{"id":3656,"date":"2020-11-05T15:50:08","date_gmt":"2020-11-05T12:50:08","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-hilfen-fur-november-wer-sie-bekommt-und-warum-gatronomen-besonders-profitieren\/"},"modified":"2020-11-05T15:50:08","modified_gmt":"2020-11-05T12:50:08","slug":"corona-hilfen-fur-november-wer-sie-bekommt-und-warum-gatronomen-besonders-profitieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-hilfen-fur-november-wer-sie-bekommt-und-warum-gatronomen-besonders-profitieren\/","title":{"rendered":"Corona-Hilfen f\u00fcr November: Wer sie bekommt und warum Gatronomen besonders profitieren"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/40e7e1bd-56aa-43ae-bc24-3e3a3e83e88e_w948_r1.77_fpx61_fpy24.jpg\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>  Foto:\u2002<\/p>\n<p class=\"caps\">Daniel Karmann \/ DPA<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die St\u00fchle sind hochgestellt, die Tische zusammenger\u00fcckt, an der Seite stehen die Corona-Trennw\u00e4nde. Bis vor wenigen Tagen waren sie noch zentraler Bestandteil des Hygienekonzeptes eines Restaurants im Hamburger Schanzenviertel. Seit Montag ist das Lokal nun wieder geschlossen. Und der Wirt \u00fcberlegt, ob es sich \u00fcberhaupt lohnt, so bald wieder aufzusperren.<\/p>\n<p>Er fragt sich das nicht, weil er sich Sorgen um die Existenz seines Ladens macht. Sondern weil er kaufm\u00e4nnisch abw\u00e4gt, was sich rechnet: Mit dem Au\u00dferhaus-Gesch\u00e4ft zumindest einen Rumpfumsatz in Lockdown-Zeiten erwirtschaften? Oder bleibt die K\u00fcche kalt, weil mit dem Hilfsgeld vom Staat ohnehin genug h\u00e4ngenbleibt?<\/p>\n<p>Vor einer Woche hatte die Bundesregierung zus\u00e4tzliche Hilfen in H\u00f6he von rund zehn Milliarden Euro f\u00fcr Unternehmen und Selbstst\u00e4ndige angek\u00fcndigt, die vom November-Shutdown betroffen sind. Doch das neue Programm war mit hei\u00dfer Nadel gestrickt. Deshalb blieben nach einem Auftritt von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) noch viele Frage offen.<\/p>\n<p>Nun haben sich beide Ministerien \u00fcber weitere Details verst\u00e4ndigt, ein entsprechendes Papier liegt dem SPIEGEL vor. Die Bedingungen klingen gro\u00dfz\u00fcgig und im Vergleich zu fr\u00fcheren Programmen unb\u00fcrokratisch. Sie d\u00fcrften aber auch f\u00fcr Verzerrungen sorgen: W\u00e4hrend manche Unternehmer damit gerade einmal so ihre Fixkosten tragen k\u00f6nnen, machen andere Branchen mit den Staatshilfen wom\u00f6glich noch Gewinn. Die wichtigsten Punkte im \u00dcberblick:<\/p>\n<p><strong>Wer kann die Hilfen beantragen?<\/strong><\/p>\n<p>Anspruch haben all jene, die wegen der Beschl\u00fcsse von Bund und L\u00e4ndern vom 28. Oktober im November den Gesch\u00e4ftsbetrieb einstellen m\u00fcssen. Dazu z\u00e4hlen Unternehmen (auch \u00f6ffentliche), Betriebe, Selbstst\u00e4ndige und Vereine.<\/p>\n<p>Auch Soloselbstst\u00e4ndige haben Anspruch auf Ersatz ihrer Einnahmen, nachdem sie \u00fcber die bisherigen Programme nur Fixkosten geltend machen konnten. Hotels werden zu den direkt Betroffenen gez\u00e4hlt, obwohl sie zumindest f\u00fcr Gesch\u00e4ftsreisende ge\u00f6ffnet bleiben.<\/p>\n<p>Pr\u00e4zisiert hat die Regierung nun, inwiefern Unternehmen und Selbstst\u00e4ndige auch als indirekt Betroffene Anspruch auf F\u00f6rderung haben. Daf\u00fcr m\u00fcssen sie &quot;nachweislich und regelm\u00e4\u00dfig&quot; 80 Prozent ihrer Ums\u00e4tze mit Unternehmen machen, die direkt von den Schlie\u00dfungen betroffen sind. Diese Regelung k\u00f6nnte beispielsweise f\u00fcr eine W\u00e4scherei gelten, die den Gro\u00dfteil ihrer Gesch\u00e4fte mit Restaurants und Hotels macht. Indirekt Betroffene k\u00f6nnen 75 Prozent der Ums\u00e4tze geltend machen, die sie mit den direkt betroffenen Unternehmen machen.<\/p>\n<p><strong>Wie berechnen sie sich?<\/strong><\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich betragen die Zusch\u00fcsse 75 Prozent des Umsatzes im November 2019. Allerdings schwanken bei Soloselbstst\u00e4ndigen wie etwa Musikern oder Schauspielern die Einnahmen oft stark. Sie k\u00f6nnen deshalb alternativ den durchschnittlichen Monatsumsatz im Jahre 2019 zugrunde legen.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr Neugr\u00fcnder gelten Sonderregeln: Wenn Unternehmen oder Selbstst\u00e4ndige ihre Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit erst nach dem 31. Oktober 2019 aufgenommen haben, k\u00f6nnen sie den Umsatz im Oktober 2020 oder den Durchschnittsumsatz seit der Gr\u00fcndung w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Abgezogen von den Hilfen werden andere staatliche Leistungen, die im November gezahlt wurden. Dazu z\u00e4hlen etwa die sogenannte \u00dcberbr\u00fcckungshilfe oder das Kurzarbeitergeld.<\/p>\n<p><strong>Wie hoch ist die Hilfe maximal?<\/strong><\/p>\n<p>Ein Plusgesch\u00e4ft soll die Hilfe f\u00fcr ihre Empf\u00e4nger eigentlich nicht werden. Deshalb werden Einnahmen, die 25 Prozent des Umsatzes im Vorjahr \u00fcberschreiten, auf die Hilfen angerechnet.<\/p>\n<p>F\u00fcr Restaurants ist die Erstattung auf Ums\u00e4tze mit vollem Mehrwertsteuersatz begrenzt. Dadurch sollen Au\u00dferhausverk\u00e4ufe herausgerechnet werden, f\u00fcr die schon im vergangenen Jahr der reduzierte Steuersatz galt. Zugleich werden Gastronomen nun aber w\u00e4hrend des November-Shutdowns Ums\u00e4tze mit Take-away-Essen nicht angerechnet. Ziel sei es, &quot;eine Ausweitung dieses Gesch\u00e4fts zu beg\u00fcnstigen&quot;, hei\u00dft es in dem Papier von Finanz- und Wirtschaftsministerium.<\/p>\n<p>Um nicht gegen Beihilferegeln der EU zu versto\u00dfen, sind einzelne Hilfszahlungen auf eine Million Euro begrenzt. Nach einer Notifizierung der EU-Kommission soll aber auch eine &quot;Novemberhilfe plus&quot; mit h\u00f6heren Betr\u00e4gen m\u00f6glich sein.<\/p>\n<p><strong>Wo und wie k\u00f6nnen die Hilfen beantragt werden?<\/strong><\/p>\n<p>Das geht online \u00fcber die sogenannte \u00dcberbr\u00fcckungshilfe-Plattform. Firmen m\u00fcssen die Hilfen mit der Unterst\u00fctzung vonSteuerberatern oder Wirtschaftspr\u00fcfern beantragen. \u00c4rgern d\u00fcrften sich dabei Schwarzarbeiter: Wer in der Vergangenheit gegen\u00fcber dem Fiskus zu niedrige Ums\u00e4tze geltend gemacht hat, kann nun auch nur entsprechend geringere Hilfen beantragen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Soloselbstst\u00e4ndige wird das Verfahren vereinfacht. Bis zu einer Summe von 5000 Euro k\u00f6nnen sie die Hilfen direkt beantragen.<\/p>\n<p><strong>Wer sind die gr\u00f6\u00dften Profiteure?<\/strong><\/p>\n<p>Zweifelsohne die Gastronomen. Denn sie haben in ihren monatlichen Fixkosten einen gro\u00dfen Posten, der bei einer Betriebsschlie\u00dfung nicht mehr anf\u00e4llt: die Ware.<\/p>\n<p>Im Fall des Gastronomen aus dem Hamburger Schanzenviertel liegt der Umsatz in einem durchschnittlichen Monat nach Steuern etwa bei 118.000 Euro. Davon flie\u00dft ein Drittel in den Wareneinkauf. Rund 14 Prozent gehen f\u00fcr Miete, Strom, Gas und Wasser drauf. Weitere 44 Prozent f\u00fcr das Personal. Rechnet man nun noch Verwaltungskosten etwa f\u00fcr den Steuerberater hinzu, kommt man auf Kosten von rund 96 Prozent des Umsatzes.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Shutdowns aber muss der Gastronom ja gar keine Ware einkaufen, wenn er seinen Laden zu l\u00e4sst. L\u00e4uft alles nach seinem Plan, so \u00fcberweist ihm der Staat dennoch drei Viertel seines Umsatzes: etwa 88.500 Euro. Tats\u00e4chlich fallen in einem normalen Monat aber nur etwa 74.000 Euro an Kosten an. Damit bleiben 14.500 Euro \u2013 kein Kostenersatz, sondern ein Geschenk.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich sieht es bei anderen Gastronomen aus, mit denen der SPIEGEL gesprochen hat. Und auch der Deutsche Hotel- und Gastst\u00e4ttenverband (Dehoga) h\u00e4lt eine solche Verteilung zumindest nicht f\u00fcr g\u00e4nzlich unrealistisch. Das zeigt eine \u00dcbersicht mit Beispielrechnungen f\u00fcr verschiedene Hotel- und Gastst\u00e4ttenformate. Demnach liegen, je nach Kategorie und Gr\u00f6\u00dfe, die Kosten f\u00fcr Personal- und Wareneinsatz je zwischen 20 und 30 Prozent. Miete, Neben-, Verwaltungs- und Betriebskosten summieren sich auf noch einmal denselben Anteil.<\/p>\n<p><strong>Wieso fallen die Hilfen so gro\u00dfz\u00fcgig aus?<\/strong><\/p>\n<p>Das liegt zum einen am Ansatz der Gro\u00dfen Koalition. Den Betroffenen sollte &quot;einfach und unb\u00fcrokratisch&quot; geholfen werden, teilt das Wirtschaftsministerium auf Anfrage mit. &quot;Dabei geht es insbesondere um die Fixkosten, die trotz der tempor\u00e4ren Schlie\u00dfung anfallen.&quot;<\/p>\n<p>Dass die Waren bei den Gastronomen gar nicht dazuz\u00e4hlen, d\u00fcrfte den Beamten kaum entgangen sein. Vielmehr ist daher davon auszugehen, dass hier tats\u00e4chlich nach dem Prinzip Schnelligkeit vor Genauigkeit gehandelt wurde. Man k\u00f6nnte auch sagen: Der Bund wollte gener\u00f6s helfen. Zumal der Dehoga im Vorfeld ganze Arbeit geleistet hat: In einer aktuellen Mail an seine Mitglieder spricht der Verband von &quot;unendlicher Verzweiflung&quot;, sieht seit dem Fr\u00fchjahr 70.000 Hotels und Gastst\u00e4tten vor dem Aus.<\/p>\n<p>Die 165.000 reinen Gastst\u00e4tten im Land m\u00f6gen die gr\u00f6\u00dften Profiteure der Staatshilfen sein. Zur Wahrheit geh\u00f6rt aber auch: Bei den \u00fcber 40.000 Hotels, den vielen Tausend kleinen Nagelstudios oder Hundesalons und einem Teil der Soloselbstst\u00e4ndigen sieht die Rechnung oft g\u00e4nzlich anders aus. Denn sie haben mitunter viel h\u00f6here Fixkosten.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Foto:\u2002 Daniel Karmann \/ DPA Die St\u00fchle sind hochgestellt, die Tische zusammenger\u00fcckt, an der Seite stehen die Corona-Trennw\u00e4nde. 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