmer verpflichten, Grundst\u00fccke innerhalb einer bestimmten Frist zu bebauen. Spekulation mit Grundst\u00fccken, die besonders in St\u00e4dten zuletzt stark an Wert gewonnen haben, soll so einged\u00e4mmt werden. Schon l\u00e4nger geplant ist zudem die Grundsteuer C ab 2025, durch die Kommunen unbebaute Grundst\u00fccke mit einem h\u00f6heren Hebesatz belegen k\u00f6nnen. Viele St\u00e4dte \u00fcben Vorkaufsrechte aus, in Vergabeverfahren werden sozial\u00f6kologische Kriterien festgelegt. Gro\u00dfst\u00e4dte wie Berlin versuchen l\u00e4ngst in gro\u00dfem Stil ihre in den Neunziger- und Nullerjahren privatisierten Wohnungen zur\u00fcckzukaufen.<\/p>\n<h3>Trend zu kleineren Cityh\u00e4usern<\/h3>\n<p>Das Problem: All das bek\u00e4mpft nur die Symptome und nicht die Ursachen des Fl\u00e4chenfra\u00dfes. Denn noch immer stehen tradierte Wohnformen strukturell gut da. Weil das Eigenheim gerade in Zeiten von Niedrigzinsen als gute Geldanlage und Altersvorsorge gilt \u2013 und dank Baukindergeld, Pendlerpauschale, Dienstwagenprivileg und in Bayern auch noch dank Eigenheimzulage kr\u00e4ftig gef\u00f6rdert wird. Wenn die so gut subventionierten H\u00e4uslebauer dann auch noch in die Nachbargemeinde im Speckg\u00fcrtel ziehen, profitiert die von deren kommunalen Anteil an der Grundsteuer. Zwischen den Kommunen herrscht folglich ein \u00dcberbietungswettbewerb beim Ausweisen neuer Fl\u00e4chen, die den klammen Stadtkassen Einnahmen bescheren. Forscherin Christ fordert daher: &quot;Alles, was institutionell und f\u00f6rderpolitisch den Fl\u00e4chenverbrauch hebt, sollte abgeschafft oder eingeschr\u00e4nkt werden.&quot;<\/p>\n<p>Dass die Stadt eingreifen muss und die Entwicklung nicht dem Markt \u00fcberlassen kann, steht f\u00fcr B\u00fcrgermeister Br\u00fcggemann au\u00dfer Frage. &quot;Preis ist etwas Individuelles \u2013 kann ich es mir leisten oder nicht. Da kommen dann aber vielleicht auch potenzielle Zweitwohnungsbesitzer aus dem Ruhrgebiet oder gewerbliche Ferienhausanbieter, die ich als Kommune zun\u00e4chst gar nicht haben m\u00f6chte.&quot; Menschen, die sich vor Ort nicht in der freiwilligen Feuerwehr engagieren, die nicht beim Stra\u00dfenfest Bier ausschenken und die nicht in den Schulen oder Krankenh\u00e4usern der Stadt arbeiten. Zugleich bedeuten die stark steigenden Preise auf den Wohnungsm\u00e4rkten vieler Kommunen, dass Wohnen f\u00fcr Menschen mit mittleren Einkommen immer \u00f6fter zur finanziellen Herausforderung wird und hierzulande so wenige Menschen in den eigenen W\u00e4nden wohnen, wie nirgends sonst in Europa.<\/p>\n<h3>Verletzen Verbote das Eigentumsrecht?<\/h3>\n<p>Die M\u00f6glichkeiten der Kommunen, den Ausverkauf der St\u00e4dte etwa durch die Vorgabe kleinerer Wohnungen zu erzwingen, sind gleichwohl begrenzt. &quot;Eigentum verpflichtet&quot;, hei\u00dft es zwar im Grundgesetz. Aber zuvor eben auch: Eigentum ist gew\u00e4hrleistet. St\u00e4dtebauexperte Portz f\u00fcrchtet deshalb einen zu starken und damit wom\u00f6glich verfassungswidrigen Eingriff in die Rechte von Immobilieneigent\u00fcmern. Und ob es Stadtplanern gef\u00e4llt oder nicht: &quot;Auch gibt es nach wie vor den Traum vieler Menschen von einem Einfamilienhaus im Gr\u00fcnen.&quot; Immerhin sieht Portz bereits einen Trend hin zu kleineren und preiswerteren Wohnungen, zu Cityh\u00e4usern auf geringer Grundfl\u00e4che, aber eben doch mit ein wenig Garten. Getreu dem Motto: Klein, aber mein.<\/p>\n<p>Bei allem so vielleicht doch noch zusammenkratzbaren Potenzial: Die Jagd nach bezahlbarem Wohnraum durch Innenentwicklung funktioniert irgendwann nicht mehr. Schon \u00f6kologisch nicht, denn St\u00e4dte brauchen Klimaschneisen, um zu atmen. Die Frage ist, ob man wie Flensburg st\u00e4rker auf eine pers\u00f6nliche Verhaltens\u00e4nderung seiner B\u00fcrger hin zu weniger Wohnraum setzt \u2013 oder weiter blo\u00df Potenziale sucht und dabei auch in den l\u00e4ndlichen Raum geht, den man durch besseren Nahverkehr an die Ballungszentren anbindet. Der Homeoffice-Boom in der Corona-Pandemie hat ja gezeigt, dass viele Pendler wohl auch k\u00fcnftig nicht mehr jeden Tag ins Cityb\u00fcro m\u00fcssen und in der Folge viel Gewerbe- und Hotelfl\u00e4che in den St\u00e4dten frei werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<h3>Ulm hortet Grundst\u00fccke f\u00fcr bezahlbares Wohnen<\/h3>\n<p>Die Stadt Ulm in Baden-W\u00fcrttemberg geht bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts einen weiteren Weg, um g\u00fcnstigen Wohnraum anbieten zu k\u00f6nnen und Bodenspekulanten auszubooten. Sie kauft in gro\u00dfem Stil Boden auf Vorrat. &quot;Man wei\u00df nicht immer, was man morgen braucht oder welche Angebote einem gemacht werden&quot;, sagt Ulrich Soldner, Beauftragter des Ulmer Oberb\u00fcrgermeisters f\u00fcr die Bodenstrategie. In der Stadt gebe es ein ungeschriebenes Gesetz, dass sich Investoren dort zur\u00fcckhalten, wo die Stadt diese Bodenvorratspolitik betreibt. Soldner: &quot;F\u00fcr die ist das auch lukrativ \u2013 denn die Kommune sorgt ja auch daf\u00fcr, dass daraus Grundst\u00fccke f\u00fcr den Markt entstehen.&quot; Wenn Privatleute von der Stadt Grundst\u00fccke kaufen, sie aber nicht bebauen und dann wieder ver\u00e4u\u00dfern wollen, hat Ulm sich ein Wiederkaufsrecht gesichert \u2013 zum gleichen Preis wie beim ersten Verkauf.<\/p>\n<p>16 Millionen Euro gibt Ulm pro Jahr f\u00fcr den Vorratskauf aus. Auch in schwierigeren Haushaltszeiten habe es nie eine Diskussion dar\u00fcber gegeben, sagt Soldner \u00fcber diese vor allem in S\u00fcddeutschland verbreitete Vorratspolitik. Ulm geh\u00f6rt aktuell gut ein Drittel der rund 12.000 Hektar Stadtfl\u00e4che, inklusive Fl\u00e4chen f\u00fcr Schulen, das Rathaus oder den st\u00e4dtischen Forst. Durch diesen starken kommunalen Einfluss kann Spekulation und \u00fcberh\u00f6hten Baulandpreisen auf dem freien Markt vorgebeugt werden. Die Stadtverwaltung kann h\u00e4ufig erschlossenes Bauland f\u00fcr 200 oder 300 Euro je Quadratmeter anbieten, f\u00fcr das auf dem freien Markt wohl das Doppelte f\u00e4llig w\u00e4re. Es gibt kein Bieterverfahren, die Stadt verkauft zum Preis des amtlichen Bodenrichtwerts oder bei bebauten Grundst\u00fccken zum Verkehrswert \u2013 auch f\u00fcr den Bau von Einfamilienh\u00e4usern, sodass dort f\u00fcr mehr Menschen der schw\u00e4bischste aller Tr\u00e4ume erreichbar ist.<\/p>\n<p>Vielleicht ist es eine Mischung der Ans\u00e4tze aus Ulm und Flensburg, die angespannte Wohnungsm\u00e4rkte der St\u00e4dte entlasten kann. Denn auch ein Vorzeigequartier wie es am Flensburger Osthafen geplant ist, birgt Risiken. Wenn n\u00e4mlich ein so attraktives Viertel herauskommt, dass die Preise in die H\u00f6he schie\u00dfen und es sich selbst gentrifiziert. Weniger ist also manchmal nicht blo\u00df mehr, sondern auch schwer.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Flensburg aus der Luft (Archivbild): Platz f\u00fcr diejenigen, die ihn auch brauchen Foto:\u2002 imago images \/ blickwinkel Am Ostufer der Stadt Flensburg hat sich in den vergangenen Jahren<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3852,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3851","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3851","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3851"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3851\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3852"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3851"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3851"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3851"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}