{"id":3660,"date":"2020-11-05T20:02:12","date_gmt":"2020-11-05T17:02:12","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/us-wahl-worauf-es-jetzt-ankommt-und-warum-es-so-lange-dauert\/"},"modified":"2020-11-05T20:02:12","modified_gmt":"2020-11-05T17:02:12","slug":"us-wahl-worauf-es-jetzt-ankommt-und-warum-es-so-lange-dauert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/us-wahl-worauf-es-jetzt-ankommt-und-warum-es-so-lange-dauert\/","title":{"rendered":"US-Wahl: Worauf es jetzt ankommt und warum es so lange dauert"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/e8b88349-ebef-4c1b-bd88-16a124c5c7fa_w948_r1.77_fpx33.34_fpy50.jpg\" title=\"Demonstranten protestieren in New York City f\u00fcr die Ausz\u00e4hlung aller abgegebenen Stimmen\" alt=\"Demonstranten protestieren in New York City f\u00fcr die Ausz\u00e4hlung aller abgegebenen Stimmen\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Demonstranten protestieren in New York City f\u00fcr die Ausz\u00e4hlung aller abgegebenen Stimmen<\/p>\n<p>  Foto:\u2002CARLO ALLEGRI \/ REUTERS  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Es ist kurz nach zwei Uhr nachts in Washington, als feststeht: Donald Trump wird der neue Pr\u00e4sident der Vereinigten Staaten. Seine Herausforderin Hillary Clinton akzeptiert ihre Niederlage an diesem 9. November 2016. Erst wenige Stunden zuvor hatten in den USA die letzten Wahllokale geschlossen.<\/p>\n<p>So schnell wie damals geht es vier Jahre sp\u00e4ter wahrlich nicht. An Tag zwei nach der US-Wahl sind die gro\u00dfen Fragen noch v\u00f6llig offen: Wer f\u00fchrt das Land in Zukunft? Trump, der Amtsinhaber? Oder Joe Biden, sein demokratischer Konkurrent? Und auf welche Machtbasis kann der n\u00e4chste Pr\u00e4sident fortan bauen?<\/p>\n<p>In der Vergangenheit geriet zumeist allenfalls die Wahl in einem einzelnen Bundesstaat zur Zitterpartie. Diesmal k\u00f6nnen sich beide Kandidaten noch in insgesamt f\u00fcnf Staaten Hoffnungen machen: In Nevada, Arizona, Georgia, Pennsylvania und North Carolina gestaltet sich das Rennen um die entscheidenden Wahlleute denkbar knapp. (Verfolgen Sie die Entwicklungen im Liveticker.)<\/p>\n<p>Die wichtigsten Fragen und Antworten im \u00dcberblick:<\/p>\n<h3>Wer hat die besseren Chancen?<\/h3>\n<p>Joe Biden liegt derzeit vorne. Sicher kommt er momentan auf 253 Wahlleute. Der TV-Sender Fox News und die Nachrichtenagentur AP haben ihm zudem fr\u00fchzeitig den Bundesstaat Arizona mit seinen 11 Stimmen zugeschlagen. (Auf diese Daten berufen wir uns auch in den Grafiken auf SPIEGEL.de.) Allerdings holt Trump im Verlauf der Ausz\u00e4hlung auf, CNN etwa r\u00e4umt ihm nach wie vor Chancen in Arizona ein. Setzt sich Biden dennoch durch, muss er nur noch in einem der vier verbliebenen Staaten gewinnen. Im d\u00fcnn besiedelten Nevada f\u00fchrt Biden knapp, die 6 Wahlleute dort w\u00fcrden gen\u00fcgen, um die Mehrheit von 270 Stimmen zu erlangen \u2013 es w\u00e4re eine Punktlandung.<\/p>\n<p>Verliert Biden doch noch in Arizona und Nevada, m\u00fcsste er mindestens in Pennsylvania (20 Wahlleute) gewinnen oder sowohl in Georgia (16) als auch in North Carolina (15). In diesen drei Staaten f\u00fchrte Trump zun\u00e4chst deutlich, doch Biden r\u00fcckt immer n\u00e4her. Vor allem in Georgia und Pennsylvania rechnen sich die Demokraten noch gute Chancen aus, den Amtsinhaber letztlich zu \u00fcberholen.<\/p>\n<p>Trump wiederum kann derzeit 214 Wahlleute sicher verbuchen. Hinzu kommen mit ziemlicher Sicherheit drei Stimmen aus Alaska, wo die Ausz\u00e4hlung noch nicht sehr weit fortgeschritten ist. Trump scheint aktuell gegen\u00fcber Biden im Nachteil, doch das kann auch nur eine Momentaufnahme sein. Der sicherste Weg f\u00fcr ihn zur Wiederwahl w\u00e4re, seinen Vorsprung in Georgia, North Carolina und Pennsylvania zu halten und sich entweder in Nevada oder Arizona doch noch durchzusetzen.<\/p>\n<h3>Warum dauert die Ausz\u00e4hlung so lang?<\/h3>\n<p>In Coronazeiten ist der Anteil der Briefw\u00e4hler diesmal besonders hoch \u2013 so hoch, dass er einen entscheidenden Einfluss auf die Gesamtergebnisse in den einzelnen Staaten hat. Vielerorts werden die Briefwahlstimmen jedoch erst ganz zum Schluss gez\u00e4hlt. Zugleich sind Anh\u00e4nger der Demokraten unter den Briefw\u00e4hlern \u00fcberproportional stark vertreten. Das f\u00fchrte etwa dazu, dass Joe Biden nach einem anf\u00e4nglichen R\u00fcckstand in Wisconsin und Michigan zum Ende der Ausz\u00e4hlung doch noch die Wende gelang.<\/p>\n<p>Auf einen \u00e4hnlichen Effekt hoffen die Demokraten nun vor allem in den \u00f6stlichen Staaten, w\u00e4hrend Trump in Arizona von den sp\u00e4t ausgewerteten Stimmen zu profitieren scheint. Allerdings gibt es in den Staaten unterschiedliche Vorgaben, wie lange welche Stimmzettel ber\u00fccksichtigt werden d\u00fcrfen. In Pennsylvania etwa ist ein Votum auch dann noch g\u00fcltig, wenn es bis zu drei Tage nach der Wahl eingegangen ist \u2013 sofern der Poststempel sp\u00e4testens den 3. November als Wahltermin ausweist.<\/p>\n<p>Dazu kommen unterschiedliche Pannen, die \u00f6rtliche Ergebnisse verz\u00f6gern k\u00f6nnen. Laut US-Medien kam es etwa zu einem Wasserrohrbruch in einer Arena in Atlanta, Georgia, in der Briefwahlunterlagen gelagert werden. Die Ausz\u00e4hlung wurde vor\u00fcbergehend unterbrochen.<\/p>\n<h3>Wann ist mit einem Endergebnis zu rechnen?<\/h3>\n<p>Das h\u00e4ngt vor allem stark davon ab, wie schnell in den besonders kritischen Staaten Arizona, Georgia und Pennsylvania eine verl\u00e4ssliche Mehrheit f\u00fcr einen der beiden Kandidaten feststeht, auf die auch Nachz\u00fcglerstimmen keinen Einfluss mehr nehmen w\u00fcrden. Es ist gut m\u00f6glich, dass es noch Stunden, vielleicht sogar Tage dauert, bis eine Entscheidung steht. Nevada hat bereits angek\u00fcndigt, dass noch eine ganze Weile vergehen d\u00fcrfte, bis ein Ergebnis verk\u00fcndet wird.<\/p>\n<p>Vor allem aber droht \u00fcberall dort, wo es besonders knapp zugeht, ein Rechtsstreit. Pr\u00e4sident Trump hatte sich bereits in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ungeachtet der ungewissen Lage zum Sieger erkl\u00e4rt \u2013 und seine Erz\u00e4hlung von einem angeblichen Wahlbetrug vorangetrieben. Beweise gibt es daf\u00fcr nicht. Er werde vor den Supreme Court, also das Oberste Gericht der USA, ziehen, sagte Trump. Allerdings d\u00fcrfte sich der Kampf in Wahrheit vor allem vor lokalen Gerichten in den betroffenen Staaten oder deren \u00fcbergeordneten Instanzen abspielen. Juristen beider Lager bringen sich bereits in Stellung \u2013 ein z\u00e4hes Ringen, m\u00f6glicherweise \u00fcber Wochen hinweg, droht.<\/p>\n<h3>Wie laufen die Kongresswahlen?<\/h3>\n<p>Die eine Frage bei dieser US-Wahl ist, wer k\u00fcnftig im Wei\u00dfen Haus residieren wird. Die andere, wie viel Einfluss er dann \u00fcberhaupt haben wird. Zeitgleich zum Pr\u00e4sidenten werden Teile des Kongresses neu gew\u00e4hlt. Die Demokraten halten bereits das Repr\u00e4sentantenhaus. Daran d\u00fcrfte sich nun auch nichts \u00e4ndern. Doch zuletzt war die Hoffnung der Partei gro\u00df, auch im Senat eine Mehrheit zu erringen. Nur mit beiden Kammern k\u00f6nnte Biden im Falle seiner Wahl sein Programm weitgehend ungehindert durchsetzen.<\/p>\n<p>Doch daraus wird vermutlich nichts. Aktuell liegen Demokraten und Republikaner mit 48 Sitzen (Mehrheit: 51) gleichauf. Doch Beobachter gehen davon aus, dass die Republikaner f\u00fchrende Kraft im Senat bleiben werden. Im f\u00fcr sie besten Fall d\u00fcrfen die Demokraten auf ein Patt hoffen. Gewinnt Biden, k\u00f6nnte dann seine Vizepr\u00e4sidentin Kamala Harris im Senat mit ihrer Stimme f\u00fcr eine demokratische Mehrheit sorgen.<\/p>\n<p>Ein weiterhin republikanisch dominierter Senat h\u00e4tte f\u00fcr Biden als Pr\u00e4sident gravierende Folgen. Er k\u00f6nnte seine wichtigsten politischen Projekte und Reformen sowie seine Kandidaten f\u00fcr hohe Richterposten wohl nicht ohne Weiteres durchbringen. Zumal der bisherige republikanische Mehrheitsf\u00fchrer im Senat, Mitch McConnell, sich bereits unter Barack Obama eher aufs destruktive Blockieren als auf eine kompromissorientierte Politik fokussiert hatte.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Demonstranten protestieren in New York City f\u00fcr die Ausz\u00e4hlung aller abgegebenen Stimmen Foto:\u2002CARLO ALLEGRI \/ REUTERS Es ist kurz nach zwei Uhr nachts in Washington, als feststeht: Donald<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3661,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3660","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3660","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3660"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3660\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3661"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3660"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3660"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3660"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}