{"id":3843,"date":"2020-11-14T13:30:08","date_gmt":"2020-11-14T10:30:08","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/daniel-gunther-vor-corona-ministerprasidentenkonferenz-familientreffen-an-weihnachten-mussen-moglich-sein\/"},"modified":"2020-11-14T13:30:08","modified_gmt":"2020-11-14T10:30:08","slug":"daniel-gunther-vor-corona-ministerprasidentenkonferenz-familientreffen-an-weihnachten-mussen-moglich-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/daniel-gunther-vor-corona-ministerprasidentenkonferenz-familientreffen-an-weihnachten-mussen-moglich-sein\/","title":{"rendered":"Daniel G\u00fcnther vor Corona-Ministerpr\u00e4sidentenkonferenz: &#8220;Familientreffen an Weihnachten m\u00fcssen m\u00f6glich sein&#8221;"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/7c5366c0-d2ab-4bea-8587-f8aba76e0e85_w948_r1.77_fpx69.58_fpy44.99.jpg\" title=\"CDU-Politiker G\u00fcnther\" alt=\"CDU-Politiker G\u00fcnther\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">CDU-Politiker G\u00fcnther<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Carsten Rehder \/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>SPIEGEL:<\/strong> Am Montag reden Sie in der Runde der Ministerpr\u00e4sidenten wieder mit Frau Merkel. K\u00f6nnen Sie schon gar nicht mehr ohne die Kanzlerin?<\/p>\n<p><strong>G\u00fcnther:<\/strong> Wir sehen uns ja leider gar nicht pers\u00f6nlich, sondern nur per Videoschalte. Aber ich bin sehr froh, dass es diese Konferenzen gibt und die Kanzlerin dort eine sehr starke Rolle einnimmt. Ohne Angela Merkel w\u00e4ren wir im Kampf gegen Corona nicht so erfolgreich.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL:<\/strong> Aber warum m\u00fcssen Sie schon wieder tagen?<\/p>\n<p><strong>G\u00fcnther:<\/strong> Wir wollen bewerten, welche erste Wirkung die einschneidenden Ma\u00dfnahmen haben. Wie ist die Lage nach zwei Wochen Lockdown? Ich gehe nicht davon aus, dass wir am Montag \u00fcber eine Ver\u00e4nderung der Ma\u00dfnahmen reden.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Wird dieser Shutdown light Ende November vorbei sein?<\/p>\n<p><strong>G\u00fcnther: <\/strong>Ich bin zuversichtlich, dass die Ma\u00dfnahmen wirken. Die Infektionszahlen sind in Schleswig-Holstein niedriger als im Bundesdurchschnitt. Ich werde die Einschr\u00e4nkungen nur so lange aufrechterhalten, wie sie notwendig sind.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Was sind Ihre Kriterien f\u00fcr ein Ende des Shutdowns?<\/p>\n<p><strong>G\u00fcnther: <\/strong>Die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Virus muss deutlich verringert werden. Das scheinen wir derzeit auch zu schaffen. Aber das reicht nicht. Wir m\u00fcssen die Inzidenz unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen dr\u00fccken. Am besten sogar noch unter 35.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL:<\/strong> Und dann? Gehen die L\u00e4nder wieder eigene Wege, wie im Sommer?<\/p>\n<p><strong>G\u00fcnther: <\/strong>Wir haben uns jetzt auf einen gemeinsamen Weg verst\u00e4ndigt, weil die Lage au\u00dfer Kontrolle zu geraten schien. Aber auf Dauer kann das so nicht bedeuten, dass \u00fcberall die gleichen Ma\u00dfnahmen greifen, egal wie hoch die Inzidenzzahlen sind.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Hei\u00dft: Wenn Schleswig-Holstein Ende November eine Inzidenz von unter 50 hat, machen Sie wieder Ihre eigenen Regeln?<\/p>\n<p><strong>G\u00fcnther:<\/strong> Ich werbe daf\u00fcr, dass wir nicht aufgrund bundesdurchschnittlicher Inzidenzen entscheiden, sondern dass wir auf Basis einheitlicher Regeln vorgehen. Wenn ein Land die festgelegten Grenzwerte \u00fcberschreitet, muss es Einschr\u00e4nkungen geben. Aber wenn die Zahlen sinken, bietet das auch Freir\u00e4ume.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Etwa f\u00fcr die Gastronomie?<\/p>\n<p><strong>G\u00fcnther: <\/strong>Das kann ich noch nicht sagen. Das entscheiden wir Ende des Monats.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL:<\/strong> Sie sitzen in Kiel zwischen den St\u00fchlen. Die Kanzlerin hat immer sch\u00e4rfere Regeln gefordert, Ihr Koalitionspartner, die FDP, will lieber lockern. Wie l\u00f6sen Sie diesen Spagat?<\/p>\n<p><strong>G\u00fcnther: <\/strong>Wir h\u00e4tten den gegenw\u00e4rtigen Lockdown allein nicht beschlossen \u2013 dar\u00fcber sind wir uns hier in der Landesregierung einig. Aber es geht eben nicht nur um Schleswig-Holstein. Wir verstehen, dass die Lage in anderen Bundesl\u00e4ndern brisanter ist. Da hat mancherorts die H\u00e4lfte der Krankenh\u00e4user keine Kapazit\u00e4ten mehr. Deshalb machen wir das mit, aber ich muss das den Menschen st\u00e4rker erkl\u00e4ren als meine Kollegen in L\u00e4ndern mit drei- bis viermal so hohen Infektionszahlen.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Wie ist die Lage in den schleswig-holsteinischen Krankenh\u00e4usern?<\/p>\n<p><strong>G\u00fcnther: <\/strong>Sie ist nicht dramatisch. Wir haben im Moment 119 Corona-Patienten in den Kliniken, davon m\u00fcssen 20 intensiv behandelt werden. Unsere Kapazit\u00e4ten sind damit l\u00e4ngst nicht ausgesch\u00f6pft. Wir mussten bisher auch keine Operationen absagen oder verschieben.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Ende Oktober haben Sie wohl auch deshalb eine Schlie\u00dfung der Gastronomie definitiv abgelehnt \u2013 aber kurz darauf dem Shutdown bei der Bund-L\u00e4nder-Runde zugestimmt. Wie passt das zusammen?<\/p>\n<p><strong>G\u00fcnther: <\/strong>Ich war fest davon \u00fcberzeugt, dass auch andere Ministerpr\u00e4sidenten gegen die Schlie\u00dfung von Restaurants waren. Aber auf der Ministerpr\u00e4sidentenkonferenz standen wir mit unserer Position allein da. Alle anderen L\u00e4nder wollten die Gastronomie schlie\u00dfen. Wie h\u00e4tte ich einen Alleingang erkl\u00e4ren sollen? In Hamburg sind alle Gastst\u00e4tten dicht, aber drei Kilometer n\u00f6rdlich k\u00f6nnen die Leute in Schleswig-Holstein essen gehen? Dazu kommt: Unsere Gastronomen h\u00e4tten sonst auch keinen Anspruch auf die Hilfen des Bundes gehabt.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Was lernen Sie daraus?<\/p>\n<p><strong>G\u00fcnther: <\/strong>Ich werde k\u00fcnftig st\u00e4rker einfordern, dass die L\u00e4nder Zeit haben, sich besser abzustimmen. Es kann nicht sein, dass wir nur wenige Stunden vor einer MPK aus dem Kanzleramt die Beschlussvorlage bekommen. Sie sollte zwei, drei Tage vorher auf dem Tisch liegen. Dann kann man sich auch mit Koalitionspartnern im Land beraten, die nicht bei der Kanzlerin mit am Tisch sitzen.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL:<\/strong> Die Corona-Zahlen in Schulen steigen. Wie lange k\u00f6nnen Sie die Bildungseinrichtungen offen halten?<\/p>\n<p><strong>G\u00fcnther:<\/strong> Die Situation ist bundesweit sehr unterschiedlich. Derzeit kann in Schleswig-Holstein 97 Prozent des Unterrichts im Regelbetrieb stattfinden, mit Pr\u00e4senzunterricht.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Was halten Sie davon, Klassen zu verkleinern und leer stehende Geb\u00e4ude f\u00fcr Unterricht zu nutzen? Damit k\u00f6nnte man das Infektionsrisiko senken.<\/p>\n<p><strong>G\u00fcnther: <\/strong>Solche Vorschl\u00e4ge klingen in der Theorie gut, sind aber in der Praxis kaum umsetzbar. Wenn man Klassen teilt, braucht man deutlich mehr Lehrkr\u00e4fte. Woher sollen die kommen? Und neue R\u00e4ume haben wir nicht. In Schleswig-Holstein gelten straffe Regeln, auch in der Grundschule gilt eine Maskenpflicht. Das ist der richtige Weg.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Die Hoffnung auf einen Impfstoff f\u00fcr die nahe Zukunft ist gro\u00df. Wie bereiten Sie sich darauf vor?<\/p>\n<p><strong>G\u00fcnther: <\/strong>Bis Mitte Dezember werden unsere Impfzentren in allen Kreisen und kreisfreien St\u00e4dte einsatzbereit sein. Ob ein Impfstoff im Dezember schon zur Verf\u00fcgung steht, wissen wir nicht. Klar ist: Die Massenimpfung darf nicht an fehlenden R\u00e4umen scheitern.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL:<\/strong> Ein Impfstoff wird zun\u00e4chst knapp sein. Wen wollen Sie zuerst impfen?<\/p>\n<p><strong>G\u00fcnther:<\/strong> Es gibt eine Priorit\u00e4tenliste vom Deutschen Ethikrat. Sie sieht vor, dass besonders virusanf\u00e4llige Gruppen zuerst geimpft werden. Das hei\u00dft zum Beispiel: \u00e4ltere Menschen zuerst. Es folgen medizinisches Personal und Pflegekr\u00e4fte, die Corona-Patienten behandeln. Wir werden uns streng an die Empfehlungen halten. Nur dann akzeptieren die Menschen unsere Entscheidungen.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL:<\/strong> Weihnachten und Silvester sind nah, braucht es daf\u00fcr besondere Regeln?<\/p>\n<p><strong>G\u00fcnther: <\/strong>Das kann gut sein. Aber Familientreffen an Weihnachten in kleinem Rahmen m\u00fcssen m\u00f6glich sein.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL:<\/strong> Was hei\u00dft das?<\/p>\n<p><strong>G\u00fcnther: <\/strong>Dass ich auch an Weihnachten nicht mit Familientreffen mit deutlich mehr als zehn Teilnehmern rechne.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL:<\/strong> Darf Silvester geb\u00f6llert werden?<\/p>\n<p><strong>G\u00fcnther:<\/strong> Ich spekuliere nicht \u00fcber Verbote. Mein Eindruck ist: Viele Menschen haben Silvester als gro\u00dfe Sause schon abgehakt. Und das zurecht.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL:<\/strong> In der CDU raunen manche \u00fcber m\u00f6gliche \u00dcberraschungskandidaten f\u00fcr den Parteivorsitz. Werden Sie sich bewerben?<\/p>\n<p><strong>G\u00fcnther: <\/strong>Ich habe mich nie darum beworben und dabei bleibt es auch.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL:<\/strong> Sie unterst\u00fctzen bislang den nordrhein-westf\u00e4lischen Ministerpr\u00e4sidenten Armin Laschet. Warum tut er sich so schwer?<\/p>\n<p><strong>G\u00fcnther:<\/strong> Er ist als Krisenmanager in Nordrhein-Westfalen erheblich gebunden \u2013 als Einziger der drei Kandidaten. Und ich finde, dass er das erfolgreich macht. Davon wird er am Ende auch bei der Vorsitzendenwahl profitieren.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Aber in Umfragen liegt er auf dem letzten Platz. Was muss er anders machen in den kommenden Wochen?<\/p>\n<p><strong>G\u00fcnther:<\/strong> Keiner der drei Kandidaten hat astronomische Zustimmungswerte. Viele Menschen interessieren sich im Moment nicht besonders daf\u00fcr, wer neuer CDU-Chef wird. Armin Laschet wird seinen F\u00fchrungsanspruch in den kommenden Wochen noch st\u00e4rker klarmachen.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL:<\/strong> Gehen Sie fest davon aus, dass der neue CDU-Chef tats\u00e4chlich im Januar gew\u00e4hlt wird?<\/p>\n<p><strong>G\u00fcnther: <\/strong>Das kann ich nicht pr\u00e4zise sagen. Einen Pr\u00e4senzparteitag im Januar kann ich mir derzeit beim besten Willen nicht vorstellen, f\u00fcr einen digitalen Parteitag gibt es noch technische und rechtliche Fragen zu kl\u00e4ren. Wenn es m\u00f6glich ist, bin ich f\u00fcr einen Digitalparteitag.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Als N\u00e4chstes m\u00fcsste dann die Unionskanzlerkandidatur gekl\u00e4rt werden. K\u00f6nnen Sie sich CSU-Chef Markus S\u00f6der in dieser Rolle vorstellen?<\/p>\n<p><strong>G\u00fcnther: <\/strong>Markus S\u00f6der ist sicherlich f\u00fcr alle F\u00fchrungsaufgaben geeignet.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern CDU-Politiker G\u00fcnther Foto:\u2002Carsten Rehder \/ dpa SPIEGEL: Am Montag reden Sie in der Runde der Ministerpr\u00e4sidenten wieder mit Frau Merkel. 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