{"id":3808,"date":"2020-11-12T21:48:56","date_gmt":"2020-11-12T18:48:56","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/news-des-tages-corona-bilanz-donald-trump-und-das-pentagon-box-sport\/"},"modified":"2020-11-12T21:48:56","modified_gmt":"2020-11-12T18:48:56","slug":"news-des-tages-corona-bilanz-donald-trump-und-das-pentagon-box-sport","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/news-des-tages-corona-bilanz-donald-trump-und-das-pentagon-box-sport\/","title":{"rendered":"News des Tages: Corona-Bilanz, Donald Trump und das Pentagon, Box-Sport"},"content":{"rendered":"<h3><strong>1. <\/strong>Corona, die Zwischenbilanz<\/h3>\n<p class=\"caps\"><strong>Das Virus in absoluten Zahlen:<\/strong> 21.866 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden meldet das Robert Koch-Institut heute, deutlich mehr als gestern und auch mehr als vergangenen Donnerstag. Bringt der Shutdown also nichts? &quot;Vorsicht bei solchen Interpretationen&quot;, sagt meine Kollegin Heike Le Ker aus unserem Gesundheitsteam. &quot;Die Zahlen zeigen nur einen winzigen Ausschnitt des Infektionsgeschehens, sie schwanken stark.&quot; Wenn man etwa die letzten beiden Dienstage vergleicht, sinken sie. &quot;Bis wir genauer wissen, wie gut die Ma\u00dfnahmen wirken, dauert es wohl noch etwa eine Woche&quot;, sagt Heike. Das RKI jedenfalls \u00e4u\u00dfert sich schon &quot;vorsichtig optimistisch&quot;. (Hier lesen Sie mehr.)<\/p>\n<p><strong>Das Virus in Euro:<\/strong> Mit 3,4 Milliarden Euro mehr Steuereinnahmen als noch im September erwartet k\u00f6nnen Bund, L\u00e4nder und Gemeinden f\u00fcr das kommende Jahr rechnen. Die Steuersch\u00e4tzer rechnen also mit etwas h\u00f6heren Einnahmen als bef\u00fcrchtet \u2013 oder mit weniger Ausf\u00e4llen, je nach Perspektive. (Der Journalist gilt schlie\u00dflich als ein Mensch, den das Haar mehr interessiert als die Suppe.) Es bleibt n\u00e4mlich dabei, dass die Corona-Hilfspakete riesige L\u00f6cher in die Staatskassen rei\u00dfen. Erstmals seit der Finanzkrise 2009 sinken die Steuereinnahmen in diesem Jahr. (Mehr dazu lesen Sie hier.)<\/p>\n<p><strong>Das Virus an Schulen:<\/strong> An 3000 Schulen gibt es angeblich wegen Corona keinen Regelbetrieb mehr, weil einzelne Klassen oder Jahrg\u00e4nge in Quarant\u00e4ne seien oder Schulen im Wechselmodell unterrichteten. \u00dcber 300.000 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sind laut Lehrerverband in Quarant\u00e4ne. Diese Angaben kursieren, zusammen mit dem Vorwurf: Salami-Lockdown! &quot;Vorsicht bei diesen Zahlen&quot;, warnt meine Kollegin Swantje Unterberg, die den Berichten nachgegangen ist. &quot;Sie sind mindestens unvollst\u00e4ndig. Die Angaben der Bundesl\u00e4nder lassen sich kaum vergleichen \u2013 aber leicht instrumentalisieren.&quot; Da sind zum einen Bildungspolitiker, die die Schulen offen halten wollen und sagen: Im Verh\u00e4ltnis zu 11 Millionen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern fallen die paar Quarant\u00e4nef\u00e4lle kaum ins Gewicht. Da sind aber auch Lehrerverb\u00e4nde, die f\u00fcrchten, ihre Mitglieder werden an der Corona-Front Schule verheizt, und denen deshalb abschreckende Zahlen gelegen kommen. (Hier lesen Sie mehr.)<\/p>\n<p><strong>Zwei letzte Zahlen: <\/strong>Wie man 1,3 Milliarden Impfstoffdosen bei minus 70 Grad h\u00e4lt \u2013 das lesen Sie hier.<\/p>\n<p><strong><em>(Sie m\u00f6chten die &quot;Lage am Abend&quot; per Mail bequem in Ihren Posteingang bekommen? <\/em><\/strong><strong><em>Hier<\/em><\/strong><strong><em> bestellen Sie das t\u00e4gliche Briefing als Newsletter.)<\/em><\/strong><\/p>\n<h3>2. Befehlerkultur<\/h3>\n<p>Der Pr\u00e4sident ersetzt nach der Wahlniederlage die Spitzen des <strong>Pentagons mit Loyalisten<\/strong>. Vor Trump gab es das nur in Tom-Clancy-Romanen und &quot;24&quot;-Episoden. Jetzt passiert es wirklich \u2013 der Noch-Oberbefehlshaber hat den Verteidigungsminister gefeuert und auch seine wichtigsten Staatssekret\u00e4re, unter anderem den f\u00fcr den milit\u00e4rischen Geheimdienst zust\u00e4ndigen und den Stabschef. &quot;<strong>Die milit\u00e4rische Elite der USA ist seit Trumps Rachefeldzug im Pentagon extrem besorgt<\/strong>, denn statt erfahrener Offiziere hat der Pr\u00e4sident ihm absolut ergebene Jasager an der Spitze installiert, die jede auch noch so verr\u00fcckte Idee umsetzen werden&quot;, sagt mein Kollege Matthias Gebauer.<\/p>\n<p>Matthias hat gerade mit <strong>James Stavridis<\/strong> gesprochen, einem der bekanntesten Kommandeure der US-Streitkr\u00e4fte. Nach einer steilen Karriere wurde der heute 65-j\u00e4hrige Stavridis 2009 zum Saceur ernannt, dem obersten Befehlshaber aller Nato-Truppen, und war daf\u00fcr bis 2013 in Europa stationiert. Nach seiner Karriere bei der Marine war er als m\u00f6glicher Vizepr\u00e4sidentenkandidat von Hillary Clinton im Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p><strong>\u00dcber Trumps Man\u00f6ver sagt Stavridis<\/strong>: &quot;Es gibt einen drastischen milit\u00e4rischen Begriff daf\u00fcr. Man spricht von einem <strong>Enthauptungsschlag<\/strong>, mit dem man dem Feind jegliche F\u00fchrungsf\u00e4higkeit nimmt. Genau das hat Trump beim US-Milit\u00e4r angerichtet.&quot;<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Das ganze Gespr\u00e4ch lesen Sie hier: &quot;Phase, in der er nach Rache giert und offenbar vor Zorn kocht&quot;<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Und hier finden Sie ein Gespr\u00e4ch mit Francis Fukuyama \u00fcber die Folgen der US-Wahl: &quot;Ich hoffe, dass Trump 2024 noch mal antritt&quot;<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3><strong>3. <\/strong>Boxerinnen, die zur\u00fcckschlagen<\/h3>\n<p>Unter den 80.000 Mitgliedern der <strong>Boxsportvereine<\/strong> in Deutschland herrscht offenbar ein rauer Ton. Nicht einmal ein F\u00fcnftel der Aktiven sind Frauen, oft h\u00f6ren sie sexistische oder chauvinistische Spr\u00fcche der M\u00e4nner, bis hin zu Vergewaltigungswitzen. Eine 18-j\u00e4hrige Boxerin erz\u00e4hlte meinem Kollegen Michael Fr\u00f6hlingsdorf, dass ihr Coach aber weiter gegangen sei und ihr mehrfach zwischen die Beine gegriffen habe. &quot;Das war Absicht. Ich wei\u00df das, und mein Trainer wei\u00df das auch&quot;, sagt die Boxerin.<\/p>\n<p>Bei ihren Recherchen in der Boxsportszene stie\u00dfen Michael und der Kollege Markus Sutera auf ein <strong>System des sexuellen Missbrauchs<\/strong>. Nachdem ihre Gespr\u00e4chspartnerin und weitere Sportlerinnen sich an den Boxsportverband gewandt h\u00e4tten, seien sie bedroht worden. Die jungen Frauen aber lie\u00dfen sich nicht einsch\u00fcchtern und gingen zur Polizei. &quot;Sie wollen nicht weiter einstecken, sondern zur\u00fcckschlagen&quot;, sagt Michael.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Die ganze Geschichte lesen Sie hier: &quot;Wir wollen, dass das endlich aufh\u00f6rt&quot;<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Was heute sonst noch wichtig ist<\/h3>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>Gro\u00dfbritannien bestellt chinesischen Botschafter ein: <\/strong>Die britische Regierung sieht einen &quot;klaren Versto\u00df&quot; Chinas gegen die Autonomievereinbarung f\u00fcr Hongkong \u2013 und bittet den Vertreter in London zum Gespr\u00e4ch. Auch von der EU kommt scharfe Kritik.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>EU-Beschwerdestelle leitet Untersuchung gegen Frontex ein: <\/strong>Frontex ist nach SPIEGEL-Recherchen in illegale Pushbacks von Fl\u00fcchtlingen involviert. Die B\u00fcrgerbeauftragte der EU untersucht nun, ob die Kontrollmechanismen der Grenzschutzagentur versagen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Lawrow k\u00fcndigt Sanktionen gegen Deutschland und Frankreich an:<\/strong> Nach dem Giftanschlag auf den Kremlkritiker Alexej Nawalny hatte die EU Sanktionen gegen ranghohe russische Beamte beschlossen. Au\u00dfenminister Sergej Lawrow will das nun mit gleicher H\u00e4rte beantworten.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Cyberangriff auf Mitteldeutschen Rundfunk: <\/strong>Nach SPIEGEL-Informationen wurde der MDR am Samstag Opfer eines Hackerangriffs, der die Website zeitweise lahmlegte. Hinweise auf einen Zusammenhang zu den &quot;Querdenken&quot;-Protesten gibt es derzeit offenbar nicht.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Meine Lieblingsgeschichte heute: Frank Zander wehrt sich<\/h3>\n<p><strong>Vielleicht passt niemand so gut zu Berlin wie Frank Zander. <\/strong>Nein, nicht zur Berliner Republik und nicht zur Party-Destination des Easyjetsets, sondern zum alten West-Berlin, das sich selbst genug ist und immer irgendwie durchwurstelt. Allein Zanders Gesch\u00e4ftsidee, personalisierte Geburtstagsst\u00e4ndchen auf CD zu verkaufen \u2013 in alle Richtungen anschlussf\u00e4hig: als selbstironisches Hipster-Geschenk genauso wie als ernsthafte Aufmerksamkeit f\u00fcr die Eckkneipenbetreiberin Siglinde in Tempelhof, an deren T\u00fcr &quot;Raucherlokal. Personen unter 18 Jahren ist der Zutritt vom Gesetzgeber untersagt&quot;-Schild h\u00e4ngt, wie ich aus sicherer Quelle wei\u00df.<\/p>\n<p>Jetzt hat Zander ein Problem, das viele Berliner kennen: <strong>Stress mit dem Vermieter<\/strong>, einem Immobilieninvestor aus M\u00fcnchen. &quot;Ein erbitterter Streit, in dem beide Seiten zu groben Mitteln greifen und den Konflikt immer weiter eskalieren&quot;, sagt meine Kollegin Kim Staudt. &quot;Zander setzt seine Popularit\u00e4t ein, nutzt die &#039;Bild&#039;-Zeitung und inszeniert sich als volksnaher K\u00e4mpfer gegen gro\u00dfkapitalistische Miethaie.&quot; Der M\u00fcnchner Hausbesitzer wiederum pocht auf die Rechtslage, setzt seine Anw\u00e4lte ein und k\u00fcndigt Zander schlie\u00dflich, weil der ihn &quot;Arschloch&quot; nennt.<\/p>\n<p>Der &quot;Tagesspiegel&quot; mutma\u00dfte bereits, Zander m\u00fcsse seine Hymne &quot;Nur nach Hause geh&#039;n wir nicht&quot; bald umtexten: <strong>&quot;Nur zu Hause fliegt er raus&quot;<\/strong>. Kim sagt: &quot;Es wirkt, als spielten Zander und der Vermieter einen Lehrbuchfall f\u00fcr Mediatoren nach&quot;, sagt Kim. &quot;Wie man es auf keinen Fall machen sollte.&quot;<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Die ganze Geschichte lesen Sie hier: &quot;Nur weil ich mal was Ehrliches gesagt habe&quot;<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3><strong>Was wir heute bei SPIEGEL+ empfehlen<\/strong><\/h3>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>Um den Briten-Trump wird es jetzt einsam: <\/strong>Die Niederlage des US-Pr\u00e4sidenten ist auch eine Niederlage f\u00fcr den britischen Premierminister Boris Johnson. Geht die \u00c4ra des Populismus in der Handelspolitik zu Ende?<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Wenn die Grundschule einen Sechsj\u00e4hrigen anzeigt:<\/strong> Ein Erstkl\u00e4ssler erh\u00e4lt nach einem Konflikt im Hort eine polizeiliche Vorladung, ein Ermittlungsverfahren wird eingeleitet. Die Berliner Schulaufsicht hielt das Vorgehen f\u00fcr angemessen, Fachleute sind entsetzt.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>&quot;Hinter der Angst vor dem Virus steckt eine noch gr\u00f6\u00dfere Angst&quot;:<\/strong> F\u00fcr den 83-j\u00e4hrigen Dietmar Schmeiser ist die Covid-19-Pandemie nicht die erste gro\u00dfe Krise. Hier spricht er \u00fcber die Verarbeitung pers\u00f6nlicher Tiefs und erkl\u00e4rt, wie wir mit globalen Problemen umgehen sollten.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Was heute nicht so wichtig ist<\/h3>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>Ein Schwan hat Schwein: <\/strong>Die New Yorkerin <strong>Ariel Cordova-Rojas<\/strong>, 30, wollte eigentlich nur ihren Geburtstag in einem Naturschutzgebiet in Queens feiern, rettete dann aber einem Schwan, acht Kilogramm, der unter einer Bleivergiftung litt, das Leben, wie die &quot;New York Times&quot; berichtet. Demnach hatte die Frau das Tier am Ufer entdeckt und bemerkt, dass es weder laufen noch fliegen konnte. Sie wickelte es in ihre Jacke, trug es fast zwei Kilometer. Dann brachte jemand die beiden mit dem Auto bis zur U-Bahnstation, dort stiegen Vogel und Vogelfinderin um und fuhren bis zur Tierklinik. Die Retterin sagte: &quot;Die Wildtiere sind ebenso New Yorker wie wir, und es ist unsere Pflicht, uns gegenseitig zu besch\u00fctzen.&quot;<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Tippfehler des Tages<\/strong>, inzwischen korrigiert: &quot;Das glichen Sie mit der Zahl der gemeldeten Corona-F\u00e4lle pro Tag ab.&quot;<\/p>\n<p><strong>Cartoon des Tages: <\/strong>Den Islam integrieren! <\/p>\n<h3>Und heute Abend?<\/h3>\n<p>K\u00f6nnten Sie zu Ehren <strong>Neil Youngs<\/strong>, der heute 75 wird, einer Empfehlung meines Kollegen Andreas Borcholte folgen:<\/p>\n<p>&quot;An &#039;Onkel Neils&#039;, oder jetzt besser &#039;Opa Neils&#039; Jubeltag setzt man sich am besten mit einem (nat\u00fcrlich alkoholfreien) Bier aufs Sofa, macht das Licht aus und h\u00f6rt \u2013 sch\u00f6n laut \u2013 einen seiner ewig besten Songs.&quot; Welchen? &quot;&#039;Cortez The Killer&#039; nat\u00fcrlich. Siebeneinhalb heilige Minuten&quot;, sagt Andreas, dem in musikalischen Dingen absolut zu vertrauen ist. (Seine &quot;Abgeh\u00f6rt&quot;-Kolumne erscheint immer freitags, Sie finden sie hier. Und mit einem anderen Young hat er auch noch gesprochen, mit Angus von AC\/DC \u2013 das Interview lesen Sie hier). <\/p>\n<p>In diesem Sinne: So Young, sorry Namenswitz, kommen wir nicht mehr zusammen.<\/p>\n<p>Herzlich<\/p>\n<p>Ihr <em>Oliver Trenkamp<\/em><\/p>\n<p>Hier k\u00f6nnen Sie die &quot;Lage am Abend&quot; per Mail bestellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. 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